The Witcher 3: Wild Hunt – Interview und große Gameplay-Preview

Wenn auf der Gamescom 2014 ein Rollenspiel die Blicke auf sich ziehen konnte, dann war es The Witcher 3: Wild Hunt. Dieses RPG könnte alles bisher dagewesene in den Schatten stellen, denn in Sachen Open-World streben die Entwickler, des polnischen Studios CD Projekt RED, völlig neue Maßstäbe an. Doch können die Entwickler ihre Versprechen einhalten? 

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Auf der Gamescom, welche am Sonntag endete, konnten wir dieser Frage zumindest teilweise nachgehen. Genauer gesagt durften wir in einer Gameplay-Präsentation einen Blick auf einen Teil der Spielwelt werfen und einige Fragen an die Entwickler stellen. Trotz des ganzen Messe-Stresses sorgten die Mitarbeiter des CD Projekt RED-Teams für eine ausgelassene Stimmung und scherzten was das Zeug hält. Nachdem wirklich jeder eingeladene Gast mit gutem polnischem Mineralwasser versorgt war, bekamen wir eine kurze Story-Einführung. Wer die Vorgänger des dritten Teils gespielt hat, weiß um Geralts Problematik.

 

Für Witcher-Neueinsteiger hier eine kurze, grobe Zusammenfassung.

Das mittelalterliche Fantasy-Rollenspiel, basiert auf Romanen des polnischen Autors Andrzej Sapkowski und war das Erstlingswerk des Entwicklers CD Projekt. Im Mittelpunkt der Geschichte von The Witcher steht Protagonist Geralt von Riva, dessen Existenz als Hexer und Ruf als Monsterjäger vielen Bewohnern der Welt ein Dorn im Auge ist. Auch durch seine Erscheinung hebt sich Geralt maßgeblich von normalen Menschen ab. Mit weißen Haaren, einer tiefen Narbe im Gesicht und bernsteinfarbenen Augen ist es schier unmöglich unauffällig zu bleiben. Seine besonderen Fähigkeiten und die Einnahme von bestimmten Mutagenen und Tränken machen ihn zu einem zähen und unberechenbaren Kämpfer. Diese Fähigkeiten müssen ihn auch oftmals aus der Misere retten, denn die Länder um Kaiserreich Nilfgaard bekriegen sich aufs Blut. Die Menschen ziehen gegen die Anderlinge sprich Elfen(Scoia’tael ), Zwerge, Halblinge etc. in den Krieg, wobei Geralt zwischen den Fronten steht.

Durch selbst getroffene Entscheidungen, welche sich auch Spiel übergreifend auf zukünftige Beziehungen auswirken, steht dem Spieler die Wahl des Weges frei. Geralt muss sich im Laufe der Geschehnisse mit allerhand Problemen herumschlagen, wie Königsmorde durch unbekannte Hexer oder die Entführung seiner Liebsten Yennefer, durch die Armee der wilden Jagd. Zusammen mit Zauberin Triss Merigold schlägt sich der Hexer durch zahlreiche Aufgaben und versucht den Machenschaften der wilden Jagd ein Ende zu bereiten. Geralt ist wirklich kein typischer Held in strahlender Rüstung. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, schläft sich durch sämtliche Bordelle der Welt und gibt sich nur ungern mit Menschen ab, es sei denn es springt etwas für ihn dabei raus. Eine spezielle Persönlichkeit, die ihn authentisch und irgendwie sympatisch macht.

Die Handlung der The Witcher-Reihe könnte kaum verworrener und umfangreicher sein. Denn die unzähligen Orte und Charaktere sind selbst für eingefleischte Fans leicht überfordernd. Dieses Problem zeigte sich zum Release des zweiten Teils Assassins of Kings, wo Neueinsteiger der Story kaum folgen konnten. Dieses Problem soll in The Witcher 3 gelöst werden, dazu später mehr.

