Battlefield 1 – Hitgranate oder Blindgänger? (Review)

Seit wenigen Tagen ist es uns endlich möglich, in „Battlefield 1“ aus der Entwicklerschmiede DICE die Schlachtfelder des 1. Weltkriegs zu betreten und nicht nur in der Solo-Kampagne, sondern auch im Multiplayer virtuelle Schlachten zu schlagen. Dabei soll der Shooter vor allem mit seinem Setting und den dafür entsprechenden Waffen punkten. Wir von PS4info haben uns ein Gewehr gegriffen und sind in den Kampf um die Welt eingestiegen.

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Battlefield 1

Viele Spieler haben sehnlichst den 21. Oktober entgegengefiebert, denn hier erschien mit „Battlefield 1“ endlich der neuste Ableger der beliebten Shooterreihe. Wo hingegen der Genre-Kollege „Call of Duty“ weiterhin auf ein zukunftsorientiertes Setting setzt, haben die Verantwortlichen von DICE und Electronic Arts einen anderen Weg eingeschlagen. Der neuste Titel thematisiert in seinen Schlachten nämlich den 1. Weltkrieg und damit einen der grausamsten Kriege der Menschheitsgeschichte. Dafür ernteten die Verantwortlichen nicht nur positives Feedback. Viele Kritiker warnten vor einer Verherrlichung der Gewalt und einer unehrenhaften Darstellung der Geschehnisse. Und eines vorweg: DICE hat sich dieser Thematik äußerst akzeptabel angenommen und sogar für unseren Geschmack zu sehr auf die Bremse getreten. Warum wir von PS4info der Meinung sind, dass „Battlefield 1“ zwar ein guter, aber kein überragender Shooter ist, erfahrt ihr jetzt in dieser Review.

Stellungskämpfe und Panzerschlachten – Die Solo-Kampagne

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Battlefield 1

Auch in diesem Jahr erhält der Shooter „Battlefield 1“ eine Solo-Kampagne, in der wir die Geschehnisse des 1. Weltkriegs an verschiedenen Schauplätzen hautnah miterleben können.Von den Stellungskriegen in Frankreich bis hin zu Panzerschlachten und Kämpfen in den Wüstengebieten Nordafrikas werden zahlreiche Facetten des Krieges aufgegriffen. Als interessante Neuerung ist hier die Erzählweise der Kampagne zu erwähnen. Wir steuern nämlich nicht wie gedacht einen bestimmten Soldaten und erleben durch seine Augen die Ereignisse, sondern haben die Auswahl zwischen verschiedenen „kleinen Kampagnen“ mit jeweils einem speziellen Hauptcharakter. Auf der einen Seite finden wir diese Designentscheidung interessant und spannend, auf der anderen Seite enthält sie aber auch einen großen Minuspunkt: der Tiefgang fehlt!

Die gewählten Charaktere bleiben über die gesamte Dauer der Kampagnen relativ flach und wirken stellenweise auch zu überzeichnet, was uns nicht selten aus der Atmosphäre fallen ließ. Wir haben zu keiner Zeit eine echte „Bindung“ zu unseren virtuellen Abbildern aufbauen können und spielten daher eher nüchtern Stück für Stück eine Mission nach der Anderen. Ein Ärgernis, das in Angesicht des düsteren Settings nicht hätte sein müssen. Von einem Weltkriegs-Shooter mit dieser grausamen und erschreckenden Geschichte hätten wir uns deutlich mehr Tiefgang gewünscht. Hier wurde also extrem viel Potenzial verschenkt. Viele von euch wird das wahrscheinlich relativ wenig interessieren, da natürlich der Multiplayer im Vordergrund steht. Jedoch wäre eine packende und seröse Story in diesem Zusammenhang ein riesen Pluspunkt gewesen.

Positiv bleibt hier aber zu sagen, dass durch die „Geschichten des 1. Weltkrieges“ viele Bereiche und Schauplätze des 1. Weltkriegs gezeigt und thematisiert werden und wir so zumindest eine Art umfassendes Gesamtbild der Ausmaße bekommen. Die Missionsareale wirken dabei weitläufiger als in den vorherigen Titeln.  Diese sind zusätzlich sehr schön gestaltet und bieten einen gelungenen optischen Rahmen für die Handlung.

