The Crew Review – Ein RIESIGER Spaß?

Riesig ist The Crew allemal, aber konnte der Online-Racer den Erwartungen gerecht werden? Ist The Crew der Lichtblick der PlayStation 4 Racing-Szene, oder nur eine weitere Enttäuschung für die Genre-Fans? Ihr erfahrt es in unserem Test…

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Die ersten Gerüchte ließen es vermuten, die ersten Trailer versprachen es und jetzt haben wir es: Eine Spielwelt, welche die gesamte USA im kleineren Format beinhaltet. Auf insgesamt 5000 km² Spielfläche und 6000 km Straße, darf sich der Spieler in unterschiedlichsten Fahrzeugen ins Getümmel von The Crew stürzen. Von Getümmel kann man hier jedoch eigentlich nicht sprechen, aber dazu später mehr. Die Verantwortlichen von  Ivory Tower und Ubisoft Reflections haben wirklich nicht zu viel versprochen, The Crew ist wahrhaftig groß. Insgesamt dürfen wir über 1000 reale Orte und 242 echte US-amerikanische Sehenswürdigkeiten besuchen. Die Fahrzeit von der Westküste zur Ostküste beträgt über eine Stunde in Echtzeit, was die Größe der nachgestellten USA noch einmal unterstreicht. Die Fahrzeugliste in The Crew beschränkt sich auf 42 unterschiedliche Wagen, was weder besonders viel noch sonderlich wenig ist. Die Auswahl reicht jedoch, dank der vielfältigen Anpassungsmöglichkeiten und Fahrzeug-Kits, vollkommen aus. Fahrzeug-Kits verändern teilweise die komplette Optik eines Wagens und bietet zusätzlich modifizierte Werte in den jeweiligen Kategorien: Straße, Gelände, Rennen, Leistung und Rallye. Die Welt selbst ist wirklich sehr schön gestaltet und bietet viel Spielraum zum Entdecken. Auch ganz nett gemacht; die Sehenswürdigkeiten bieten allesamt einen kleinen Infotext für Interessierte.

Ganz gleich ob die staubigen Wüstenregionen in Death Valley, die Schluchten und Canyons, die Rocky Mountains oder die weißen Sandstrände von Miami, in The Crew gibt‘s Arcade-Racing auf jedem Terrain. Nicht jeden Wagen kann man bei jedem Autohändler erwerben, so muss man für spezielle Wünsche einige Zeit bis zur nächstgelegenen Metropole rasen, bis man dort erste Orte freigeschaltet hat und von nun an auch die Schnellreisefunktion nutzen kann. Ladezeiten sind hierbei nicht der Rede wert, auch außerhalb der Schnellreise, waren wir mit den Ladezeiten durchaus zufrieden. Auf die Optik und grafische Details gehen wir später im Test ein. Abseits der Haupthandlung warten in der virtuellen USA noch zahlreiche andere Nebenbeschäftigungen auf uns, wie beispielsweise die schnellen Herausforderungen, die wir in der Spielwelt zahlreich immer wieder in Form von Toren vorfinden. Passieren wir ein solches Tor, startet ohne Ladezeiten eine Mini-Herausforderung auf der jeweiligen Strecke. Tempo- Herausforderungen, Slalomparkour, Marken sammeln und noch viele weitere Mini-Missionen gibt es in den gesamten USA verteilt. Besondere Leistungen verleihen euch Auszeichnungen, welche wiederum bessere Ausrüstung für euer Fahrzeug freischalten. Außerdem gibt es noch massig andere Herausforderungen und Missionen, welche allerdings dem Schema der Story-Missionen sehr ähnlich sind.
Was den Umfang in The Crew angeht kann man abschließend sagen, dass man hier eindeutig ein RIESIGES Gesamtpaket bekommt. Zahlreiche Missionen, individuelle Anpassungsmöglichkeiten und eine gigantischen Spielwelt, die danach schreit erkundet zu werden. Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten…

