Ghost Recon: Future Soldier – Review zum Taktikshooter auf der PS3

Tom Clancy’s Ghost Recon Future Soldier Review

Neben Splinter Cell oder Rainbow Six ist die „Ghost Recon“ eine der erfolgreichen Franchise, die unter dem Namen „Tom Clancy’s“ entwickelt worden sind. Im Zentrum der Serie stand schon immer die Spezialeinheit „Ghost“ die Sondereinsätze auf dem gesamten Planeten durchführte.  Als man Future Soldier 2009 offiziell ankündigte, waren die Erwartungen an den neuen Taktik-Shooter groß. Bis zum Release in der vergangenen Woche wurde das Spiel zwar einige Male verschoben, dennoch war man bei Ubisoft von dem Spiel überzeugt.
Shooter mit Spezialeinheiten kennt man bereits, ob es bei Future Soldier nötig ist, taktisch vorzugehen, ob sich das Spiel von der Shooter Konkurrenz unterscheidet und vor allem ob die Erwartungen erfüllt wurden klären wir in unserem Test.

„Ghost“-Team eliminiert – Verantwortliche gesucht!

Die Kampagne des Spiels dreht sich um die Aufklärung der Eliminierung einer gesamten „Ghost“-Einheit durch ein Bombenattentat. Direkt zu Beginn erlebt man den Anschlag aus der Sicht eines der Mitglieder und erfährt so den Hintergrund der kommenden Geschichte. Den Rest der Zeit ist man Teil der neu formierten „Ghost“-Einheit. Diese besteht aus Ghost Lead, 30K, Pepper und Kozak, dessen Steuerung wir übernehmen werden. Wer die wirklichen Namen der Soldaten wissen möchte, muss dafür schon unter „Extras“ schauen, denn im Spiel selber werden sie nur mit ihren Spitznamen angesprochen.

Future Soldier

Ziel der gesamten Operationen ist, die Verantwortlichen hinter und für den Tod der vier Elitesoldaten zu finden und dabei auch die tiefen Strukturen des internationalen Waffenhandels aufzuklären.  Dabei geht es in verschiedenste Regionen der Welt, darunter Bolivien, Nigeria oder auch das tiefste Russland. Russland ist dabei ein gutes Stichwort, denn wenn es um amerikanische Einheiten geht, darf es nicht an Russland als zentralen Gegner fehlen. So viel sei verraten: Auch in Future Soldier sind die Russen erneut einer der Feinde Nummer 1. Das wird nicht zuletzt dadurch unterstrichen, dass der erste Satz bevor man nach Russland kommt lautet:

„Niemand von uns ist gerne in Russland!“

Das letztendlich hinter dem Attentat deutlich mehr als nur der Waffenhandel oder das simple Ausschalten einer „Ghost“-Einheit steckt, hat man zwar bereits direkt zu Beginn geahnt, spätestens im Verlauf des Spiels wird dieser Eindruck noch gestärkt. Uns hat die Kampagne sehr gut gefallen, und die Story bedient sich zwar dem klassischen Konflikt zwischen Russland und den Staaten, das man aber einen Amerikaner mit russischen Wurzeln spielt, gleicht das Ganze dann doch etwas aus.

Gameplay – Taktik, Taktik, Taktik

Wer Angst hatte, dass die Reihe mit „Future Soldier“ ihre charakteristische Taktik verliert, kann sich beruhigt zurücklehnen. Auch wenn es mehr Action gibt, ist in großen Teilen des Spiels absolut nötig, taktisch klug und mit Hilfe der Kollegen vorzugehen. Besonders auf den höheren Schwierigkeitsgraden sollte man versuchen, großen Schusswechseln so oft wie möglich aus dem Weg zu gehen. Denn steht man erstmal im Feuer der Gegner, ist man schneller am Boden, als es einem vielleicht lieb ist. Viel kann Kozak nämlich nicht einstecken. Zwar kann man von seinen Kollegen wiederbelebt werden, das aber auch nicht unendlich oft, sodass man sich lieber hinter Deckungen Schutz suchen sollte, falls es zu einem Schusswechsel kommt. Das Deckungssystem selber ist einfach zu bedienen und durch den schnellen Wechsel von einer Deckungsmöglichkeit zur nächsten sehr benutzerfreundlich.

GunSmith

Damit ihr nicht allzu oft diese bleihaltige Luft spüren musst, gibt es zahlreiche und effektive Möglichkeiten, lautlos und effektiv durch die Areale zu streifen. Meist gibt es mehrere Wege, die euch zum Ziel führen. Wichtigstes Element dabei ist wohl der Unsichtbarkeitsmodus, der sich automatisch aktiviert, wenn man sich hinhockt. Damit ist man quasi unsichtbar und nur aus nächster Nähe können die Gegner den Spieler erkennen. Damit lassen sich feindliche Stellungen gut umgehen und vereinzelte Gegner leicht ausschalten. Zur Aufklärung des feindlichen Gebiets helfen zahlreiche Gadgets. Darunter eine Drohne, oder Sensoren, die Gegner im näheren Umfeld anzeigen. Außerdem könnt ihr bis zu 4 Gegner markieren. Ist ein Gegner markiert, suchen sich eure KI-Kollegen automatisch die beste Position um einen der Gegner auszuschalten. Bis zu drei Gegner könnt ihr so lautlos auf einen Schlag erledigen, ohne das man als Spieler eine Kugel abfeuern musste. Teilweise wirkt das aus unserer Sicht etwas zu simpel, dennoch muss man im Vorfeld das Gebiet ganz genau auskundschaften, damit man keinen Gegner übersieht. Denn dann ist man schneller mitten im Feuer der Gegner als man denkt und muss sich erstmal gegen zahlreiche weitere Gegner durchsetzten. Dennoch ist der so genannten „Simultanabschuss“ ein mächtiges Mittel um auch größere Gegnergruppen auszuschalten.

Während man viele Abschnitte entweder leise oder mit dem Messer zwischen den Zähne angehen kann, gibt es auch einige Abschnitte, die klar auf Action und Feuergefechte ausgelegt sind. Beispiele sind da Missionen mit einem Helikopter, bei dem man das MG bedienen muss oder auch eine Mission während der den Trupp die gesamte Zeit über ein sehr starker „Warhound“ begleitet der Raketen schießt und Gegnern schnell den Gar aus macht. Dieser wird von Kozak bedient und kann Gegner auch hinter Deckungen ausmachen. Dennoch ist aus unserer Sicht die Abwechslung zwischen Stealth und Action gut gelungen. Wer jedoch hofft, Future Soldier wäre ein reiner Taktikshooter und man würde in allen Situationen leise und überlegt vorgehen können, der wird nicht auf seine Kosten kommen.

Atmosphärisch höchstes Niveau

Die Atmosphäre in Ghost Recon: Future Soldier bewegt sich stehst auf einem sehr hohen Niveau. Egal ob in der Wüste, in Schneestürmen oder im Niger-Delta. Man hat immer das Gefühl, man muss tatsächlich diesen Einsatz spielen. In Schneestürmen kann man kaum einen Meter weit sehen, die Magnetsicht gleicht das aus und man bewegt sich dann durch Feingebiet, direkt an Feinden vorbei, die einen aufgrund der Sichtverhältnisse nicht entdecken. Irgendwie kommt trotzdem dauerhaft das Gefühl auf, man würde in Kürze entdeckt werden und muss sich auf den direkten Kampf vorbereiten.

Optische Tarnung

Man schwimmt in einem Sumpf und wenige Meter entfernt erschießen Soldaten Zivilisten. Man selber startet den Tarnmodus, schickt eine Drohne los und markiert Gegner, kurz sind diese kurz davor, das Flugobjekt zu erkennen. Man bewegt sich weiter, stürmt das Haus und verhört eine der Zielpersonen. Eine Atmosphäre dieser Art schaffen nur wenige Shooter der Konkurrenz vom Bildschirm in das heimische Wohnzimmer zu  befördern. Hier hebt sich Future Soldier deutlich von der Konkurrenz ab, die meist eher auf das schnelle und direkte Gameplay setzten.

Besonders in den Stealthpassagen, wenn Ghost Lead, 30K oder Pepper melden weitere Gegner gesichtet zu haben, muss man seine Taktik noch einmal überdenken um nicht entdeckt zu werden. Dabei hat man stehst den Eindruck entscheidend beteiligt zu sein und nicht irgendein austauschbarer Frontsoldat. Die Soundkulisse unterstützt dies ebenfalls.

Technisch angestaubt aber Solide

Damit wären wir auch schon bei der Technik von Ghost Recon Future Soldier. Dabei erscheint zumindest die Grafik weder besonders gut, noch besonders schlecht. Eine solide Leistung, wobei die Vegetation teilweise extrem schwach dargestellt wird, ebenfalls sind die Gesichtsanimationen auf schlechtem Level. Wüsten- und Schneestürme sehen dagegen sehr gut aus und wirken authentisch, Animationen im Kampf sind ebenfalls sehr gut animiert, insgesamt eine durchwachsene grafische Leistung des Titels.

Der Sound ist da etwas besser, da er immer genau passend zur Situation im Spiel ist und der Soundtrack ziemlich gut gelungen ist. Die Synchronisation ist ebenfalls gut gelöst und kann, bei Bedarf, auch auf die englische Version umgestellt werden.

Für die Waffenanpassung im so genannten Gunsmith wird ebenfalls Playstation Move unterstützt und man kann mit der Bewegungssteuerung seine Waffe anpassen. Das funktioniert sehr direkt und ohne Probleme. Will man sich die Waffe anschauen kann man den Move Controller drehen und wenden und dasselbe macht dann die Waffe auf dem Bildschirm. Übertragen entspricht dann der Move Controller der Waffe. Ansonsten ist es eine nette Spielerei, nicht mehr und nicht weniger. Es funktioniert direkt, liefert aber auch keinen wirklichen Mehrwert, denn bis auf die Waffenanpassung wird Move nirgends unterstützt.

Mehrspieler – Was können die „Ghosts“ im Multiplayer

Neben der Kampagne im Einzelspieler bietet Future Soldier ebenfalls einen umfassenden Mehrspielerteil. Allem voran der Koop-Modus, der mit bis zu vier Freunden spielbar ist. Dabei könnt ihr die gesamte Singleplayer Kampagne spielen und so jede Mission erneut durchspielen.  Besonders wenn man mit vier Leuten unterwegs ist ergeben sich ganz neue und ausgereiftere taktische Möglichkeiten. Die Vorgehensweise kann noch stärker auf das leise uns taktische ausgelegt werden und wir hatten während der Testphase viel Spaß im kooperativen Modus. Schade ist, dass man nicht per Splitscreen auf einer Konsole spielen kann, dafür kann man über LAN-Verbindung spielen, ein Feature, das es sonst nur sehr selten auf der PS3 gibt.

Kritisch anmerken muss man jedoch klar den Voice-Chat die Sprachqualität ist sehr schwach und man kann kaum verstehen, was die Mitspieler sagen. Um vernünftig vorgehen zu können mussten wir auf Skype zurückgreifen, dennoch hat nicht jeder seinen PC neben der PS3 stehen. Hier muss Ubisoft noch nachbessern, damit man im Mehrspieler, besonders im Koop Modus Spaß haben kann. Uns hat die Kampagne mit Freunden noch  mehr Spaß gemacht als alleine.

Neben dem Koop-Modus ist ebenfalls der so genannte Guerilla Modus spielbar. Dabei kämpft man ebenfalls mit drei Mitstreitern gegen immer stärker werdende Wellen von Gegnern. Der Modus scheint in der letzten Zeit deutlich beliebter zu sein, denn neben „Undead Nightmare“ von Red Dead Redemption hatte auch Mass Effect 3 diese Form des Mehrspielers.

Multiplayer

Daneben gibt es noch die drei Mehrspielermodi Konflikt, Köder, Saboteur und Belagerung.

Fangen wir mit Saboteur an! Eine Bombe zwei Teams, das ist das Grundprinzip im Modus. Zunächst kämpfen beide Teams darum, die Bombe zu erobern und zu verteidigen. Das Team, das die Bombe im Besitz hat, muss sie in die gegnerische Basis bringen und zünden. Der Bombenträger im Team ist deutlich langsamer und kann nur noch mit der Pistole schießen. Er ist daher ein leichteres Ziel für den Gegner und muss von den Teammitgliedern geschützt werden.

