Observation – Die fesselnde Reise ins Ungewisse (Review)

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Nach Battle Royale und historisch angehauchten Multiplayer-Gefechten gibt es mit Observation endlich wieder einen Titel, der die Geschichte in den Mittelpunkt rückt. Obendrein entführt man uns in den Weltraum. Ob sich diese Reise lohnt, verraten wir euch in dieser Review.

Wir haben den Sci-Fi-Thriller Observation für euch getestet und das große Mysterium im Weltraum erforscht. Ob es sich lohnt, verraten wir euch.

Der Sci-Fi-Thriller Observation (offizielle Webseite) spielt in der gleichnamigen Raumstation, die ein Kooperationsprogramm verschiedener Länder darstellt und somit beispielsweise einen russischen oder chinesischen Bereich hat. Wie beim realen Vorbild werden Mitten im luftleeren Raum verschiedene Beobachtungen und Forschungen durchgeführt. Da dies aber nicht gerade die optimale Grundlage für ein Videospiel darstellt, haben die Verantwortlichen von No Code für ein wenig Chaos gesorgt. Irgendein mysteriöser Zwischenfall hat nämlich den ursprünglichen Zustand völlig auf den Kopf gestellt. Weder ist klar, wo sich die Crew befindet, noch ist bekannt, was überhaupt passiert ist. Die einzige Person an Bord scheint der Astronaut Emma Fisher zu sein und der Spieler. Dieser schlüpft allerdings nicht in die Rolle eines Menschen. Observation lässt uns als eine künstliche Intelligenz agieren.

Aufgrund dieser Rolle muss man sich entweder durch eine kleine Drohne fortbewegen oder Kameras nutzen, um den Überblick zu behalten. Beide Varianten ermöglichen es, uns mit Laptops, Zugangskonsolen oder Ähnlichem zu verbinden. Für den ein oder anderen klingt dies vielleicht etwas langweilig, dieser Ansatz sorgt aber für einen interessanten und frischen Wind innerhalb des Genres. Darüber hinaus hat die künstliche Intelligenz, die übrigens auf die Bezeichnung SAM hört, einen Blackout erlitten. Wir sind daher nicht übermächtig, sondern müssen uns erst mit eigentlich grundlegenden Abläufen vertraut machen.

Wo finde ich den PIN-Code?

Wir haben den Sci-Fi-Thriller Observation für euch getestet und das große Mysterium im Weltraum erforscht. Ob es sich lohnt, verraten wir euch.

Das Gameplay von Observation kennzeichnet sich durch das Lösen von Rätseln. Um beispielsweise Luken zu öffnen oder auch zu schließen, müssen wir auf einem Raster ganz bestimmte Punkte aktivieren. Die entsprechenden Schemata müssen zunächst erlernt werden. In der Regel erhält man das dafür notwendige Wissen durch das Scannen von Dokumenten, die irgendwo an der Wand hängen, oder durch Dateien auf einem Laptop. Es kann durchaus vorkommen, dass diese durch PIN-Codes geschützt sind. Aus diesem Grund muss man zunächst herausfinden, wie der entsprechende Code lautet. Mit etwas Glück hängt an der Rückseite ein kleiner Zettel, der die Antwort liefert. Doch trotz dieser banalen Lösung kann es durchaus passieren, dass man den Zettel komplett übersieht.

Im Großen und Ganzen gestalten sich die Rätsel abwechslungsreich. Manchmal müssen wir schnell agieren können und ein anderes Mal ist es notwendig, sich einige Informationen zu merken. Wir würden Observation nicht als schwer bezeichnen, gelegentlich muss man aber dennoch seinen Verstand benutzen, um weiterzukommen. Da man die einzelnen Abläufe und Herangehensweisen immer mehr versteht, wird das Spiel im Laufe der Geschichte anspruchsvoller. Aber wie bereits gesagt: es ist nie extrem schwer. Manchmal lediglich etwas stressig, wenn man gegen die Zeit kämpfen muss.

Eine enge Bindung

Um den Charakter einer KI an Bord einer Raumstation gerecht zu werden, agieren wir oft gemeinsam mit Emma. Beispielsweise fragt sie uns, ob wir Signale der anderen Astronauten über den Crew-Tracker erhalten. Oder sie bittet uns, eine bestimmte Luke im richtigen Moment zu öffnen. Wir leisten also Unterstützung, was die eigentliche Aufgabe von SAM ist. Nichtsdestotrotz erzeugen die Entwickler eine enge Bindung zu Emma. Von einer umfangreichen Charakterentwicklung oder einer emotionalen Bindung, die man als Spieler aufbaut, würden wir in diesem Zusammenhang aber nicht sprechen. Die Bindung zwischen SAM und Emma ist allerdings nicht einseitig. Oft müssen wir sie bitten, beispielsweise eine Kamera wieder zum Laufen zu bringen, die in einem bestimmten Bereich der Station ausgefallen sind.

Steuerung vs. Schwerelosigkeit

Beim Bedienen von Kameras ist man nicht wirklich mit einer Herausforderung konfrontiert. Hin- und Herschalten sowie Schwenken und Neigen sind simple und entsprechend einfach umgesetzt. Sobald es allerdings in die kleine Drohne geht, der sogenannten Sphäre, wird man mit einer hakeligen Steuerung konfrontiert. Im ersten Moment empfanden wir diese als eher störend, was sich im Verlauf der Story allerdings änderte. Irgendwann wurde uns bewusst, dass man sich in einer Schwerelosigkeit bewegt. Zwar nahmen wir das von Anfang an wahr, die entsprechende Beziehung zur Steuerung wurde uns aber erst nach einer gewissen Zeit völlig bewusst. Schwerelosigkeit bedeutet zum Beispiel, dass es kein oben und unten gibt. Innerhalb der Raumstation befinden sich an jeder Wand irgendwelche Geräte, Module oder Laptops. Aus diesem Grund ist es oft notwendig, die Sphäre zu neigen – es sei denn, man kann kopfüber arbeiten.