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Bei der Präsentation wurde uns ein Teil der Welt vorgeführt und wie der Spieler seine eigene Storyline erschaffen kann. Dabei setzen die Entwickler auf einen nicht linearen, offenen Spielverlauf. Der Spieler ist nicht an den typischen Questverlauf gebunden, sondern kann sich seine Zeit individuell einteilen. Dabei wird der Schwierigkeitsgrad je nach Spielart anders angepasst. Geralt kann so zum Beispiel einen Auftrag annehmen und sich sofort via Schnellreise zum Ziel porten und diesen abschließen. Wenn er jedoch den längeren Weg zu Pferd eingeschlägt, winken zahlreiche Nebenquests, welche den Spieler mit durchaus hilfreichen Gegenständen für den Auftrag belohnen. So setzt sich die geschätzte Spielzeit aus 100 Stunden zusammen, denn wie es sich für ein Rollenspiel gehört, laden die Orte zum erkunden und nicht zum durchrushen ein.

Den Umfang der Welt entsprechend, erstmal 2 Monate Urlaub beantragt

Wir starten in der größten Handelsstadt Novigrad, welche in Sachen realistischer Darstellung und gefüllter, belebter Atmosphäre jedes RPG um Längen übertrifft. Die Menschen gehen ihren Beschäftigungen nach. Als Resultat aus den vorher getroffenen Entscheidungen, reagieren die Bewohner immer anders auf den Hexer. Wechselnde Wetterlagen und der Tag/Nacht-Zyklus beeinflussen die NPC’s ebenfalls. So flüchten sich die Bewohner bei Gewitter in ihre Häuser und bei anbrechender Dunkelheit eilt jeder Soldat zu seinen Posten um die Stadt zu verteidigen.

Wir kommen gerade von einer erfolgreichen Monsterjagd  und erfahren von unserem Auftragsgeber, dass eine schwer verletzte Frau mit aschfarbenen Haar gesehen wurde. Bei dieser Dame soll es sich um Ciri handeln (das Überraschungskind und eine Hauptfigur aus der Roman-Reihe), die von der wilden Jagd verfolgt wird. Unsere Suche führt uns raus aus dem malerischen Novigrad ins weniger freundliche und düstere Sumpfgebiet. Dabei werfen wir einen ersten Blick auf die Karte. Die  Spielwelt macht schon einen überwältigenden Eindruck, doch die Entwickler wollen noch einmal mit stolz zeigen was möglich sein soll. Wir blicken auf  ein riesiges Areal, welches sich zwischen uns und einer entfernten Gebirgskette erstreckt. Die gesamte  Umgebung soll erkundbar sein und selbst Berge können erklettert und bereist werden. Dabei kann Geralt seinen Weg zum Ziel selbst entscheiden. Er kann eben an Felswänden emporklettern, tauchen, schwimmen oder reiten.

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Lasst uns kämpfen!

Auf dem Weg durch das Sumpfgebiet begegnen wir den ersten Monstern. In diesem Falle Zombies, die wir fachgerecht mit dem neuen Kampfsystem zerlegen. Im dritten Teil ist das Einsetzten der Hexer-Zeichen effektiver wie nie. Mit den Kräften Aard, Yrden, Igni, Quen und Axii kann Geralt die Kreaturen weg stoßen, betäuben, verbrennen oder ihr Bewusstsein beeinflussen. Jedes Monster bedarf dabei anderer Bekämpfungsmaßnahmen. Selbst die Umgebung kann im Kampf zu unserem Vorteil genutzt werden. So können wir die Gase des Sumpfes mit unserem Igni-Feuerzauber in Brand stecken und den Gegnern den Gar ausmachen. Abgesehenvon seinen Hexer-Kräften ist Geralt ein ausgezeichneter Schwertkämpfer und verfügt über diverse, aufwertbare Waffen. Neben den beiden Schwertern neuerdings auch über die  Handarmbrust ”Gabriel”.

