Battlefield 5 – Viel besser als erwartet (Review)

Electronic Arts kehrt zurück zu den Wurzeln der beliebten Battlefield Reihe und katapultiert uns im neuesten Battlefield 5 wieder in den Zweiten Weltkrieg. Dass der Shooter aber noch einiges mehr zu bieten hat und obendrein weiß, wie man die Spieler überzeugt, verraten wir euch in unserer Review.

Battlefield 5 - Viel besser als erwartet (Review)

In den letzten Jahren hat die bekannte Shooter-Reihe einen eher holprigen Weg zurückgelegt. Nach einem grandiosen Battlefield 3, stellte Battlefield 4 nicht wirklich eine Verbesserung dar. Der Nachfolger war im direkten Vergleich sogar enttäuschend. Und Battlefield 1 war solide. Mehr aber auch nicht. Und jetzt versuchen es Electronic Arts und DICE erneut, indem sie auf ein allgemein beliebtes Setting für einen Shooter zurückgreifen. Nichtsdestotrotz waren wir von Anfang an skeptisch und als die ersten Bewertungen seitens der Fachpresse auch nicht unbedingt hervorragend ausfielen, verbesserte dies unsere anfängliche Skepsis keineswegs. Doch je länger wir Battlefield 5 spielten und uns mit dem Titel beschäftigten, umso besser gefällt uns die Angelegenheit. Wir sind sogar vom Ergebnis überrascht. Warum das so ist, verraten wir euch in den folgenden Zeilen.

Lahmer Einzelspieler

Bevor wir den neuesten Ableger der Reihe in den Himmel loben, bewegen wir uns schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Battlefield 5 ist nämlich in keinster Weise perfekt. Ganz im Gegenteil. Es hat auch seine Kritikpunkte und der größte ist zweifellos der Einzelspieler. Bereits im Vorgänger mangelte es an einer notwendigen Tiefe und so ist es auch diesmal wieder der Fall. Entweder spielt man ihn erst gar nicht bis zum Ende oder man spielt ihn einmal durch und ignoriert ihn bis zum Ende seiner Zeiten.

Der Einzelspieler basiert erneut auf die sogenannten War Stories, die voneinander getrennte Geschichten aus dem Zweiten Weltkrieg erzählen. Zwar werden stellenweise sehr interessante Einblicke gewährt und bisher nicht erzählte Bereiche des Krieges präsentiert, wenn das Gameplay aber nicht wirklich spannend ist und man keine Bindung zu den einzelnen Charakteren aufbaut, ist das Ergebnis alles aber nicht spannend. Im Endeffekt rücken wir immer vor, zerstören oder verteidigen ein Ziel und schießen natürlich fleißig auf Gegner. Unerwartete Wendungen gibt es nicht. Und wirklich schlau agiert die KI übrigens auch nicht.

Battlefield 5 - Viel besser als erwartet (Review)

Alles in allem scheinen sich die Verantwortlichen nicht vom Einzelspieler trennen zu wollen und packen daher immer irgendwas Halbherziges in den neusten Ableger der Battlefield Reihe. Dass dieser Bereich aber immer mehr zu einem lieblosen Tutorial für den Multiplayer verkommt, scheint man bewusst hinzunehmen. Wer also abseits der actionreichen Schießereien mit echten Spielern noch etwas Anderes sucht, braucht diesen Test nicht weiterzulesen. Unter diesen Gesichtspunkten ist Battlefield 5 nämlich keine Kaufempfehlung.

Rauf aufs Schlachtfeld

Blicken wir also auf das Herzstück von Battlefield 5. Im Multiplayer bekommen wir ein weiteres Mal vielseitige und große Karten spendiert. Mit Schauplätzen in den Niederlanden oder Norwegen spendiert man uns sogar eine interessante Abwechslung. Immerhin kennt man den D-Day oder den Kampf um Berlin inzwischen auswendig. Trotz neuer Orte bleibt die Zerstörungskraft vorhanden. Wenn wir also über einen längeren Zeitraum in einem Haus auf die Gegner warten, ist es sehr wahrscheinlich, dass irgendwann die Wände zerstört oder der Boden unter unseren Füßen weggesprengt wird. In dieser Hinsicht setzt man also auf gewohnte Muster und die funktionieren wie immer gut.

Was im Vergleich zum Vorgänger jedoch auffällt, ist die Reduzierung von explosiven Waffen. Oder genauer gesagt, gehört es nicht mehr zum Standard, dass überall irgendwelche Granaten für Zerstörung sorgen. Es gibt solche Explosionen weiterhin und es ist keineswegs ruhig auf dem Schlachtfeld, ein nerviges Gespamme gehört aber der Vergangenheit an. Das wirkt sich äußerst positiv auf das Gameplay aus. Vor allem in Kombination mit dem zielgenauen Abfeuern der Waffen. Wo man hinzielt, landet letztendlich auch das Projektil. Das mag zwar nicht immer sehr realistisch sein, in Battlefield 5 kommt es dadurch aber auf die eigenen Fähigkeiten an. Wer regelmäßig spielt, lernt seine Werkzeuge kennen und weiß mit ihnen umzugehen. Fleiß wird also belohnt.

