Battlefield 3 – Review zum spektakulären Multiplayerkracher

Battlefield 3 verursachte vor dem Release einen Hype, wie es ihn bisher wohl eher selten gab. Der Titel war allgegenwärtig und man konnte kaum einen Tag ohne eine entsprechende News finden. Doch das liegt jetzt hinter uns und Battlefield 3 ist im Handel erhältlich. Dementsprechende begann die Stunde der Wahrheit für DICE und EA, denn als selbsterklärten „Call of Duty Killer“ muss man sich genau daran messen lassen.
Einen Vorteil hat man bei EA bereits, der Release des Titels ist zwei Wochen früher, als der des Konkurrenztitels aus dem Hause Activision.
Ob Battlefield 3 seinen Ansprüchen gerecht wird klären wir für euch im folgenden Test in dem auch der Unterschied zwischen den Konsolen und dem PC beleuchtet werden. Wir versuchen euch sowohl die neuen Bestandteile der Serie, nämlich den Singleplayplayer und den Koop-Modus, als auch das, worauf es bei Battlefield 3 ankommen wird, den Multiplayer vorstellen. Der Fokus liegt natürlich auf dem Mehrspielerteil, denn das war schon immer das Herzstück der Battlefield Serie, ob in Battlefield 1942, Battlefield Vietnam, Battlefield 2 oder auch in der jüngeren Bad Company Serie. Ob der Einzelspieler oder der Koop-Modus sich als festes Stück in das Spiel integrieren wird und nicht nur im großen Schatten der Online-Gefechte liegt, das wird ebenfalls in diesem großen Test auf ps3info.de überprüft. Doch genug mit dem Gerede, das wurde schon zu oft und zu lange vor dem Release gemacht.

Battlefield 3

Nun kann sich kein Entwickler oder Publisher hinter bearbeiteten Gameplay-Trailern oder vorgeführten PC-Versionen mit mehreren Grafikkarten im Verbund verstecken. Jetzt ist Battlefield für die Playstation 3, die XBOX360 und den PC erhältlich.

Bevor man das Spiel starten kann ist es noch nötig, einen Day-One-Patch zu laden, der durch das Feedback der Beta entstanden ist. Nicht nur Grafikfehler und sonstige Bugs wurden behoben, auch das Balancing der Waffen wurden verbessert, nachdem die Beta analysiert worden ist. Doch da ein Day-One-Patch mittlerweile zu fast jedem guten Spiel dazu gehört, soll es bei Battlefield 3 nicht daran scheitern, ein Update zu laden.
Gut nachdem der Patch dann hoffentlich endlich installiert worden ist geht es ins Spiel und das erste Mal läuft das Intro des Shooters über den Fernsehbildschirm. Bereits da kann man das Feeling des Titels aufsaugen und spätestens an dem Zeitpunkt freut man sich auf das Spiel und kann es nicht mehr abwarten endlich (den Multiplayer) zu spielen. Dennoch ist es zwar sehenswert, aber nicht das, was uns bei Battlefield 3 interessiert.

Die erste wichtige Entscheidung im Menü ist dann folgende: Spiele ich erstmal die Einzelspielerkampangne oder starte ich gleich in die Onlinegefechte durch. Eine Frage die sicherlich jeder selbst beantworten muss, trotzdem sei schon an dieser Stelle mindestens das einmalige Absolvieren der Kampangne empfohlen.

Für unseren Test bietet es sich natürlich an, zunächst in die Einzelspieler zu starten und genau das haben wir gemacht. Deshalb startet unser Test auch mit dem Solomodus. Der Multiplayertest findet sich auf Seite zwei (Direkt zum Multiplayertest)

Battlefield 3 und Solo – Kann das funktionieren?

