Tom Clancy’s The Division – Angespielt

Nach einigen interessanten Gameplay-Videos und Screenshots, konnten wir am Wochenende nun endlich selbst die Zügel in die Hand nehmen und mittels der Beta einen ersten Blick auf „The Division“ werfen. Wir waren positiv überrascht.
Doch bevor wir einen Schritt ins düstere New York setzen konnten, quatschte uns jemand in einem Video voll und erklärte uns die Steuerung etwas näher. Gut, haben wir verstanden. Los geht’s! Zunächst waren wir in der Lage, einen individuellen Charakter zu erstellen. Da in der Beta lediglich die Wahl zwischen „Männlich“ und „Weiblich“ bestand, war das Thema mit der Individualisierung dann auch wieder beendet. Jedoch wird dem Spieler in der fertigen Vollversion sicherlich etwas mehr zur Verfügung stehen. Entsprechende Felder waren immerhin vorhanden, nur konnte man auf diese nicht zugreifen. Nachdem dieser anstrengende Part erledigt war, fanden wir uns als frisch gebackener Agent in einem Helikopter wieder, wo uns eine fremde Frau irgendetwas erzählt, was im Großen und Ganzen aber total unnötig war. Jedoch war dieser eher lahme Einstieg schnell vergessen, denn nach einem kleinen Fußmarsch konnten wir endlich richtig loslegen. Die Toren zur Stadt standen uns offen!

Tom Clancy’s The Division™ Beta

Bleiben wir auch gleich bei der Stadt und lassen noch etwas Handlung mit einfließen. New York, besser gesagt der Stadtteil Manhattan, hat sich von einer belebten Region, in eine düstere und verlassene verwandelt. Der Grund dafür ist eine Epidemie, die mittels Geldscheinen verbreitet wurde und halt genau im Herzen von Manhattan begann.

Tom Clancy’s The Division™ Beta

Und dieses im Grunde postapokalyptisches Feeling wurde perfekt eingefangen. Überall stehen herrenlose Fahrzeuge und es liegen unvorstellbare Mengen an Müll herum. Ergänzt wird das Stadtbild durch Leichensäcke und Quarantäne-Zonen, die oftmals bereits aufgegeben wurden. Was uns sehr begeistert hat: Neben einigen Vögeln und zurückgelassenen Hunden kreuzten immer wieder Ratten unseren Weg, in Anbetracht der Müllmassen ein authentisches Feature. Doch selbstverständlich begegnen wir als heldenhafter Division-Agent, der die Stadt wieder in sein eigentliches Erscheinungsbild zurückverwandeln will, nicht nur Tieren, sondern auch Menschen. Zum einen handelt es sich hierbei um Zivilisten und zum anderen um Kriminelle. Beide Fraktionen passen ebenfalls perfekt ins Stadtbild.

