Review | Natural Doctrine

Knallhart, unfair, frustig. Drei Attribute welche Natural Doctrine im großen und ganzen, treffend beschreiben. Zwar mag man nun dagegen halten, dass heutige Spiele viel zu einfach sind allerdings übertreibt Natural Doctrine maßlos mit ungerechten und veralteten Spielmechaniken, aber von Vorne.


Kill a bunch of Goblins!natural doctrine test1

Das Spiel wirft uns ohne größere Umschweife mitten ins Geschehen und erklärt uns als Spieler gar nichts. Erst im späteren Spielverlauf werden uns in zwar spärlich inszenierten, dafür aber gut vertonten, Zwischensequenzen  etwas mehr von der Story preisgegeben: Wir müssen als Retter der Menschheit auszuziehen um wertvolle Medizin zu finden und uns dabei durch ganze Horden von Gegnern kämpfen oder um es mit den Worten unserer weiblichen Begleiterin Vasilisa zu sagen: „Kill a bunch of Goblins!“naturaldoctrine2
Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären, den Gameplay. Wie bereits angedeutet ist Natural Doctrine ein sehr schweres Spiel. Wobei „sehr schwer“ noch untertrieben ist, denn im Gegensatz zu anderen Hardcore-Strategiespielen verlangt Natural Doctrine von uns nicht Geschicklichkeit oder Ausdauervermögen, sondern eine echt starke Frustresistenz. Denn in den Kämpfen stehen wir immer wieder einer viel zu großen und viel zu starken Armaden von Gegnern gegenüber. Das ist gerade deswegen kritisch, da der Tod eines Charakters für uns das „Game Over“ bedeutet und wir an einen der wenigen und viel zu weit auseinander liegenden Speicherpunkten zurück gesetzt werden.
Was die Spielmechanik verbockt, reißt das sehr komplexe und gelungene Taktiksystem wieder raus. Sterben wir nicht gleich bei der ersten Begegnung mit dem Gegner können wir durch geschicktes, taktisches Vorgehen gleich ganze Gruppen von Monstern in einen Zug ausschalten. So können wir z.B. unserer Schützin befehlen die Feindlichen Fernkämpfer zu beschäftigen während unser Nahkämpfer die Infanterie aufreibt. Dabei spielt auch die Positionierung unserer Helden eine Rolle, wenn wir unsere Scharfschützin weit nach hinten stellen gewinnt unser Link an Kraft, wenn wir sie allerdings im falschen Winkel positionieren schießt sie unseren Nahkämpfer in den Rücken, was seinen Angriff unterbricht und ihn wertvolle Lebenspunkte abzieht.
Alles verlinkt?
Apropos Link. Die Links sind eine der interessantesten und gleichzeitig komplexesten Features, die Natural Doctrine bietet. Um mehr Initiative, d.h. früher zum Zug zu kommen als unser Gegner, zu haben müssen wir unsere Gruppe möglichst ausgeglichen und mit ergänzenden Angriffen im petto aufstellen um mehr Schaden auszuteilen (siehe Bild).naturaldoctrine3
PS2-Grafik
Das klingt in der Theorie sehr Taktisch, artet in der Praxis aber eher in planloses „Trial and Error“ aus, was nicht zuletzt am überladenen und absolut veralteten Interface liegt. Aber nicht nur das Interface ist nicht mehr zeitgemäß, Natural Doctrine sieht grafisch wie ein PS2-Spiel aus. Die Levels wurden mit ebenso hässlichen wie schwammigen Texturen tapeziert und die Charaktermodelle erinnern eher an Plastikpuppen was durch die starre Mimik und der hakeligen Gestik noch verstärkt wird. Die Engine muss zwar auch auf der PlayStation 3 und PS Vita laufen, allerdings wäre in diesen Punkt mehr drin gewesen.
Natural Doctrine bieten dem Spieler neben der frustrierenden Kampagne auch einen Multiplayer-Modus, in dem der Spieler mit Sammelkarten-Decks kompetitiv oder kooperativ online antreten kann. Zum Zeitpunkt des Test war es uns aber leider nicht möglich eine Partie online zu spielen, da das Matchmaking System noch nicht einwandfrei lief. Daher kann der Multiplayer-Modus leider nicht  vollkommen in der Wertung berücksichtigt werden.doctrine

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