Der Multiplayer – „Operationen“-Modus und Waffenhandling als größte Neuerungen

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Battlefield 1

Herzstück des Shooters ist aber wie gewohnt der Multiplayer. Hier haben wir neben den gewohnten Spielmodi, wie Rush, Eroberung und Team-Deathmatch auch die Möglichkeit, den neuen „Operationen“-Modus zu wählen. Dieser spielt sich wie eine Mischung aus Rush und Eroberung und wird weiter durch eine kleine „Story“ eingeleitet und abgeschlossen. Als Angreifer versuchen wir zwei oder 3 markierte Punkte auf der Karte einzunehmen, während die Verteidiger selbiges verhindern möchten. Dabei können bereits eroberte Punkte aber wieder zurückerlangt werden. Haben wir alle Punkte eines Sektors erobert, werden die Verteidiger in einen hinteren Sektor zurückgedrängt und der Ablauf beginnt von Neuem. Haben die Angreifer alle Punkte in jedem Sektor erobert, gewinnen diese das Spiel. Sobald die Verteidiger einen Sektor verteidigen konnten, ist der Sieg auf Seiten der Verteidigung. Der neue Modus stellt insgesamt eine sinnvolle Erweiterung der Spielmodi dar und hat uns in unseren Test-Sessions mit am meisten Spaß gemacht. Besonders die Präsentation und der generelle Ablauf bieten eine erfrischende Abwechslung und vermitteln ein wenig das Gefühl einer Koop-Kampagne (Für den Fall, dass man mit Freunden in einem Squat zusammen spielt).

Da wir uns bekanntlich nicht in der Zukunft befinden, sondern im frühen 20. Jahrhundert, stehen natürlich die verfügbaren Waffen im Mittelpunkt. Hierbei ist Gameplaytechnisch die größte Neuerung auszumachen. Während wir in den letzten Jahren mit Holo-Visieren und grellen Waffenskins förmlich überhäuft wurden, sind im Weltkriegsshooter ausschließlich klassische Waffen zu finden. Dabei spielen sich diese sehr unterschiedlich und benötigen einige Zeit der Eingewöhnung. Besonders das Schießen mit Scharfschützengewehren fällt im diesjährigen Ableger anspruchsvoller aus als je zuvor. Dennoch bekommt man nach einiger Zeit ein gutes Gefühl für die einzelnen Schießeisen und lässt in der Folge den ein oder anderen Multi-Kill zu. Das Treffer-Feedback ist allgemein nachvollziehbar und befriedigend, auch wenn einige Waffen (wie zum Beispiel LMG’s) auf Distanz noch zu viel Schaden anrichten. Zusätzlich wird das Waffenarsenal durch die Brand-, Rauch- und Gasgranaten erweitert. Besonders die Gasgranaten haben einen spürbaren Effekt auf das Spielgeschehen. Einmal geworfen, müssen wir schleunigst unsere Gasmaske anlegen, um nicht den virtuellen Tod zu finden. Während wir die Maske tragen ist es nicht möglich, den Waffen-Zoom zu benutzen, was das Zielen deutlich erschwert. Die Rauchgranaten sorgen ebenfalls für einen extrem dichten Nebel, der einem die Sicht stellenweise gänzlich nimmt.

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Battlefield 1 – Hitgranate oder Blindgänger? (Review)

Etwas zwiegespalten lassen uns die verfügbaren Multiplayer-Karten zurück. Zugegeben sind die Areale wirklich schön und detailreich gestaltet, jedoch sind die Layouts mitunter ungünstig gewählt. Als Beispiel sei hier die Map „Suez“ im Modus „Rush“ genannt. Diese zeichnet sich durch hohe Sanddünen und Palmenlandschaft aus. Das Problem ist hier die Platzierung der Eroberungspunkte, die allesamt erhöht liegen. Daher kam es speziell auf dieser Karte nicht selten vor, dass die verteidigenden Spieler entweder zum Sanitäter oder Scharfschützen griffen, um sich dann von den erhöhten Positionen einen Kill nach dem Anderen zu holen. Somit wirkt das Spielgeschehen mitunter nicht ganz ausbalanciert. Auch das Spawn-System, das laut Entwicklern ebenfalls überarbeitet wurde, funktioniert immer noch nicht so, wie man sich das wünscht. So haben wir einen Trupp gegnerischer Spieler ausgelöscht und plötzlich spawnt mittendrin ein weiterer Gegner der uns blitzschnell erledigt. Oder ein „fester“ Spawnpunkt in einem Haus führte dazu, dass ein gegnerischer Panzer direkt davor parkte und spawnende Spieler niederschoss. Hier besteht also Patchbedarf!

