Gegen Artikel 13 – Tausende demonstrieren in Köln

Vor wenigen Tagen haben sich die Unterhändler des Ministerrats, der EU-Kommission und des EU-Parlaments auf den finalen Gesetzestext der Urheberrechtsreform geeignet. Die Gegner der Reform, deren Zahl in die Millionen geht, fühlen sich nicht gehört. In den kommenden Wochen sollen daher zahlreiche Demonstrationen stattfinden. Köln lieferte gestern einen kleinen Vorgeschmack.

Gegen Artikel 13 - Tausende demonstrieren in Köln
Eindrücke von der Demo. Quelle: HerrNewstime auf Twitter.

Am Tag der Einigung über den finalen Gesetzestext kritisierten zahlreiche Nutzer, darunter etliche bekannte YouTuber, die Entscheidung der Europäischen Union, eine Urheberrechtsreform auf den Weg zu bringen, die für viele Zensur statt Urheberschutz bedeutet. Seit Tagen sieht man auf Twitter nicht nur den #GegenArtikel13, sondern auch #NieMehrCDU, da die CDU-Abgeordneten in Brüssel geschlossen für Artikel 13 sowie weitere Artikel gestimmt haben.

In den vergangenen Wochen haben zahlreiche Personen ihren Unmut gegenüber der Urheberrechtsreform bekundet. Eine Petition auf change.org verfügte vor der Entscheidung vor wenigen Tagen bereits über vier Millionen Unterzeichner. Inzwischen steht man vor dem fünf Millionen Meilenstein. Darüber hinaus wurden unzählige Briefe und E-Mails an die politischen Vertreter in Brüssel geschickt, um zu zeigen, dass man gegen Artikel 13 ist. Da ein Großteil der E-Mails über Google Mail Konten verschickt wurden, gehen einige Politiker allerdings davon aus, dass es sich hierbei um eine Kampagne von Google handelt. Das Unternehmen ist ebenfalls ein Gegner der Urheberrechtsreform.

Derartige Tweets sorgten nicht nur für Gelächter, sondern auch für Empörung. Aus diesem Grund wurde eine gestern durchgeführte Demo in Köln auch mit “Wir sind die Bots” betitelt, um zu zeigen, dass es reale Menschen sind, die sich gegen die Reform aussprechen. Laut Berichten waren kurz vor dem Start nur wenige Demonstrierende vor Ort. Innerhalb weniger Minuten soll die Zahl der Teilnehmer allerdings auf einige Tausend angestiegen sein.

Bei der Demo in Köln handelte es sich um einen spontan organisierten Protest. Derzeit planen Gegner der Reform europaweite Demonstrationen, die einheitlich am 23. März 2019 stattfinden sollen. Des Weiteren ruft man dazu auf, E-Mails nach Brüssel zu schicken, die Petition zu unterschreiben und seinen Familien- sowie Freundeskreis zu mobilisieren. Für weitere Details über die Urheberrechtsreform können wir euch diesen Artikel empfehlen.

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16 thoughts on “Gegen Artikel 13 – Tausende demonstrieren in Köln”

  1. Es betrifft nicht nur YouTuber, sondern auch viele andere Unternehmen sowie Privatpersonen.

    Wenn Google beispielsweise seinen News Bereich für Europa deaktiviert, müssen wir gegebenfalls PlayStationInfo.de dicht machen, weil nicht mehr genügend Leser auf unsere Seite finden bzw. kommen und Kosten wie z.B. Serverkosten nicht mehr gedeckt werden können.

  2. Und so schauts nämlich aus.
    Wenn wir uns mit allem “abfinden” sollen was man vor den Latz geknallt bekommt, dann macht in Zukunft auch ja keinen Griff mehr nach einer Pegi Version von einem Game. Weil ihr könnt euch ja auch damit abfinden was man euch hier vorschreibt, was du für dein Geld bekommst und was nicht.

    Also nicht immer nur alles mit “abfinden” kommentieren….

  3. Das die CDU nicht die schlauste Partei ist wissen wir doch alle schon 😂.
    Wenn das ne Zensur ist dann frag ich mich ehrlich kennt die EU noch Demokratie?.

    1. Zitat Martin Schulz:

      “Wäre die EU ein Staat, der die Aufnahme in die EU beantragen würde, müsste der Antrag zurück gewiesen werden aus Mangel an demokratischer Substanz.” – Quelle: Die Anstalt Folge 4

  4. Wenn das der Fall ist verstößt die CDU ganz offen und bewusst gegen den Artikel 5 Absatz (1) des Deutschen Grundgesetz

    Artikel 5
    (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

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