Borderlands 3 – Der Loot-Shooter-König ist zurück (Review)

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Die Spieler haben ewig auf eine offizielle Ankündigung gewartet und dann ging es schnell. Nun ist man in der Lage, sich mit Borderlands 3 in ein neues, verrücktes Abenteuer zu stürzen und dabei massenhaft Loot zu sammeln. Doch lohnt sich diese Reise? Wir haben sie getestet!

Endlich ist Borderlands 3 im Handel erhältlich, doch hat sich das Warten gelohnt? Wir haben den Loot-Shooter ausführlich getestet!

Die Trailer und Gameplay-Videos haben im Vorfeld gezeigt, Borderlands 3 bleibt seiner Linie treu und präsentiert uns ein weiteres Mal ein durchgeknalltes Abenteuer. Im Mittelpunkt stehen erneut vier Kammerjäger, Bösewichte und diesmal mehr als eine mysteriöse Kammer. Die Calypso-Zwillinge Troy und Tyreen sehen die Kammern und die darin enthaltene Macht als ihr Geburtsrecht an, weshalb sie einen Kult ins Leben gerufen haben und zum Kreuzzug aufrufen. Als Spieler möchte man dieses Vorhaben verhindern und geht über die Grenzen von Pandora hinaus. An Bord der Sanctuary III bricht man zu neuen Planeten auf, die bekannte Unternehmen wie Atlas und Maliwan aber auch völlig neue Gegner umfassen.

Spannend sind vor allem die Anspielungen, die die Entwickler von Gearbox Software mit den angesprochenen Zwillingen vornehmen. Die Antagonisten sind zwar Anführer des Kults, aber gleichzeitig auch Influencer. Sie strahlen Streams aus und beeinflussen somit die Massen – ihre Anhänger. Eine unterschwellige aber dennoch sehr deutliche Anspielung auf unser aktuelles Medienangebot für vorrangig junge Menschen.

Altbewährt trifft kleinere Neuerungen

Um Spoiler zu vermeiden, wollen wir nicht weiter auf die Geschichte von Borderlands 3 eingehen. Stattdessen wollen wir auf das grundlegende Gameplay schauen. Trotz Reisen zwischen mehreren Planeten steuert ihr euren Kammerjäger stets durch eine halboffene Spielwelt. Wie bei den Vorgängern erledigt man unterschiedliche Missionen in weitläufigen aber letztendlich überschaubaren Arealen. Überall erwarten euch Gegner und Behälter mit verschiedenen Items. Wer beispielsweise die Borderlands Handsome Collection gespielt hat, erkennt sofort den typischen Borderlands Charme wieder, was von den Entwicklern letztendlich gewollt ist. Das hat jedoch einen Nachteil. Wer auf der Suche nach völlig neuen Features ist, wird kaum belohnt. Neuerungen gibt es aber dennoch.

Man kann nun ansatzweise klettern, sodass man beispielsweise auf eine kleine Hütte gelangt. Auslaufende Ölfässer können durch Feuerwaffen entzündet und zu einer nützlichen Feuerwand werden. Ein neues Ping-System erleichtert die Zusammenarbeit mit anderen Spielern. Und ein alternativer Feuer-Modus macht die Waffen noch vielseitiger. Alles in allem sind diese Neuerungen zwar überschaubar, sorgen aber dennoch für einen neuen Anstrich – zumindest entsteht dieses Gefühl. Den Entwicklern ist es gelungen, ein funktionierendes Konzept mit kleineren Features neu wirken zu lassen. Beispielsweise hat die Lebensanzeige der Gegner eine optische Überarbeitung bekommen, sodass der Balken der Anzeige auf eine neue Art abnimmt. Rational betrachtet extrem banal. Aber die Wirkung ist groß.

Ein Loot-Paradies 

Groß ist übrigens auch die Auswahl an Loot. Es gibt unfassbar viele Waffen, Schilde, Granaten und mehr. Jedes Item verfügt darüber hinaus über besondere Werte und Boni, sodass eine grundsätzlich gleiche Waffe sich völlig anders spielen kann. Wer die Vorgänger gespielt hat, weiß bereits, dass sich die Reihe durch einen nicht greifbaren Umfang auszeichnet. Und in Borderlands 3 haben die Entwickler nochmals eine Schippe draufgelegt. Es ist in diesem Zusammenhang von einer Bazillion die Rede. Wie viele verschiedene Items es letztendlich gibt, lässt sich nicht eindeutig sagen. Zusammenfassend kann man selbstsicher sagen, dass wir es in dieser Hinsicht definitiv mit dem Loot-Shooter-König zu tun haben.