Das ist die Frage die sich wohl die meisten Fans stellen und man kann diese Frage vorweg mit einem klaren Ja beantworten. Die Solomodus erfindet Shooterkampagnen zwar nicht neu, macht aber einen Eindruck der besseren Art. Im Vorfeld wurden vor allem die bombastische Szenen gezeigt, wie die Panzermissionen auf der E3 oder Operation Guillotine.

Die Geschichte beginnt in einem Verhörraum. Der Protagonist ist eine mehr oder weniger normaler Marine. Sergeant Blackburn sitzt auf einem Stuhl in einen eher tristen Raum und wartet, ein US-Agent ist bereits im Raum. Kurz darauf stößt der zweite, ein glatzköpfer Agent hinzu und beginnt das Gespräch. Die Verhöre sind sozusagen der rote Faden der sich durch die Geschichte zieht. In seiner Befragung erzählt Blackburn was er auf seinen Missionen erlebt hat und um das gleich mal genauer zu erfahren, werden wir als Blackburn selbst in die Missionen geschickt und spielen sie nach. Alles läuft darauf hinaus, die Pläne des Terroristen Solomon zu vereiteln, der einen Anschlag in New York plant. Das Problem dabei ist, dass die US-Agenten die Geschichte Blackburns nicht glauben.

Jet-Mission Singleplayer

Da knüpft die Story an und wir begeben uns auf die Reise als Sergeant Blackburn. Dabei erreich man viele verschiedene Orte, unter anderem die Irak-Iranische Grenze oder Gefechte in der Nacht von Teheran. Die Agenten selber bringen Abwechslung ins Verhör, indem sie auch selber berichten über verschiedene Missionen, die im Auftrag der USA absolviert worden sind. Diese darf man dann auch selber spielen, allerdings nicht mehr als Sergeant Blackburn, sondern in einer Jet-Mission als Captain Hawkins oder in der Panzerdivision mit Sergeant Miller. Alle Missionen sind mit der Geschichte eng verknüpft, sodass man relativ gut dem roten Faden der Geschichte im Verhör folgen kann.

Was die Missionen selber angeht, wird auch hier das Rad nicht neu erfunden. Zwar geht es in Battlefield 3 nicht so Vorlaut und aggressiv zur Sache, wie in manch anderen modernen Shootern, denn bei Battlefield 3 rückt das Leben als Soldat stärker in den Mittelpunkt, dennoch gibt es auch diese großen Aha-Momente, bei denen durchaus mal bei einem Erdbeben ein komplettes Hochhaus auf einen herabstürzt.

Im Vordergrund des Einzelspielers steht aber trotzdem die Action und die gibt es bei den zahlreichen Gefechten in der Kampagne oft genug. Es gibt ein ganzes Repertoire an verschiedenen Aufträgen, die zwar Abwechslung in die Geschichte bringen, aber trotzdem schon aus anderen Spielen bekannt sind. Dazu gehören verschiedene Stealth-Missionen oder eine Scharfschützenmission in der Nacht. Durchaus gut zu spielen, aber auch hier hat man das Gefühl, alles schon einmal gespielt zu haben.

Ärgerlich ist es auch, dass man in den Fahrzeugpassagen kaum Freiheiten hat. In den meisten  Fällen ist der Weg streng vorgegeben und man darf nur mehr oder weniger ablaufen. Die Frage, warum man in der Jet-Missionen nur als „Gunner“ im Jet sitzt und nicht mal selber Hand anlegen darf ist berechtigt. Leider bleibt es dabei, dass unsere virtueller Kollege den Vogel steuert und wir uns um die Gegner kümmern sollten. Dabei entsteht schnell das „Moorhuhn“-Gefühl, denn abgesehen von Gegner suchen und schießen erledigt das Spiel alles für den Spieler.

Das Leveldesign an sich ist sehr gelungen, und auch wenn man in fast allen Fällen linear durch die Einzelnen Abschnitte gebracht wird, gibt es einiges in der Umgebung zu sehen. Alleine die Hintergrundgefechte im nächtlichen Teheran sind durchaus einen Blick wert. Da kann man auch mal kurz das Spielen unterbrechen und sich das Spektakel anschauen.

