Warparty – Das etwas zu klassische Echtzeit-Strategiespiel? (Review)

Mit Warparty haben uns die Entwickler von Warcave und den Crazy Monkey Studios die Möglichkeit spendiert, ein weiteres Mal in die Steinzeit zu reisen. Während wir in Far Cry Primal gegen andere Menschen gekämpft haben, ist dieses Echtzeit-Strategiespiel etwas verrückter.

Warparty will uns ein klassisches Echtzeit-Strategiespiel auf der PS4 bieten. Ob dieses Vorhaben gelungen ist, haben wir getestet.

Klären wir zu Beginn am besten, was mit etwas verrückter gemeint ist. Die Entwickler haben sich bewusst gegen ein halbwegs realistisches Setting entschieden und kurzerhand Menschen, Dinosaurier und mystische Fähigkeiten sowie Geschöpfe in einen Topf geworfen. Nach einer angemessenen Menge an Gewürzen kamen drei verschiedene Fraktionen innerhalb dieser durchmischten Spielwelt heraus. Die Wildländer sind Menschen und sehnen sich nach Stärke. Ein direkter Konkurrent sind die naturverbundenen Vithara, die die Welt vom Übel der Menschen befreien wollen. Den Abschluss bilden die Necromas, die das gesamte Leben auslöschen wollen.

Es ist naheliegend, dass wir als Spieler zwischen den drei Fraktionen wählen können, die sich grob nur in der Optik voneinander unterscheiden. Immerhin wäre es eine Katastrophe, würden sich die Fraktionen in einem Echtzeit-Strategiespiel bezogen auf die Stärke nicht ähneln. Wo wäre da die Balance? Zum Glück macht Warparty in dieser Hinsicht alles richtig. Zwar gibt es auch Unterschiede bei den Fähigkeiten und Boni der Fraktionen, aber wie bereits gesagt, ist die gesamte Angelegenheit ausbalanciert.

Beginnen wir mit der Handlung

Im Menü von Warparty erblickt man allerhand verschiedene Modi, darunter auch eine Kampagne. Diese ist in verschiedene Kapitel unterteilt und lässt uns die einzelnen Fraktionen näher kennenlernen. Eine aufwendige Inszenierung wird allerdings nicht geboten. Wir müssen uns lediglich mit Text-Dialogen und einigen Zwischensequenzen im Comic-Look abfinden. Darüber hinaus wiederholen sich einige Schauplätze, was aber daran liegt, dass die einzelnen Fraktionen aufeinandertreffen und sich ihre Geschichten somit vermischen. Hierdurch liefert man uns interessante Einblicke bzw. Ansichten. Alles in allem ist die Kampagne aber nicht der Modus, der aus der Masse hervorstecht.

Da macht der Skirmish-Modus deutlich mehr Spaß. Hier kämpfen wir aktuell noch gegen die KI. Vor allem wenn mehrere KI-gesteuerte Gegner oder auch Mitstreiter auf einer Karte sind, können spannende Gefechte entstehen. Wie für ein Echtzeit-Strategiespiel in dieser Hinsicht üblich gestaltet sich der Ablauf immer gleich. Wir bauen eine Basis auf, rekrutieren Truppen und vernichten den Gegner. Außerdem sammeln wir kontinuierlich Ressourcen, um alles überhaupt bauen bzw. ausbilden zu können. Komplexe Wirtschaftsketten braucht man nicht zu erwarten. Warparty ist spartanisch, was nicht zwangsläufig schlecht ist. Insbesondere auf der Konsole könnten die Spieler ansonsten schnell an ihre Grenzen stoßen.

Wir gehen davon aus, dass komplexe Spiele dieses Genres eher für den PC geeignet sind. Das ist jedoch nur eine Vermutung, da uns bislang handfestes Anschauungs- und Vergleichsmaterial auf der PlayStation 4 fehlt. Aber wie gesagt: die grundlegenden Gameplay-Elemente von Warparty sind völlig ausreichend.

Warparty will uns ein klassisches Echtzeit-Strategiespiel auf der PS4 bieten. Ob dieses Vorhaben gelungen ist, haben wir getestet.

Gelungene Steuerung, dumme Gegner

Sollte unsere aufgebaute “Wirtschaft” stehen, können wir uns endlich ins Gefecht wagen. Hier kamen bei uns schnell die ersten Bedenken auf. Verschiedene Einheiten effektiv mit einem Controller steuern? Das funktioniert in Warparty zum Glück problemlos. Man befehligt zwar nicht Hunderte Einheiten, aber dennoch muss man häufig flink sein, um alle gewünschten Befehle rechtzeitig zu erteilen. Die Steuerung ist dabei selten ein Störfaktor. Letztendlich scheitert es entweder an der eigenen Dummheit oder man ist zu langsam gewesen. Es kann gegebenenfalls ein gewisser Reiz entstehen.

