Was wurde eigentlich aus… Titanfall 2?

Mit dem ersten Ableger „Titanfall“ landeten die Entwickler Respawn Entertainment einen der Multiplayershooter Hits der letzten Jahre. Jedoch konnten lediglich Xbox One und PC-Besitzer in den Genuss der Mech-Schlachten kommen. Mit Titanfall 2 wurden 2016 endlich auch die PlayStation 4 Spieler versorgt. Wie sieht es jetzt 2 Jahre nach Release mit der Beliebtheit aus?

 

Titanfall 2 war seiner Zeit ein mit großer Vorfreude erwarteter Titel. Während der erste Teil der Entwickler um Respawn Entertainment lediglich für den PC und die Xbox One verfügbar war, wurde der zweite Teil im Oktober 2016 endlich auch für die PlayStation4 veröffentlicht. Dieser war nicht bloß ein kleines Update des ersten Teils, sondern brachte umfangreiche Veränderungen mit sich. Besonders die Implementierung einer richtigen Singleplayer Kampagne wurde von der Community mit Freuden aufgenommen. Dennoch blieb der verkaufstechnische wie auch spielerische Erfolg weit hinter den Erwartungen der Entwickler und Publisher Electronic Arts. Aus welchen Gründen sich Titanfall 2 trotz seines Hypes nicht vollständig in den Herzen der Community verewigen konnte, erfahrt ihr jetzt.

Viel Neues sorgt für Vorfreude

Im Jahr 2014 erblicke Titanfall das Licht der Gamingwelt. Der Mech-Onlineshooter brachte mit seinem sehr schnellen und frischen Spielkonzept Bewegung in den etwas angestaubten Shooteralltag. Durch Eliminierungen und erfolgreiche Aktionen, wie dem einnehmen von Eroberungspunkten füllten wir unsere Anforderungsleiste, die uns bei 100% einen Titan, einen großen durch uns gesteuerten Mech, auf das Schlachtfeld rufen ließ, um damit unseren Gegnern ordentlich Feuer unter dem Hintern zu machen. Der „Drop“ aus dem Himmel war jedes Mal aufs Neue ein völlig episches Erlebnis (daher der Name „Titanfall“). Zu seiner Zeit war Titanfall jedoch ein reiner Multiplayertitel und auch nur exklusiv auf der Xbox One und dem PC spielbar. Ebenso standen bis auf verschiedene Waffentypen lediglich 3 unterschiedliche Titans (Schwere Klasse, Mittlere Klasse (Hybrid), Leichte Klasse) zur Verfügung.

Dieser Kritik nahmen sich die Entwickler von Respawn Entertainment an und veröffentlichten im Oktober 2016 mit Titanfall 2 nicht nur ein optisch aufgehübschtes Update, sondern eine Runderneuerung des ersten Teils. So hatten wir nicht nur eine viel größere Auswahl an verschiedenen Titans, sondern auch unsere Piloten kamen mit verschiedenen Klassen daher, die wir ganz nach unserem Spielstil frei wählen und zusammenstellen konnten. Dies wirkte sich positiv auf das schon im ersten Teil sehr schnelle Gameplay aus. Außerdem wurden die bekannten Spielmodi aus dem ersten Teil übernommen und sinnvoll ergänzt. Das ist insofern wichtig, als das Publisher EA beispielsweise im Falle von Star Wars Battlefront 2 auch schon andere, nicht wirklich nachvollziehbare Änderungen an oder Weglassen von  bereits vorhandenen Spielmodi im Vergleich zum Vorgänger vorgenommen hat.

Doch damit nicht genug: der größte Kritikpunkt des ersten Teils war seiner Zeit die fehlende Singleplayer-Kampagne. Dem nahmen sich die Entwickler an und statteten den zweiten Teil mit selbiger aus. Nun sind Kampagnen in Shootern, deren Hauptaugenmerk auf dem Multiplayerpart liegen, meist eher eine Art Klassen- und Loadout Einführung und daher zwar ein nettes Feature, aber selten mehr. In Titanfall 2 hingegen war die Kampagne ein echtes spielerisches Highlight. Die Story ist stimmig, die Grafik absolut überzeugend und das Gameplay wie auch das Leveldesign absolut ansprechend. Somit war und ist die Kampagne nicht bloß eine Einführung der verschiedenen Klassen, sondern tatsächlich auch ein spielerisches Erlebnis. Außerdem wurden alle Inhaltsupdates der Community kostenlos (!) zur Verfügung gestellt. Und das in Zeiten von Season Pässen und kostenpflichtigen DLCs. Somit bot Titanfall 2 schon vor Release die Grundlage für einen DER Shooterhits in 2016 und auch darüber hinaus. Um eines vorweg zu nehmen: heute (Juli 2018) ist von Titanfall 2 praktisch nichts mehr zu hören und zu lesen. Meist wird der Titel bei entsprechenden Plattform-Sales für unter 10€ angeboten, was für einen ambitionierten Multiplayershooter auch trotz seiner 2 Jahre Verfügbarkeit doch sehr günstig ist. Was war hier passiert?

