XCOM 2 – Ein Highlight des Jahres? (Review)

Über ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung der PC-Version kam „XCOM 2“ endlich für die PlayStation 4 auf den Markt. Für manch einen Spieler ist das ein äußerst langer Zeitraum. Ob sich das Warten letztendlich gelohnt hat, verraten wir euch in unserer Review.

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XCOM 2 – Ein Highlight des Jahres? (Review)

„XCOM 2“ spielt etwa 20 Jahre in der Zukunft. Die Menschheit hat den Krieg gegen die Aliens verloren und diese haben eine neue Weltordnung geschaffen. Moment! Den Krieg verloren? Hat man im Vorgänger die Aliens nicht besiegt? Kann sein. In diesem Videospiel interessiert es aber relativ wenig, was man in der Vergangenheit geschaffen hat. Und daher hat man den Krieg halt verloren. Tatsächlich hat das sogar einen richtigen Grund. In „XCOM 2“ werden nämlich die Rollen vertauscht und die geheime paramilitärische Organisation XCOM führt eine Invasion durch. Bedauerlicherweise stellen die Aliens eine Übermacht dar und so muss der Spieler auf Guerilla-Strategien setzen.

Aber bei einem Widerstandskämpfer steht noch einiges mehr auf der To-Do-List: Rekrutierung neuer Soldaten, Aufbau eines Widerstandsnetzwerks, Aufdeckung der finsteren Alien-Pläne und natürlich die Rettung der Menschheit. Um all diese Ziele zu erreichen, führen wir ein Team aus bis zu sechs Agenten durch taktische Rundenschlachten und versuchen einen hinterhältigen Angriff nach dem anderen zu vollziehen.

Ein Hoch auf die Steuerung!

Ein derartiges Konzept ist für einen Titel auf dem PC kein Problem, doch die Steuerung auf der Konsole kann hierbei schnell an seine Grenzen stoßen. Zum Glück ist das bei „XCOM 2“ nicht der Fall, denn es spielt sich hervorragend. Um ehrlich zu sein, war dieses Resultat vorhersehbar. Immerhin wirkt die Steuerung der PC-Version bereits so, als wäre eine potenzielle Portierung für die Konsole berücksichtigt worden. Man muss nämlich wissen, dass zum Release im Februar eine entsprechende Umsetzung für die PlayStation 4 noch gar nicht angekündigt war. Aber zurück zum eigentlichen Thema. Beispielsweise die Zielansicht und das Auswählen von Gegnern funktionieren nicht nur gut, sie fühlen sich mit dem Controller auch extrem angenehm an.

Und so können wir unsere Soldaten problemlos eine Vielzahl an Befehlen geben, währenddessen wir gemütlich auf dem Sofa liegen. Ein Umstand, der für derart taktische Rundenschlachten in keinster Form als selbstverständlich anzusehen ist. Nichtsdestotrotz gibt es hier und da Kleinigkeiten, die etwas umständlich, aber wohl auch nicht besser lösbar sind. Als Beispiel lässt sich die Nutzung von Granaten nennen. Einfach eine Taste drücken und schon fliegt die kleine Bombe los, ist in „XCOM 2“ nicht möglich.

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 Ich bin hier oben

Abseits der Jagd auf unsympathische Aliens kümmert sich der Spieler um seine mobile Basis – dem Zentrum des Widerstandes. Von hieraus organisiert man alles und bemüht sich, zahlreiche Verbesserungen freizuschalten. Von enormer Bedeutung sind die Ingenieure. Jeder von ihnen bekommt eine bestimmte Aufgabe zugeteilt und räumt dadurch neue Räume frei oder verbessert die Leistung verschiedener Anlagen. Doch damit alles reibungslos funktioniert, werden Ressourcen benötigt. Diese wiederum erbeutet man aus Missionen oder durch das Plündern von Depots auf der Weltkarte. Mit an Bord sind außerdem Wissenschaftler, deren Aufgabe im Grunde nur darin besteht, die Forschungsgeschwindigkeit passiv zu erhöhen. Nützlich ist dies allemal. Also auch ein Dank an die Wissenschaftler, die den Widerstand voranbringen!

