WRC 8 – Wieder auf der Überholspur (Review)

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Mit WRC 8 meldet sich die Rallye-Reihe zurück und kann mit viel Inhalt und einigen Verbesserungen punkten. Ob sich ein Kauf lohnt, verraten wir in unserer Review. Wir haben die PS4-Version unter die Lupe genommen.

Wie gut ist WRC 8? Diese Frage haben auch wir uns gestellt und daher die PS4 Version des Offroad-Rennspiels genau unter die Lupe genommen.

Wie in den vergangenen Jahren entwickeln die Mannen von Kylotonn Racing Games weiterhin offizielle Videospiele zur FIA World Rally Championship. Das aktuellste Ergebnis stellt WRC 8 dar, das wir auf Herz und Nieren getestet haben. Dabei fiel uns sehr schnell auf, dass die Partnerschaft mit der Fédération Internationale de l’Automobile vor allem für zahlreiche Inhalte sorgt. Käufer können sich in diesem Jahr nämlich über 50 Teams, 14 Rallyes und über 100 Wertungsprüfungen aus der aktuellen Saison freuen. In gewohnter Manier kann man sich auf reale Fahrer und Fahrzeuge einstellen. Das macht WRC 8 nach Angaben der Entwickler zum bislang Offroad-Rennspiel, das auf dem Markt erhältlich ist.

Zwar sorgt eine derartige Palette an Inhalten für eine solide Grundlage, letztendlich kommt es aber auf die Umsetzung verschiedener Features an. Schauen wir uns aus diesem Grund zunächst das Gameplay an. Wer noch nie ein Spiel des Genres gezockt hat, merkt schnell, wie glatt sich ein Schotterweg anfühlen kann. Insbesondere wenn man als Anfänger direkt zu den PS-starken Boliden greift, landet man häufig im Straßengraben. Tritt man zu eifrig das Gaspedal, dreht man durch. Springt man zu unüberlegt über einen Hügel, landet man unsauber und rutscht von der Straße. Sind Hilfen wie ABS oder Traktionskontrolle deaktiviert, sitzt man in richtig wilden Autos. Zwar fühlt sich WRC 8 nicht wie eine reine Simulation an, anspruchsvoll kann der Titel aber definitiv sein.

Etwas Nostalgie

In diesem Jahr können sich die Spieler übrigens auf einige Klassiker der Rennszene freuen. Ein Blick in den PlayStation Store verrät, dass man beispielsweise den Alpine A110 aus dem Jahr 1973 ins Spiel bringen kann. Einen Haken gibt es allerdings. Wie ihr vielleicht erahnt habt, kosten diese sogenannten legendäre WRC-Modelle aus den 70ern, 80ern und 90ern zusätzliches Geld. Bereits ein Fahrzeug kostet mehrere Euro. Für unseren Geschmack zu teuer.

Schritt für Schritt

Aus diesem Grund sollte man langsam anfangen und zunächst die Junior WRC besuchen. Dort ist deutlich weniger Leistung gegeben und man lernt die Besonderheiten einer Rallye genauer kennen. Nimmt man sich die Zeit und erkundet schrittweise die einzelnen Klassen, kann man sich über viele Glücksmomente freuen. Man steigert sich kontinuierlich und merkt schnell, wie sich die eigenen Fähigkeiten verbessern. Ideal für diesen Weg ist der Karrieremodus. Diesen haben die Entwickler komplett überarbeitet. Abseits der Strecke erwartet den Spieler eine Mischung aus Kalenderverwaltung, Forschung und Entwicklung zur Leistungssteigerung sowie Rekrutierung und Verwaltung von Personal. In dieser Hinsicht kann man sich auf Mechaniker, Ingenieure, Medizin- und Wetterteams, Finanzmanager und mehr einstellen. Diese Möglichkeiten sorgen dafür, dass der Karrieremodus kein stumpfes Fahren von Wertungsrennen darstellt. Schade ist aber, dass man sich immer hocharbeiten muss. Es besteht nicht die Möglichkeit, direkt in der höchsten Klasse zu starten.

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Gemischte Gefühle haben wir beim Forschungsbaum innerhalb des angesprochenes Modus. In diesem kann man verschiedene Aspekte verbessern. Beispielsweise ist es möglich, Schäden an essentiell wichtigen Teilen des Fahrzeuges zu reduzieren. Dadurch nehmen Reparaturarbeiten weniger Zeit in Anspruch und reduzieren die Gefahr, zu hohe Rückstände zu kassieren. Das macht WRC 8 nicht nur einfacher, sondern auch unbalanciert gegenüber der KI. Somit geht die Herausforderungen ansatzweise verloren. Im Großen und Ganzen kann der Karrieremodus dank zusätzlicher Wettbewerbe aber für eine gelungene Abwechslung sorgen.

Es gibt einen Splitscreen-Modus!

Die kleinen, negativen Punkte der Karriere sind aber beinah vergessen, wenn man genauer auf den Multiplayer von WRC 8 blickt. Zum einen bietet das Offroad-Rennspiel einen Splitscreen-Modus, sodass zwei Spieler gleichzeitig auf einem Bildschirm spielen können. Grundsätzlich ein schönes Feature, das aber nicht jeden überzeugen kann. Da das Spiel durchaus anspruchsvoll sein kann, ist ein geteilter Bildschirm nicht immer vorteilhaft. Ob man den Splitscreen gut findet oder nicht, ist somit jedem selbst überlassen. Ansonsten bietet uns WRC 8 die Möglichkeit, gegen andere Spieler übers Internet zu fahren und regelmäßige Herausforderungen werden ebenfalls von den Entwicklern freigeschaltet. Zwar kann man dieses Multiplayer-Angebot für zu überschaubar halten, wir sind aber vollkommen zufrieden. Des Weiteren spielt der Multiplayer eine zentrale Rolle für die Profis. Denn im Januar 2020 startet die nächste eSports Saison, wo die besten der Besten um Preisgelder fahren können (mehr Details).