Tom Clancy’s The Division™

So wirken die Zivilisten oft verängstigt und wir konnten sogar beobachten, wie einige auf der Straße starben, indem sie einfach umfielen. Wieder eine schöne Sache: Gelegentlich bitten uns Menschen um Hilfe und fragen nach nützlichem Zeugs. Gehen wir auf diesen Gesuch ein, erhalten wir im Gegenzug etwas von ihnen. Zwar ist das Verhältnis vereinzelt unrealistisch (z.B. Müsliriegel gegen doppelläufige Schrottflinte), dennoch eine durchaus elegante Funktion, die die Authentizität bekräftigt. Auf die Kriminellen gehen wir weiter unten genauer ein.
Werfen wir zunächst einen Blick auf das Wetter. Das ändert sich nämlich ständig, bleibt dennoch winterlich und dank der stellenweise auftretenden Dekoration kommt gelegentlich sogar Weihnachtsfeeling auf. Natürlich in Anbetracht der Apokalypse nur geringfügig. Aufgrund der kalten Jahreszeit ist es ohnehin oft bedeckt, was der düsteren Atmosphäre äußerst behilflich ist. Hin und wieder schneit es leicht bis stark, es wird nebelig und natürlich ist es mal hell und mal dunkel. Zusammenfassend ein äußerst gelungenes System, das unser Gameplay deutlich beeinflussen kann.
Doch neben der Spielwelt, die für eine Beta bereits riesig war, gibt es noch einiges, worauf wir eingehen sollten. Wie zum Beispiel auf die angesprochenen Kriminellen. Wir sind sowohl auf Plünderer, die oftmals lediglich eine Pistole besitzen, als auch auf die sogenannten Cleaner gestoßen. Letztere zeichnen sich vor allem durch Schutzanzüge und Flammenwerfer aus. Unterschätzen sollte man jedoch keine dieser Fraktionen. Denn jeder Gegner besitzt, wie der Spieler auch, ein Level. Je höher dieses, logischerweise desto stärker der Gegenspieler. Das Interessante an den Aufeinandertreffen mit den NPC ist deren künstliche Intelligenz. Zwar kündigte Ubisoft bereits an, dass diese sehr gut ausgearbeitet sein soll, doch mit einem derart guten Resultat hatten wir nicht gerechnet. So muss man darauf gefasst sein, dass die Feinde scheinbar problemlos auf einen LKW klettern und euch aus einer erhöhten Position unter Beschuss nehmen. Auch versuchen sie immer wieder, euch zu flankieren. Dementsprechend entstanden mehrfach herausfordernde Situationen. Glücklicherweise lohnte sich die Mühe meist, da wir Waffen, Munition und sonstige Ausrüstung, die die Gegner fallen lassen, aufsammeln können. Aktive Shooter-Spieler sollten allerdings eins wissen. Allein durch einen Kopfschuss sterben die Gegner nicht. Stattdessen besitzen sie eine gewisse Anzahl an Lebenspunkte, sodass stets mehrere Schüsse notwendig sind, um zu dominieren. Im Vorfeld waren wir etwas skeptisch, jedoch konnte „The Division“ auch hier erneut überzeugen.
Je mehr Gegner wir töten, je mehr sammelbare Gegenstände wir sammeln und je mehr Missionen wir abschließen, desto mehr Punkte bekommen wir und desto schneller steigen wir im Level auf. Dieser wiederum schaltet Skills frei und gewährt uns Zugang zu neuer Ausrüstung, die wir im Vorfeld zwar angehäuft haben, aufgrund einer Levelbegrenzung aber bislang nicht verwenden konnten. Die besagte Ausrüstung wird in verschiedenen Bereichen unterteilt, wie beispielsweise Masken oder Knieschoner, und hat stets Vor- und Nachteile. Des Weiteren können wir unsere Waffen mit Mods ausstatten und sie dadurch gegebenenfalls verbessern. Gleiches trifft für verschiedene Skills zu, von denen wir stets zwei wählen und nutzen können. Und an dieser Stelle werdet ihr merken, „The Division“ bietet auch eine gute Portion an RPG-Elementen. Jedoch blühen diese erst richtig auf, wenn man mit anderen Spielern unterwegs ist. Denn so kann sich jeder auf etwas spezialisieren und somit den Trupp perfekt unterstützen. In der Beta war dieser Part jedoch nur beschränkt zugänglich, sodass eine Spezialisierung nicht möglich war. Doch ein Blick ins Menü verriet, hier wird einiges möglich sein.
Apropos Menü. Wir waren anfänglich etwas überfordert, da es einfach sehr umfangreich ist. Doch zum Glück gewöhnt man sich schnell an alles und kann flink zur gewünschten Option gelangen, was auch äußerst wichtig ist. Denn ein Pausemenü öffnet sich hier keineswegs. Das Geschehen um einen herum geht einfach weiter, was ein weiteres Feature dargestellt, das uns sehr gefallen hat. Denn neben der fehlenden Pause gibt es auch nahezu keine Ladezeiten, wodurch der Spielfluss in „The Division“ nicht durch lästige Ladebildschirme unterbrochen wird. Zwischen entsprechenden Bereichen finden quasi nahtlose Übergänge statt. Top!
Vor dem Fazit der Preview wollen wir noch einen Blick auf die sogenannte Darkzone werfen. Hierbei handelt es sich um die gefährlichste Zone, da man neben seinen Begleitern und den NPC auch auf fremde Spieler stößt. Kurzum eine PvP-Zone. Zwar ist das Risiko zu sterben, deutlich erhöht, doch dafür findet man in der Zone sehr wertvollen Loot, der allerdings wiederum mittels eines Hubschraubers ausgeflogen werden muss. Nach dem Einsammeln muss man die Waffen und Ausrüstungen also erst zu einem bestimmten Punkt bringen, die Abholung anfordern und das ganze Gebiet auch noch verteidigen. Obendrein verliert man alles, wenn man getötet wird und die Darkzone besitzt noch ein eigenes Level-System, sodass man diesen Bereich nicht dazu nutzen kann, sein Level des anderen Parts des Spieles zu erhöhen. Alles in allem ein äußerst gelungener Bereich, an dem uns nur ein Punkt störte. Die Server der Darkzone sind levelabhängig. Spieler Level 5 können nicht mit einem Spieler Level 9 zusammen agieren. Das hält zwar die Balance aufrecht, bringt aber auch Probleme innerhalb des Trupps mit sich, da eventuell nicht alle auf dem gleichen Server landen.
Fazit:
Wir hatten uns sehr auf die Beta gefreut, da wir uns endlich ein Bild vom potenziell kommenden Hit „The Division“ machen konnten. Dementsprechend war auch eine gewisse Skepsis vorhanden, die im Nachhinein total unbegründet war. Denn im Großen und Ganzen spendierte uns Ubisoft hier eine extrem gute Beta, die nicht nur umfangreich war sondern auch Lust auf mehr machte. Die gesamte Mechanik konnte überzeugen, die Atmosphäre war perfekt getroffen und zusammen mit anderen Spielern ist hier ein riesiges Langzeitpotenzial vorhanden. Gut es gab vereinzelte Bugs, so konnte man beispielsweise völlig grundlos nicht die letzte Stufe einer Treppe überwinden, doch man sollte berücksichtigen, dass es sich hierbei um eine Beta handelte. Sofern Ubisoft die restliche Zeit intensiv nutzt und der Spielumfang nicht zu dürftig ausfällt, kommt hier etwas ganz großes auf uns zu.


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