Shadow of the Tomb Raider – Vorschau

2013 wagte man mit „Tomb Raider“ einen gewissen Neustart der Serie. Es folgte „Rise of the Tomb Raider“. Beide Teile stehen für eine junge und noch unerfahrene Lara Croft. Nun soll sich der Kreis schließen. Mit „Shadow of the Tomb Raider“ soll die Protagonistin zur knallharten Abenteurerin werden.

Mittlerweile sind es mehr als 20 Jahre, als „Tomb Raider“ und Lara Croft das Licht der Welt erblickten. Erkunden, Rätseln und die Jagd nach Artefakten standen dabei von Anfang im Vordergrund. Mittlerweile ist Lara Croft ein gleichbürtiges Ebenbild etwa zu Indiana Jones oder auch Nathan Drake. Statt eines amerikanischen Professors haben wir es hier mit einer britischen Archäologin zu tun. Lara Croft hat sich bereits schon seit langem zu einer festen Größe in der Videospielkultur gemausert und kann auf eine eindrucksvolle Geschichte zurückblicken. In dem neuen Abenteuer dürfen wir uns nun auf den Dschungel freuen. Exotische Tiere, eine tropische Stimmung und Pflanzen a la Efeuranken warten nun auf uns. Genauer gesagt geht es jetzt unter anderem in den Dschungel der mexikanischen Halbinsel Yucatàn. Was hat Lara im einstigen Maya – Reich verloren? Wir werden es bald selbst in Erfahrung bringen dürfen.

Im ersten Teil der jungen Lara Croft wurde häufig kritisiert, dass es unglaubwürdig sei, wie sich Lara von einer zarten jungen Frau in wenigen Stunden zu einer wahren Monstermaschine entwickeln kann, die mit Schrotflinte und Maschinenpistole bewaffnet alles aus dem Weg räumt, was sich ihr entgegenstellt. In „Shadow of the Tomb Raider“ soll der Fokus bei Konfrontationen mit Gegnern stärker auf dem Stealth – Gameplay liegen. Das repräsentiert auch der Trailer. Zu sehen ein dichter Dschungel. Ein schwer bewaffneter Trupp bahnt sich seinen Weg hindurch. Lara Croft agiert im Dunklen, huscht immer wieder von einem Versteck zum nächsten und schaltet sie so einen nach dem anderen aus. Ohne jemals wirklich in Erscheinung getreten zu sein, hat sie sich ihrer Feinde entledigt. Maya – Ruinen warten genauso auf uns wie das Erklimmen einer Pyramide. „Shadow of the Tomb Raider“ soll eine Trilogie zu Ende führen, in der sich die junge Lara endgültig von der unerfahrenen Studentin hin zur knallharten Schatzjägerin entwickelt.

Wie steht es um das erste Spiel und gleichzeitig erste Abenteuer? Es stand im Fokus, Lara in eine völlig neue Situation zu werfen. Ohne dass sie es auch nur ansatzweise ahnte, ging es für sie um das pure Überleben. Damit wurde sie zu einer Überlebenden. Sie hat damit auch gleichzeitig sich selbst kennengelernt und herausgefunden, zu was sie imstande ist. In „Rise of the Tomb Raider“ hat sich diese Entwicklung weiter vollzogen. Deutlich größere Gräber sollten diese Entwicklung unter anderem symbolisieren. Lara hat aber auch mit Schicksalsschlägen zu kämpfen. So musste sie herausfinden, dass ihre Stiefmutter Ana nicht die ist, die sie vorzugeben scheint. „Lara würde sich nie als Grabräuber bezeichnen. Das würde sie nie sagen, das klingt ein wenig negativ. Sie würde sagen, ich bin eine Croft, und das bedeutet Schatzjagd, Erkundung, Erforschung, all diese Dinge“ , so Daniel Bisson, der Game Director. Der neue Teil soll sich nicht nur darum drehen, wer eigentlich Lara Croft ist, sondern auch darum, welche Rolle sie in der Welt einnimmt. Natürlich ist sie aus gewisser Perspektive eine Grabräuberin, aber sie ist des Weiteren bereit, gravierende Schritte zu unternehmen, um die Welt zu retten.