Apropos Weltkarte. Dank der Mobilität der eignen Basis eilt man stets quer durch die Welt und versucht diese eben zu retten. Immer wieder trifft man folgenschwere Entscheidungen. Rettet man eine nützliche Person oder leistet man einer anderen Widerstandsgruppe notwendige Hilfe? Egal welchen Weg man einschlägt, es gibt stets Vor- und Nachteile. Dieses Prinzip sorgt außerdem für einen hohen Wiederspielwert, der ebenfalls durch einen Game-Over-Timer in die Höhe getrieben wird. Nicht nur der Spieler, sondern auch die Aliens besitzen nämlich eine grundlegende Mission. Sobald die Besatzer das vorgeschriebene Ziel erreichen, hat der Spieler die Kampagne verloren. Daher muss man den feindlichen Fortschritt kontinuierlich sabotieren und ihn somit in die Länge treiben.

Obwohl das Grundgerüst eine fabelhafte Performance hinlegt, kommt die Story eher flach daher. Sie ist keineswegs schlecht, sie wird stattdessen einfach nicht imposant in Szene gesetzt. In Wirklichkeit entsteht hierdurch aber kein negativer Punkt. Denn irgendwie hat man als Spieler sowieso viel zu viel mit anderen Dingen zu tun. Und so kann man darüber hinwegsehen, dass besonders die Figuren keine fesselnde Persönlichkeit besitzen und auch keinen richtigen Tiefgang vorweisen können.

Seid leise!

Blicken wir lieber erneut auf die Kämpfe. Da man in „XCOM 2“ in die Rolle der Widerstandskämpfer schlüpft, empfiehlt es sich nicht, lautstark auf sich aufmerksam zu machen. Das ist auch der Grund, warum man im Schutz der Tarnung gegen die Aliens vorgeht. Vor allem zu Beginn der Kampagne sterben unsere kleinen Helfer jedoch reihenweise, was natürlich auch vom Schwierigkeitsgrad abhängig ist. Nichtsdestotrotz merkt man schnell, wer hier wen unterdrückt. Doch je weiter man im Spielverlauf vorankommt und je besser die Ausrüstung der eigenen Männer ist, desto eleganter lassen sich die Widerstandsaktionen vollziehen. Aber wie bereits erwähnt: Seid leise! Es fühlt sich sowieso hervorragend an, wenn man eine feindliche Patrouillien erfolgreich in einen Hinterhalt locken kann und die Salven aus den eigenen Waffen dann auf sie einprasseln. Es sollte jedoch berücksichtigt werden, dass nicht jeder Gegner gleich ist. Im Gameplay erwarten den Spieler unzählige Gegnertypen, die selbstverständlich jeweils über andere Fähigkeiten und Eigenschaften verfügen. So dauert es eine Weile, bis man jeden Typ durchschaut und eine passende Taktik zur Bekämpfung entworfen hat. Vor allem dieser Aspekt bekräftigt erneut den hohen Wiederspielwert des Spieles und sorgt gleichzeitig für eine größere Herausforderung.

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Hat man sich dann ein wenig eingespielt, überlebt auch eine größere Anzahl an Widerstandskämpfern die Gefechte. Danach kassiert man Erfahrungspunkte, die neue Level und somit auch weitere Fähigkeiten freischalten. Hinzu gesellt sich ein gefühlt gigantischer Pool aus Anpassungsmöglichkeiten, die für eine noch vielfältigere Auswahl an möglichen Taktiken sorgen. Und wenn wir schon beim Thema sind: Es gibt insgesamt fünf verschiedene Klassen an Soldaten, die einen ganz eigenen Fähigkeitenbaum besitzen. Die Kombination aus all diesen Aspekten erzeugt eine riesige Anzahl an Möglichkeiten, einen taktischen Plan für die künftige Vorgehensweise zu erstellen. Eigentlich sollte man meinen, dass man als Spieler schnell ein ganz bestimmtes Team erschaffen hat. Doch dem ist nicht so. Aufgrund der weltweiten Verteilung der Missionen herrschen vielfältige Bedingungen vor. Mal agiert man in der Wildnis und ein anderes Mal kämpft man in dem Zentrum einer Megastadt.

Was sagt die Technik?

In dieser Hinsicht haben die PS4-Spieler wenig zu meckern. Die Bildwiederholrate bewegt sich recht stabil um die 30 FPS. Lediglich bei größeren Explosionen lassen sich geringere Werte feststellen, jedoch alles in einem Rahmen, den man bedenkenlos akzeptieren kann. Für ein Spiel auf der PlayStation 4 wird zusammenfassend ein gutes Ergebnis abgeliefert. Besteht man auf einen Vergleich mit der bereits im Februar veröffentlichten Fassung für den PC, fallen natürlich einige Dinge auf: Kleinere Kamerafehler, stellenweise fehlerhafte Animationen und gelegentliches Tearing in den Zwischensequenzen. Nichtsdestotrotz sieht „XCOM 2“ auf der Konsole echt klasse aus und läuft problemlos. Die Spieler müssen jedoch mit verhältnismäßig langen Ladezeiten rechnen. Man kann hin und wieder bis zu 90 Sekunden auf das Fortsetzen des Gameplays warten.