Passend zum Thema: Hier gibt es alle Shift Codes für goldene Schlüssel in Borderlands 3!

Was Borderlands 3 im Gegensatz zu anderen Vertretern des Genres gelingt, ist die Möglichkeit, sich nahezu immer steigern zu können. Es gibt immer wieder eine Schrotflinte, die besser als die aktuelle ist. Gelegentlich findet man völlig zufällig einen legendären Schild und freut sich wir ein kleines Kind. Ein anderes Mal versteckt sich eine Granate in einer Kiste, die zwar weniger Schaden vorweisen kann, aber dank spezieller Boni dennoch besser als die bislang ausgerüstete ist. Oftmals ist es der Fall, dass man vor einer schweren Entscheidung steht. Lieber Waffe A oder doch eher Waffe B? Eigentlich eine völlig banale Frage, weil man irgendwann Waffe C findet, die deutlich besser ist. Dennoch möchte man stets die perfekte Ausrüstung haben. Es ist nicht eindeutig zu sagen, woran es liegt, aber die Suche nach Loot ist stets motivierend.

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Die angesprochene Entscheidungsfindung wird durch eine Neuerung erschwert. Waffen können über einen alternativen Feuermodus verfügen. Wenn eine Pistole plötzlich Granaten werfen kann, entwickelt sich diese Waffe trotz geringerem Schaden zu einem starken Begleiter. Einerseits erhöht sich die ohnehin große Vielfalt nochmals spürbar, andererseits verbringt man noch mehr Zeit damit, die einzelnen Werte der Waffen miteinander zu vergleichen. Aber wie bereits gesagt: es ist stets motivierend.

Die Stärke von Borderlands 3? Koop!

Für unseren Geschmack ist aber nicht der Loot die große Stärke. Deutlich entscheidender ist die Möglichkeit, das Abenteuer online oder in einem 2-Spieler-Splitscreen-Modus zu erleben. Bei beiden Varianten könnt ihr zwischen zwei verschiedene Modi wählen. Entweder spielt ihr Borderlands 3 im gewohnten Gewand – Level der Gegner und des Loots passen sich an den Gruppen-Führer an. Oder jeder Spieler kämpft gegen individuelle Widersacher und freut sich über individuelle Belohnungen. Spielt man als Level 10 Charakter zusammen mit einem Level 40 Charakter, kann man trotzdem problemlos in der Spielwelt interagieren. Dahinter steckt ein komplexes System, das hervorragend funktioniert und äußerst spielerfreundlich ist.

Es ist nun völlig egal, ob man gemeinsam pünktlich zum Release beginnt oder ein Spieler erst eine Woche später ins Geschehen startet. Des Weiteren ist es problemlos möglich, einen neuen Kammerjäger zu wählen und bei Level 1 zu beginnen. Derartige Vorgänge waren damals bei Borderlands 2 nicht möglich bzw. haben viele Probleme mit sich gebracht und den Spielspaß damit deutlich gesenkt.

Endlich ist Borderlands 3 im Handel erhältlich, doch hat sich das Warten gelohnt? Wir haben den Loot-Shooter ausführlich getestet!

Zudem ist es möglich, sich den Inhalt einer Beutekiste oder herumliegende Waffe zu teilen oder in gewohnter Manier darum zu kämpfen. Teilt man sich den Loot, kann jeder Spieler den entsprechenden Gegenstand aufnehmen. Ist man gegen das Teilen, kann sich derjenige über den Loot freuen, der am schnellsten ist. Ein nettes System, aber der Kampf um Waffen sorgt erst für das klassische Feeling und ist daher ein Muss.

Das ist allerdings nur der Fall, wenn man mit Freunden spielt. Natürlich kann man auch mit Fremden loslegen. Dann kann der Kampf um Loot aber extrem nervig sein. Umso besser ist das angesprochene System. Zusätzlich kann man sich über ein Ping-System freuen, dass die Kommunikation ohne Headset spürbar verbessert. Es werden sowohl Gegner als auch Gegenstände gut sichtbar markiert.