Und bevor wir es vergessen! Erstmals innerhalb der Reihe sind wir nicht nur in der Lage, die Umgebung zu zerstören, sondern sie auch wieder aufzubauen. So können Spieler beispielsweise Barrikaden an Fenstern errichten oder Sandsäcke als zusätzliche Deckung platzieren. Die Möglichkeiten sind alles in allem zwar beschränkt, sorgen aber für frischen Wind und sind durchaus nützlich.

Individuelle Fahrzeugsteuerung

Eine spürbare Neuerung oder eher Verbesserung führt DICE bei der Fahrzeugsteuerung durch. Wer einen schweren Panzer nutzt, muss damit rechnen, dass sich dieser eher träge steuern lässt. Auch ein schnelles Bewegen des Geschützturmes ist nicht möglich. Es braucht seine Zeit. Logischerweise sind derartig Fahrzeuge dann etwas stärker als die kleinen, wendigen. Diese Mechanik kommt obendrein bei allen Vehikeln zum Einsatz und macht die Fahrzeugsteuerung in Battlefield 5 somit zu der besten innerhalb der gesamten Reihe. Gleichzeitig gilt auch hier, der eben erwähnte Grundsatz. Wer viel Zeit in die Nutzung von Fahrzeugen investiert, lernt sie besser kennen und perfektioniert somit seine Fähigkeiten, was sich im Endeffekt stark auf die Motivation auswirkt.

Battlefield 5 - Viel besser als erwartet (Review)

Im Gameplay selbst wirken die Fahrzeuge zudem nicht zu stark. Auch ein bloßer Fußsoldat kann einen feindlichen Panzer oder sogar ein Flugzeug ausschalten. Aufgrund dieser Balance und natürlich vieler weiteren Faktoren entsteht eine sehr gelungene Atmosphäre. Battlefield 5 fühlt sich actionreich, aber auch authentisch an. Insbesondere der erneute Fokus auf Teamplay hat einen positiven Eindruck bei uns hinterlassen. Beispielsweise ist nun jedes Squad-Mitglied in der Lage, die anderen Mitglieder wiederzubeleben. Zusammenbleiben lohnt sich also. Man merkt gut, dass sich die Verantwortlichen auf die Stärken sowie Markenzeichen der Reihe konzentriert und diese weiter perfektioniert haben.

Optische Offensive

Als der Ankündigungstrailer zu Battlefield 5 veröffentlicht wurde, bekamen die Spieler zahlreiche Soldaten mit sehr unterschiedlichen Uniformen zu Gesicht. Es waren sogar Frauen mit Prothesen zu sehen. Was den Anhängern des Feminismus sicherlich ein wahrer Augenschmaus war, kam bei einem großen Teil der Community schlecht an. Es endete sogar in einem Shitstorm. Die Verantwortlichen von Electronic Arts haben danach begriffen, dass sie beim Anpassen der Spielfiguren deutliche Nachbesserungen durchführen müssen und das haben sie letztendlich auch getan.

Zwar gibt es weiterhin extrem viele Möglichkeiten, seinen Charakter aber auch Waffen und Fahrzeuge individuell anzupassen, diese sind nun aber bei Weitem realistischer. Aufgrund der großen Anzahl an unterschiedlichen Gegenständen und der stellenweise vorhandenen Farbvarianten schaffen es die Entwickler einen kleinen Anreiz zu schaffen, fleißig zu spielen. Man ist quasi damit beschäftigt, kleinere Herausforderungen zu lösen, um ein bestimmtes Outfit freizuschalten. Die Angelegenheit lässt sich in gewohnter Manier natürlich mittels Echtgeld beschleunigen bzw. sofort freischalten, verpflichtet ist man dazu jedoch nicht.

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Der Games as a Service Fluch?

Bereits vor dem Release hat man eifrig das Konzept des Game as a Service beworben und der Community bewusst gemacht, dass in sehr kurzen Zeitabständen neue Inhalte für Battlefield 5 veröffentlicht werden. Das sorgte bei uns anfänglich für große Bedenken. Viele Inhalte und Features, die wir uns eigentlich zur Veröffentlichung gewünscht hätten, kommen erst später. Auf der einen Seiten ist es lobenswert, wenn man regelmäßig neuen Content veröffentlicht. Auf der anderen Seiten ist aber nicht in Ordnung, wenn das eigentliche Spiel aus diesem Grund mit einem reduzierten Umfang in den Handel gelangt.

Ob Battlefield 5 nun ausreichend Inhalte bietet, darüber lässt sich streiten. Zum Beispiel finden wir es extrem schade, dass bislang lediglich Deutschland oder England als spielbare Fraktion zur Auswahl stehen. Mehr gibt es aktuell einfach nicht. Nichtsdestotrotz wirkt der Shooter aber auch nicht zu monoton. Wir sind uns ehrlich gesagt unsicher, wie wir diesen Sachverhalt möglichst gerecht und vor allem objektiv bewerten sollen. Zusammenfassend werden es wohl die kommenden Wochen zeigen, ob der Games as a Service Ansatz ein Fluch oder doch ein Segen ist.

