Resident Evil 2 (Remake) – Ein moderner Klassiker (Review)

Resident Evil 2 ist ein Klassiker und für Fans einer der besten Teile der gesamten Reihe. Ursprünglich erschienen 1998 auf der PlayStation, führte das Spiel weiter, was schon den ersten Teil so faszinierend gemacht hat. Es verbesserte sogar viele Mechaniken und führte einige neue ikonische Monster ein. Ob euch der Tyrant oder die Licker auch noch im Jahr 2019 das Fürchten lehren können, wird euch unsere Review zum Resident Evil 2 Remake verraten.

Resident Evil 2 (Remake) – Ein moderner Klassiker (Review)

Raccoon City ist die Heimat der Umbrella Corporation. Hier forscht die als Pharma-Konzern getarnte Firma im geheimen nach dem T-Virus. Dieser Virus ist für die Zombie-Epidemie in Raccoon City verantwortlich und dazu entwickelt, BOW´s (Bio Organische Waffen) zu erschaffen. Bei der Hintergrundgeschichte ändert Capcom so gut wie nichts und alle Fans werden die Geschichte fast in und auswendig kennen. Trotzdem gibt es Unterschiede zum Original, denn Leon etwa hat eine geänderte Lebenssituation bekommen. Die Präsentation der Geschichte wurde jedoch ordentlich aufgebohrt. Die Zwischensequenzen kommen mit neuen Schnitten daher und auch manche bekannten Orte wurden an eine andere Stelle gesetzt. Das führt vor allem bei eingefleischten Fans zu der ein oder anderen kleinen Überraschung. Aber auch Gegner tauchen an anderen Stellen auf und sogar neue Monster haben es ins Spiel geschafft. Hinzu kommt, dass die Dialoge erweitert wurden, um noch tiefer in die Geschichte eintauchen zu können. Allein der Anfang des Spiels hätte besser nicht gelingen können und sprüht nur so vor Atmosphäre. Wir werden nicht direkt in die Action geworfen, sondern ruhig an die Sache herangeführt.

Zwei Geschichten

Zu Beginn können wir zwischen zwei Kampagnen wählen. Entweder beginnen wir mit Leon S. Kennedy oder mit Claire Redfield. Im Grunde ist es auch egal, mit wem wir starten, denn am Anfang verläuft das Spiel recht ähnlich. Jedoch gibt es ab der Mitte einige Änderungen, die es rechtfertigen, beide Kampagnen zu spielen. Wer die komplette Geschichte erleben will, sollte zudem nach dem ersten Durchgang unbedingt den zweiten Durchgang wählen. Denn Resident Evil 2 enthält für Leon und Claire jeweils ein A und ein B Szenario. Im B Szenario ändert sich unter anderem der Einstieg ins Spiel  und Gegner sind anders platziert. Durch diese Aufteilung kommen wir insgesamt auf ca. 20 Stunden Spielzeit. Auch der Schwierigkeitsgrad hat darauf Auswirkung, wie schnell ihr voran kommt. Das Spiel bleibt aber zu jeder Zeit fair, bestraft aber Fehler umso mehr.

Resident Evil 2 (Remake) – Ein moderner Klassiker (Review)

Endlich wieder gruseln

Resident Evil 2 ist dunkel. Sehr dunkel. Ohne unsere Taschenlampe würde wir kaum etwas sehen. Denn viele Gänge und Räume sind nur wenig bis kaum beleuchtet. So kommt schnell eine bedrückende Atmosphäre auf und lässt euch bei jedem Geräusch zusammenzucken. Ihr solltet euch in diesen Situationen nur langsam durch die Gänge bewegen, um nicht einem Zombie in die Arme zu laufen. In diesem Momenten kommen wohlige Erinnerungen an Dead Space auf. Darüber hinaus spart Resident Evil 2 nicht mehr an Gore und Splatter. Jeder Schuss ist an den Gegner sichtbar und bei häufigem Beschuss zerplatzen auch gerne mal Köpfe. Aber auch Arme und Beine können abgetrennt werden, was als taktischer Vorteil genutzt werden kann. Denn ein Zombie ohne Beine kann euch nicht mehr verfolgen. Da die Munition aber immer recht knapp ist, solltet ihr nur im größten Notfall schießen. Im besten Fall nutzt ihr das Messer, das als Nebenwaffe benutzt werden kann. Wie schon im Resident Evil Remake, könnt ihr etwa das Messer auch benutzten, um Gegner, die euch gepackt haben, abzuwehren.

Immer auf den Kopf

Eine der größten Änderungen der Neuauflage ist die Kameraperspektive. Denn diesmal schaue wir Claire oder Leon über die Schulter, anstatt sie mit fester Kamera durch die Gänge zu navigieren.  Wir zielen mit der L2 Taste und schießen mit der R2 Taste, wie in einem modernen Shooter. Sogar bewegen darf man sich, wenn man zielt. Gefehlt hat uns jedoch die Möglichkeit, Angriffen auszuweichen. Die Zombies sind nämlich agiler als sie aussehen und bekommen uns auch mal beim Vorbeirennen zu fassen. Dadurch wird aber jede Begegnung mit einem Gegner zu einem Nervenkitzel. Hinzu kommt, dass die Zombies sehr widerstandsfähig sind und viele Kugeln schlucken. Diese Zutaten machen Resident Evil so gruselig und spannend wie schon lange nicht mehr. Aber auch die Inventar-Organisation ist eine spannende und klassische Angelegenheit. Das könnte nicht jedem gefallen, aber gehört eben zu Resident Evil. Zu Beginn haben wir nur acht Inventarplätze. Diese lassen sich aber mit der Zeit vergrößern. Durch aufmerksames Erkunden und Analysieren der Umgebung macht ihr euch das Spiel mit der Zeit immer etwas leichter. Denn in Notizen etwa werden Kombinationen für Schränke oder auch Tipps zu Rätseln enthüllt.

