The Division – Der harte Abstieg in die Mittelmäßigkeit

Tom Clancy’s The Division sollte das neue Zugpferd des Publishers Ubisoft werden. Mit einer detailreichen, offenen Spielwelt und einem auf Taktik ausgelegten Gameplay sollte das Onlineshooter-Genre revolutioniert werden. Hinter den wirklich guten Konzepten und Ideen haben sich in der Realität jedoch unzählige Probleme offenbart, die das erhoffte Zugpferd stark ins straucheln gebracht haben.

The Division – Der harte Abstieg in die Mittelmäßigkeit

Seit nunmehr vier Monaten ist der MMO Shooter „Tom Clancy‘s The Division“ auf dem Markt. Das zu Beginn noch so hoch gelobte Spiel ist mit der Zeit immer mehr in die Mittelmäßigkeit abgerutscht. Die Entwicklungen der letzten Zeit haben viele Spieler so frustriert, dass gegenwärtig ein regelrechter „Shitstorm“ durch das virtuelle New York fegt. Wir von PS4Info haben uns The Division einmal genauer angeschaut und versucht herauszufinden, weswegen der Shooter sein Potenzial nicht abrufen konnte und immer mehr in der Versenkung zu verschwinden scheint. Eine Sache jedoch vorweg: The Division hat zwar mit massiven Problemen zu kämpfen, ist aber insgesamt, trotz aller Kritik, auch durch das jüngst veröffentlichte „Untergrund-Update“, ein gutes Spiel. Hier unsere Review.

 

The Division – Neue Details zum großen Update 1.8

Ein Hype entsteht

Seit dem 8. März 2016 tummeln sich viele Spieler auf den Ubisoft Servern, um in Tom Clancy‘s The Division für Recht und Ordnung im virtuellen New York zu sorgen. Der Onlineshooter entführt uns in eine postapokalyptische Welt, in der ein modifiziertes Pockenvirus den Großteil der Menschheit ausgelöscht hat.  Wir schlüpfen in die Haut eines Agenten der sogenannten Division, die sich als Ziel gesetzt hat, die verbliebene Bevölkerung New Yorks vor Chaos, Plünderei und Bandenkriegen zu beschützen.

Schon vor Release war die Vorfreude riesig. Zahllose Spieleredaktionen überschütteten den Titel mit Vorschusslorbeeren, wie kommendes „Game of the Year“. Dies wurde auch durch eine gezielt groß angelegte Marketingkampagne unterstützt und ließ den Hype bei Spielern und Presse in schier unglaubliche Höhe steigen. Dabei war es zwischenzeitlich auch mal so still um den Titel, dass sogar über einen Entwicklungsstopp spekuliert wurde. Denn ursprünglich angedacht als Launchtitel der Next-Gen Konsolen Xbox One und PlayStation 4, wurde der Shooter mehrmals verschoben. Auch kurz vor Veröffentlichung berichteten einige „Insider“ darüber, dass  The Division in einem desaströsen Zustand wäre. Mit der Closed- und Open Beta konnten die Mannen von Ubisoft Massive aber zeigen, dass der Shooter durchaus gut läuft und vielversprechendes Gameplay bereitstellen kann. Spätestens ab diesem Zeitpunkt konnte kaum ein Spieler den Releasetag erwarten.

