Two Worlds II – Review

Eine Welt war nicht Genug

Two Worlds welches nur für PC Spieler zugänglich war, wurde groß gefeiert und hatte sich schnell eine große Fangemeinde aufgebaut. Dennoch gab es auch einige Kritikpunkte zum Spiel. Nach 3 Jahre folgte  Two Worlds II, welches den Vorgänger gänzlich in den Schatten stellte und die Kritikpunkte des Vorgängers untermauerte. Zudem hatte man auch im Open World RPG die Messlatte höher angesetzt. Lest selbst ob Two World II eine Bereicherung für Open World RPG Fans und PS3 Besitzer ist.

Lasst uns die Welt betreten

Bei einem Open World Rollenspiel ist es keine Frage das ihr eine große Welt erkunden könnt. Ihr beginnt auf einer kleinen Insel, welche einem Tutorial Level gleichgesetzt werden kann, um vertraut mit der Steuerung zu werden, die Insel zu erkunden und sich langsam ins Spiel einzufinden. Ihr habt die Auswahl zwischen 3 Charakterklassen Krieger, Bogenschütze oder Magier, die sich komplett voneinander unterscheiden.  Als Krieger greift ihr auf unzählige Waffenkombinationen zurück und agiert im Nahkampf, während Bogenschützen sich auf ihren Bogen und die Hinterlistigkeit verlassen, und somit Feinde aus weiter Entfernung schwächen und gar erledigen können. Mit den vielen verschiedenen Pfeilen ist der Bogenschütze gerüstet für jede Art von Kreatur gegen die er Kämpfen muss.  Der Magier hingegen kann auf die 4 Grund Elemente zurückgreifen, doch hat man für diesen zusätzlich das Dynamic Enchantment Magic Occultism and Necromancy System eingebracht, mit dem sich Zauber auf unterschiedlichste Weise nutzen lassen können, wie Gift und Totenbeschwörung. Die Punkte werden durch das Level System investiert, dass bedeutet ihr könnt die Punkte neben den Attributen auch in Combos und in das CRAFT (Complete Reshaping And Forging Technology) System einsetzen. Hierbei lassen sich alle Ausrüstungsgegenstände zerlegen, schmieden, mit Zaubersteinen belegen und wieder zusammenbauen. Wie auch beim DEMONS System bietet sich auch hier eine schier unbegrenzte Anzahl von Variationen an. Dazu gesellt sich ein extrem komplexes Alchemie-System, mit dem ihr aus unzähligen Pflanzen, Mineralien oder Resten der Gegner Tränke brauen könnt. Im Gegensatz zur Ausrüstung hat dies kein Gewicht, welches dem Krieger zu schaffen macht falls ihr nicht seine Kondition aufstuft. Sonst leidet ihr an der limitierten Traglast und euch bleibt nur die schwere Entscheidung welchen Ausrüstungsgegenstand ihr zurücklassen müsst.

Durchdachte Steuerung?

Eine nie endende Herausforderung, die Steuerung eines komplexen RPG´s auf einem kleinen Controller unter zu bringen. In der Steuerung merkt man eine Verzögerung die dem Spiel nicht den Spielfluss gibt, welchen es haben sollte. Es fühlt sich mehr nach Befehle geben und dirigieren an, als selbst dabei zu sein. Leider stützt sich Two World II auf zu viele Aktionen pro Taste, anstatt diese auf den Kompletten Controller zu verteilen. Um zu laufen einfach den linken Stick halten, um zu Schleichen brauchst du wieder nur den linken Stick, wie man nach unten zielt wollt ihr wissen, einfach den linken Stick nach unten ziehen, und um den Bogen zu spannen auch einfach den linken Stick nach hinten ziehen. Auch PC Spieler wurden von dieser Steuerung nicht verschont. Da merkt man eindeutig, dass das Spiel für ein Xbox 360 Controller entworfen wurde.

 2 Welten Licht und Schatten

Hiermit ist die Optik des Spiels gemeint. In Two World II finden sich unzählige Lichteffekte, die besonders den Schatten und Ausrüstung des Helden ins Licht rückt. Natürlich hat auch dieser Effekt vom Entwickler einen Namen bekommen, GRACE (Graphics Rendition And Creation Engine), dieser kommt nachts in dunklen Höhlen besonders zum Vorschein wo die Fackel zu eurem besten Freund wird. Der Gesamteindruck ist gut, es wird an den richtigen Stellen nicht mit Details gespart. Dennoch gibt es auch Minuspunkte und zwar wurde bei den Animationen in den Dialogen stark eingespart, da dem Anschein nach die Charaktere beim Dialog wie von Fäden gezogene Puppen wirken. Beim technischen Aspekt mangelt es am Nachladen der Graphik, welche stellenweise den Bildschirm für 1 bis 2 Sekunden freezed. Hier gibt es wiederum geteilte Meinungen, da Two World II für ein Open World Game erstaunlich Pop-Up frei läuft. Dies wird durch einen extremen unscharfen Effekt erzielt, der besonders am Nachthimmel erkennbar ist. Gerade zu Spielbeginn wird euch dies stark auffallen doch mit der Zeit merkt man das es auch zur Atmosphäre des Spiels beiträgt. Leider wurde auf diverse Wettereffekte verzichtet. Regen oder gar ein Gewitter zieht in Two Worlds 2 niemals auf.

