Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutanten in Manhattan – Was ist das denn? (Review)

Als Spieletester hat man es nicht immer leicht. Es macht nämlich nicht immer Spaß. Vor allem nicht dann, wenn man ein neues Spiel vollkommen unparteiisch testet und recht schnell merkt, dass der Titel einfach nur totaler Rotz ist. Auch wenn das nicht ständig vorkommt, war es bei „Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutanten in Manhattan“ mal wieder der Fall.

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Bevor wir genauer ins Detail gehen, wie üblich ein paar grundlegende Informationen zum Videospiel. In Zusammenarbeit mit Nickelodeon haben die Entwickler von PlatinumGames ein neues Action-Spiel erschaffen, das die vier Kultfiguren Leonardo, Raphael, Donatello und Michelangelo ein weiteres Mal in den Mittelpunkt rückt. Entweder alleine oder online mit bis zu drei Freunden soll der Spieler Gerechtigkeit verteilen und zeigt daher einer Vielzahl an Feinden, was der richtige Weg ist. Heißt, man prügelt eifrig vor sich hin. Mit an Bord sind außerdem die ebenfalls bekannten Charaktere wie Shredder, General Krang, Karai, Bebop, Rocksteady, Armaggon, Wingnut und Slash. Darüber hinaus stammt die Geschichte aus der Feder von Teenage Mutant Ninja Turtles-Autor Tom Waltz von IDW Comics.

Die Verantwortlichen von PlatinumGames sind eigentlich dafür bekannt, recht gute Hack’n Slay Spiele abzuliefern. Videospiele, die eben ein gutes und flüssiges Kampfsystem vorweisen können. Bei „Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutanten in Manhattan“ sieht das allerdings etwas anders aus. Irgendwie fehlt hier das besondere Etwas. Die meisten Aufeinandertreffen mit Gegnern laufen nämlich darauf hinaus, dass es ein billiges Austeilen von leichten und schweren Angriffen wird. Ein gelungener Mix aus Angriff, Parieren und Ausweichen ist hier rar. Zum Glück weisen die vier Schildkröten individuelle Fähigkeiten auf, dank denen sich Werte wie Tempo und Stärke leicht voneinander unterscheiden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, zwischen den einzelnen Charakteren hin- und herzuwechseln, wodurch eine gewisse taktische Komponente entsteht, die sich letztendlich aber auch nicht mit Ruhm schmücken kann. Denn im Endeffekt verfällt man schnell dazu, einfach eine spezielle Fähigkeit zu aktivieren sowie ausgiebig zu nutzen und anschließend zum nächsten Charakter zu wechseln, um wiederum seine Fähigkeit zu nutzen. Wirklich taktisch ist das nicht.

Die Gegner erweisen sich außerdem nicht als eine sonderlich große Herausforderung. Meistens decken sie den Spieler mit Fernangriffen ein, denen man lediglich ausweichen muss, was nach einer gewissen Zeit beinah problemlos und ohne große Anstrengung funktioniert. Im Nahkampf angelangt, hat man dann so gut wie gewonnen. Eine harte Nuss stellt die KI nun nämlich nicht mehr da und sind beinah zu dumm, schwerwiegende Treffer auszuteilen. Gut, so lässt sich ein fehlendes Kontersystem zumindest halbwegs verkraften. Auf diesem Umstand aufbauend liegt die letzte Hoffnung darauf, dass „Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutanten in Manhattan“ wenigstens ein schöner Buttonmasher ist. Denn mal ganz ehrlich, ein beinah blindes Drücken von irgendwelchen Tasten kann stellenweise schon eine ansehnliche Portion an Spaß mit sich bringen. Aber nein, nicht hier. Auch wenn die Steuerung aus technischer Sicht ganz und gar in Ordnung ist, fühlen sich die Kämpfe alles in allem doch sehr unelegant an und das System an sich besitzt keinen Tiefgang.

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Daran können selbst die Bosskämpfe nicht viel ändern, was zum einen daran liegt, dass sie selten eine riesige Herausforderung darstellen und zum anderen sind die KI-Kollegen, also die computergesteuerten Ninja Turtles, einfach zu blöd, etwas Brauchbares zu machen. Mehr als sterben, können sie hier nämlich nicht. Da bleibt zu hoffen, dass man irgendeinen anderen Spieler online findet. Ein allzeit beliebter Couch-Koop wird nämlich nicht geboten. Also braucht man eine gehörige Portion an Glück, um andere Spieler zu finden. Immerhin sorgen allgemein recht schlechte Bewertungen dafür, dass die Verkaufszahlen des 50 Euro teuren Titels keinen neuen Rekord in der Videospielbranche aufstellen werden und die Anzahl von potenziellen Weggefährten überschaubar bleibt. Irgendwie auch verständlich. Vor allem wenn man berücksichtigt, dass der Titel nur wenige Spielstunden liefert und somit keine Langzeitbeschäftigung ermöglichen kann.