„Titan beschädigt, Ausstieg empfohlen“ – die „Fehleranalyse“

Schon in der Beta zeichnete sich ein Problem ab, dass sich auch bis weit in die Vollversion des Titels zog: Die Serverperformance. Heftige Lags und Verbindungsabbrüche. Was in der Beta einem absoluten Desaster glich, war in der Vollversion zwar zum Start nicht mehr derartig problematisch, jedoch immer noch zu häufig. Lobbys, die nicht starteten, Desynchronisierungen des Spielcharakters durch schlechte Pings und Lags waren leider keine Seltenheit. Fairerweise muss man auch erwähnen, dass Titanfall 2 regelmäßig gut und sinnvoll gepatcht wurde. Jedoch lässt sich auch an dieser Stelle wieder diskutieren, wie es sein kann, dass ein ONLINE-Shooter, für den ein Vollpreis bezahlt wird, mit teilweise solch massiven Problemen zu kämpfen hat. Zusätzlich war das Balancing der Titans zu Beginn noch recht unausgewogen. Auch hier wurde regelmäßig nachgepatcht. Die angesprochenen Mängel im Grundgerüst sorgten daher schon früh für Frust bei einigen in der Community.

Dennoch ist der weitaus gravierendere „Fehler“, ähnlich wie im Falle von Battleborn, am Releasetermin zu erkennen. Titanfall 2 erschien am 28. Oktober 2016.  Nur eine Woche vorher wurde das von der Shooter-Community komplett gefeierte Battlefield 1 (Publisher ebenfalls EA) veröffentlicht. Und darauffolgend (auch nur eine Woche später) wurde mit Call of Duty: Infinite Warfare direkt der nächste Shooterprimus auf den Videospielmarkt geworfen. Somit sah sich Titanfall 2 schon direkt zu Release mit zwei absoluten Schwergewichten der Shooterszene in Konkurrenz, was sich Rückblickend als großer Nachteil erwies. Battlefield 1 wie auch Call of Duty: Infinite Warfare hatten zwar ebenfalls mit viel Kritik und Problemen zu kämpfen, wurden aber dennoch weitaus mehr verkauft und intensiver gespielt.

Eine Releaseverschiebung um wenige Monate, beispielsweise in den Januar/Februar 2017 hätte Titanfall 2 unter Umständen vielleicht mehr Aufmerksamkeit und höhere Verkaufszahlen bescheren können.

Außerdem war das Spielprinzip von Titanfall 2 (anders als bei Titanfall 1 in 2014) nicht mehr neu und verlor dadurch sein „Alleinstellungsmerkmal“. Als 2014 Titanfall 1 angekündigt wurde, folgte eine fast schon übermächtige Werbekampgane. Titanfall war praktisch überall zu sehen, sei es in der TV-Werbung, auf Plakaten oder Youtube und Twitch. Auch wenn man nichts mit Videospielen am Hut hatte, konnte man sich der Präsenz von Titanfall kaum entziehen. 2016 war eine solche Kampagne mit Titanfall 2 nicht der Fall. Ebenso war trotz Vorfreude die Skepsis aufgrund der zahlreichen Fehler des ersten Teils recht hoch, was im Rückblick ebenfalls für die eher niedrigen Verkaufszahlen sprechen könnte. Damit sind die „Fehler“ eher im Marketing und Release auszumachen, als im eigentlichen Gameplay.

„Hallo Zentrale? Noch jemand da?“

Heute spielt Titanfall 2 maximal noch eine untergeordnete Rolle in der Shooterszene. Auf Plattformen wie Twitch, Mixer und Co. ist praktisch nichts mehr vom einst so ambitionierten Mech-Shooter zu sehen. Auch auf Youtube ist aktueller Content rar gesät. Lediglich die „Titanfall Legends“ posten noch wöchentlich die „Top Plays of the Week“, welche im Schnitt 25k an Aufrufen aufweisen. Schaut man sich die Klickzahlen von vor einem Jahr an, ist ein rasanter Einbruch zu erkennen. Es ist dennoch erstaunlich, dass Titanfall 2 so weit hinter seinen Erwartungen geblieben ist, insbesondere wenn man sich die internationalen (durchweg positiven) Wertungen anschaut. Auch wir von PlayStationInfo waren in unserem Test sehr überzeugt und hatten viel Spaß in unseren Spielesessions. Titanfall 2 hat praktisch alles besser gemacht als sein Vorgänger und sich trotzdem deutlich schlechter verkauft. Hierbei zeigt sich einmal mehr, wie wichtig eine gezielte Marketingkampagne und vor allem der Releasezeitpunkt auch für einen ambitionierten Triple-A Titel sein kann. Wir können allen Spielern, an denen Titanfall 2 vorbeigegangen ist nur raten, einen Blick zu riskieren. Immerhin ist der Titel immer wieder für unter 10€  in den jeweiligen Plattform-Sales zu finden.

 

Titanfall 2 ist seit dem 28. Oktober 2016 für PlayStation 4, Xbox One und PC verfügbar.

 

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Beschreibung des Herstellers:

Titanfall 2

Pilot und Titan harmonieren besser denn je im mit Spannung erwarteten Titanfall 2 von Respawn Entertainment. Die neue Singleplayer-Kampagne zeigt das Zusammenspiel zwischen einem Menschen und einer Maschine auf völlig neue Art, und der noch umfassendere Multiplayer-Modus bietet rasante Action und neue Spielsituationen am laufenden Band. Die Fans kriegen mit neuen Titans, erweiterten Pilotenfähigkeiten und einem umfassenden Individualisierungs- und Fortschrittssystem genau das, was sie sich gewünscht haben – Titanfall 2 startet wieder eine neue Ära im Multiplayer-Genre.

Modernes, actiongeladenes Gameplay

Egal, ob Sie als Pilot, einem der blitzschnellen Elitewächter des Grenzlandes, oder in einem 6 Meter großen Titan kämpfen … Titanfall 2 bietet ein unglaublich flüssiges und packendes Kampferlebnis.

Mitreißende Singleplayer-Kampagne

Titanfall 2 führt die Spieler erstmals auf eine Reise in die Tiefen des Grenzlandes. Dabei schlüpfen sie in die Rolle eines Miliz-Soldaten, der hinter den feindlichen Linien strandet, und dort eine ungewöhnliche Partnerschaft mit einem kampferprobten Titan der Vanguard-Klasse eingeht. Die beiden müssen ihre Fähigkeiten kombinieren und eine Mission, die nie für sie bestimmt war, zu Ende bringen.

Intensivere Multiplayer-Action

Mit sechs brandneuen Titans, einer Vielzahl tödlicher neuer Waffen, Ausrüstungen und erweiterten Pilotenfähigkeiten bietet Titanfall 2 ein rasantes Multiplayer-Erlebnis, das das Shooter-Genre einmal mehr revolutionieren wird.

Umfassendere Individualisierungsoptionen

Dank des erweiterten Individualisierungssystems gibt Titanfall 2 den Fans die Möglichkeit, wirklich einzigartige Piloten, Titans und Loadouts zu schaffen.

Spiele mit neuen und alten Freunden

Dank der Einführung von Networks können die Spieler in Titanfall einfach und schnell mit alten und neuen Freunden spielen. Egal, ob sie miteinander oder gegeneinander spielen möchten – die Spieler können eigene Networks erstellen oder beitreten, die ihrem Spielstil und ihren Vorlieben entsprechen.



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12 thoughts on “Was wurde eigentlich aus… Titanfall 2?”

  1. Naja zeitgleich mit bo3 und Iw von CoD mitzuhalten war schon schwer aber die bessere Story war Auf jedenfall bei Titanfall und is auch ein hammer spiel, waer ich nicht seit release auf rainbow Six Siege hängen geblieben wuerde ich Titanfall immer noch zocken, hat nix desto trotz immer gebockt und auch der multi-player war episch

  2. Das stimmt nicht,nicht nur auf XO und PC,ich hatte es auf der Xbox 360 gespielt, also Teil 1.
    Teil 2 war mal im Sonderangebot für 15 Euro für PS 4 (danach wieder 30(vor 2 Jahren,also gleich mitgenommen. Und spiele es bis heute,einer meiner Liebling s online spiele,3 ist ja schon angekündigt

  3. Es sind zwar nicht so viele Spieler online wie bei anderen AAA Titeln, aber selbst die paar Jahre Staub auf Titanfall 2 lassen es noch immer sehr gut aussehen. Natürlich ist die Singleplayer Kampagne Geschmacksache, habe sie aber gerne wegen der Umgebung in Verbindung mit der Pro und einen großen 4k Display genossen. Online kann es nicht mit anderen Premium Spielen mehr mithalten, aber es noch eine genügend große Fangemeinde auf den Servern unterwegs.

    Als Kritikpunkt die Taktik seitens EA mit den ganzen DLCs, trotz Ultimate Edition, was den Spielspatz ein wenig trügt, aber Dank häufiger Angebote im PSN Store immer eine Kaufalternative darstellen sollte.

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