Wir kennen die Organisation Trinity bereits aus „Rise of the Tomb Raider“. Außerdem ist in dem Jahr 2018, welches sehr unter dem Stern von Tomb Raider steht, auch der Kinofilm erschienen, der quasi die ersten beiden Teile verfilmt hat. Auch hier steht die Organisation Trinity um Matthias im Zentrum der Aufmerksamkeit. Auch in dem neuen Abenteuer nun steht Trinity auf dem Programm. Das Schicksal ihres Vaters lässt ihr keine Ruhe. Wer diesbezüglich übrigens mehr erfahren möchte, sollte sich den Kinofilm zu Gemüte führen. Es ist der erste der drei Filme, in denen ihr Vater ausführlich zu sehen ist. In „Shadow of the Tomb Raider“ geht es nun nicht nur um die berühmte Frage nach dem „Warum?“, sondern auch um die Motivation von Lara, Trinity zu Fall zu bringen. Ein Rachefeldzug soll das Ganze aber nicht sein. Es geht jedoch um weit mehr als nur um die Organisation Trinity an sich. Lara Croft soll in dem neuen Teil außerdem erwachsener wirken und dementsprechend auch handeln. Dass ihre Handlungen Konsequenzen haben, dessen ist sie sich bewusst. Im Verlauf der Handlung wird sie vor schweren Entscheidungen stehen. Wer jetzt auf interaktive Entscheidungen hofft, der muss enttäuscht werden. Nicht der Spieler trifft diese, sondern Lara selbst muss für sich entscheiden, was sie nun zu tun gedenkt. Sie gerät in Konflikt mit ihrem Egoismus und muss sich die Frage stellen, was nicht unbedingt gut für sie ist, sondern auch für die Außenstehenden, sprich die Gesellschaft und ja die ganze Welt.

Bleibt die Frage, welche Umgebung man für das dritte Abenteuer wählen sollte. Während man nach einem passenden Setting suchte, spielte man seitens der Entwickler mit vielen Ideen. Allerdings sollte Schnee nicht nochmals vorkommen, „Rise of the Tomb Raider“ lässt grüßen. Bei Nachforschungen schließlich über das Überleben in der Wildnis, kam ihnen ein Licht auf. Die gefährlichste Umgebung auf der Welt ist der Dschungel, „noch mehr als Wüste oder Kälte. Es ist verdammt gefährlich, denn es gibt eine sehr große Chance, dass du von irgendwas gefressen wirst.“ So erneut der Game Director. Das stellt aber nicht den einzigen Grund dar für diese Entscheidung. Auch aus nostalgischen Gründen wählte man den Dschungel. Die Umgebung gehört schließlich zu „Tomb Raider“ schon seit dem allerersten Teil. Die Spielwelt stellt dabei gewissermaßen auch einen individuellen Charakter dar. Mit speziellen Gameplay – Mechaniken soll Lara dann mit diesem Dschungel interagieren. Es geht um Kampf, Fortbewegung sowie eine kluge und erfindungsreiche Lara. Wenn man sich den letzten Punkt ansieht, so stößt man unweigerlich auf die Rätsel, die „Tomb Raider“ so berühmt gemacht haben. Stellt sich die Frage, ob Rätsel nach den letzten beiden Teilen wirklich einen zentralen Bestandteil ausmachen werden oder nur optional sind. Die kluge Lara wird aber auch überleben müssen und dafür entsprechende Dinge selbst herstellen. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass die Entwickler selbst nicht von einem Action – Adventure sprechen, sondern von einer Survival – Action. „Wir sind keine Survival – Simulation, aber es geht um Lara gegen die Wildnis.“ Während Lara im ersten der drei Teile noch die Beute beziehungsweise die Gejagte dargestellt hat, und in „Rise of the Tomb Raider“ zum Jäger wurde, ist es bei „Shadow of the Tomb Raider“ so, dass sie kein Jäger mehr ist, sondern „sie ist die Welt, sie wird zum Dschungel.“ Schleichmechaniken sollen demnach mehr im Vordergrund nun stehen. Die rambomäßigen Schusswechsel aus Teil I sollen weniger werden. Stattdessen geht es um eine intelligente Nutzung der Umgebung, um somit möglichst lautlos die Feinde auszuschalten. Klingt auf dem Papier durchaus vielversprechend.