Überzeugen konnten uns die vorhandenen Fahrzeuge. Vom Panzer über ein Versorgungsmotorrad bis hin zum Kampfbomber und sogar einem Luftschiff sind den Spielern viele Möglichkeiten der schnelleren und vor allem tödlicheren Fortbewegung geboten. Dabei steuern sich die Vehikel sehr angenehm und gaben uns zu jeder Zeit das Gefühl von Kontrolle. Als besondere Neuheit können wir erstmals auch ein Pferd als Fortbewegungsmittel wählen. Dieses spielt sich zwar sehr spannend, aber weißt mit Abstand die schwammigste Steuerung auf. Hier ist wirklich viel Übung und Geduld gefordert, wenn ihr nicht sofort aus dem Sattel geholt werden wollt.

Zusätzlich empfehlen wir das Spielen des Multiplayers von „Battlefield 1“ in einer Gruppe, zumindest wenn ihr die größeren Karten mit den Spielmodi „Eroberung“, „Operationen“ und „Rush“ bevorzugt. Spielt man diese alleine, fühlt man sich von seinen Teamkameraden auch oft allein gelassen. Wir hatten beispielsweise oft die Situation, dass wir das Zeitliche gesegnet haben und gefühlt 30 Sanitäter um uns herum standen, diese aber lieber auf den „Killpunkt“ gingen, als uns zu reanimieren. Demnach ist der Spielspaß mit den Kumpels oder einer eingespielten Truppe deutlich höher als alleine. Insgesamt wirkt der Multiplayer aber wieder sehr gelungen und steht den Battlefield-Vorgängern in Sachen Spielspaß in nichts nach.

Die Technik – Optisch gut, Performance durchwachsen

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Battlefield 1 – Hitgranate oder Blindgänger? (Review)

Auf technischer Seite macht „Battlefield 1“ eine gute Figur. Der Titel läuft auf der PlayStation 4, wie gewohnt bei Titeln mit der Frostbite-Engine mit 900p bei 60 Bildern pro Sekunde. Die Framerate ist dabei aber nicht immer konstant, sondern schwankt eher zwischen 45fps und 55fps. Spürbare Ruckler sind aber allgemein nicht auszumachen. Lediglich in den Spielmodi mit 64 Spielern bricht die Bildrate in einigen Arealen spürbarer ein. Trotzdem wirkt der Titel fertig und solide und ist weit von einer Unspielbarkeit entfernt.

Die Grafik hingegen kann auf ganzer Linie überzeugen. Explosionen wirken wuchtig und gehen in leuchtenden Feuerbällen auf. Geschosse lassen Dreck und Steinsplitter durch die Gegend wirbeln und die Raucheffekte sind momentan mit das Beste, was wir bis jetzt gesehen haben. Dabei ist der Detailgrad und die Gestaltung der Schlachtfelder auf hohem Niveau. Schöner Effekt: kriechen wir mit unserer Waffe über Matsch und Wiesen, wird unsere Waffe dreckig. Auch die Animation der Regentropfen auf unseren Schießeisen sehen super aus. Generell sind die Licht und Schatteneffekte, sowie das Wettersystem beeindruckend. Außerdem ist der Zerstörungsgrad wieder merklich ausgeprägter als noch in „Battlefield 4“. Mauern, Unterschlüpfe und ganze Häuserzeilen lassen sich endlich wieder bis auf die Grundmauern zerlegen.

Beim Sound haben die Entwickler ebenfalls sehr gute Arbeit geleistet. Die heroischen Melodien sowie die allgemeine Geräuschkulisse der Schüsse, Wind, Wetter und Fahrzeuge klingen wuchtig und haben einen großen Einfluss auf die Atmosphäre.

Trotzdem bleibt auch „Battlefield 1“ von einigen Bugs und Glitches nicht verschont. So bleiben wir ab und zu an kleineren Absätzen oder Kanten hängen oder stecken in Wänden oder der Umgebung fest. Weiter werden unsere Gadgets bei Betätigen der entsprechenden Taste nicht immer ausgelöst. Zwar sind diese Fehler keine Gamebreaker, sollten aber trotzdem so schnell wie möglich durch einen Patch beseitigt werden.