Resident Evil 2 (Remake) – Ein moderner Klassiker (Review)

Intelligente Karte

Anfangs werden Profis und Kenner des Originals etwas Zeit brauchen, um die vorhandenen Rätsel zu lösen. Denn die Gegenstände, um diese zu lösen, sind an anderen Stellen platziert. Hinzu kommt, dass auch kleinere Rätsel modifiziert oder erweitert wurden. Trotzdem sind die Rätsel nie ein großes Problem, setzen jedoch oft die Kenntnis der Karte voraus. Wer nicht aufmerksam genug ist und die Umgebung gründlich absucht, könnte hin und wieder ins Stocken geraten. Capcom hat jedoch eine kleine Hilfe eingebaut. Die Karte, die wir jederzeit aufrufen dürfen, hat ein intelligentes Gegenstands-System. Alles was wir in den Räumen finden, wird auf der Karte markiert und somit festgehalten. Haben wir alles gelöst oder gefunden ändert sich die Farbe des Raums von Rot auf Blau. Somit erleichtert uns schon die Karte das Lösen der Rätsel enorm. Die Rätsel sind Resident Evil-typisch zwar realitätsfremd, aber nie unlogisch und machen großen Spaß. Schnell kommt man in einen Flow und will immer weiterspielen, weil man in jedem neuen Raum etwas Neues findet.

Schöne alte, neue Welt

Resident Evil 2 wurde mit derselben Engine programmiert wie schon Resident Evil 7. Die RE Engine macht dabei auch eine super Arbeit und zaubert hin und wieder fast fotorealistische Bilder auf den Schirm. Das wirkt sich vor allem auf die Charaktermodelle aus, denn diese sehen einfach klasse aus. Ob es die Wunden sind, die auf den Charakteren angezeigt werden oder der Schmutz, der mit der Zeit hängen bleibt, es ist einfach stimmig. Sogar die Mimik der Charaktere in den Zwischensequenzen sind fast lebensecht. Hinzu kommt die fantastische Soundkulisse. Denn wenn wir uns durch einen dunklen Gang bewegen und hier und da etwas umfällt oder wir Schritte über uns vernehmen, kommt schnell eine bedrückende Atmosphäre auf. Vor allem wenn wir von einem Monster verfolgt werden, verfallen wir schnell in Panik. Nur, dass Gegner in einige Räume nicht eindringen können oder durch ein offenes Tor ohne Hindernis gelangen, kratzt hin und wieder an der Atmosphäre. Aber so wird das Spiel nie zu frustrierend. Lobenswert ist auch die Sprachausgabe, die diesmal auch komplett in Deutsch verfügbar ist. Diese ist auch sehr gut gelungen, denn die Sprecher machen eine klasse Arbeit. Wahlweise ist natürlich auch die englische Tonspur einschaltbar.

Resident Evil 2 (Remake) – Ein moderner Klassiker (Review)

Fazit

Mit dem Resident Evil 2 Remake hat Capcom ganze Arbeit geleistet. Ob eingesessener Fan oder auch Neueinsteiger, ihr werdet euren Spaß haben. Resident Evil 2 ist eben Resident Evil 2 – nur in modern und wunderschön. Dazu gehören das knappe Inventar und die wenige Munition. So ist die Neuauflage endlich wieder Survival-Horror und mit Resident Evil 7 wieder auf dem Weg, der vor über 20 Jahren begonnen wurde. Es gibt in Resident Evil 2 nichts was wirklich stört. Somit zeigt das Spiel, wie ein gutes Remake auszusehen hat. Es fühlt sich irgendwie klassisch an, aber bringt so viel moderne Elemente mit ein, dass es einfach Spaß macht. Grafik und Sound ziehen uns sofort in eine beklemmende Atmosphäre und können voll überzeugen. Für Horrorfans und Kenner des Originals ist die Neuauflage uneingeschränkt empfehlenswert.

Resident Evil 2 Remake

8.8

Grafik

9.5/10

Sound

9.5/10

Steuerung

8.0/10

Umfang

8.0/10

Atmosphäre

10.0/10

Story

8.0/10

Positiv

  • Wunderschöne Grafik
  • Bedrückende Atmosphäre
  • Survival-Horror-Gameplay
  • Gute Steuerung

Negativ

  • Keine Ausweich-Funktion
  • Knappes Inventar
  • Rätsel können etwas verwirrend sein

 

Respektlosigkeit und Überforderung? Werden Pressestellen der Publisher der Verantwortung gerecht?

 

Teilen

8 thoughts on “Resident Evil 2 (Remake) – Ein moderner Klassiker (Review)”

  1. Kenne das Original nicht, komme aber echt nicht weg von der Konsole. Gibt echt nicht viel was mich fesselt beim zocken, aber Resi hat es auch geschafft.

  2. Die “Negativ” Punkte, knappes Inventar und Rätsel können verwirrend sein finde ich lächerlich! Das Inventar ist knapp und das ist gut so, ist auch keine große Herausforderung damit zurecht zu kommen, so wie die Rätsel, verwirrend war jetzt keines wirklich, und auch wenn, ist das bestimmt nichts Negatives! Darf ja nicht zu leicht sein! Ich finde das Spiel super und freu mich schon auf weitere Spieldurchläufe!

Kommentar verfassen