Was Eltern über Videospiele wissen sollten

Welche Computer – und Videospiele sind für mein Kind gerecht aufbereitet? Diese Frage stellen sich auch heutzutage noch viele Eltern. Bedenken sollte man aber auch, dass immer mehr Menschen in die Elternrolle hineinwachsen, welche selbst bereits Erfahrungen mit diesem Medium haben.

Es ist sinnvoll, ein Spiel mit dem Kind gemeinsam auszuprobieren. Erst dann kann man als Erwachsener auch mitreden, welche Inhalte sich in dem Videospiel vorfinden lassen. Vorurteile werden somit aus dem Weg geräumt und ein Videospiel selbst zu spielen ist nochmals etwas total anderes als nur dabei zuzusehen. „Das gemeinsame Spielerlebnis hilft, Risiken besser einschätzen zu können“ , so Secker von der USK. „Wenn Kinder merken, dass man ihre Leidenschaft ernst nimmt und sich für sie interessiert, werden sie auch gemeinsam besprochene Regeln deutlich besser akzeptieren.“ Diese Ergänzung kommt von Felix Falk, Geschäftsführer von game, dem Verband der deutschen Games-Branche.

Eine weitere Frage, die sich immer wieder stellt ist die, wie lange mein Kind maximal vor dem Bildschirm sitzen sollte. Natürlich kann man sich in diesem Punkt an Leitlinien, die empfohlen werden, orientieren. Es kommt aber stets auch auf die individuelle Situation darauf an. „Für Kinder unter sieben Jahren kann eine Spielzeit von 20 bis 30 Minuten unter Aufsicht empfohlen werden. Je älter das Kind ist, desto länger und flexibler kann das Zeitbudget gestaltet werden.“ So Secker. „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“ rät zum Beispiel dafür, im Alter von acht bis neun Jahren eine Spielzeit von täglich 45 Minuten zuzulassen. Kindern von zehn bis elf eine Stunde und Kindern von 12 bis 13 Jahren 75 Minuten.

In diesem Zusammenhang sollte es natürlich nicht zu viel werden mit den Videospielen. Alarmzeichen könnten sein, dass soziale Kontakte vernachlässigt werden, schlechtere schulische Leistungen oder auch Gereiztheit. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat erst vor kurzem die Spielsucht als eine anerkannte Krankheit in ihren Katalog aufgenommen. „Computer- und Videospiele oder die sozialen Netzwerke sollten eine Ergänzung im Freizeitangebot darstellen, aber keinesfalls zur dominanten Beschäftigung werden“ , so Secker. Wenn die Eltern mehrere Symptome bei ihrem Kind feststellen, dann sollte man das Gespräch mit dem Kind aufsuchen und gegebenenfalls etwa die Nutzungsdauer korrigieren.

Bei all dieser Aufregung gibt es allerdings auch ein absolutes No – Go, welches Eltern tunlichst unterlassen sollten. Wenn man das Kind bittet, die Konsole beziehungsweise den Computer auszuschalten, dann sollte das Kind noch so weit spielen dürfen, bis ein problemloses Speichern möglich ist. Somit geht kein Spielfortschritt verloren. „So lässt sich Frustration auf Seiten der Kinder vermeiden und Eltern nehmen potenziellen Konflikten frühzeitig den Wind aus den Segeln“ , so Felix Falk.

Wenn ein Spiel ohne Altersbeschränkung freigegeben ist, dann enthält es keine Gewaltdarstellungen. Der ruhigere Spielaufbau sollte auch jüngeren Kindern ermöglichen, an dem Videospiel erfolgreich teilhaben zu können. Ist das Videospiel ab sechs Jahren, so kann man damit rechnen, dass spannendere oder wettkampfbetontere Elemente dabei sind. Eine allumfassende Regel ist das aber nicht. Auch ein “Fifa” kann, obwohl es ohne Altersbeschränkung daherkommt, mit viel Frust verbunden sein. Mehr als so manches sogenannte Killerspiel, wie leider immer noch der Begriff verwendet wird.

Ist ein Spiel erst ab 16 Jahren freigegeben, so kommt es in der Regel vor, dass realistische Gewalthandlungen dargestellt werden. Ist das Videospiel sogar erst ab 18 Jahren freigegeben, so ist es ausschließlich für Erwachsene bestimmt. Eine Begründung für solche Vorgehensweisen liegt darin, dass Kinder davor geschützt werden sollen, sich mitFiguren zu identifizieren, welche mitunter eventuell ethisch – moralisch fragwürdige Verhaltensweisen aufzeigen. Bekannt in diesem Zusammenhang sind etwa die sogenannten Ego – Shooter. Ob diese Ego – Shooter oder generell Videospiele mit Gewaltinhalten wirklich so bedenklich sind, lässt sich bis heute nicht eindeutig sagen. „Diese Ego-Shooter-Spiele tragen im großen Umfang zur Verrohung der Gesellschaft bei – aber es ist vermessen, zu sagen, dass aus jedem Spieler ein Attentäter wird.“ Das zumindest ist das Statement von Medienpsychologe Rudolf Weiß. Gleichzeitig aber existieren Studien, welche keinen Zusammenhang zwischen dem Spielen von Gewaltspielen und der Gewaltbereitschaft bei den Probanden aufzeigen konnten.

Aufpassen muss man aber bei der USK – Bewertung auch. Diese Empfehlungen stützen sich nämlich nicht unbedingt auf pädagogische Aspekte. Es geht darum, die Kinder vor Gewaltinhalten zu schützen. Da aber jedes Kind seinen individuellen sozialen und reiflichen Prozess aufweist, kann man nicht pauschalisieren, dass ein Videospiel ab 12 Jahren ohne Ausnahme niemals von einem jüngeren Kind gespielt werden sollte. „Die USK-Kennzeichen geben weder Auskunft über eine pädagogische Eignung, noch bilden sie Geschmacksurteile ab“ , so USK-Chefin Elisabeth Secker.

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