Weiter steht das Überleben und das Erkunden unter Wasser als Komponente mehr vorne an. Das Ganze soll aber nicht „fröhliches Schwimmen mit Delfinen im Meer“ sein. Die entsprechenden Abschnitte sollen stattdessen im Kontext der Umgebung integriert sein. Mit anderen Worten, sie sollen auch Sinn machen, wenn sie gerade zu einem bestimmten Zeitpunkt ins Spiel kommen. Die mexikanische Halbinsel Yucatàn kann Höhlen vorweisen, die unter Wasser stehen. Um die sehr dunkle und enge Umgebung in das Spiel integrieren zu können, soll der Spieler ein klaustrophobisches Gefühl bekommen. Ein Gefühl der Angst soll uns aber auch bei den Gräbern kommen. Die wiederum sollen noch größer und wichtiger werden. Bleibt die Frage, ob die Gräber fester Bestandteil dieses Mal von der Hauptstory werden oder man ihnen theoretisch geschickt wieder ausweichen kann. Bereits wenn wir ein Grab betreten, sollen allerlei Gefahren auf einen lauern. Noch bevor wir überhaupt wirklich in das Grab gegangen sind, kann es uns bereits tödlich erwischen durch fiese Fallen. Wir sollen quasi die Gefahr zu sehen bekommen, also auch der optische Aspekt spielt dabei eine Rolle. „Terrifying Vista“ nennen das die Entwickler, sprich furchteinflößender Anblick. Die Gräber wurden dazu gebaut, Eindringlinge abzuschrecken. So auch eine neugierige Lara Croft. Davon abhalten lassen wir uns vermutlich nicht. „Jede Interaktion in diesen Gräbern wird versuchen, dich umzubringen. Wir nennen das auch tödliche Puzzles.“ Der Game Director würde „Shadow of the Tomb Raider“ am ehesten mit dem Wort Angst umschreiben. Das klingt irgendwie fast schon nach Horrorelementen beziehungsweise adrenalingeladenen Sequenzen, die uns erwarten werden.

Als Lara Croft werden wir wohl auch in einer mexikanischen Ortschaft unterwegs sein. In einer Demo sitzt sie an einem Tisch und grübelt über Dokumente bezüglich eines alten Maya – Artefakts. Der uns bereits aus den beiden ersten Teilen bekannte Jonah kommt hinzu und berichtet uns von einer Ausgrabung sowie von einem mexikanischen Anführer seitens der Trinity. Dieser soll sich nämlich in der Stadt aufhalten. Jonah soll nun in „Shadow of the Tomb Raider“ eine deutlich wichtigere Rolle einnehmen als noch zuvor. Da auch das Stichwort Emotionen in dem neuen Teil einen festen Bestandteil haben sollen, soll der Spieler auch zu Jonah eine gefestigte emotionale Bindung aufbauen. Er wiederum dient gewissermaßen als moralische Orientierung für Lara. Da gerade das berühmte Fest, der Tag der Toten stattfindet, kann sich Lara mit einer Maske ausgestattet unauffällig unter das Volk mischen. Während wir mit Einheimischen sprechen und allerlei traditionelle Dinge auf dem Markt probieren, beschatten wir unsere Zielperson. Eine für uns völlig andere Situation als noch in den Vorgängern. Normalerweise sind wir es nicht gewohnt als Lara Croft so viele NPCs um uns zu haben. Schließlich agierten wir in der Vergangenheit gerne alleine, wo weit und breit keine Stadt in Sicht war. Das erinnert an „James Bond Spectre“, wo auch James Bond sich unter die Menschen am Tag der Toten mischt. Noch deutlicher aber kommt die Reihe „Assassin`s Creed“ hervor. Unauffällig sich unter Menschenmengen zu begeben war in Teil I eine herausragende Aufgabe.

Bleibt abzuwarten, wie die Geschichte rund um die junge Lara Croft ausfallen wird. Es wäre mit Sicherheit nicht schädlich, wenn sich der Fokus nicht nur darauf konzentrieren würde, wie denn die Welt wieder einmal gerettet werden muss.

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