Hier kommt es auf das an, was wir im gesamten Mehrspieler beobachten konnten: Alleine geht hier gar nichts! Versucht man sich alleine mit der Bombe in die gegnerische Basis durchzukämpfen führt das in kaum einem Fall zu Erfolg, hier ist man darauf angewiesen, dass die Kollegen einen auf dem Weg dahin den Weg frei machen und auch während dem scharf machen schützen. Daher hängt es auch stark vom Team ab, wer das Rennen macht. Daher ist es besonders bei ausgeglichenen Teams einer der Modi, die aus unserer Sicht am interessantesten sind.

Der zweite Modus ist „Konflikt“. Auch hier gibt es zwei Teams, die um zufällig auf der Karte verteilte Punkte kämpfen. Sowohl für eingenommene Ziele, als auch für Abschüsse gibt es Punkte, am Ende gewinnt das Team, das die meisten Punkte gesammelt hat. Auch dieser Modus weiß durchaus zu gefallen und Spieler, kann aus unserer Sicht aber nicht ganz mit „Saboteur“ mithalten.

Der dritte Modus ist Köder. Hierbei ist ein Team Verteidiger, das andere Angreifer. Auf der Karte verteilt gibt es drei Punkte, die von den Angreifern eingenommen werden. Logisch, die Verteidiger müssen diese Ziele beschützen und versuchen solange Stand zu halten, bis die Rundenzeit abgelaufen ist. Von Interesse ist allerdings nur eines der drei Ziele, denn während zwei unwichtig sind, folgt auf das korrekte Ziel die Freischaltung des Hauptziels. Ist auch das Hauptziel eingenommen, dann haben die Angreifer gewonnen. Vor der Runde ist keinem der Teams bekannt, welches der drei Anfangsziele zum Hauptziel führt. Dieser Modus ist für die Angreifer meist deutlich anspruchsvoller und auf vielen Karten sind die Ziele für einigermaßen fähige Verteidiger etwas zu leicht einzunehmen.

Der vierte und letzte Modus ist dann „Belagerung“. Der entspricht einem „Last Man Standing“ auf Teambasis. Für die Angreifer gilt es entweder die Verteidiger komplett auszulöschen oder das Ziel zu zerstören. Verteidiger können gewinnen, wenn alle Angreifer tot sind oder die Zeit abgelaufen ist. Respawns gibt es in der Runde nicht, gespielt wird „Best of 3“. In unserem Test war dieser Modus sehr interessant und hat viel Spaß gemacht. Anfänger sollten zunächst Erfahrung in den anderen Modi sammeln, denn durch den fehlenden Respawn kann es durchaus sein, dass man 5 Minuten warten muss, bis man wieder kämpfen kann. Stirbt man nämlich immer direkt zu Anfang der Runde, kann es schnell frustrierend sein.

Insgesamt bieten alle vier Modi Abwechslungsreichen Mehrspielerspaß, der den Spielspaß noch länger hoch hält. Im gesamten Multiplayer ist es aus unserer Sicht der Koop-Modus der am besten für funktioniert. Die Kampagne mit drei weiteren Freunden zu spielen bietet insgesamt neue Möglichkeiten.

Ghost Recon: Future Soldier – Taktischer Shooter

Future Soldier hält das, was im Vorfeld versprochen wurde. Ein taktischer Shooter, bei dem es mit dem klassischen „Haudrauf“ von anderen Titeln nicht weiter kommt. Auch wenn es im Vergleich zu den Vorgängern weniger taktische Möglichkeiten gibt und man seinem Squad keine direkten Befehle geben kann, macht das Spiel viel Spaß. Vor jedem neuen Abschnitt muss man sich einen genauen Überblick verschaffen und versuchen, jeden Gegner leise auszuschalten. Offene Gefechte sind zwar auch möglich, da Kozak nur wenig einstecken kann sollte man diesen jedoch aus dem Weg gehen. Möglichkeiten wie die Tarnung, die Drohe oder der Simultanabschuss sind die Mittel, die für einen erfolgreichen Einsatz nötig sind. Future Soldier ist ein 3rd-Person-Shooter der sich von der Konkurrenz abhebt, überlegtes Vorgehen erfordert und durch den Koop-Modus und die anderen Modi auch im Mehrspieler lange Zeit motivieren kann. Fans von Shootern sollten sich auf jeden Fall überlegen, ob sie sich Tom Clancy’s Ghost Recon Future Soldier zulegen sollen.

Tom Clancy’s Ghost Recon: Future Soldier

 

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