Gaming und Virtual Reality – Nur ein kurzfristiges Phänomen?

Im Oktober 2016 hat Sony stolz und hoffnungsvoll PlayStation VR auf den Markt gebracht. Bisher fehlen aber offizielle Zahlen. Warum? Kommt das VR-Headset doch nicht so gut an? Und vor allem, wird es bald wieder aus dem Handel verschwinden?

Man könnte es mit der 3D-Technik beim Fernseher vergleichen. Es wurde groß gefeiert. Es sollte die Zukunft darstellen. Im Kinofilm „Avatar“ kam die gesamte Angelegenheit auch sehr gut an. Doch die Größen der Branche waren zu gierig und haben in kurzer Zeit zu viel schlechten Content nachgereicht. Die Folge war beinah vorhersehbar. Nur wenige hatten wirklich Lust, sich einen 3D-Film im Kino anzuschauen. Und wenn das der Fall ist, möchte man zweifellos auch keinen 3D-Fernseher bei sich zuhause haben. Letztendlich konnte sich die Technik lediglich auf der großen Leinwand halten, innerhalb der eigenen vier Wände war sie aber ein riesiger Flop.

Die Virtual Reality-Headsets, die erst kürzlich den Massenmarkt erobert haben, müssen sich seit der Markteinführung ähnlichen Vorwürfen stellen. Die Technik sei nur ein kurzfristiges Phänomen. In ein paar Jahren würde niemand mehr VR-Titel zocken. Grundsätzlich kann man sagen, dass niemand die Zukunft exakt vorhersagen kann, dennoch sind die Zweifel durchaus berechtigt. Allen voran steht die Frage: Warum nennt Sony keine offiziellen Verkaufszahlen?

Schlechter als erwartet?

Analysten waren sich im Vorfeld größtenteils einig. PlayStation VR wird alle Konkurrenten überholen und sich am häufigsten verkaufen. Die Gründe für diese Behauptung sind auch durchaus nachvollziehbar. Immerhin ist die notwendige PlayStation 4 bereits weit verbreitet und auch der Preis von 399 Euro für das VR-Headset ist deutlich billiger als bei der Konkurrenz. Nehmen wir Amazon als Ort zum Vergleichen. Dort kostet die Oculus Rift um die 650 Euro und HTC Vive sogar über 1.000 Euro. Der Kunde muss also ordentlich in die Tasche greifen, um sich die notwendige Hardware für die VR-Technik anzuschaffen. Es ist aber auch sehr typisch. Wer das neueste Produkt möchte, muss viel bezahlen. Jedoch könnte gerade dieses Prinzip das große Problem sein. Viele potenzielle Kunden finden die Virtual Reality zwar interessant, sind derzeit aber nicht bereit, so viel Geld dafür auszugeben und warten lieber ein wenig.

Dieser Vermutung gegenüber steht der Fakt, dass die Lager in den letzten Wochen und Monaten in den meisten Fällen leer waren. Eine hohe Nachfrage scheint also dafür zu sorgen, dass die VR-Headsets stets vergriffen sind. Sind die Kunden doch bereit, die Anschaffungskosten aufzubringen? Möglich wäre es. Allerdings ist es äußerst verdächtigt, dass der angebliche Marktführer Sony keine offiziellen Verkaufszahlen seiner PlayStation VR vorlegt. Womöglich war den Japanern im Vorfeld bewusst, dass man die Prognose zunächst nicht erfüllen wird. Durch geplante Engpässe in der Lieferung könnte man nämlich eine enorm hohe Nachfrage lediglich vortäuschen. Bekräftigt wird die gesamte Angelegenheit durch die kontinuierliche Betonung, man sei mit den Zahlen sehr zufrieden. Aber wie sind denn nun die Zahlen?

Das ist jetzt etwas wenig gewesen…

Wie beim 3D-Fernseher mangelt es aktuell an wirklich guten Content – zumindest wenn man auf die Gaming-Branche blickt. Spiele haben eine Spielzeit von wenigen Stunden, weisen eine beinah lächerliche Grafik auf und sind nicht wirklich herausfordernd. Kein Wunder, dass es auch Spieler gibt, die den Kauf bereuen. Nichtsdestotrotz gibt es mindestens genauso viele Spieler, die die Anschaffung in keinster Form bedauern. Sie sind sogar der Meinung, dass das durch die Virtual Reality vermittelte Erlebnis einfach unbeschreiblich ist. Man muss dennoch realistisch bleiben und eingestehen, dass das gesamte Angebot an entsprechender Software lediglich mittelmäßig ist. In Anbetracht der hohen Anschaffungskosten kann man beinah von schlecht reden.

Fairerweise muss man aber auch einsehen, die Technik ist schlichtweg noch am Anfang. Sie ist gerade erst dabei, den Massenmarkt vollkommen zu erobern. Und sowas funktioniert nicht, wenn man die bisherigen Kenntnisse und Möglichkeiten der Virtual Reality an die breite Masse bringen will. Denn dann wäre die Hardware definitiv nicht zu bezahlen. Kurzum, wir dürfen aktuell lediglich die ersten Ansätze bestaunen. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ist sogar der Meinung, dass wir uns noch fünf bis zehn Jahre gedulden müssen, bis wir wirklich das erreichen, wo wir alle hin möchten. Steuern Sony und Co. nach dem Anfangshoch also nur auf das erste kleine Tief zu?

Vielleicht ist man bereits mittendrin, versucht dies aber zu verheimlichen und die Zeit bis zum nächsten Hoch zu überbrücken. Dieses könnte bereits in diesem Jahr eintreten. Immerhin werden 2017 höchstwahrscheinlich VR-Spiele der nächsten Generation auf den Markt kommen. „Star Trek: Bridge Crew“ und „Farpoint“ klingen bereits interessant und mit „Ace Combat 7“ sowie „Tekken 7“ sind umfangreiche Produktionen auf den Weg, die einen passenden Support anbieten werden. Das trifft auch auf „Resident Evil 7 biohazard“ zu, dessen VR-Einlagen überwiegend gut ankommen und vor allem als sehr intensiv beschrieben werden.

Das Zauberwort: Vielseitigkeit

Eventuell könnten also noch vielversprechende Spiele auf uns zukommen. Doch es bleibt nicht beim reinen Gaming. Auf der PlayStation 4 unterstützt die YouTube Applikation inzwischen Virtual Reality-Videos, die mittels PlayStation VR genossen werden können. Die Auswahl ist zwar überschaubar, sie wird aber kontinuierlich erweitert. Zudem hat Sony erst jüngst versprochen, dass man in Zusammenarbeit mit Sony Pictures Entertainment und Sony Music Entertainment die bisherigen VR-Erlebnisse ausdehnen will. Klingt soweit ganz gut und könnte echt helfen, die Technologie weiter voranzubringen. Jedoch wird es auch in diesem Bereich einige Zeit dauern, bis wirklich ausreichend Inhalt zur Verfügung steht.

Alles in allem wird vorrangig die Vielseitigkeit dafür sorgen, dass sich die VR-Headsets langfristig etablieren können. In von uns durchgeführten Umfragen stellte sich nämlich heraus, dass neben dem hohen Preis auch die mangelnde Auswahl an Content dafür sorgt, dass potenzielle Kunden bisher nicht zuschlagen und lieber abwarten. Wenn es den Größen der Branche gelingt, den Einsatz der Virtual Reality übers Gaming hinaus zu ermöglichen, hat es die Technologie deutlich einfacher. Ein gutes Beispiel fürs Verständnis: Das Smartphone. Mit einem Gerät kann der Nutzer unzählige Nachrichten schreiben, im Internet surfen, einen virtuellen Kalender verwalten und vieles mehr. Daher ist das Smartphone mittlerweile zu einem alltäglichen Wegbegleiter geworden. Diesen Erfolg wird die Virtual Reality vorerst zwar nicht erreichen, dennoch könnte das der perfekte Weg werden. Heute spiele ich und morgen schaue ich mir einen Film an – Diese Einstellung sorgt für eine dauerhafte Etablierung.

Dennoch ein Abwärtstrend?

Kommen wir aber zurück zum eigentlichen Gaming. Nicht nur Sony, sondern auch Microsoft wird in Zukunft wohl eine passende Unterstützung gewährleisten. Zumindest war bereits mehrfach davon die Rede, dass die kommende Xbox Scorpio auch für die Virtual Reality ausgelegt sein wird. Da hier die scheinbar stärkste Spielekonsole aller Zeiten auf uns zukommt, wäre sogar genügend Power vorhanden, um eine neue Ebene zu erreichen. Eine neue Ebene, die halt dafür sorgt, dass die Technik kein kurzfristiges Phänomen bleibt.

Xbox Scorpio – Treibende Kraft der Virtual Reality?

Gegen diese Tendenz spricht aber eine Änderung auf der Webseite zur Konsole. War dort noch ein Eintrag zu „Hi-Fidelity VR“, ist dieser inzwischen verschwunden. Doch warum? Möchte Microsoft nun nichts mehr dergleichen umsetzen? Soweit wird man nicht gehen. Gegenüber Gamespot hat man bereits bestätigt, dass es in dieser Hinsicht weiterhin einen Support geben wird. Vielmehr reagieren die Verantwortlichen auf den wohl doch vorhandenen Abwärtstrend. Mit anderen Worten. Sie wollen die Virtual Reality nicht mehr so intensiv hervorheben und sie eher als nettes Nebenfeature anbieten.

Dies könnte darauf hindeuten, dass es sich doch um nur ein kurzfristiges Erlebnis handelt. Glücklicherweise hat Microsofts Gaming-Chef Phil Spencer im vergangenen Herbst offenbart, dass die Technologie noch Jahre brauchen wird, um wirklich in der Allgemeinheit vertreten zu sein. Also eine beinah identische Ansicht wie bei Mark Zuckerberg. Obwohl das bedeutet, dass es noch eine Weile dauern wird, bis wir uns wirklich über großartige Inhalte freuen dürfen, zeigt das gleichzeitig, dass man auch bei Microsoft auf VR setzt und ein langfristiges Interesse daran hat.

Fassen wir es mal zusammen

Dasselbe Schicksal wie 3D-Fernseher wird die Virtual Reality nicht erleben. Immerhin ist sie vielseitig einsetzbar. Man kann eine Wohnungsbesichtigung virtuell tätigen, ein Konzert von zuhause aus besuchen oder auch Operationen am menschlichen Körper üben. Die Möglichkeiten dieser Technologie gehen weiter über die Grenzen des Gamings hinaus, weshalb man getrost sagen kann, die Virtual Reality ist zukunftsträchtig. Während die kommenden Jahre also halbwegs gesichert sind, bleiben sie in Bezug auf VR-Videospiele ungewiss. Hohe Kosten und überschaubare Inhalte sorgen dafür, dass die Kunden bisher eher unentschlossen sind und die Hardware nicht unbedingt kaufen. Nichtsdestotrotz bleibt die Technologie wegweisend und bringt neue Möglichkeiten mit sich. Doch die Branche muss zunächst weiter umfangreiche Investitionen tätigen, um davon profitieren zu können. Und auch die Spieler müssen sich noch ein wenig gedulden. Funktioniert alles nach Plan, verschwindet die Virtual Reality nicht aus dem Handel und wird sich langfristig behaupten können.

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26 thoughts on “Gaming und Virtual Reality – Nur ein kurzfristiges Phänomen?”

  1. Kommt immer auf den Preis an finde ich.
    Habe einen 3D TV und Player aber 30-40€ für einen Film den man nicht oft guckt bzw. nur bei Gelegenheit haut es nicht hin.
    Wenn man dann noch diverse Titel von Marvel oder DC hat wo die 3D Blu-ray die normale Kinofassung enthält und der Extendet Cut dann als normale Blu-ray beiliegt wird man auch um die Kohle beschissen.
    Seher es daher immer im Auge des Preises und der Vermarktung.

    1. Genau so. Hab auch seit 3 Jahren einen 3D TV und wird kaum genutzt. Als Brillenträger ist das eh nervig, vor allem im Kino nervt es. Gehe mittlerweile wenn möglich immer in die normale Version des Films. VR wird sich nicht durchsetzten.

  2. Ein beeindruckendes Gefühl in die Spielewelten einzutauchen. Wenn man weiter daran arbeitet und entwickelt wird es bestimmt noch sensationell weiter gehen. Jeder der RE7 in VR zockt ist begeistert.

  3. Ich denke eher nicht. Zumal eine neue Ps4 Pro und dann das VR und die Kamera kostet dich mal eben 960€. Klar kann man das mit der Alten auch Spielen aber muss Performance einbüßen. Stand der Dinge für mich werde ich bis dato nichts davon investieren.

  4. Und ich gehe etwas mal in Zukunft und es gibt Gerüchte das 2020 ps5 raus kommen soll . Und das vr die jetzt draußen ist nicht kompatibel ist und ja ist alles Zukunfts Musik. Also nicht böse sein ist meine Theorie und deswegen wird mir die vr Technik nicht relevant sein .

    1. Warum sollten wir böse sein? Ist doch eine interessante Theorie. Es ist aber so gut wie klar, dass es immer wieder neue Modell der PlayStation VR geben wird. Die nächste ist kabellos und wird sicherlich ein besseres Tracking besitzen. Vielleicht kommt dieses mit der PS5 zusammen.[Socke]

  5. Ich konnte vr gestern mit Resident Evil testen und werde es jetzt auch kaufen!
    Das sind 2 unterschiedliche Spiele und das Erlebnis ist nicht von schlechten Eltern!
    Klar bringts nicht nur Vorteile, aber ich lebe im Jetzt – was interessiert mich also eine Konsole, die erst in 2020 kommt???

    1. ps4info.de naja geht 🙂 günstiger als die Occulus isses schon mal, aber es gibt wenig Content bisher, da sollen aber über 100 Games folgen die aktuell in der Mache sind. Ich hab mir das Teil vor ca. 3 Wochen gegönnt und warte jetzt z.B. auf ARK Park das sah ganz geil aus im Video und Dinos die reizen mich sowieso seit ich klein bin. Gut find ich auch das einige Games nen VR Modus nachgepatcht bekommen haben. Allerdings seh ich auch nicht ein wie im Falle von DiRT Rally 12.99€ für diesen DLC zu latzen.

  6. Ich würde die holen. Wenn sie was günstiger ist und ein Großteil der Kinderkrankheiten kuriert sind. In Relation zur Oculus und zur Vive ist sie immernoch günstig. Und man muss keinen Super – PC kaufen/aufbauen der nochmals hunderte von Euronen kostet. VR steckt noch in den Kinderschuhen aber ich bin überzeugt dass es noch großartig werden wird.

  7. Die VR Brille wird genau so ein flopp wie du vita…am anfang alles toll jeder wartet auf spiele und mit der zeit realisiert man das dass nix mehr wird.
    Vor allem für diese preise.
    Nen komplett packet mit move und cam und VR für max 250 mag ja evtl noch okay sein aber am.Ende bei 500 aufwärts sein und am.besten noch auf die pro aufrüsten is ne riesen frechheit und reine Geld macherei seitens Sony.

    1. Ich würde es persönlich nicht als reine Geldmacherei abstempeln. Immerhin ist es eine neue Technologie (zumindest für den Massenmarkt) und sowas ist anfangs nie wirklich preiswert. Aber ja, man muss einiges investieren. [Socke]

  8. Ich denke das es noch mal zurück kommen wird in andere Form . Die Idee oder das Produkt vr garnicht schlecht ist. Und ich finde die vr Technik noch in den Anfang ist . Und denke die wollten einfach mal gucken wie es läuft um und gucken was man da vielleicht noch verbessern kann .

  9. Ich denke auch wenn das alles ein bisschen ausgereifter ist, werden auch viel mehr Leute zuschlagen. Bin eig auch so nen Typ, der gleich alles sofort haben muss. Aber bei vr warte ich auch noch ein wenig, es gibt auch noch zu wenig games dafür. Aber aussterben wird es nicht. Jeder Anfang ist schwer.

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