Der Beginn der Probleme: fehlender (End-)Content

Da „The Division“ als MMO Shooter designt wurde, liegt der Fokus vieler Spieler auf dem Erreichen des sogenannten Endcontents. Dieser wird freigeschaltet, sobald die Maximalstufe von 30 erlangt wird und sollte ständig wechselnde Tages- und Wochenherausforderungen sowie besonders schwere Missionen, die sogenannten „Überfälle“, beinhalten. Die Story an sich diente vor allem zum Sammeln der Erfahrungspunkte, welche für die Levelaufstiege und Freischaltung von Talenten benötigt werden. Zugegeben, die Story ist spannend inszeniert und durch die Abwechslungsreichen Missionsareale schön gestaltet. Ebenso konnte diese von Beginn an mit bis zu 4 Spielern gleichzeitig bewältigt werden. Doch nach Abschließen der Hauptstory stellte sich schnell gähnende Langeweile in den Straßen New Yorks ein. Die zuvor angekündigten Herausforderungen sind nämlich keineswegs neue Aufgaben, sondern dieselben Story Missionen wie zuvor, nur mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad. Wer jetzt glaubt, dass sich zumindest die Abschlussbelohnungen erhöht haben, irrt sich erneut. Die Belohnungen standen zum größten Teil in keinem Verhältnis zum betriebenen Aufwand und erst recht nicht zur bereits erworbenen Ausstattung. An diesem Punkt verloren schon viele Spieler das Interesse am Weiterspielen, da auch die zusätzlich versprochenen „Überfälle“ (besonders schwere Missionen, die den Fokus auf Teamplay und Absprache legen und somit das Herzstück des Endcontents bilden) erst Wochen später ihren Weg ins Spiel fanden und dazu nicht mehrere gleichzeitig, sondern zu Beginn nur einer mit dem Namen „Falcon verloren“, welcher den Ansprüchen der Spieler ebenfalls nicht gerecht werden konnte.

The Division – Map-Erweiterung und neue Modi angekündigt

 

Denn  in „Falcon verloren“ werden die Spieler in einen Raum mit einem Panzer geleitet, den es zu zerstören gilt. Dabei müssen 15 Gegnerwellen überlebt werden, in denen der benötigte Sprengstoff fallen gelassen wird. Mehr nicht. Die Schwierigkeit dieser Mission besteht nur darin, die absurde Menge von Schrotflintenkämpfern, welche einen unglaublich großen Lebensbalken und gleichzeitig  den Spieler mit maximal zwei Schüssen töten, zu überleben. Auch wir fragten uns, ob die Mannen bei Ubisoft Massive bereits an die Grenzen ihres Ideenreichtums gestoßen sind. Genauso stellte sich durch die immer gleichen Gegnertypen und Missionsabläufe eine gewisse Eintönigkeit ein.  Also blieb den meisten Spielern nichts anderes übrig, als eine Herausforderung im PvP- Gebiet, der „Dark Zone“, zu suchen, in dem Spieler gemeinsam oder auch gegeneinander spielen können. Hierbei liegt der Reiz daran, dass man den gesammelten Loot anderer Spieler durch deren ausschalten klauen und für sich beanspruchen kann. Ob ein Spieler Gegenstände bei sich trägt, ist durch eine Gelbe Tasche an dessen Rücken gekennzeichnet. Ebenso erlangt man durch das Töten anderer Spieler einen sogenannten „Abtrünnigen-Status“, der für alle Spieler auf der Karte sichtbar ist und für das Überstehen dieses Zustandes, beziehungsweise das Ausschalten eines abtrünnigen Spielers eine große Menge an Erfahrungspunkten und Ingame-Währung verspricht. So spannend dieses Konzept auch klingt, wurde es in der Realität nicht umgesetzt. Die Strafen für ein ableben als abtrünniger Agent waren dermaßen hoch (Verlust von Erfahrungspunkten und Währung), dass kaum ein Spieler es wagte, einen anderen auszuschalten. Ebenso machte der hauptsächlich geringwertige Loot einen Angriff zusätzlich unattraktiv. Somit war die Grundidee der Dark Zone schon in den ersten Wochen zunichtegemacht. Daher konnte auch der PvP-Bereich keine Bereicherung darstellen und wurde von vielen Spielern völlig ignoriert.