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Diese Frage dürften sich die meisten Spieler gestellt haben, nachdem sie das Spiel erfolgreich installiert, den Menü-Trailer großäugig genossen und die ersten Dialoge ohne Verletzungen überstanden haben. The Crew bietet zwar die versprochene Möglichkeit in einer „Crew“ zu spielen, dies entpuppt sich jedoch als verblüffende Enttäuschung, denn auch wenn es so angeworben worden ist, ist The Crew kein waschechter Online-Koop-Racer. Stattdessen spielt sich The Crew wie ein reiner Singleplayer-Racer mit ZUSÄTZLICHER Multiplayer-Funktion. Grundlegend wäre das auch kein Problem, denn als Einzelspieler-Racer taugt The Crew was, jedoch stört die zwanghaft, permanente Online-Verbindung, wenn man die Online-Features nicht nutzt. Es kann durchaus eine Menge Spaß machen mit 3 weiteren Freunden in einer Crew durch die Vereinigten Staaten zu rasen um dort EasterEggs zu finden, die Welt zu erkunden oder schlichtweg irgendeinen Blödsinn zu veranstalten. Leider bleibt es bis auf einige Ausnahmen dabei, denn ansonsten spielt ihr in gemeinsamen Missionen alle den Protagonisten Alex Taylor und verfolgt exakt demselben Story-Strang ohne jegliche Individualität. The Crew hat hier wirklich nen sauberen Schoss in den Ofen gedonnert und das obwohl es gar nicht nötig war, denn wie bereits erwähnt spielt sich The Crew alleine wirklich gut. Schade.

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Bestandteil von The Crew ist eine dünn erzählte, aber dennoch gut inszenierte Rahmenhandlung. Wir schlüpfen in die Rolle des vollbärtigen Alex Taylor, einem der besten Rennfahrer der gesamten USA. In einer Seitenstraße werden wir Zeuge eines Mordes, unser Bruder Dayton wird vor unseren Augen niedergeschossen. Die Täter sind Mitglieder des kriminellen Netzwerks „510“, eine Autogang, die im Bereich des Drogen- und Waffenschmuggels tätig ist. Zu unserem Pech werden wir des Mordes beschuldigt und wandern vorerst für 5 Jahre in den Knast. Vorerst deswegen, weil wir danach ein Angebot des FBI’s bekommen. Wir sollen uns undercover in die 510’s einschleusen, den korrupten Cop Coburn aufliegen lassen und schließlich den Gangboss Shiv zur Rechenschaft ziehen. Unser Vorhaben wird von einer Agentin namens Zoe begleitet und in der Rolle von Taylor nehmen wir das Angebot an um unseren Bruder zu rächen. Im Laufe der Handlung wird nach und nach die USA abgefrühstückt, bis wir schlussendlich in Los Angeles und damit bei 510-Boss „Shiv“ angekommen sind. Die Charaktere haben teilweise Potenzial für mehr Tiefe, doch dieses Potenzial wird leider nie wirklich ausgeschöpft, weshalb die Charaktere alle sehr dünn bleiben. Die Handlung wird von einigen wenigen, aber wirklich sehr schönen Zwischensequenzen erzählt und reicht unserer Meinung nach für ein Rennspiel vollkommen aus. Lediglich die teilst sehr dummen Dialoge während und zwischen den Rennen wirken oft lustlos und sogar nervig. Dieses Problem kann jedoch ganz leicht behoben werden, indem man die Vertonung auf Englisch umstellt. Alles in Allem bekommt man hier eine gut inszenierte 0-8-15-Story, mit schönen Zwischensequenzen und weniger schöner deutscher Vertonung.

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Das Gameplay in The Crew ist ausgeglichen, schnell und fühlt sich einfach passend an. Realismus bei der Fahrzeugbedienung sollte man hier nicht erwarten, aber das will The Crew auch gar nicht erreichen und das ist auch gut so. Steuerung, Tempo und Fahrgefühl sind gut ausbalanciert, weshalb das erkunden der Vereinigten Staaten und die zahlreichen Rennen eine Menge Spaß machen. Hat man den „Flow“ erst einmal raus, kann man sich wirklich zu einem erstklassigen Fahrer entwickeln. Einziger Störfaktor ist hierbei die teilst frustrierende Gummiband-KI, welche euch auch bei perfektem Fahren direkt an den Fersen klebt. In The Crew gibt es einen Fahrzeugrang und einen Fahrerlevel. Absolvierte Missionen und Herausforderungen lassen euch im Level aufsteigen, wodurch neue Teile für Fahrzeuge oder ganze Spielabschnitte freigeschaltet werden können. Auszeichnungen gibt es in Form von Bronze, Silber und Gold, diese verschaffen uns neue Attribute für unsere Fahrzeuge, die wir entweder direkt montieren oder erst zwischenlagern können. Die unterschiedlichen Fahrzeug-Kits fühlen sich auch unterschiedlich an, was zusätzliche Abwechslung in das Spielgeschehen bringt. In insgesamt 5 verschiedenen Kameraperspektiven, rasen wir über Asphalt oder Gelände, Seiten- und Rückspiegel funktionieren hierbei jedoch nicht. Über das Gameplay kann man bis auf einige Kleinigkeiten wirklich nichts sagen, hier und in dem Umfang liegen ganz klar die Stärken des Racers.