Authentisch wird es beim Sound. Denn angeheuerte Soldaten sprechen gelegentlich ihre eigene Sprache, was wir als äußerst positiv und eben authentisch empfanden. Der Soundtrack ist stets passend zum aktuellen Geschehen gestaltet und treibt den Spieler förmlich an, aktiv zu werden. Bedauerlicherweise hatten wir während unser Testphase gelegentlich ein kurzes Aussetzen beim Ton. Ein wenig nervig, wobei wir gestehen müssen, dass wir hier Kritik auf einem hohen Niveau ausüben.

Fazit:

Wem „XCOM 2“ nicht gefällt, der sollte sich definitiv ein anderes Genre suchen. Denn was die Entwickler Fireaxis Games zusammen mit 2K Games abgeliefert haben, ist einwandfrei und zweifellos eine grandiose Arbeit. Das Spiel läuft ohne größere Beanstandungen auf der PlayStation 4 und kann vor allem mit seiner Langzeitmotivation überzeugen. Darüber hinaus erhalten die Spieler, sofern sie den passenden Schwierigkeitsgrad gewählt haben, eine wahre Herausforderung, an der man sich schonmal die Zähne ausbeißen kann. Wer actionreiche und gleichzeitig taktische Rundenschlachten sucht, macht mit „XCOM 2“ nichts verkehrt. Klar Kaufempfehlung!

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Beschreibung zum Spiel

XCOM 2 ist der Nachfolger von XCOM: Enemy Unknown, dem preisgekrönten Strategiespiel aus dem Jahr 2012. Die Erde hat sich gewandelt. Zwanzig Jahre sind vergangen, seit die Staatsoberhäupter der Erde den Aliens ihre bedingungslose Kapitulation angeboten haben. XCOM, die letzte Verteidigungslinie des Planeten, wurde dezimiert und zerschlagen. Nun, in XCOM 2, herrschen die Aliens auf der Erde und errichten funkelnde Städte, die der Menschheit vordergründig eine blendende Zukunft verheißen, in Wahrheit aber nur einen finsteren Plan verdecken und alle ausschalten, die sich der neuen Weltordnung widersetzen. Nur diejenigen, die am Rand der Welt leben, verfügen über ein geringes Maß an Freiheit. Und hier sammelt sich erneut eine Macht, um für die Menschheit zu kämpfen. Zur ständigen Flucht getrieben und mit nur geringen Erfolgsaussichten müssen die verbliebenen XCOM-Kräfte einen Weg finden, einen weltweiten Widerstand zu entfachen und die Alien-Bedrohung ein für alle Mal auszuschalten.

XCOM AUF DER FLUCHT: Übernimm das Kommando über die Avenger, ein Versorgungsschiff der Aliens, das in das mobile Hauptquartier von XCOM umgewandelt wurde. Der neue nichtlineare Spielablauf überlässt dir die Entscheidung, wo dein Einsatzteam zuschlagen soll, wie du dir Unterstützung sicherst und wann du auf feindliche Gegenangriffe reagierst.

TAKTISCHER GUERRILLAKAMPF: Neue Gameplay-Systeme bieten noch mehr taktische Flexibilität im Kampf. Der Zustand der Welt beeinflusst die Umgebung jedes Kampfes. Tarne dich und locke feindliche Patrouillen in Hinterhalte. Plündere Feinde und finde wertvolle Ausrüstung und Artefakte. Rette VIPs und gefallene Kameraden, indem du sie zum Evakuierungspunkt bringst.

FORSCHEN, ENTWICKELN UND VERBESSERN: Konfiguriere und baue Räume auf der Avenger, um XCOM neue Möglichkeiten auf dem Schlachtfeld zu schaffen. Forsche mit deinen Wissenschaftlern und Ingenieuren, entwickle und verbessere Waffen für deine bevorzugte Taktik.

 

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2 thoughts on “XCOM 2 – Ein Highlight des Jahres? (Review)”

  1. Hatte vorher die PS3 spiele gespielt gehabt und war immer von Xcom begeistert auch dieser für die ps4 bin total zufrieden mit einigen Mängeln wie das Ruckeln im Spielverlauf oder die Abstürze beim zu langem Laden das stört schon etwas hoffe die beheben das bald mit einem Update sonst ist es gut gut für mich

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