Mangelhaftes Loot-System

 

Die Hauptmotivation der Absolvierung von Aufträgen oder Ausschalten von NPC’s und Bossen sind die Belohnungen in Form von Ausrüstungsgegenständen. Diese sollen den eigenen Charakter verbessern, indem durch Rüstungsteile mehr Schaden eingesteckt und durch bessere Waffen mehr Schaden ausgeteilt werden kann.the_division_screen_9 Und genau hier ist eine der größten Schwachstellen von The Division auszumachen. Vor allem in den ersten Wochen waren wirklich gute Ausrüstungsgegenstände absolute Mangelware. Selbst in der Dark Zone, in der laut Entwicklern „der beste Loot“ zu finden sei, ließen sich fast ausschließlich nur unterklassige Gegenstände finden. Besonders die sogenannten High-End Ausrüstungsteile begegneten einem selbst bei schweren Aufgaben nur äußerst selten. Die Reaktion der Entwickler ließ nicht lange auf sich warten, schwenkte aber nun in ein anderes Extrem. Jetzt konnte man so gut wie überall High-End Gegenstände erbeuten und das in einem Ausmaß, dass diese nach einer Zeit ebenso belanglos wurden, wie der schlechtere Loot zuvor. Mittlerweile ist der High-End Drop für unseren Geschmack immer noch zu hoch, aber deutlich angepasster als noch Wochen vorher. Ebenso hat das „Farmen“ von Gegenständen durch die Implementierung von Ausrüstungssets, welche spezielle Fertigkeitsboni beim Tragen von einer gewissen Anzahl von Teilen eines Sets freischalten, wieder mehr Sinn bekommen, da durch die Kombination verschiedener Set-Teile der eigene Spielstil deutlich verbessert werden kann.

Als Zwischenfazit lässt sich also festhalten, dass vor allem der fehlende Content sowie das mangelhafte Loot-System zu den Hauptfaktoren gehören, weswegen The Division seinem einstigen Hype nicht gerecht werden konnte. Doch eines der gravierendsten Probleme wird im folgenden Abschnitt genauer betrachtet.

Bug- Plage überfällt New York

Während die Entwickler im Laufe der Zeit immer mehr Anpassungen am Inhalt und Umfang des Shooters vornahmen, um die Qualität und Spielfreude zu verbessern, wurden die Schlagzeilen dennoch von negativen Inhalten beherrscht: The Division war und ist voller, teilweise gravierender Fehler. Wir haben in den letzten Jahren selten ein Spiel erlebt, dass so kontinuierlich von Bugs geplagt war und weiter in einem Ausmaß, der zeitweise an der Unspielbarkeit vorbeischrammte. Angefangen bei kleineren Glitches, wie der Bullet King (NPC Boss, der immer wieder spawnte und Loot fallen ließ) und das Cheaterproblem bei PC- Spielern, über den Rucksack Bug (Beim Erstellen eines High-End Rucksacks stürzte das Spiel ab), bis hin zum absoluten Supergau, nämlich gelöschte Spielstände, ist auf der Mängelliste so ziemlich jeder bekannte Fehler vertreten, die üblichen Verbindungsprobleme und Abstürze mal außen vor gelassen. Das Schlimme an diesen Umstand ist nicht, dass diese Fehler existieren, denn bei Spielen dieser Größenordnung muss man fairerweise sagen, dass solche Probleme durchaus vorkommen können, sondern dass diese Fehler kontinuierlich mit Patches eingefügt wurden, mit denen eigentlich zuvor bekannte Probleme ausgemerzt werden sollten. Also anstatt bekannte Fehler zu beheben, wurden mit den Patches teilweise noch schlimmere Fehler mit eingefügt. Hiermit haben sich die Entwickler nicht sonderlich mit Ruhm bekleckert. Im Gegenteil werden sie auf Plattformen wie Facebook und Twitter mit Häme und Spott von verärgerten Usern überschüttet.

 

Uns ist es ebenfalls ein Rätsel, wie es möglich sein kann, dass  Patches in derart fehlerhaften Zustand veröffentlicht werden. Besonders dieses Desaster hat zu einem massiven Imageschaden geführt, welcher einen deutlichen Rückgang der Spielerzahlen auf den Servern zur Folge hatte. Seit Release habe sich die Spielerzahl auf Steam um 93% (von ursprünglich 2,1 Millionen am Tag auf nun noch 143.000) verringert, was einen herben Verlust für die Mannen von Ubisoft darstellt. Nun muss es heißen, den Schaden möglichst gering zu halten und mit folgenden Patches und Updates nicht weitere Probleme in den Shooter einzufügen, um das völlige Desaster noch abzuwenden.