Vielfalt der Kammerjäger

Neuerungen gibt es übrigens beim Skill-Tree der Kammerjäger. Es kommt zwar in bekannter Aufmachung daher und verfügt jeweils über drei Teile, im neuesten Ableger der Reihe kann man aber auch drei Action-Skills auswählen und nutzen. Das war früher nicht möglich. In den Vorgängern konnte man lediglich einen Action-Skill nutzen. Dank der Erweiterung auf drei ist Borderlands 3 in dieser Hinsicht deutlich vielfältiger. Davon profitieren auch andere Spieler des Teams. Man kann sich nämlich noch besser aufeinander abstimmen und aufgrund der größeren Vielfalt ist es kein Problem, wenn zwei Spieler den gleichen Kammerjäger spielen.

Trotz weiterer Möglichkeiten bleibt das Skill-System übersichtlich. Zwar muss man sich damit beschäftigen und verstehen, welche aktiven und passiven Fähigkeiten sowie Boni es gibt, dennoch hat man schnell den Dreh raus. Auf der offiziellen Seite zum Spiel kann man übrigens jederzeit an den Skill-Trees arbeiten und somit neue Möglichkeiten für die nächste, virtuelle Runde erarbeiten (direkt weiterleiten). Alles in allem fühlen sich die Neuerungen gut an und sorgen für eine gelungene Verbesserung. In dieser Hinsicht haben die Entwickler alles richtig gemacht.

Endlich ist Borderlands 3 im Handel erhältlich, doch hat sich das Warten gelohnt? Wir haben den Loot-Shooter ausführlich getestet!Technik

Es gibt zweifellos noch zahlreiche Themen, über die man reden könnte. Das würde diese Review aber deutlich in die Länge ziehen. Aus diesem Grund wollen wir abschließend auf die technische Seite von Borderlands 3 eingehen. Grundsätzlich müssen sich die Spieler erneut auf den speziellen Grafik-Stil der Reihe einstellen. Der sogenannte Cel-Shading-Look wirkt deutlich überarbeitet und somit neu, bleibt aber weiterhin zeitlos. Die allgemeine Performance liefert eine solide Leistung an. Allerdings muss man sich auf einige Abstriche bei der Bildwiederholrate einstellen. Diese ist bislang nicht konstant. Des Weiteren verfügt Splitscreen-Modus über Ruckler, was den Spielspaß senken kann. Schwerwiegende Bugs haben wir jedoch nicht verzeichnen können. Ebenfalls nennenswert sind die Effekte, die vor allem bei Explosionen gut aussehen.

Auf der Audio-Seite kann Borderlands 3 punkten. Vor allem die zahlreichen Waffen verfügen über viele, unterschiedliche Soundeffekte und unterstreichen die Unterschiede einzelner Hersteller und Boni. Die Soundtracks passen zum Gesamtsetting und untermalen das Abenteuer. Und auch an der deutschen Synchronisation haben wir nichts auszusetzen.

Fazit

Wir haben etliche Jahre auf ein Borderlands 3 gewartet und das Warten hat sich zum Glück gelohnt. Der Loot-Shooter greift die Stärken der Vorgänger auf, verbessert diese mit kleineren Neuerungen und bietet uns obendrein eine völlig neue Geschichte. Auch wenn die Neuerungen gelungen und durchaus sinnvoll sind, merkt man letztendlich aber deutlich, dass die Entwickler von Gearbox Software auf die bewährte Formel setzen und keine riskanten Versuche unternommen haben. Daran kann sich der ein oder andere Spieler bzw. Fan der Reihe stören. Wir sind aber zufrieden mit dem Ergebnis und haben unsere Testphase genossen. Insbesondere das Spielen mit Freunden und der kleine Kampf um den besten Loot stellen eine gute Abendbeschäftigung dar. Auch in den kommenden Monaten werden wir uns mit Borderlands 3 beschäftigen. Aus diesem Grund können wir eine Kaufempfehlung aussprechen. Fairerweise müssen wir aber auch sagen, dass wir ein Fan der Reihe sind und völlig objektiv ist eine Review nie.

Borderlands 3

8.5

Steuerung

8.5/10

Grafik

7.9/10

Umfang

9.0/10

Sound

8.5/10

Atmosphäre

9.1/10

Story

8.1/10

Positiv

  • Massenhaft Loot
  • Durchgeknallter Humor
  • Verbesserte Skill-Trees
  • Neuer Waffenmodus
  • Besseres Koop-Spiel

Negativ

  • Keine großen Neuerungen
  • Ruckler im Splitscreen
  • Teilweise sehr simple Missionen

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