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Wenn man die Größe der Spielwelt im Hinterkopf behält, dann sieht The Crew wirklich ganz schick aus. Die Automodelle wirken realistisch, ebenso wie unterschiedliche Lacktypen und Spiegelungen in diesem. Die Spielwelt an sich kann sich auch ganz klar sehen lassen, die USA ist voller Details und wirkt dank vieler realer Orte und Sehenswürdigkeiten sehr glaubwürdig. Die Lichteffekte  können sich auch definitiv sehen lassen, egal ob Sonnenuntergang in L.A oder Las Vegas bei Nacht, es gibt zahlreiche schöne Momente, in denen sich das Licht präsentieren kann. Leider ruckelt das Spiel an einigen Stellen und Kantenflimmern, ließ sich wohl auch nicht vermeiden. Wirklich stören tut das allerdings nicht, ebenso wenig wie die Tatsache dass es keinen dynamischen Wetterwechsel gibt, den Abwechslung gibt es dafür an anderer Stelle reichlich. Mal ganz abgesehen von der grauenhaften deutschen Vertonung, bietet der Soundtrack für jeden Geschmack genügend Material und auch ansonsten ist der Sound durchaus solide. Die Motorgeräusche brauchen sich nicht vor anderen Genre-Kollegen verstecken und auch die Umgebungsgeräusche sind atmosphärisch und untermalen die schöne Spielwelt.

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Ein Online-FLOP, aber ein TOP-Singleplayer-Racer!

Der Multiplayer war ein Satz mit „X“. Darüber braucht man sich wohl nicht zu streiten, dennoch bietet The Crew als Einzelspieler-Racer eine ganze Menge Spielspaß. The Crew schafft es auch über mehrere Stunden am Stück bei Laune zu halten und entwickelt dank der interessanten Spielwelt, dem schönen Levelsystem und den individuellen Anpassungsmöglichkeiten einen regelrechten Suchtfaktor. Wer sich genau das The Crew erhofft, welches in den Medien als Online-Koop-Racer angeworben wurde, der sollte sein Geld woanders besser investieren. Wer jedoch auch alleine Gefallen an Rennspielen findet und eine permanente Online-Verbindung bereitstellen kann, der kann getrost zugreifen und wird eine Menge Spaß mit dem Titel haben.

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7 thoughts on “The Crew Review – Ein RIESIGER Spaß?”

  1. Ich persönlich finde das Spiel klasse. Die Fahrzeugmodelle sehen klasse aus und das Spieltempo ist auch sehr hoch.
    Die NPC Modelle sind halt nicht so fein und detailliert aber das ist auch eher nebensächlich.
    Die Tuningmöglichkeiten sind gut aber da gibt es meiner Meinung nach noch eine Menge Luft nach oben.
    Die Story ist gut (nicht perfekt) und erinnert entfernt an NFS Carbon.
    Die Steuerung ist gewöhnungsbedürftig aber dank der vielen Einstellungsmöglichkeiten hat man schnell alles im Griff.
    Im Fuhrpark vermisst man diverse Hersteller wie z.b Audi oder wenigstens ein paar mehr europäische Fabrikate.
    Größter Pluspunkt ist womöglich das Areal das man befahren kann. Von Küste zu Küste ist man gerne mal eine 3/4 h unterwegs. Und die Umgebungen der jeweiligen Bundesstaaten sind echt gut gelungen.
    Im Coop – Modus macht das Spiel am meisten Spaß.

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