Selbst wenn man ein erfahrener Offroad-Spieler ist, ist der eSports Bereich nochmal eine ganz andere Liga. Nichtsdestotrotz bietet WRC 8 auch erfahrenen Spielern einiges. So ist beispielsweise die Wahl der Reifen vor jeder Etappe eine wichtige und vor allem taktische Entscheidung. Gleiches gilt für das weitere Set-Up des Fahrzeuges. Diesbezüglich lässt sich sehr viel anpassen. Beispielsweise die Härte des Fahrwerks oder den Umfang des Differentials. Diese Einstellungsmöglichkeiten sind zwar nicht zwingend notwendig, können aber für einen entscheidenden Unterschied in Hinsicht auf die Zeiten sorgen. Wer Gefallen daran findet, seine Zeit nur um wenige Sekunden zu verbessern und dafür in Kauf nimmt, eine Etappe etliche Male zu fahren, kommt hier definitiv auf seine Kosten.

Wie gut ist WRC 8? Diese Frage haben auch wir uns gestellt und daher die PS4 Version des Offroad-Rennspiels genau unter die Lupe genommen.

Wieder kaum optische Schäden

Wie viele andere Spiele, die auf Lizenzen basieren, verfügt auch WRC 8 über ein spärliches Schadensmodell – zumindest auf die Optik bezogen. Sollte man von der Strecke abkommen, gehen die Scheiben kaputt und der Rennbolide verfügt über eine deutliche Verschmutzung. Vielmehr braucht man aber beinah nicht zu erwarten. Allerdings ist das keineswegs überraschend. Immerhin haben die Rechteinhaber ein Interesse daran, für verschiedene Marken zu werben. Eine Beschädigung würde die Erkennbarkeit deutlich einschränken. Einerseits verständlich, andererseits schade. Umso schöner ist es, dass das mechanische Schadensmodell gelungen ist. Es ist nicht nur nachvollziehbar, sondern hat einen spürbaren Einfluss auf den weiteren Rennverlauf.

Die technische Seite

Kommen wir abschließend zu den technischen Aspekten. Auch wenn die Trailer einen hübsche Optik versprechen, kämpft WRC 8 mit dem klassischen Problem, was das Genre wohl nie gelöst bekommt. Aufgrund von Lizenzen sehen die Fahrzeuge nicht nur originalgetreu aus, sondern können auch mit zahlreichen Details überzeugen. Die Umgebung ist dagegen eher spartanisch gestaltet. Zwar verbessert sich die Grafik in diesem Bereich mit den Jahren, doch auch in diesem Spiel kann man sich auf schwammige Texturen und Gegenstände mit wenig Details einstellen. Wenn man mit Vollgas über die Strecken fährt, rückt die Optik der Umgebung in den Hintergrund, insbesondere am Start und am Ziel wirkt sie dafür umso enttäuschender.

Einen besseren Job macht dagegen der Sound. Die Motoren klingen imposant und untermalen die PS-starken Rennboliden sehr gut. Und auch die Kommentare der Beifahrer können auf Deutsch überzeugen. Das ist in einem Spiel wie WRC 8 besonders wichtig, da die Kommentare essentiell wichtige Informationen zum Streckenverlauf liefern. Nervige und schlecht umgesetzte Äußerungen der Beifahrer wären daher ein absolutes No-Go. Zum Glück gibt es hier nichts zu beanstanden. Schwerwiegende Bugs haben wir während unserer Testphase übrigens nicht verzeichnen können. Die Framerate ist nicht stabil, kleinere Schwankungen wirkten sich aber nicht negativ auf das Gameplay aus.

Fazit

Die Mannen von Kylotonn Racing Games haben mit WRC 8 ein weiteres Mal einen guten Job abgeliefert. Dank offizieller Lizenzen können sich Fans über zahlreiche, originalgetreue Inhalte freuen. Hinzu kommen viele, kleinere Verbesserungen und neue Inhalte im Vergleich zum Vorgänger. Allerdings muss man sich erneut darauf einstellen, dass Offroad-Rennspiel trotz Fahrhilfen sehr anspruchsvoll sein kann. Man muss sich an das Gameplay gewöhnen, sodass WRC 8 nicht unbedingt etwas für ein Zwischendurch-Zocken ist. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass nur Profi-Spieler auf ihre Kosten kommen. Wer sich die Zeit nimmt, wird letztendlich belohnt.

Eine klare Kaufempfehlung können wir daher nicht aussprechen, da nicht jeder mit WRC 8 warm werden wird. Eine weitere Rolle spielen Defizite in der Grafik, überschaubare, optische Schadensmodelle sowie ein fragwürdiger Forschungsbaum innerhalb des Karrieremodus. Zusammenfassend lässt sich aber sagen, dass es sich hierbei um den bislang besten Ableger der gesamten Reihe handelt.

WRC 8

7.8

Steuerung

7.9/10

Grafik

6.9/10

Umfang

8.5/10

Sound

8.1/10

Atmosphäre

7.4/10

Positiv

  • Viel Inhalt dank offizieller Lizenz
  • Anspruchsvolles Gameplay
  • Splitscreen-Modus
  • Detaillierte Fahrzeuge

Negativ

  • Schlichte Grafik
  • Fragwürdiger Forschungsbaum
  • Geringes, optisches Schadensmodell

 

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