GRIP Combat Racing – Rasant aber nicht perfekt (Review)

Mit GRIP Combat Racing wollen Entwickler Caged Element und Publisher Wired Productions das Genre der Arcade Racer aufmischen. Hierfür präsentieren sie den Spielern rasante Rennen mit über 1.000 km/h. Mit solch einer Geschwindigkeit kann man jedoch schnell über das Ziel hinausschießen.

GRIP Combat Racing - Rasant aber nicht perfekt (Review)

Die Arbeiten an GRIP Combat Racing begannen bereits 2014 und waren stellenweise recht herausfordernd, wie die Entwickler Monate vor dem Release verraten haben. Insbesondere die Fahrphysik war ein heikles Thema. Immerhin erlaubt es uns der Titel nicht nur am Boden, sondern auch an den Wänden und der Decke zu fahren. Gleichzeitig strebte man eine halbwegs glaubwürdige und gleichzeitig interessante Fahrerfahrung an. Was damals lediglich Formulierungen waren, können die Spieler nun selbst testen. Auch wir haben uns in einen der schnellen Wagen gesetzt und den Titel genauestens überprüft. Was dabei herauskam, könnt ihr in den folgenden Zeilen lesen.

Wie es sich für ein neues Spiel gehört, startet man mit der Kampagne und hier begrüßt uns gleich ein passendes Tutorial. Dieses ist zwar nicht revolutionär umgesetzt, erklärt uns aber verständlich, wie GRIP Combat Racing funktioniert. Weil die Entwickler scheinbar auf Nummer sicher gehen wollten, fahren wir im allerersten Rennen gegen niemanden. Wir fahren stupide auf einer ovalen Rennstrecke und versuchen lediglich, die vorgegebenen Rundenzahl zu erreichen. Durchaus ein unspektakulärer Einstieg. In den folgenden Rennen schaltet sich immer mehr frei, sodass wir nicht nur gegen mehrere KI-gesteuerte Fahrer antreten, sondern auch die verschiedenen Power-Ups, Waffen und sonstige Gagdets nutzen können.

Dieser Einstieg in die Kampagne wickelt den heutzutage erfahrenen Spieler in eine Rettungsdecke, die er eigentlich nicht braucht. Was von den Entwicklern sicherlich gut gemeint war, sorgt dafür, dass sich GRIP erst nach einer Stunde richtig entfalten kann.

Schmaler Grat zwischen Frust und Spaß

Wenn man erst einmal den kompletten Umfang von GRIP kennengelernt hat, beginnt der Arcade-Racer ordentlich Spaß zu machen. Man entwickelt ein Gefühl für die Geschwindigkeit sowie Steuerung und liefert sich spannende Kopf-an-Kopf-Rennen mit der KI. Diese ist nämlich alles andere als freundlich und überholt euch regelmäßig. Zudem setzt die Konkurrenz fleißig die bereits angesprochenen Power-Ups und Waffen ein. Diese sind überall auf den Strecken verteilt und müssen gezielt eingesammelt werden. Neben einen Tempoboost kann man zum Beispiel auf Raketen zurückgreifen und somit die Gegner ausbremsen. Außerdem findet man überall Turbo-Felder, die einen kurzen Geschwindigkeitsschub ermöglichen. Es ist sehr schwierig oder sogar unmöglich, ein Rennen ununterbrochen anzuführen, was uns sehr gefällt. Schließlich entsteht somit eine schöne Herausforderung.

Für Frust sorgen allerdings die Strecken. Insgesamt stehen uns 22 abwechslungsreiche Routen zur Verfügung. Leider können diese manchmal äußerst unfair sein. Es gibt immer wieder bestimmte Stellen, an denen man bewusst die Ebene wechseln muss – also beispielsweise unbedingt an der Wand fahren muss. Was im ersten Moment nach einer zusätzlichen Herausforderung klingt, kann darin enden, dass man von der Strecke abkommt und in einem anderen Abschnitt landet. Und plötzlich haben die Gegner eine gigantischen Vorsprung, weil man die gerade zurückgelegte Teilstrecke erneut fahren muss. Wir wissen nicht genau, ob das von den Entwicklern gewollt oder lediglich ein Fehler im Design ist. Nervig ist es aber definitiv.

GRIP Combat Racing - Rasant aber nicht perfekt (Review)

Fairerweise muss man jedoch sagen, dass nicht jede Strecke in GRIP Combat Racing über diese Eigenschaft verfügt. Es gibt definitiv auch welche, wo man ohne größere Komplikationen die Höchstgeschwindigkeit aus seinem Wagen herausholen kann. Im Endeffekt hat man schnell seine Favoriten und freut sich, wenn diese innerhalb der Kampagne auftauchen. In den anderen Modi ist man zudem der Chef und kann selbst wählen, wo man sich mit anderen messen will.

