Gran Turismo 6 – Review

Mit Gran Turismo 6 versuchen Sony Computer Entertainment und der Publisher Polyphony Digital das ultimative Rennspiel auf die Räder zu stellen. Wir haben das wahrscheinlich letzte große Release für die gute alte PlayStation 3 unter die Lupe genommen und sagen Euch ob Gran Turismo 6 das Zeug zum Genre-King hat.Gran Turismo 6

Mit dem Start Gran Turismos erreichte Sony im Jahr 1997 bereits sein eigenes PlayStation-exklusives Rennsimulations-Franchise, dass von Fans und Kritikern gleichermaßen begeistert angenommen wurde und es auf Anhieb an die Spitze des Genres schaffte. Lange Zeit gab es für Rennspiel-Fans kein Vorbeikommen an Gran Turismo und somit auch an der PlayStation selbst – bis Microsoft und Turn 10 Games die Forza Motorsport-Reihe ins Leben ruften. Während Forza Motorsport 5 bereits auf der Next-Gen erschienen, ist Gran Turismo 6 der wohl letzte große Exklusiv-Titel für die PlayStation 3. Bei vielen Fans trifft dies auf Unverständlichkeit, GT6 wäre doch geradezu wie geschaffen, DER Launch-Titel für die PS4 zu sein. Nun steht das Racing Game aber bereits seit dem 6. Dezember für die PS3 in den Händlerregalen und muss sich mit der aktuellen Rennspiel-Konkurrenz Forza 5 messen lassen. Wir haben den sechsten Gran Turismo-Teil natürlich ausgiebig gezockt und sagen Euch nun, ob sich GT6 an Forza 5 vorbei auf den Rennspiel-Genrethron “mogeln” kann.

Gran Turismo

Content in Massen?
Geht es nach den angegebenen Werten, hat Gran Turismo 6 die Nase so gewaltig vorn. Mit über 1.200 Fahrzeugen und 100 Strecken bietet Gran Turismo 6 nun mehr einen riesen Haufen mehr Content als derzeit konkurrierende Titel. Jegliche konkurrierende Titel! Spätestens nach einigen Stunden wird klar, dass viele Autos eher emotionsloser Zier- und Füllrat sind und die 100 Strecken nur aus dem Grunde so viele sind, weil wie bereits vermutet jede Variante eines Tracks in die Zählung mit einfließt. Das heißt im genauen, der Nürburgring bei Nacht, vorwärts und rückwärts wären schon 3 Strecken aufm Streckenzähler. Dennoch bleibt Gran Turismo 6 klar der Content-King. So ziemlich jeder Autohersteller weltweit ist hier vertreten. Egal ob Ihr ein Z4 M Coupe von 2008, einen Daihatsu Midget von 1998, einen Renault Avantime von 2002 oder den legendäre VW Kübelwagen pilotieren wollt, in Gran Turismo 6 sind alle dabei. Dazu kommen noch diverse Schmankerl wie das gerade frisch enthüllte 2014er BMW M4 Coupe oder die Vision-Gran Turismo-Concept-Cars, die von diversen Herstellern anlässlich des 15-jährigen Gran Turismo Jubiläums konzipiert wurden. In punkto Autoauswahl ist Gran Turismo 6 nicht zu schlagen. Selbiges gilt auch für Track-Vielfalt: Aus den über 100 strecken korrigiert sind 37 ernsthaft unterschiedliche Rennstrecken im Spiel enthalten. Neben realen Strecken wie Nürburgring, Brands Hatch, Silverstone, Spa etc. gibt´s auch etliche Fantasie-Tracks zu befahren.

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Gran Turismo 6. Was steckt hinter Technik, Licht und Schatten?
Natürlich zählt bei einem Rennspiel keineswegs nur die Menge die es an Autos und Strecken bieten kann – natürlich kommt es in erster Linie auf das Fahrgefühl an. Und auch hier kann GT6 punkten. Die neue Physik-Engine die Polyphony Digital extra für Gran Turismo 6 gezaubert hat, gehört zum Besten was man sich renntechnisch auf der Playstation 3 holen kann. Reifen quietschen, Karossen neigen sich, man bekommt die Querdynamik der einzelnen Boliden wirklich realitätsnah zu spüren und das Geschwindigkeitsgefühl steht dem in nichts nach. Gran Turismo 6 fährt sich einfach beeindruckend. Auch grafisch holt Polyphony absolut das Letzte aus der Playstation 3 heraus. Die Lichteffekte sind top, die (meisten) Autos wunderbar detailreich in Szene gesetzt, die Strecken absolut originalgetreu – auch wenn sterile Streckenumgebungen, “flache”, nahezu unbewegliche Zuschauer-Grüppchen und etliche matschige Texturen immer wieder spüren lassen, dass GT6 auf einer ausgereizten Last-Gen-Plattform läuft. Aber nichtsdestotrotz, Gran Turismo 6 sieht auf der Playstation 3 im Großen und Ganzen fantastisch aus. Noch dazu gibt es sowohl Nacht- als auch Regenrennen. Einige Schwächen aber hat auch Sonys Vorzeige-Racer: Zum Beispiel das Schadensmodell, das seinen Namen eigentlich nicht verdient hat. Denn einige Karosserie-Abschürfungen und Dellen sind alles, was nach einer Demolition-Derby-Tour durch den Gegner-Dschungel oder intensiven Leitplanken-Küssen zurückbleibt. Keine abfallenden Teile, kein splitterndes Glas. Und das obwohl sicher etliche Leute diese Spiele nur aus der so genannten Schrottlaune heraus kaufen. Nächster Minuspunkt ist der Sound. Die Motoren-Sounds sind größtenteils echt laut und die Crash-Geräusche erinnern eher an umfallende Mülltonnen. Wirklich tiefgehend sind dagegen auch in Gran Turismo 6 wieder die Tuning- und Einstellungsmöglichkeiten der Boliden ausgefallen – vom Spoilerwerk, über Bremsen-Feintuning und Getriebeübersetzungseinstellungen bis hin zum Radsturz – Abstimmungs-Freaks werden ihre helle Freude an Gran Turismo 6 auf der Playstation 3 haben, das ist schon mal sicher.