Fazit

„Battlefield 1“ konnte in unserem Test nicht vollends überzeugen. Neben der lieblos wirkenden Solo-Kampagne sind es auch die teilweise ungünstig gestalteten Mehrspieler-Karten, die den Spielspaß trüben. Während die Grafik und das Design der Areale überzeugen, fehlt es aber vor allem der Kampagne an Tiefgang und somit einer engeren Bindung und Bewusstsein zu den Geschehnissen des 1. Weltkriegs. Unter dem Strich bleibt aber ein solider Shooter, der durch seine abwechslungsreichen Spielmodi und vor allem durch die Wahl des Settings für Langzeitmotivation sorgen kann. Wer mit den alten Waffen und der Geschichte des 1. Weltkriegs nichts anfangen kann, der sollte aber lieber bei Battlefield 4 bleiben. Allen Anderen sei gesagt: Macht euch bereit, es weht ein rauer Wind übers Schlachtfeld!

Battlefield 1 – Hitgranate oder Blindgänger? (Review)

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Produktbeschreibung des Herstellers

Erleben Sie das ganze Ausmaß des Krieges – nur in Battlefield 1! Nehmen Sie an epischen Schlachten teil, stürzen Sie sich in einer belagerten französischen Stadt in den Häuserkampf, stellen Sie sich dem Feind in den italienischen Alpen oder kämpfen Sie in den Dünen Arabiens.

Entdecken Sie in einer Kampagne voller Abenteuer eine Welt im Krieg oder nehmen Sie an epischen Multiplayer-Schlachten für bis zu 64 Spieler teil und passen Sie Ihre Taktik an die spektakulären Zerstörungen und das dynamische Wetter an. Kämpfen Sie als Infanterist, reiten Sie in die Schlacht oder steueren Sie beeindruckende Fahrzeuge an Land, zu Wasser und in der Luft – von Panzern über Doppeldecker bis hin zu den riesigen Behemoths, den größten Fahrzeugen in der Geschichte von Battlefield.

Nehmen Sie an der Seite Ihrer Freunde an den epischsten Multiplayer-Schlachten der FPS-Geschichte mit bis zu 64 Spielern teil. Kämpfen Sie als Infanterist, reiten Sie in die Schlacht oder steueren Sie beeindruckende Fahrzeuge an Land, zu Wasser und in der Luft – von Panzern über Doppeldecker bis hin zu den riesigen Behemoths.

Nehmen Sie an den gewaltigsten Schlachten aller Zeiten teil. Von den Alpen bis zu den Wüsten Arabiens tobt an Land, zu Wasser und in der Luft ein gewaltiger Krieg, der die Geburtsstunde der modernen Kriegführung markierte

Dynamische Wettereffekte und intuitive Zerstörungen erschaffen eine sich ständig verändernde Landschaft. Hinterlassen Sie in der Welt mit spektakulären Zerstörungen Spuren, indem Sie mit Ihrer Artillerie Krater in den Boden sprengen oder Mauern mit Geschützgarben in Stücke schießen.

Nehmen Sie im neuen Operationen-Modus an mehreren miteinander verknüpften Schlachten auf verschiedenen Karten teil. Die Angreifer müssen die Reihen der Verteidiger durchbrechen und den Kampf auf der nächsten Karte fortsetzen.

Steueren Sie einige der größten Fahrzeuge in der Geschichte von Battlefield. Lassen Sie mit einem riesigen Luftschiff Feuer vom Himmel regnen, fahren Sie mit einem Panzerzug durch die Welt oder feueren Sie mit einem Schlachtschiff auf feindliche Küstenstellungen.

Entdecken Sie in einer Kampagne voller Abenteuer eine Welt im Krieg und erleben Sie die Vielschichtigkeit eines weltweiten Konfliktes durch die Augen verschiedener Personen, die dieser erste moderne Krieg der Geschichte einst zusammenführte.

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4 thoughts on “Battlefield 1 – Hitgranate oder Blindgänger? (Review)”

  1. Ist ziemlich komisch, mal läuft das richtig gut im Multiplayer und mal denkste du kippst nach ein hit sofort um, brauchst aber gefühlt 10 hits bis die Gegner fallen. Das war bei Bf4 auch oft so. Aber eigentlich ist das Game top!!!

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