Wie wäre es mit Deathmatch?

Das Schöne an GRIP Combat Racing ist die Vielfalt an Modi. Das Ziel besteht nämlich nicht immer darin, als erster über die Ziellinie zu düsen. Manchmal ist es am Ende eines Rennens wichtig, den meisten Schaden ausgeteilt zu haben und manchmal befindet man sich nicht auf einer Strecke, sondern in einer Arena. Hier erwartet uns ein klassisches Deathmatch, wo derjenigen gewinnt, der die meisten Kills erzielt. Wer ein wenig im Angebot des Arcade-Racers stöbert, wird schnell einen Modus finden, der über einen längeren Zeitraum unterhalten kann. Die Entwickler haben obendrein verschiedene Schwierigkeitsgrade und Geschwindigkeiten eingefügt, was wiederum für mehr Abwechslung sorgen kann. Hier macht GRIP Combat Racing definitiv alles richtig.

Was zudem einen Blick wert ist, ist der sogenannte Carkour-Bereich. Als Spieler kämpft man nicht nur gegen die Zeit, sondern auch gegen die Strecke selbst. Mit gezielten Sprüngen muss man nämlich über Abgründe gelangen, um den nächsten Streckenabschnitt zu erreichen. Selbstverständlich dreht man sich dabei oft um die eigene Achse – oder probiert es zumindest. Am besten schaut ihr euch das folgende Video an, um einen besseren Überblick zu erhalten. Eine gelungene Herausforderung stellen die Carkour-Strecken zweifellos da.

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Unser Highlight ist jedoch der Splitscreen. Was in der heutigen Zeit schon beinah nostalgisch wirkt, kommt bei diesem Titel gezielt zum Einsatz. Solltet ihr über mehrere DualShock 4 Controller verfügen, besteht die Möglichkeit, den Bildschirm zu teilen, sodass bis zu vier Spieler gleichzeitig spielen können. Es lohnt sich also wieder, sich mit Freunden zu verabreden, gemeinsam auf der Couch zu sitzen und die PlayStation 4 anzuschalten. Alternativ bietet GRIP Combat Racing aber auch einen klassischen Multiplayer über das Internet, wo bis zu zehn Spieler gegeneinander antreten können.

Pimp My Ride

Mit Abschluss eines Rennens, eines Deathmatchs oder eines anderen Events sammelt man Punkte und steigt somit im Level auf. Auf diese Weise schaltet man nicht nur neue Fahrzeuge, sondern auch neue kosmetische Gegenstände frei. Wie die Formulierung kosmetisch bereits erahnen lässt, haben die Anpassungen keine Auswirkung auf die Werte der einzelnen Fahrzeuge. Wir können also nicht die Beschleunigung, das Handling oder Ähnliches verbessern. Stattdessen ändern wir das Design der Reifen oder kleben besondere Sticker auf unseren Wagen. Hinzu gesellen sich zahlreiche Farben, sodass man ein halbwegs individuelles Aussehen kreieren kann. Eine durchaus nette Spielerei, die letztendlich aber kaum von Bedeutung ist.

Schön dagegen ist die musikalische Untermalung. Die rasante Geschwindigkeit wird durch elektronische Musik ergänzt, die gut zum Geschehen passt. Gelungen sind auch die Motorengeräusche. Man kann zwar darüber diskutieren, wie ein Fahrzeug klingt, das über 1.000 km/h fährt, es ist alles in allem aber durchaus stimmig. Aus technischer Sicht macht GRIP Combat Racing ebenfalls eine gute Figur. Während unserer Testphase sind uns keine Bugs begegnet und Grafikfehler oder schwammige Texturen konnte wir auch nicht verzeichnen.

Fazit

GRIP Combat Racing macht es den Spielern nicht unbedingt leicht. Irgendwie startet der Arcade Racer zu Beginn nicht so wirklich durch. Wer aber etwas Geduld aufweist, kann beobachten, dass der Titel im späteren Verlauf richtig aufblühen kann. Vor allem der lokale Splitscreen und die Mischung an unterschiedlichen Modi sorgen für Abwechslung und versprechen Spaß über einen längeren Zeitraum. Leider wirkt das Streckendesign nicht immer durchdacht, was in Frustration endet und die Stimmung senkt. Eine klare Kaufempfehlung sprechen wir nicht aus. Wer jedoch Gefallen an dem Genre gefunden hat, kann den Titel im Auge behalten.

GRIP Combat Racing

7.7

Grafik

7.6/10

Atmosphäre

7.3/10

Gameplay

7.0/10

Umfang

8.4/10

Sound

8.1/10

Positiv

  • Gelungener Splitscreen-Modus
  • Passender Sountrack
  • Großer Umfang

Negativ

  • Unspektakulärer Einstieg
  • Belangloses Fahrzeugtuning
  • Stellenweise nur ausreichendes Streckendesign

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