Ebenfalls gut gelungen im Singleplayer ist die KI, denn die schafft in Form von unserem Trupp einiges und kann auch gut und gerne einige Zeit selbstständig agieren, ohne, dass man Anweisungen geben muss. Die Gegner verhalten sich zwar nicht ganz so gut, wie die Teamkollegen, dennoch kann man auch hier ein wenig an Taktik beobachten. Geht man als Spieler einfach drauf los, dann wird man sehr schnell das zeitliche segnen und schaut sich das Gras von unten an. Das liegt aber auch vor allem daran, dass der Spieler sehr wenige Treffer aushält, bevor er zu Boden geht. Das ist unabhängig von dem Schwierigkeitsgrad, denn selbst im einfachsten Modus, gibt es keinen großen Spielraum, was das Einstecken von Treffern angeht. Der höchste Schwierigkeitsgrad erfordert dann durchaus ein gewisses Maß an Taktik, um bestehen zu können. Ein Einfaches nach vorne „rushen“, wie es beispielsweise in einigen Call of Duty Titeln möglich war, ist bei Battlefield 3 nicht zu empfehlen. Hier kommt es auf ruhige, konstante, kurze und genaue Feuersalven an. Nur so ist den Gegnern beizukommen.

Die Checkpoint, also die Speicherpunkte in den Missionen sind durchaus fair verteilt und lassen nicht unbedingt Frust aufkommen, wenn man stirbt. Außerdem werden die Munitionsvorräte dort aufgefüllt, sodass kein wirkliches Munitionsproblem entsteht. Ob das nun gut oder schlecht zu bewerten ist, sollte jeder selber entscheiden.

Betrachtet man den Einzelspieler abschließend noch einmal genauer, dann kann man durchaus feststellen, dass DICE mit dem Solomodus etwas Gutes gelungen ist, das die Battlefield-Reihe um ein gutes Feature ergänzt. Der Entwickler erfindet das Rad nicht neu, wie auch in einem mit Shootern mehr oder weniger gesättigtem Markt. Doch die Schlachtfeld-Atmosphäre und das mittendrin Gefühl stimmt bei Battlefield 3 mehr als bei vielen anderen Spielen dieser Klasse. Vor allem durch die erneut grandiose Soundkulisse hört man das Schlachtfeld von allen Seiten.

Script Sequenz

Auch die Geschichte ist überraschend gut geworden. Zwar gibt es auch hier die ein oder andere Logiklücke entsteht, die wird allerdings schnell durch das Drumherum und das Gameplay überspielt, sodass es im normalen Spielverlauf kaum auffält.

Technisch macht der Einzelspielermodus einen sehr guten Eindruck. Zwar gibt es noch den ein oder anderen Fehler und Bug, allerdings sind diese nicht so zahlreich, dass sie den Spielfluss stören würden. Die Grafik gehört für PS3-Shooter zu dem Besten, was es momentan gibt. Ähnliches konnte bisher wohl nur durch Killzone 3 erreicht werden, welches allerdings PS3-exklusiv war. Was leider fehlt sind die großen Möglichkeiten die Destruction, mit der Battlefield im Vorfeld geworben hat, zu nutzen. Im Einzelspieler ist es kaum möglich Häuserfassaden oder ähnliches weg zu sprengen, weil es den bereits vorher genannten linearen Weg durch die Kampagne gibt. Außerdem spielt es meist in engen Häuserschluchten oder Stadtpassagen, wo der Weg klar vorgegeben ist. Wenn etwas Größeres zerstört wird, geschieht das meist nur in den Scriptsequenzen, wie beispielweise das oben schon genannten Hochhaus, das nach einem Erdbeben einstürzt.