Ein kritischer Blick auf die Technik

Joa… wir reden hier über Battlefield und vor allem eingefleischte Fans werden nicht mehr überrascht sein, wenn sie im Multiplayer auf Bugs treffen. Das gehört irgendwie zur Serie und man hat sich inzwischen daran gewöhnt. Allerdings rechtfertigt dies keineswegs das Vorhandensein von Fehlern jeglicher Art. Besonders ärgerlich ist es, wenn man einfach nicht Spawnen kann. Alles funktioniert, nur der letzte und entscheidende Schritt nicht. Abseits davon kann Battlefield 5 aber besonders durch gelungene Effekte, detaillierte Animationen und einer insgesamt sehr eindrucksvollen Inszenierung überzeugen.

Pluspunkte kann der Titel auch beim Sound sammeln. Der Soundtrack ist stets passend und manchmal sogar richtig imposant. Hinzu kommen sehr individuelle Waffengeräusche, die auch sehr wuchtig sein können. Insbesondere Spieler, die zu einem Headset greifen, können hier auf ihre Kosten kommen.

Fazit

Vor dem Release haben wir uns große Sorgen gemacht. Die anfängliche Marketing-Strategie hat auch auf ganzer Linie versagt. Wir haben nicht wirklich damit gerechnet, dass Battlefield 5 das Potenzial haben kann, ein gelungenes Spiel zu werden. Allerdings beweist uns DICE, dass man mit einer Vielzahl an Verbesserungen und kleinen Neuerungen viel bewirken kann. Und so wirkt das gewohnte Konzept ansatzweise erfrischend und sorgte bislang auch für eine gute Portion an Spaß. Ob das langfristig so bleibt, können wir euch nicht sagen. Die Verantwortlichen müssen einfach am Ball bleiben und regelmäßig neuen Content liefern. Für den Moment ist Battlefield 5 aber definitiv einen Blick wert. Bevor ihr euch den Titel kauft, solltet ihr euch aber bewusst machen, was ihr wirklich wollt. Wer auf der Suche nach einer gut inszenierten Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg ist, ist hier ohne Zweifel fehl am Platz. Wer dagegen einen teambasierten Multiplayer sucht, ist absolut richtig!

Battlefield 5

8.1

Grafik

8.8/10

Atmosphäre

8.9/10

Gameplay

8.7/10

Umfang

8.6/10

Sound

8.8/10

Story

5.0/10

Positiv

  • Gelungene Atmosphäre
  • Interessante Fahrzeugsteuerung
  • Viele, kleinere Neuerungen
  • Umfangreiche Anpassung von Spieler, Waffen und Fahrzeuge
  • Starker Fokus auf Teamplay

Negativ

  • Zum Release nur zwei spielbare Parteien
  • Mehrere Bugs
  • Belangloser Singleplayer

 

 

Produktbeschreibung

Nimm mit Battlefield V am größten Konflikt der Menschheit teil, wenn die Reihe mit einer nie da gewesenen Darstellung des Zweiten Weltkriegs zu ihren Wurzeln zurückkehrt. Stürze dich mit deinem Trupp in aufregende Multiplayer-Gefechte wie z.B. “Große Operationen” oder dem neuen kooperativen Modus “Combined Arms”. Erlebe dramatische Kriegsgeschichten im Einzelspieler-Modus, die dich zum Zeugen menschlicher Dramen vor dem Hintergrund globaler Kämpfe machen. Im vielfältigsten und intensivsten Battlefield aller Zeiten erwarten dich epische und unerwartete Schauplätze in aller Welt.

ZENTRALE FEATURES

Der Zweite Weltkrieg, wie du ihn noch nie gesehen hast – Erlebe Kämpfe in unerwarteten, aber entscheidenden Augenblicken des Krieges, wenn Battlefield™ dorthin zurückkehrt, wo alles begann.
Gewaltiger Multiplayer mit bis zu 64 Spielern – Führe deine Kompanie in gewaltige Multiplayer-Gefechte und erlebe neue Modi wie “Große Operationen” und “Combined Arms” oder lasse deine Erfahrung im beliebten Modus “Eroberung” für sich selbst sprechen.
Das intensivste Battlefield-Erlebnis aller Zeiten – Bewege dich mit neuen Soldatenanimationen, Befestigungen und mobilen Geschützen über das Schlachtfeld.
Unerwartete Kriegsgeschichten – Werde im Einzelspieler-Modus Zeuge menschlicher Dramen vor dem Hintergrund globaler Kämpfe. Rase auf Skiern Berge in Norwegen herab, um die Kontrolle über Versorgungslinien für Atomwaffen zu erlangen. Kämpfe mit französischen Kolonialtruppen an der Front, oder begib dich in Nordafrika mit einer Gruppe von Spezialisten hinter die feindlichen Linien.
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