Yoku´s Island Express – Das Flip´N´Run (Review)

Der wohl verrückteste Genre-Hybrid, wird uns von Entwickler Villa Gorilla präsentiert. Denn wenn eine Flipper-Mechanik auf Side-Scroller Jump´N´Run trifft und auch noch Metroidvania Elemente mitbringt, hat man so etwas vorher noch nicht gesehen.

Yoku´s Island Express ist genau dieser Mix aus Erkundung der Spielwelt, Geschicklichkeitseinlagen mit Flipper-Hebeln und Sammeln von Gegenständen, um an versperrten Gebieten vorbeizukommen. Das klingt nicht nur neu und abgefahren, die Spielmechaniken passen erstaunlich gut zueinander. Es macht einfach Spaß sich mit Yoku dem Mistkäfer und Meisterpostboten durch die Welt zu bewegen und das Inselparadies zu erkunden.

Nur noch einer übrig

Das Spiel wirft uns ohne große Umwege direkt ins Spiel und will erstmal gar nicht viel erklären. Die erste Begegnung, die wir machen, ist ein Flugdinosaurier und ehemaliger Postmeister, der seinen Posten aufgeben will und uns viel Spaß bei unserer neuen Aufgabe wünscht. Unser nächstes Ziel ist das Dorf Mokumana und die dortige Postfiliale. Auf dem Weg zum Dorf treffen wir einige Charaktere, mit denen wir uns Unterhalten müssen, um im Spiel weiter zu kommen. So erfahren wir mehr über die Hintergründe der Bewohner und der Geschichte der Insel. Im Dorf angekommen, fällt uns zu aller erst der Gott Mokuma auf. Dieser ist gerade durch ein Böses Siegel des Godslayer verletzt, und der einzige Überlebende von insgesamt 4 Göttern. Unsere Aufgabe ist nun das Siegel zu brechen und Mokuma retten. Das schaffen wir, indem wir unsere Tätigkeit als Postbote ausführen. Yoku soll nämlich Briefe an 3 Oberhäupter der verschiedenen Stämme verteilen, um diese um Hilfe zu bitten.

Aber nicht nur die Hauptaufgabe sieht es vor die Post auszutragen, auch sonst finden wir in der Spielwelt viele leere Briefkästen, die mit Post befüllt werden will. Auch längst überfällige Pakete wollen an Ihre Empfänger verteilt werden, die wir jedoch erst finden müssen. Beim Durchqueren der Welt, treffen wir immer wieder verschiedene Personen, die kleine Aufgaben für uns haben oder mit denen wir uns einfach Unterhalten dürfen. Mehr über die Geheimnisse und die Geschichte der Insel, erfahren wir nebenbei durch Gespräche und Wandtafeln.

Flip´N´Run

Yoku´s Island Express mutet auf den ersten Blick wie ein 2D-Jump´N´Run an, aber jederzeit springen dürfen wir mit dem kleinen Käfer nicht. Wir bewegen ihn und seine Kugel, die immer an seiner Seite ist, nur nach rechts oder links oder lassen ihn Abgründe fallen. Springen dürfen wir nur an bestimmten Punkte, an denen Flipper-Plattformen vorhanden sind. Diese Sprungfelder sind in blau für die linke Seite und gelb für die rechte Seite eingeteilt. Das blaue Feld bedient man mit L2 und das gelbe Feld mit R2. Außerdem gibt es ein gemischtes Feld, dass mit beiden Schultertasten aktiviert werden kann.

Metroidvania-Like

Die Bewegungsfreiheit wird durch die Limitierung der Sprungfähigkeit jedoch nicht beeinflusst, denn Yoku´s Abenteuer ist in einer „Open-World“ angesiedelt. Vergleichen kann man das am ehesten mit einem klassischen Metroid oder Castlevania. Damit ist gemeint, dass wir an Stellen kommen, an denen es ohne das nötige Hilfsmittel nicht weitergeht. Wir müssen also einen anderen Weg einschlagen und um neue Gegenstände und Fähigkeiten zu erlernen. Das kann z.B. ein Schnecken-Sauger sein, mit dem man explosive Schnecken einsaugt, um Felsbrocken weg zu sprengen. Unsere Ziele werden auf der großen, übersichtlichen Karte angezeigt. Noch nicht erforschte Bereiche sind durch einen dichten Nebel versteckt. Die erste „große Quest“, gibt uns drei Ziele vor, die wir erreichen sollen. Wo wir hingehen ist uns überlassen, denn es gibt keinen roten Faden. Leider kommt es hin und wieder vor das wir an eine Stelle kommen, an der das Weiterkommen nicht gleich ersichtlich ist und man nicht weiterkommt. Dann ist suchen und probieren angesagt und will nicht so ganz zu dem ansonsten recht leichten Schwierigkeitsgrad passen.