Battlefield 3 hat von DICE einen sehr guten Einzelspielermodus geschaffen, der hauptsächlich durch die Atmosphäre in den Schlachten zu Fuß, im Jet oder im Panzer belebt wird. Die Handlung ist keinesfalls atemberaubend und wirkt wie bereits erlebt, dennoch fällt Battlefield 3 hier nicht ab sondern liefert eine eher solide Geschichte um den Seargent Blackburn.

Der Multiplayer – diesmal auch in einer kooperativen Form

Aber gut, hacken wir den Einzelspieler mal ab und kommen zu den Mehrspielerelementen in Battlefield 3. Doch bevor wir in die tatsächlichen Online Schlachten mit Panzern, Jets, Helikoptern und Jeeps einsteigen, schauen wir uns mal den Koop-Modus von Battlefield 3 an. Erstmals in der Reihe gibt es diesen und nachdem bei Battlefield Bad Company 2 ein DLC die kooperativen Missionen nachgereicht worden ist, kann man nun direkt von der Blu-ray aus starten. Insgesamt stehen sechs verschiedene Missionen zur Verfügung, die alle zu zweit absolviert werden müssen. Im Durchschnitt dauern diese eine Viertelstunde, teilweise auch länger oder kürzer, je nachdem welchen Schwierigkeitsgrad man wählt und wie schnell man die Gegner niederstreckt.

In den sechs Missionen gibt es durchaus Abwechslung,  denn man spielt als Fußsoldat, als Scharfschütze oder auch als Helipiloten. Letztendlich bringen die Missionen leider kaum Anspruch.

Screenshot au dem Koop-Modus

Die einzige Schwierigkeit besteht darin, die richtige Deckung zu finden, denn die KI trifft im Koop-Modus ungewohnt gut und genau. Einmal kurz aus der Deckung herausgeschaut und schon steht man unter Beschuss und wird in den meisten Fällen auch direkt getroffen. Besonders in der ersten Mission fährt man durchaus besser damit, in der Deckung zu bleiben, bzw. in der Nähe, damit man unter Beschuss schnell in Deckung gehen kann.

Ansonsten lohnt es sich durchaus den Koop-Modus mal anzuspielen, denn zusammen mit einem Kumpel können die kooperativen Missionen durchaus ihren Spaß bringen.

Besonders für weniger erfahrenen Spieler kann es von Vorteil sein, erstmal die Koop Passagen das ein oder andere Mal durchzuführen. Denn mit den Erfahrungspunkten, die man gewinnt werden erste Waffen für den richtigen Online-Multiplayer freigeschaltet. Da diese oft auch stärker und leichter zu benutzen sind, können Einsteiger einfacher gegen die erfahrenen und hochgelevelten Spieler bestehen. Viele verschiedene Waffen sind durch den Koop-Modus freizuschalten, einige Waffen sind sogar nur durch die kooperative Kampagne freizuspielen.

Leider ist es nicht möglich auch den Singleplayer zu zweit durchzuspielen. Das hätte sich durchaus angeboten, denn in den Einzelspielermissionen ist man so gut wie immer mindestens zu zweit unterwegs. Leider hat DICE diesen Schritt nicht gewagt und man muss sich mit zwei unterschiedlichen und unabhängig voneinander stattfindenden Abschnitten zufrieden geben.

Der Koop-Modus ist durchaus spielbar, keine Frage, leider trat auch hier der ein oder andere Bug im Verlaufe des Tests auf. Insgesamt merkt man dem Entwicklerteam an, dass sie keine Veteranen im Bereich kooperativer Missionen sind, um in der Sprache von Battlefield zu bleiben. Es scheint fast so, dass der Modus nur als Antwort auf die Spec-Ops Missionen aus der Modern Warfare Reihe gedacht sind, um dem Titel aus dem Hause Activison Wiederstand zu bieten.

Seite 2 – Battlefield 3 – Review zum spektakulären Multiplayerkracher (Multiplayer)

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