Einen Lichtblick in „Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutanten in Manhattan“ liefert die Grafik. Diese präsentiert sich nämlich in einem Comic-Style und macht im Großen und Ganzen eine solide Figur. Besonders die vier Protagonisten hinterlassen einen soliden Eindruck. Da kann man beinah vergessen, dass die einzelnen Level keine Überraschungen parat halten, sogar detailarm sind und im Prinzip aus einem normalen Community-Leveleditor stammen könnten. Und wenn wir schon bei negativen Aspekten sind: Der Sound kann stellenweise auch höchsten eine solide Darbietung abliefern. Besonders der Soundtrack kann in keinster Form überzeugen. Er ist größtenteils einfach nur nervig und soll so schnell wie möglich wieder enden. Lediglich der englische Sprecher macht einen guten Eindruck, was bei einer deutschen Synchronisation aber nicht viel bringt.

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In gewisser Weise ist es schon schade, was PlatinumGames hier abliefert. Einen derart miserablen Auftritt haben die vier coolen Ninja-Schildkröten nicht verdient. Denn Hand aufs Herz! Die Teenage Mutant Ninja Turtles stellen eine echt gute Serie dar, zumindest unter den Cartoon-Serien. Also Cartoon-Serien der letzten Jahrzehnte. Sie ist halt gut. Liebevoll durchdachte Charaktere, eine gehörige Portion an Humor sowie an Action und natürlich dieser ständige Bezug zur Pizza. Einfach herrlich. Tja, und warum kann man diese Aspekte nicht ins Spiel einbauen? Ist das so schwer? Am liebsten würden wir diese Erfahrung mit „Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutanten in Manhattan“ wieder aus meinem Gedächtnis löschen, damit dort lediglich die Erinnerungen an der erwähnten Serie vorhanden sind.

Fazit:

Was jetzt kommt, könnt ihr euch sicherlich schon denken. „Teenage Mutant Ninja Turtles: Mutanten in Manhattan“ ist ein totaler Reinfall. Spielerisch hier und da zwar okay, doch größtenteils einfach nur miserabel und keineswegs sein Geld wert. Das Kampfsystem ist nicht mehr als ein belangloses Tastengedrücke und obendrein sind die Kämpfe sehr unübersichtlich. Wären da nicht einige wenige Pluspunkte bei der Grafik hätten wir am liebsten gar keine Punkte verteilt. Dabei wissen die Spieler doch eigentlich, das PlatinumGames etwas Brauchbares entwickeln kann. Warum nicht auch hier? Es ist zwar spielbar, aber ein Preis von 50 Euro ist in Anbetracht der gelieferten Leistung beinah eine Frechheit. Also alles in allem ganz klar keine Kaufempfehlung. Finger weg!

Wertungskasten:
Teenage Mutant Ninja Turtles - Mutanten in Manhattan - Wertungskasten

Produktbeschreibungen

COWABUNGA!
Die Ninja Turtles sind zurück!

Rette Manhatten vor Shredder!
Kämpfe mit deinen Brüdern in der Kanalisation, U-Bahn und auf den Straßen von NYC gegen Shredder und Krangs böse Organisation Foot by Foot. Streife durch U-Bahn-Stationen, Kanäle und die Straßen von New York City, um derOrganisation das Handwerk zu legen.

Jeder Turtles-Held verfügt über einen eigenen, speziellen Kampfstil, der angepasst und zudem mit Ninjutsu-Techniken, Waffen und Bonus-Gegenständen erweitert werden kann. Rette mit eigenen Kampffähigkeiten und mächtigen Team-Kombos Manhattan vor den dunklen Mächten, die seine Schatten übernommen haben.

Du kannst einzeln oder mit bis zu 3 Freunden im Multiplayer-Modus den Big Apple vor Aliens, Mutanten und der Foot-Gang beschützen. Zu den großen Gegnern gehören Bebop, Rocksteady, Shredder und weitere Bosse der Serie.

Features:
• Kämpfe gegen Fan-Favoriten wie Bebop und Rocksteady!
• Erlebe das Spiel im Online-Koop-Modus für 4 Spieler auf völlig neue Weise!
• Durch Comics inspirierter Grafikstil – ein neues Kapitel in der TMNT-Geschichte!
• Voller atemberaubender, rasanter Kämpfe im typischen PlatinumGames-Stil.
• Originale Story aus der Feder von TMNT-Autor Tom Waltz von IDW Comics.

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