 

The Division – Dank Update 1.7 so gut wie nie zuvor

Rettung noch möglich?

The Division wandelt gegenwärtig auf einem Grat zwischen Genie und Wahnsinn. Während New York als Schauplatz sowie das Gameplay überzeugen können, werden diese positiven Eigenschaften aber ständig von massiven Fehlern und zumindest zu Beginn fehlendem Content überschattet. Dennoch scheinen die Entwickler allmählich aus ihren Fehlern zu lernen. Die jüngst veröffentlichten Updates, wie „der Untergrund“ und tägliche/ wöchentliche hochrangige Ziele sowie die Anpassungen innerhalb der Dark Zone (geringere Strafen, besserer Loot etc.) haben dem Shooter wieder den Dreh in die richtige Richtung gegeben. Besonders der Untergrund mit seinem eigenen Levelsystem und Missionsdesign weiß derzeit zu überzeugen. Auch die beiden neuen Überfälle „Klarer Himmel“ und „Drachenhort“ spielen sich deutlich abwechslungsreicher als „Falcon verloren“.

Abzuwarten bleibt jedoch, wie die Spielergemeinde auf die Neuerungen reagiert. Kommen die vergraulten Spieler zurück oder legen sogar noch weitere Spieler den Controller zur Seite? Der gegenwärtige Trend zeigt, dass sich wieder mehr Spieler auf den Servern dem Kampf gegen das Chaos in New York verschrieben haben. Nun liegt es in der Hand der Entwickler, wieder für positive Schlagzeilen zu sorgen. Denn The Division ist trotz der Fehler wahrlich kein schlechtes Spiel, sondern konnte bis heute sein volles Potenzial noch nicht abrufen.

 

the_division_underground-DLC

Wir leben in einer komplexen Welt. Je weiter der Fortschritt uns trägt, desto anfälliger wird das System. Wir haben ein Kartenhaus errichtet. Zieht man nur eine Karte heraus, fällt alles in sich zusammen.

Black Friday – Eine verheerende Pandemie fegt über New York City hinweg. Die Basisversorgung der Stadt fällt nach und nach aus. Bereits nach wenigen Tagen ohne Nahrung und Wasser verfällt die Gesellschaft in Chaos. Die eigenständige Spezialeinheit The Division ist alarmiert. Die Agenten führen nach außen hin ein ganz gewöhnliches Leben, wurden aber dazu ausgebildet, unabhängig zu operieren und die Menschheit zu retten.

Wenn die Gesellschaft kollabiert, beginnt die Mission der Spieler.

Tom Clancy’s The Division spielt in New York City, drei Wochen nachdem die Stadt am Black Friday von einer tödlichen Pandemie befallen wurde. Nach nur wenigen Tagen ohne Nahrung löst sich die Gesellschaft in Chaos auf. The Division, eine geheime Einheit unabhängiger taktischer Agenten, wird mit der Direktive 51 aktiviert. Die Agenten von The Division leben unauffällig mitten unter uns, aber sind ausgebildet, unabhängig von offiziellen Befehlen zur Tat zu schreiten. Wenn alles zusammenbricht, beginnt ihre Mission.

Im realistisch angelegten Tom Clancy’s-Universum können Spieler die charakteristischen Straßen und Wahrzeichen des Big Apples erkunden, die nun von plündernden Clans heimgesucht werden, bereit alles zu tun um zu überleben. Vom Central Park, dem U-Bahn-System bis hin zur Freiheitsstatue – nirgendwo ist man mehr sicher. Spieler erkunden New York online in einer sich ständig verändernden und offenen Spielwelt. Um in dieser bestehen zu können, ist es essentiell, die Welt zu erforschen, zu kämpfen und seinen Charakter durch Rollenspielelemente weiterzuentwickeln.

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18 thoughts on “The Division – Der harte Abstieg in die Mittelmäßigkeit”

  1. Mir hat es keinen Spaß mehr gemacht als ich nach den 70 Euro für das spiel + ca.45 Euro für plus Mitgliedschaft um online zuspielen noch mal 30 Euro bezahlen sollte um weiter mit meinen Freunde online zu spielen .

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