Detroit Become Human und die digitale Revolution

Aus einer gewissen Perspektive betrachtet beschäftigt sich „Detroit Become Human“ auch mit der digitalen Revolution. Auch wenn diese in dem Videospiel bereits sehr viel weiter fortgeschritten ist als bei uns, so kann sie dennoch als Anlass gelten, diese Entwicklungen zu reflektieren.

Das sehr junge neue Jahrtausend ist geprägt von dem Zeitalter des Internets und des Smartphones. Heute ein Leben ohne Smartphone, das ist für die meisten von uns nur schwer vorstellbar. Längst schon hat sich das kleine Wunderwerk zu einer Leistung emporgebracht, von der Computer aus dem vergangenen Jahrtausend nur träumen konnten. Telefonieren, SMS, WhatsApp, Daten verschicken, Videoanrufe, im Internet recherchieren, für jede Gelegenheit die passende App vorhanden. Das Smartphone kann durchaus als der kleine Computer von heute zum Mitnehmen betrachtet werden. Die nachfolgende Generation an Kindern ist es bereits gewohnt, spätestens im beginnenden Teenageralter ein solches Smartphone in den Händen zu halten. Die Kopf – Nach – Unten – Generation, so wird sie auch sarkastisch gerne genannt. So ganz unrecht haben diese Menschen aber vielleicht nicht. Es existieren bereits Städte, in denen Fußgängerampeln am Straßenboden angebracht werden. Somit müssen Menschen, die gerade das Smartphone benutzen, nicht nach oben sehen, ob die Fußgängerampel grün aufweist. Geht das schon zu weit oder müssen wir uns einfach an eine andere Kultur gewöhnen?

Ein anderes Beispiel noch: extra angefertigte Fußwege für Spaziergänger, die das Smartphone benutzen. Somit sollen Zusammenstöße zwischen Smartphone – Usern und „normalen“ Fußgängern oder Radfahrern vermieden werden. Es stellt sich die Frage, ob und wenn ja, wie gefährlich solche Entwicklungen sind. Dass sie Gefahren mit sich bringen, dürfte außer Frage stehen. Einer der berühmtesten Kritiker dieser digitalen Revolution ist Manfred Spitzer. Er spricht gar von einer digitalen Demenz. Davon, dass das, was früher das Schweizer Taschenmesser war, welches man in der Hosentasche stets parat hatte, heute das Smartphone ist. Die erste Robotiktechnik wird schon eingesetzt, etwa in der Medizin. Und sie soll sich stetig verbessern. Mittels Virtual Reality chirurgische Eingriffe üben, oder aber als Interessent die entsprechende Immobilie besichtigen anstatt hunderte von Kilometern dorthin zu fahren.

Menschen wie Manfred Spitzer sehen das aber nicht so vorteilig. Smartphones würden uns etwa das Denken abnehmen. Wie heißt nochmal die Stadt? Google. Wo liegt die Straße, zu der wir müssen? Google. In welchem Film hat Anthony Hopkins nochmal gespielt? Google. Wir überlassen das Denken dem Konzernriesen Google und tun selbst so gut wie nichts mehr. Statt „Fuck Google, ask people“ geht es also eher nach dem Motto „Fuck people, ask Google“. Und die digitale Entwicklung macht sich womöglich schon bald in noch anderen Bereichen bemerkbar. Man nehme etwa das bargeldlose Bezahlen. Kritiker befürchten ein baldiges Abschaffen des Bargelds. Somit würden alle Transaktionen online getätigt werden. Der gläserne Mensch, er wäre wieder ein Schritt weiter.

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