Wir haben den Sci-Fi-Thriller Observation für euch getestet und das große Mysterium im Weltraum erforscht. Ob es sich lohnt, verraten wir euch.

Der angesprochene Aufbau der Station hat allerdings einen großen Nachteil. Es ist trotz einer Kartenfunktion nicht immer problemlos möglich, sich optimal zu orientieren. Oft schwebt man an einer Luke vorbei und findet diese erst nach mehreren Minuten. Und auch bei Außeneinsätzen kann man schnell die Orientierung verlieren. Wir haben eine Ewigkeit gebraucht, innerhalb einer Mission die Person im Raumanzug und danach das wichtige Modul zu finden. Da wir uns zwischendurch so stark “verflogen” haben, mussten wir die Mission letztendlich sogar neustarten. Ob das einen negativen Punkt von Observation darstellt, ist schwer zu beurteilen. Immerhin ist der Weltraum nicht mit dem gewohnten Umfeld auf der Erde gleichzusetzen. Man muss dort oben etwas umdenken und genau das verlangt der Sci-Fi-Thriller von uns.

Apropos Thriller…

Die Geschichte von Observation dauert nur wenige Stunden, sodass ihr das Spiel schnell abschließen könnt. Nichtsdestotrotz haben es die Verantwortlichen geschafft, eine sehr interessante Story sowie eine spannende Atmosphäre zu kreieren. Man könnte den Inhalt problemlos nehmen und in eine tiefgreifende TV-Serie umwandeln. Nur in sehr selten Fällen waren bestimmte Wendungen vorhersehbar. Ansonsten wurden wir kontinuierlich überrascht. Zudem gelingt es Observation, den Spieler zu fesseln und in seinen Bann zu ziehen. An dieser Stelle wollen wir aber bewusst darauf verzichten, auf weitere Details einzugehen. Aufgrund fehlender Entscheidungsmöglichkeiten gibt es kaum einen Grund, das Spiel mehrmals durchzuspielen, weshalb wir euch nicht unnötig spoilern wollen.

Nach unserem Anspielevent in Glasgow (zum Sonderartikel) haben wir uns allerdings etwas mehr von der Entfaltung als KI erhofft. Man sagte uns damals, dass man letztendlich verstehen soll, was es überhaupt bedeutet, eine künstliche Intelligenz zu sein. Diesen Zustand haben wir nicht erreicht, uns im Vorfeld aber gewünscht. Letztendlich macht das Observation aber zu keinem schlechten Spiel. Die Inszenierung ist dennoch hervorragend.

Wir haben den Sci-Fi-Thriller Observation für euch getestet und das große Mysterium im Weltraum erforscht. Ob es sich lohnt, verraten wir euch.

Die Technik

Zu Beginn unserer Testphase fiel ein bestimmter Punkt direkt auf. Observation ist in Englisch. Sowohl die Dialoge als auch die Menüs waren in der englischen Sprachen gehalten. Mit der Veröffentlichung eines Patches zum Release wurde allerdings eine Anpassung nachgereicht, sodass die Menüs in Deutsch sind. Die Bedingung erleichtert sich somit deutlich. Auf eine Synchronisation muss man aber dennoch verzichten. Man bietet uns lediglich einen deutschen Untertitel an. Zwar ist die Originalvertonung sehr gelungen, dennoch ist es sehr schade, dass man an den Untertitel gebunden wird – natürlich abhängig von den eigenen Sprachfähigkeiten.

Dafür läuft optisch alles problemlos. Wir haben keine Bildfehler, spürbare Einbrüche der Bildwiederholungsrate oder sonstige Probleme feststellen können. Einmal kam es zu einem Spielabsturz, was aber nicht zwangsläufig etwas mit Observation zu tun haben muss. Immerhin ist die PS4 nicht mehr die jüngste Konsole auf dem Markt und Staub ist ein böser Feind!

Fazit

Wir fanden Observation im Vorfeld sehr spannend und wurden letztendlich nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil. Wir waren stellenweise echt begeistert. Insbesondere die Inszenierung erzeugt eine gelungene Atmosphäre und das Mysteriöse innerhalb der Geschichte fügt sich perfekt ins ganz große Mysterium des Weltraums ein. Perfekt ist das Projekt von No Code im Endeffekt aber nicht. Ärgerlich ist vor allem die fehlende deutsche Synchronisation und ein bisschen mehr Spielzeit wäre ebenfalls wünschenswert gewesen. Zwar gibt es einige optionale Rätsel, diese sorgen aber nicht zwangsläufig für einen Wiederspielwert. Umso erfreulicher ist es, dass es sich beim Spiel um keinen Vollpreistitel handelt. Ihr müsst also keine 60 Euro bezahlen. Bevor ihr euch Observation kauft, solltet ihr euch aber nochmal genau überlegen, ob ihr Gefallen am Lösen von Rätseln findet. Wenn nicht, seid ihr hier falsch.

Observation

7.5

Gameplay

6.9/10

Sound

7.0/10

Story

8.9/10

Umfang

6.0/10

Atmosphäre

9.0/10

Grafik

7.1/10

Positiv

  • Fesselnde Geschichte
  • Gelungene Atmosphäre
  • Geringer Preis
  • Abwechslungsreiche Rätsel
  • Interessanter Grundgedanke

Negativ

  • Kurze Spielzeit
  • Sehr geringer Wiederspielwert

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