Sobald man den Dreh raushat, wird Warparty leider zu einfach. Man kann zwar auf mehrere Schwierigkeitsgrade zurückgreifen, eine wirkliche Herausforderung haben wir nach einigen Stunden aber nur noch im schwersten Schwierigkeitsgrad gefunden. Das liegt vor allem an der wenig talentierten KI. Reibt sie uns zu Beginn unserer Karriere noch ordentlich auf, können wir das Blatt schnell wenden. Es müssen also andere Spieler her. Und tatsächlich wollen die Entwickler einen Multiplayer bieten, der auf dem PC wohl gut funktioniert, auf der Konsole aber noch nicht verfügbar ist. Sehr schaden. Schließlich sind die Gefechte gegen andere Spieler das entscheidende Feature, das einen Titel auf lange Sicht interessant macht.

Wir können uns sehr gut vorstellen, wie man sich mit einigen Freunden (max. drei) auf eine gemütliche Runde Warparty verabredet. Aufgrund der überschaubaren Anzahl an Gebäuden und Einheiten kommt man nämlich schnell zu recht, sodass auch längere Auszeiten vom Spiel kein Problem darstellen sollten.

Technisch durchwachsenes Warparty?

Beim ersten Anlauf haben wir mit Problemen bei der korrekten Darstellung des HUDs zu kämpfen gehabt. Einige Anzeigen waren nicht im sichtbaren Bereich, was alles andere als nützlich war. Leider bietet uns das Spiel keine Möglichkeit, entsprechende Anpassungen am Bild vorzunehmen. Bei der Nutzung eines anderen Wiedergabegerätes waren die Probleme zwar behoben, ideal gelöst haben die Entwickler eine derart mögliche Situation aber nicht. Und wenn dann noch einige Bugs hinzukommen, trübt das den ersten Eindruck.

Warparty will uns ein klassisches Echtzeit-Strategiespiel auf der PS4 bieten. Ob dieses Vorhaben gelungen ist, haben wir getestet.

Zum Glück läuft Warparty aber sehr rund. Abgesehen von wenigen Bugs und dem anfänglichen Anzeigeproblem, wurden wir mit keinen größeren Problemen konfrontiert. Darüber hinaus kann das Echtzeit-Strategiespiel ein flüssiges Gameplay bieten. Gut, eine einfach gehaltene Grafik und keine übermäßige Anzahl an dargestellten Objekten jeglicher Art verschlingen nicht massenhaft Rechenleistung der PlayStation 4. Daher wird das erfüllt, was man erwartet – oder eher voraussetzt. Wobei man immer eine gute Technik voraussetzt. Aber ihr versteht hoffentlich, was wir meinen.

Soundtechnisch kann Warparty kaum überzeugen. Die Hintergrundmusik ist eher leise und besondere Sounds werden nicht geboten. Wenn man das Spiel stumm schaltet und seine eigene Musik hört, verpasst man nichts. Das ist sehr schade, immerhin hat Musik einen großen Einfluss auf die Atmosphäre.

Fazit

Mit Warparty haben uns die Mannen von Warcave und den Crazy Monkey Studios ein kleines Echtzeit-Strategiespiel auf die PlayStation 4 gebracht, das durchaus Spaß machen kann. Allerdings kann es nicht hervorstechen, ist aufgrund der begrenzten Auswahl an entsprechenden Spielen aber dennoch ein Spiel, an dem man nicht unbedingt vorbeikommt. Soll an dieser Stelle nicht bedeuten, dass Warparty ein Reinfall ist. Es ist schlicht, hat eine gelungene Steuerung und kann vor allem mit Freunden sicherlich Spaß machen. Gleichzeitig ist die Kampagne wenig spektakulär und der Sound haut uns ebenfalls nicht aus den Socken. Auch wenn Warparty keine 60 Euro kostet, sollte man eventuell bis zu einer Rabattaktion warten, bevor man zuschlägt.

Warparty

7.1

Grafik

7.4/10

Steuerung

8.2/10

Umfang

7.1/10

Atmosphäre

7.2/10

Sound

6.2/10

Story

6.5/10

Positiv

  • Klassischen Echtzeit-Strategie-Feeling
  • Ausbalancierte Fraktionen
  • Unterschiedliche Spielmodi

Negativ

  • Unspektakuläre Kampagne
  • Beinah belangloser Sound
  • Kleinere Bugs
  • Noch kein Online-Multiplayer

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