Am Ziel angekommen erwarten uns wieder zahlreiche Dialoge und einen Deal mit drei zwielichtigen Damen. Damit wir weitere Hinweise zu dem Aufenthaltsort der Frau erhalten, sollen wir als Gegenleistung im Nachbardorf aufklären wer verantwortlich für das Sterben der Dorfbewohner ist. Der Älteste warnt uns vor einer dunklen Macht, welche den Wald und die flüsternden Hügel verpestet. Schnell ist das mordende Monster ausfindig gemacht. Ein Werwolf treibt sein Unwesen. Um die Kreatur zu erledigen muss sich Geralt auf den Kampf vorbereiten, denn dieser hat es in sich. Im Modus der Meditation kann Geralt nicht nur die Zeit bestimmen sondern auch Mutagene einnehmen, die ihn resistenter gegen Verletzungen und schneller werden lassen. Die Einnahme der Tränke ist jedoch beschränkt und die Wahl sollte gut überlegt sein. Nach dem Kampf, welche alle hervorragend musikalisch unterlegt sind, führt uns die Stimme der Hügel in eine Kammer. Dort fleht uns eine abscheuliche, mit einem Baum verwachsende, Kreatur an diese zu befreien, damit sie das Dorf schützen könne. Nun steht uns wieder unsere Entscheidung frei. Wir entscheiden uns dem widerwärtigem Geschöpf nicht zu trauen und dieses zu vernichten. Als Belohnung für unseren Teil der Abmachung, fordern wir die Hinweise von den drei mysteriösen Damen.

Diese Entscheidung werden wir bereuen

Diese zeigen uns ihre wahre Gestalt und im gleichen Moment bereuen wir unsere Abmachung. Die Hexen könnten aus einem Horror-Spiel entsprungen sein. Der Deal des Hexers mit den Damen zeigt wie einschlagend die Konsequenzen unserer Entscheidungen sein können. Auch wenn wir unserem Ziel ein Stück näher gekommen sind, hätten wir den Geist des Baumes, lieber befreien sollen. Er hätte die elternlosen Kinder des Dorfes schützen können, denn von ihnen fehlt seitdem jede Spur.

The Witcher 3 wird in jeder Hinsicht größer. Innerhalb der Präsentation trafen wir auf zahlreiche Gegenertypen, etliche Dialoge und unzählige Möglichkeiten, die Welt zu erkunden. Bei solch einer überwältigenden Darstellung bleibt der Zweifel, ob sich das Entwicklerteam nicht übernommen hat. Denn Gebiete wie No Man’s Land oder die Skellige Inseln wollen auch abwechslungsreich und detailliert geschaltet sein. Areal-Recycling wie zu Dragon Age 2 Zeiten waren das beste Negativbeispiel. Wie dem auch sei, CD Projekt RED will sich nicht nur mit dem Ehrenplatz begnügen, sondern will sich den Thron der Rollenspiele für lange Zeit sichern. Wir sind sehr auf das Ergebnis gespannt und können die Zeit bis zum Release am 24. Februar kaum erwarten.

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Nach der Präsentation hatten wir Gelegenheit, den Entwicklern einige Fragen zu dem Mammutprojekt zu stellen.

PS4info: ” Die The Witcher-Reihe ist an Story-Intensität kaum zu übertreffen, gerade aus diesem Grund dürfte es gerade neuen Spielern sehr schwer fallen, in das Finale der Trilogie einzusteigen. Ihr hattet für dieses Problem eine erste Überlegung bekanntgegeben. Ihr wolltet eine Zusammenfassung erstellen, was muss man sich darunter vorstellen?”

CD Projekt RED: ”Das ist richtig, dieses Problem wollen wir in Wild Hunt besser lösen. Wie genau wir das umsetzten ist noch nicht klar, wir arbeiten aber daran. Vermutlich werden wir einen Prolog zusammenstellen.”

PS4info: ”Bei dem zweiten Teil  von The Witcher hatten die Spieler die Möglichkeit, spezielle Rüstungen oder Waffen, die  aus dem ersten Teil erspielt wurden, zu übernehmen. Wird das auch im  dritten Teil möglich sein?”

CD Projekt RED: ”Wir hoffen den Spielern zu diesem Punkt soviel ermöglichen zu können, wie es in den Vorgängern der Fall war. Die Übernahme wird relativ schwierig, da wir die Optionen für die Next-Gen-Konsolen optimieren müssen.”

PS4info: ”Vielen Dank und viel Erfolg zum Launch.”

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