Risen 2: Dark Waters – Review

Nur noch kurz die Welt retten!

In Risen 2: Dark Waters schlüpfen wir in die Rolle des namenlosen Helden, der seit dem Untergang des alten Königreichs die Hoffnung auf Frieden verloren hat. Nur die südlichen Inseln wurden bisher von den Titanenlords verschont.

Aber es kommt noch schlimmer, wir sehen direkt vor unseren Augen wie ein Schiff der Inquisition von einem riesigen Kraken verschlungen wird. Zu unserem Glück hat eine alte Bekannte namens Patty das Unglück überlebt und konnte sich ans Ufer retten. Sie berichtet uns, dass eine gewisse „Mara“ das Auftauchen des Ungeheuers zu verantworten hat und das sie noch mehr plant. Allerdings soll es auf einer der südlichen Inseln eine Waffe gegen sie geben. Ungefähr in der Mitte des Spiels müssen wir eine Einflussreiche Entscheidung treffen. Wir müssen uns entscheiden, ob wir für die Inquisition kämpfen wollen oder ob wir uns den Eingeborenen anschließen wollen. Da diese Entscheidung den weiteren Spielverlauf beeinflusst, motiviert sie zum mehrmaligen Durchspielen. Nun liegt es natürlich an uns die besagte Waffe zu finden. Soweit zur Story, aber konnte Piranha Bytes diese auch gut inszenieren? Leider haben sie bei der Story viel Potenzial verschenkt. Es gibt zwar immer wieder kleinere Zwischensequenzen, die den Spielverlauf ein wenig auflockern, aber die sind dann auch sehr eintönig. Insbesondere das große Finale in Risen 2 hat sich leider als einfacher Endkampf entpuppt. Die richtigen Risen-Fans werden Storytechnisch leider enttäuscht sein, denn außer ein paar Bosskämpfen gibt es keinerlei Höhepunkte im Spiel.


Eine Welt zum Verlieben

Aber natürlich zählt in einem Rollenspiel nicht nur die Story sondern auch die Spielwelt und genau die ist es, die in Risen 2 überzeugen kann. Immer wieder kommen wir in Gebiete an denen wir einfach kurz stehen bleiben wollen, um uns die Umgebung anzugucken. Zudem laufen wir größtenteils durch dicht bewachsenen Dschungel und trotzdem wirkt ein Marsch durch den Wald keineswegs öde, denn wir entdecken immer wieder etwas Neues im Wald. Die Lichteffekte werden in Risen 2 besonders gut in Szene gesetzt. Die ersten 12-16 Stunden im Spiel werden wird uns der Weg vorgegeben, wir können zwar über die Insel laufen und alles erkunden, aber wir haben noch nicht die Möglichkeit die anderen umliegenden Inseln anzusteuern. Wenn wir jedoch nach ca. 15 Stunden unser eigenes Schiff haben können wir unseren Kurs selbst bestimmen. In Risen 2 gibt es insgesamt 7 Inseln, die sich jeweils in Größe und Struktur unterscheiden. Während wir beispielsweise auf Caldera die Gemäuer der letzten Zuflucht für die Menschen erkunden können, dürfen wir an der Schwertküste die tiefsten Dschungel durchkreuzen. In der gesamten Spielwelt sind Schätze und besondere Waffen und Gegenstände zu finden. Aber auch die NPCs um uns herum wirken stimmig, die Eingeborenen etwa tanzen abends um das Feuer und die Piraten sitzen in der Taverne und saufen um die Wette. Die wunderschöne, detailverliebte Welt sorgt dafür dass aus einer Stunde Spielzeit ganz schnell auch mal 3 Stunden werden können.

 

Grafisch keine Konkurenz für den PC

Im Gegensatz zur PC-Version geht die Konsolenfassung grafisch deutlich unter, Die Schatteneffekte in Risen 2 sind ziemlich pixelig. Beim Spaziergang durch die Welt fallen einem die mangelhaften Schatteneffekte aber kaum auf. Wenn man sich im dichten Dschungel hektisch umdreht, fängt es auch häufig an zu ruckeln. Allerdings sehen dafür die Lichteffekte wunderbar aus und können auch auf den Konsolen überzeugen. Der Detailgrad kam auf der Konsolenfassung glücklicherweise auch nicht zu kurz.

 

Malerischer Soundtrack

Zu loben ist zunächst der fantastische Soundtrack des Spiels. Je nach Situation oder Ort in dem ihr euch befindet wird das Geschehen mit stimmiger Musik untermalt. Während der gesamten Spielzeit kam hierbei nicht einmal das Gefühl von Langeweile auf, denn die Musik verschmilzt förmlich mit der Umgebung und schafft somit eine wunderbare Atmosphäre. Allerdings sind die Synchronsprecher der Charaktere und NPCs nur mangelhaft gut. Sie machen zwar ihren Job, konnten uns aber nicht vom Hocker hauen.

 

Auch mit Conroller heil durch die Welt?

Die Tastenbelegung für den Controller, ist überraschend gut ausgefallen. Besonders gut hat uns die Lösung des Schnellinventars gefallen, mit kurzem Druck auf eine der Steuerkreuz-Tasten wählt ihr euren Gegenstand aus. Auch das Handling eures Charakters ist durchaus solide. Die Kämpfe in Risen 2 werden durch Dauerdrücken der VIERECK-Taste bestritten, das macht die Kämpfe mit der Zeit viel zu einfach.

 

Ein wahrer Schatz, oder nur angespültes Treibgut?

Risen 2 ist ein durch und durch gutes Rollenspiel, lediglich in der Technik und der Story haben die Entwickler viel Potenzial verschenkt. Gerade die Fans des ersten Teils werden von der Story  ziemlich enttäuscht sein. Dennoch macht es einen tierischen Spaß durch die große Spielwelt zu laufen und bisher unbekannte Höhlen, Gegner oder Schätze zu entdecken. Wenn ihr Risen 2 wirklich intensiv spielt kommt ihr gut und gerne auf 32-38 Stunden Spielzeit. Insbesondere der tolle Soundtrack trägt zur fantastischen Atmosphäre bei und wird auch nach 35 Stunden nicht langweilig. Jeder, der etwas für Rollenspiele übrig hat sollte sich Risen 2 zumindest mal ansehen, ein technisches Meisterwerk kriegen wir jedoch nicht serviert.

 

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2 thoughts on “Risen 2: Dark Waters – Review”

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