Was kommt nach dem Offline Modus?

Natürlich der Online Modus. Ohne Frage liegt das Hauptmerkmal auf dem Offline Modus, doch ist hier der Multiplayer mehr als nur eine billige Zugabe. Zu Beginn heißt es einen neuen Charakter zu erschaffen, der im Gegensatz zum Story bezogenen Helden auch in Geschlecht und Rasse verändert werden kann. Im  Multiplayer wird in die unterschiedlichen Modi unterteilt: Deathmatch, Duell, Kristalljagd und Adventure. Je nach Wahl können dann bis zu 8 Spieler antreten. Deathmatch erklärt sich hier von selbst, beim Duell Modus treten 2 Spieler gegeneinander an und tragen ihren Kampf aus. Die Kristalljagd entpuppt sich als eine Art Capture, wo das Team im weitläufigen Gebiet zuerst eine gewisse Anzahl an Kristallen einsammeln muss um die Runde  zu gewinnen. Bei Adventure gilt es dagegen sich durch Monsterhorden Stück für Stück zum Ende des recht linearen Gebietes zu kämpfen. Adventure besteht aus 7 Kapiteln, die eine in sich geschlossene Handlung erzählen. Sämtliche Gebiete wurden speziell für den Multiplayer entwickelt, welche das aus der Handlung unzugängliche Gebiet darstellen, die sich nördlich der Landkarte finden lässen. Natürlich darf man den Levelaufstieg nicht außer acht lassen, Hier ist es ähnlich wie im Offline-Modus ihr investiert Punkte in Fähigkeiten und Attribute um diese zu steigern. Natürlich sind auch Händler in den einzelnen Kapiteln zu finden, welche für euch bessere Ausrüstung und Waffen parat haben. Zu guter Letzt wurde dem Multiplayer ein Wirtschaftssystem spendiert, in dem es im Village-Modus Ziel ist sein eigenes Dorf zu errichten und zu managen. Als Grundprinzip gilt hier die in den anderen Modis verdienten Auras in Häuser oder dessen Renovierungen zu stecken, die Siedler anlockt, welche wiederum Auras in die Kassen bringen. Manche Häuser bieten zudem einen weiteren Nutzen, etwa den Schmied und div. Händler mit noch besserer Ausrüstung als die im Adventure-Modus. Alles in allem kommt im Multiplayer ein gewisses Maß an Spielspaß auf, verliert allerdings auch sehr schnell an Motivation und Abwechslung.

DLC – Pirates of the Flying Fortress.

Basierend auf dem Feedback der Communitiy haben viele Neuerungen Einzug in das Spiel erhalten. Neben einer verstellbaren Inventar-Anzeige können die Spieler sich nun auch optional beim Segeln unterstützen lassen. Die Steuerung und das bewährte Kampfsystem des Hauptspiels wurden übernommen und um einige Optionen, wie die aktivierbare Anzeige der Schadenspunkte bei Treffern, für den Spieler erweitert. Achievements, abwechslungsreiche Nebenaufgaben und unzählige frei begehbare Dungeons warten entlang der Inseln auf wackere Entdecker. Die technischen Highlights des Spiels kommen auch auf der Konsole voll zur Geltung, ob auf  hoher See oder in den dichten Wäldern, auf euch warten fantastische Effekte und ein unglaubliches Spielgefühl. Während der über 14 Stunden der  Hauptgeschichte wird der Spieler auf eine verwegene Piratencrew, hilfesuchende Geister und einen mysteriösen Kartographen treffen. Das Geschehen auf dem Insel-Archipel wird durch die hauseigene GRACE-Engine der Entwickler von Reality Pump grafisch untermalt und verleiht dem Spielgefühl die ganz eigene Two Worlds 2- Dynamik.  Eine lebendige Umwelt und wunderschöne Sonnenuntergänge laden zum Verweilen auf den Inseln ein.

Fazit

Im Grunde lässt sich Two Worlds 2 jedem empfehlen der dem RPG-Genre nicht abgeneigt ist, bzw. auf eine umfangreiche Charakterentwicklung oder erstklassig präsentierten Handlungssträngen Wert legt. Two Worlds 2 richtet sich fast ausschließlich an Offlinespieler. Zwar kann der Multiplayer für eine gewisse Zeit überzeugen, bietet allerdings keine Langzeitmotivation. So manch einer hätte die zusätzlichen Gebiete sicher viel lieber im Offline-Modus betreten. Bei der Steuerung allerdings kommen gemischte Gefühle zusammen. Zwar wurden die unzähligen Funktionen gekonnt auf dem Controller untergebracht, ziehen allerdings bei der Fortbewegung selber Minuspunkte auf sich. Besonders in Steigungen kommt die Steuerung recht schwammig rüber, bei Richtungswechsel wiederum zu hektisch. Als zweischneidiges Schwert präsentiert sich der grafische Aspekt. Licht und Schatteneffekte, der Detailreichtum, abwechslungsreiche Umgebungen, alles auf erfreulich hohen Niveau.Doch durch das DLC Pirates of the Flying Fortress, welches doch eine menge Neuerungen mit sich brachte, ist Two World 2 im Gesamtpacket ein gelungens RPG für die PlayStation 3 geworden.

 

Teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere