UNCHARTED 4 – A THIEF’S END | Analyse des Gameplaytrailers

Es ist die Zeit von Geburtstagen und großen Ankündigungen. Sony feierte kürzlich den 20. Geburtstag der PlayStation und Naughty Dog den 30. Geburtstag ihres Entwicklerstudios. Gemeinsam zeigten die beiden Größen auf der PlayStation Experience in Las Vegas einen 15-minütigen exklusiven Gameplaytrailer zu UNCHARTED 4 – A THIEF’S END. Auf diesen Moment haben wir gewartet, seitdem Drakes neuestes Abenteuer auf der E3 Anfang des Jahres angekündigt wurde. Diese Gameplaytrailer-Analyse soll zeigen was uns in UNCHARTED 4 erwartet und worauf wir uns freuen dürfen.

Ich empfehle euch den unter diesem Artikel verlinkten Gameplay-Trailer zuerst anzuschauen, wenn ihr es noch nicht getan habt. Ansonsten würde ich in dieser Analyse einige Szenen vorweg nehmen und ich will wirklich niemanden spoilern.

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Nathan Drake – neuer alter Held
Schon der Titel des Spiels suggeriert, dass dies das letzte Kapitel und das letzte Abenteuer von Nathan Drake sein wird. Am Anfang des Trailers sehen wir ihn um einiges älter als noch in UNCHARTED 3, es mögen also einige Jahre vergangen sein. Einige Falten mehr im Gesicht und vereinzelte graue Haare, aber noch immer so charmant und sympathisch wie eh und je. Wenn man in einigen Szenen genau hinsieht, fällt auf, dass Drake einen Ring am Ringfinger seiner linken Hand trägt. Gut möglich, dass er inzwischen wieder ganz offiziell mit seiner langjährigen Freundin und Reporterin Elena Fisher zusammen oder vielleicht sogar verheiratet ist. Die wohl größte Überraschung offenbart sich uns erst am Ende des Gameplay-Trailers, denn Drakes Familie bekommt Zuwachs. Nathan wurde von seinem älteren Bruder getrennt und trifft ihn erst am Ende des Trailers wieder. Die beiden Brüder sind demnach also gemeinsam auf der Suche nach dem geheimnisvollen Piratenschatz.

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Auf der Suche nach dem Piratenschatz – die Geschichte
Schon im E3-Trailer haben wir erfahren, dass jemand diese Schatzsuche für keine gute Idee und zu gefährlich hält. Ob es Drakes guter Freund Sully war, der ihn gewarnt hat wissen wir auch jetzt noch nicht, aber die Idee für dieses Abenteuer stammt diesmal von niemand geringerem als Drakes Bruder. Treuer Begleiter Drakes ist auch in diesem Abenteuer wieder sein Notizbuch, in dem er wichtige Entdeckungen nieder schreibt, die später einmal zur Lösung von Rätseln wichtig sein können. Das Gameplay-Video zeigt eine Szene in der Nathan die Tasche eines Toten plündert. Darin findet er einen zusammen gefalteten Brief, den er in sein Notizbuch steckt. Wer hier das Video pausiert und aufmerksam die Notizen und den Brief studiert, kann einiges über das Setting von UNCHARTED 4 heraus finden.

Unsere ersten Vermutungen bezogen sich darauf, dass Nathan auf den Spuren seines Vorfahren Sir Francis Drake wandelt, einem Freibeuter. Der scheint aber nicht das einzige historische Vorbild zu sein. Geschickt schafft es Entwickler Naughty Dog immer wieder, echte historische Personen in die Geschichten von UNCHARTED hinein zu weben. Den Notizen können wir entnehmen, dass Nathan womöglich nach den Überresten der Expedition des Piraten Thomas Tew sucht, der auch als „The Rhode Island Pirate“ bekannt ist. Dieser aus Britisch-Nordamerika stammende Pirat wurde wegen seines Geburtsortes in Rhode Island so genannt. Er war ein Freibeuter mit einem von der Regierung ausgestellten Kaperbrief. Der Gouverneur der Bermudas und einige Kaufleute finanzierten seine Expeditionen, doch Tew verlor eines von zwei Schiffen und entschied danach mit seiner Mannschaft nur noch auf eigene Faust und frei von Gesetzen zu segeln. Im Indischen Ozean wollten sie Beute machen und überfielen mehr als erfolgreich einige Schiffe. Mit seinem verbliebenen Schiff, der „Amity“ umsegelte er auch das tückische „Kap der Guten Hoffnung“ an der Südspitze Afrikas. Seine Beute, hauptsächlich bestehend aus Gold, Silber, Elfenbein und Edelsteinen verkaufte er schließlich in Rhode Island teuer an wohlhabende Kaufleute und billig an die Armee oder Bedürftige. Viele sahen in ihm seitdem einen Edelmann der Bedürftigen hilft und nicht länger den Piraten. Gemeinsam mit dem Piraten Henry Every segelte Tew später nach Madagaskar um weitere Schiffe zu überfallen, wurde in einer Seeschlacht aber tödlich verletzt. Every hingegen ging siegreich aus der Schlacht hervor und erbeutete einen märchenhaften und riesigen Schatz den er unter seinen Männern und denen von Tew verteilte. Die Piratenflagge von Thomas Tew, inklusive einer Karte, möglicherweise von einer der Kaperfahrten, sowie weitere Infos zu seinem Schiff und einige Jahreszahlen hat Drake in seinem Notizbuch festgehalten.

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Grafikrausch auf der PS4
Naughty Dog ist bekannt dafür sehr schöne Spiele zu entwickeln und die PlayStation zu Höchstleistungen anzutreiben. UNCHARTED und auch THE LAST OF US waren grafische Meisterleistungen und zeigten was möglich ist. Wie ein Naughty Dog Spiel auf den neuen Konsolen aussehen kann, zeigte das Entwicklerstudio mit der PlayStation 4 Fassung von THE LAST OF US. Nathans neuestes Abenteuer wird nun exklusiv für die neue Plattform entwickelt und kann darum von Anfang an auf stärkere Ressourcen der Hardware zurück greifen. Gerade weil wir wissen, dass UNCHARTED und Co. zu den schönsten Spielen auf den Konsolen zählen, sind die Erwartungen enorm hoch. Das Gameplaymaterial geizt nicht und zeigt eine Dschungel-Region mit üppiger Vegetation, schroffen Felsformationen und eine enorm beeindruckende Weitsicht. Besonders beeindruckt haben unter anderem auch die Wassereffekte. Wellen brechen sich an Felsen und Gischt schäumt wohin das Auge schaut. In engen Höhlensystemen reflektiert die Wasseroberfläche Licht an die Höhlendecke. Sieht einfach klasse aus! Auch Drakes Animationen sind genauso flüssig und dynamisch, wie wir es uns wünschen – und noch zahlreicher geworden. Schön zu sehen sind wieder Details, in denen er sich an Felswänden abstützt, oder schützend eine Hand über den Kopf hält, wenn er der Höhlendecke zu nahe kommt. Besonders die Kämpfe zeigen, wie geschmeidig sich Nathan noch immer bewegt, als wäre er um keinen Tag gealtert.

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Schleiche, schlagen und schießen – das Gameplay
Die Gameplaymechaniken die im Trailer zu sehen sind, wirken vertraut. Zielen und schießen mit den Schultertasten des Dualshock, Nahkampfangriffe mit Dreieck. Schnelle Wechsel von Schusswaffen auf Faustkämpfe, wenn Gegner Drake zu Dicht auf die Pelle rücken. All das haben wir auch in UNCHARTED 3 bereits gesehen, aber nie waren die Übergänge und Bewegungen so weich und fließend. Naughty Dog ruht sich hier aber nicht aus, sondern verfeinert das Repertoire an Bewegungen mit aufwändigen Motion Capture Aufnahmen. Wenn Drake und sein Gegner um eine Waffe ringen und sich ausversehen Schüsse lösen oder sich ein Schurke im Fallen verzweifelt an Drakes Fußgelenk klammert, wirkt das ungeheuer dynamisch. Jedes Gefecht, jede Auseinandersetzung ist anders und kann auf vielfältige Art und Weise gelöst werden. Klassischerweise lässt uns ein UNCHARTED die Wahl, ob wir brachial vorgehen wollen, oder lieber schleichen und Gegner lautlos außer Gefecht setzen. Auch in A THIEF’S END scheint dies möglich zu sein. Toll ist hier die Möglichkeit sich in hohem Gras zu verstecken, nachdem man den Sichtkontakt zu Gegnern unterbrochen hat, nur um sie dann hinterrücks zu überfallen.

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Klettern – das Gameplay
Drake hat sich offenbar einige Tricks von Archäologin und Grabräuberin Lara Croft abgeschaut und ist bei Indiana Jones in die Lehre gegangen. Neben einem Kletterhaken, den wir in poröses Gestein schlagen können, haben wir nun ein Lasso bei uns. Das dient nicht nur um böse Jungs einzufangen und zu hübschen Paketen zu verschnüren, sondern auch als Kletterhilfe um sich an Vorsprüngen fest zu haken. Toll zu sehen ist, wie seine Kletterausrüstung auch im Kampf genutzt werden kann und er sich dank des Seils von oben auf Gegner fallen lassen kann. Das Leveldesign ist großartig und verspricht viele Freiheiten. Besonders das große Außenareal, in dem der Kampf statt findet, überzeugt mit seinen vielen alternativen Wegen, Felswänden, unterschiedlichen Ebenen sowie Versteck- und Klettermöglichkeiten. Drake hat jederzeit die Möglichkeit Gegner zu umgehen, an Felsen hinauf oder herunter zu klettern und andere Wege zu suchen. Das dürfte die sehr „schlauchigen“ Gefechte der letzten UNCHARTED-Teile auflockern und sehr viel dynamischer machen. Zumindest dann, wenn es noch mehr Schauplätze mit solchem tollen Terrain gibt.

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Abschließend bleibt nur zu sagen: Das alles sind reine Spekulationen, die auf dem Trailer-Material beruhen, entstanden im Kopf eines begeisterten UNCHARTED-Fans der ersten Stunde. Fest steht, was Naughty Dog hier präsentiert sieht schlicht fantastisch aus, das Leveldesign geht vielversprechende Wege und das Gameplay verspricht sehr gut und abwechslungsreich zu werden. Ich kann kaum erwarten mehr zu sehen und neue Infos über die Story zu enthüllen.


UNCHARTED 4 – A THIEF’S END | Gameplay Video (PlayStation Experience 2014)

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