Lange Freude am Singleplayer?
Die Singleplayer-Karriere läuft nach dem altbekannten Mustern ab. Erst einmal arbeitet man in Kleinwagen durch die Gegend, verdient Credits, stockt seine Garage auf und fährt bis zu den leistungsstärksten Supersport- und Rennwagen hoch. Ein nettes Auflockerungs-Feature sind dabei die sogenannten Kaffeepause-Minigames, von denen manche auch ganz gut in Top Gear aufgehoben wären. Dabei kommt in der Karriere durch die schier unglaubliche Anzahl an Autos und die nicht minder begeisternde Strecken-Vielfalt kaum Langeweile auf. Lediglich die ersten Stunden im Schleudern wie mit dem Honda Fit ziehen sich etwas und werfen nicht gerade mit emotionsgeladenen Renn-Momenten um sich. Immer noch nicht optimal ist, dass die meisten Rennen in der Gran Turismo 6 Singleplayer-Karriere mit einem fliegenden Start beginnen, denn dieser Umstand raubt dem Renngeschehen Atmosphäre. Die KI der Gegner ist zufriedenstellend und zeigt sich auch durchaus verbessert gegenüber dem Vorgänger, ist aber alles andere als revolutionär. Gran Turismo 6 setzt hier leider auf die sogenannte “Gummiband-KI” die stets sicherstellt, dass Ihr Euren Gegnern nicht zu sehr enteilt und umgekehrt genauso. Das ist weder motivierend noch angemessen bei einem Titel wie GT 6.
Neben dem umfangreichen Singleplayer, der Rennspiel-Liebhaber für viele Monate – oder zumindest bis zum Release von Gran Turismo 7 auf der PS4 – beschäftigen wird, ist natürlich auch ein Online-Multiplayer-Mode an Bord von Gran Turismo 6, der mit durchdachtem Matchmaking und Optionen-Vielfalt überzeugen kann. Wie auch bei der Konkurrenz müssen wir die etwas fragwürdige Preis-Politik auch im Fall von GT6 anprangern: über 100 Euro für ein virtuelles Auto? Ernsthaft?

Unser Fazit
Sony Computer Entertainment und Polyphony Digital haben der PlayStation 3 mit Gran Turismo 6 mit Erfolg ein überragendes, Abschiedsgeschenk bereitet. Gran Turismo 6 ist selbstverständlich nicht frei von Fehlern – fährt sich aber überragend und kitzelt aus der betagten PlayStation 3 das letzte Quäntchen Leistung. Gran Turismo 6 ist deutlich besser als GT5 und das bisher beste Gran Turismo. Wer also noch eine PS3 hat und nur im Entferntesten etwas mit Rennspielen anfangen kann besteht absolute Kaufpflicht. Und um auf die Eingangsfrage nach dem Genre-Thron zurückzukommen: GT6 stößt Forza 5 nicht vom Thron, aber es quetscht sich sicherlich mit auf selbigen und wärmt den Platz schon mal für Gran Turismo 7 an. Sollte das zeitgleich zu Forza 6 kommen, dürften die Next-Gen-Racing-Fetzen so richtig fliegen.

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3 thoughts on “Gran Turismo 6 – Review”

  1. Wird mal Zeit für eine Next Gen Version !!! Ich mag Need for Speed nicht und mir fehlt einfach eine richtig gute Rennsimulation für die PS4 ! Habe gestern Forza Motorsports auf der XBONE gespielt und das spiel hat mega Spaß gemacht…

  2. Ich habe mir Gran-Turismo 6gekauft und musste sagen das ich maechtig enttaeuscht bin. Also soetwas von unuebersichtlich,vor allem beim tuning und die Lizenzmissionen,muss ich sagen da haben mir die vorgaenger besser gefallen! Grosses Plus muss ich geben bei der Realitaetsnahen Grafik. Gruss Torsten

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