Höhlen-Flipper

Einzig die „Flipper-Passagen“ können etwas Geduld erfordern, da in diesem Spielelement viel Geschick gefragt ist. In regelmäßigen Abständen, werden wir in Höhlen geworfen, die wie kleine, aber mehrstufige „Flipperautomaten“ anmuten. Wie von einem Flipperautomaten gewohnt, sind am unteren Bildrand die Flipper angeordnet und darunter ist die Out-Line, die durch ein Dornengestrüpp mit dem „Spielfeld“ getrennt ist. Fallen wir dort versehentlich hinein, verlieren wir ein paar unserer Früchte, die auch unsere Währung darstellt, können aber sofort wieder weiterspielen. Wir Schießen die Kugel mit den Flippern in das Spielfeld und diese prallt an verschiedenen Slingshots ab, und dadurch bekommen wir Früchte. Das Ziel ist jedoch meist immer das Öffnen eines Tores, dass durch ein Siegel verschlossen ist. Haben wir die Oberhäupter gefunden, kommt es sogar zu einem „Bosskampf“ bei denen immer besondere Anforderungen gestellt werden und für Abwechslung sorgen.

Wie gemalt

Yoku´s Island Express ist durch seinen Aquarell-Look wunderschön anzuschauen und wirkt wie ein mit Wasserfarben gemaltes Bild. Die Charaktere und Landschaften sind alles stimmungsvoll gestaltet und fügen sich so perfekt ins Gesamtbild ein. So dürfen wir malerische Strände und schneeverwehte Gebirgsgipfel besuchen oder uns durch heißen Quellen bewegen. Die Animationen sind dagegen eher zweckmäßig und die Charaktere bewegen sich sehr steif und ähneln eher Papierpuppen. Trotzdem passt der Look sehr gut zum Spiel und stört die Spielerfahrung kaum. Die sonstigen Effekte wie Explosionen oder Hitzeflimmer, sind dagegen sehr gut umgesetzt und fangen die Situationen sehr gut ein.

Leider bietet das Spiel keinerlei Sprachausgabe und die Charaktere nuscheln nur unverständlich vor sich hin. Der Soundtrack passt perfekt zum Inselthema und versprüht wunderbaren Karibikflair. Die Soundeffekte und die Musik untermahlen vor allem die „Flipper-Passagen“ sehr gut und versetzten uns fast in einen richtigen Flipperautomaten. Die Ball-Physik ist dabei sehr gut gelungen, da diese sich nur sehr schwerfällig bewegt, obwohl sie schwimmen kann.

Fazit

Yoku´s Island Express ist ein kleiner, feiner Sidescroller. Die immer neuen Fähigkeiten, die man erlernt, verleiten immer wieder weiterzumachen. Sie seltenen Trail and Error Gebiete können den Spielspaß jedoch etwas schmälern. Die Flipper-Mechanik fügt sich aber sehr gut in das Spiel hinein, erfordert aber hin und wieder Millimeter-Arbeit bei der Bewegung der Kugel und ist nichts für ungeduldige Personen. Dem Titel fehlt es zwar an einer Sprachausgabe, jedoch darf man aus 9 verschiedenen Sprachen wählen, was lobenswert ist. Für Flipperaffine-Spieler ist Yoku´s Island Express perfekt geeignet, alle anderen sollte dem charmanten Inselabenteuer Rund um den putzigen Mistkäfer Yoku eine Chance geben.

Yoku´s Island Express erscheint am 29.052018 für PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch und PC. Zur Einstimmung, könnt ihr hier nochmal den Story-Trailer anschauen.

Yoku´s Island Express

8.1

Grafik

8.5/10

Steuerung

8.5/10

Umfang

8.5/10

Story

7.0/10

Sound

7.5/10

Atmosphäre

8.6/10

Positiv

  • Flipper-Mechanik
  • Wunderschöne Grafik
  • Motivierendes Spielsystem

Negativ

  • Sehr leicht
  • Manchmal ein Geduldsspiel
  • Weiterkommen manchmal nicht gleich klar

 

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