Ride 2 – Endlich ein erstklassiges Motorrad-Spiel? (Review)

Wenn es um Rennspiele geht, ist Entwickler Milestone für einen Großteil der Spieler ein bekannter Begriff. Allerdings fielen die Italiener eher durch mittelmäßige Projekte auf. Mit „Ride 2“ ist seit Kurzem ein Titel auf den Markt, der ein besseres Bild hinterlässt, als zuvor erwartet.

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Nachdem vieles bei „Ride“ nicht so wirklich zufriedenstellend war, wollten die Entwickler bei der Fortsetzung alles richtig machen. Und so packte man eine umfangreiche Palette an verschiedenen Motorradmodellen ins finale Spiel. Über 170 Zweiräder stehen zur Verfügung, die in mehrere Kategorien unterteilt sind und mit denen man auf insgesamt 30 Strecken den virtuellen Gummi der Reifen quietschen lassen kann. Mit an Bord sind außerdem über 1.200 anpassbare Teile und über 600 verschiedene Lackierungen, sodass der Spieler zahlreiche Möglichkeiten der Anpassung spendiert bekommt. Soweit klingt alles recht akzeptabel und vielversprechend. Doch die Vergangenheit hat oft bewiesen, dass Entwickler viel versprechen können, das endgültige Ergebnis aber dennoch enttäuschen kann. Entsprechend skeptisch starteten wir „Ride 2“.

Gleich zu Beginn wird man aufgefordert, einen eigenen Charakter zu erstellen, was die erste Ernüchterung hervorruft. Denn sonderbar viele Optionen stehen nicht zur Verfügung. Gerade einmal den Namen, die Nationalität und die Hautfarbe können nach den persönlichen Vorlieben ausgewählt werden. Alles in allem ist das äußerst spartanisch. Danach schickt „Ride 2“ den Spieler auf ein vorgeschriebenes Bike in das erste Rennen, wo sicherlich viele feststellen werden, dass die eigenen Fahrkünste alles andere als perfekt sind. Hmm, irgendwie liefert Milestone keinen optimalen Start ab. Kommt hier wieder etwas Mittelmäßiges auf uns zu? Keine Sorge! Es wird besser!

Die Welt steht uns offen

Nach diesem beinah enttäuschenden Beginn lernen wir nun endlich die Vielfalt von „Ride 2“ kennen. Wir können uns endlich das erste eigene Motorrad aus einer begrenzten Auswahl aneignen und haben danach die Wahl, was wir als nächstes machen möchten. Zur Verfügung stehen nämlich gleich mehrere Modi. Zum einen kann man das schnelle Spiel bzw. die schnellen Modi wählen und zum anderen die World Tour, die quasi die Karriere darstellt. Eine richtige Story braucht man jedoch nicht zu erwarten. Vielmehr konzentriert man sich darauf, den ersten Platz der Rangliste zu erreichen. Wie gut man ist, hängt logischerweise von der Leistung auf der Rennstrecke ab. Aber Achtung! Besonders am Anfang besteht die Chance, schnell ans Ende der Liste durchgereicht zu werden. Der Weg zur Spitze ist aber so oder so recht lang, was daran liegt, dass insgesamt 300 verschiedene Fahrer um den begehrten Podiumsplatz kämpfen. Die World Tour besteht aber nicht nur aus irgendwelchen Rennen, sondern auch aus recht vielfältigen Herausforderungen. So muss man beispielsweise eine bestimmte Anzahl an Konkurrenten überholen, um überhaupt erfolgreich zu sein.

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Auf der anderen Seite – also bei den schnellen Modi – kann zwischen drei verschiedenartige Modi gewählt werden. Neben einem ganz normalen Rennen, wo man festlegen kann, mit welchem Bike und auf welcher Strecke man loslegen möchte, gibt es auch Zeitrennen. Hier besteht das Ziel logischerweise darin, die beste Rundenzeit zu erzielen. Den Abschluss bietet eine Splitscreen-Modus.

Auch wenn diese beiden Optionen bereits ein Zeit füllendes Programm bereitstellen, haben die Entwickler von Milestone noch deutlich mehr in „Ride 2“ gepackt. So gibt es Herausforderungen, die unter anderem in einem wöchentlichen Rhythmus aktualisiert werden. Schließt man die gestellte Aufgabe erfolgreich ab, erhält man Token. Was man mit diesen anstellen kann, erfahrt ihr in einem folgenden Absatz. Wer es sich zutraut, kann auch gegen andere Spieler antreten. Dafür steht ein Online-Modus zur Verfügung, in dem bis zu 11 Spieler gleichzeitig gegeneinander um den ersten Platz fahren können. Während unser Testphase gab es keine besonders gravierenden Verbindungsprobleme.

Das ewige Thema mit dem Üben

Es scheint beinah egal zu sein, welches Motorrad-Rennspiel man vor sich hat. Die Steuerung ist stets etwas schwierig, was auch verständlich ist. Immerhin kann man mit jedem Zweirrad nicht einfach so um die Kurve fahren wie mit einem Auto und ohnehin verhalten sich vier Reifen anders als zwei. Und so ist es in „Ride 2“ besonders wichtig, die Ideallinie einzuhalten. Ansonsten ziehen die anderen Fahrer auch auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad gefühlt problemlos an einem selbst vorbei. Folglich bleibt den meisten Spielern nichts anderes übrig, als zunächst gezielt zu trainieren. Das kann zwar eventuell den Spielspaß ein wenig reduzieren, doch sobald man den Dreh raushaut, bereiten die Rennen extrem viel Vergnügen. Wenn man dann nach und nach den Schwierigkeitsgrad steigert, bekommt man eine Langzeitbeschäftigung geboten. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass sich die einzelnen Kategorien der Motorräder unterschiedlich verhalten. Das Fahrgefühl einer Supermoto ist selten mit dem eines Dirtbikes zu vergleichen.

Für all diejenigen, die nicht sofort mit der Steuerung zu Recht kommen, haben die Entwickler einige Hilfe parat. So gibt es neben der Ideallinie auch die Möglichkeit, eine Bremsunterstützung zu aktivieren, die im richtigen Moment den Bremsvorgang einleitet. Auch das automatische Ducken des Fahrers sowie eine Anti-Wheelie-Funktion kann nach Belieben eingestellt werden. Schaltet man all diese Möglichkeiten jedoch aus, bietet „Ride 2“ eine sehr anspruchsvolle Herausforderung und zeigt sehr gut, dass es sich hierbei um keinen Arcade-Racer, sondern um eine Rennsport-Simulation handelt. Je mehr Hilfe man übrigens deaktiviert, desto mehr Belohnung kann man bei Abschluss eines Rennens erhalten.

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Pimp my bike

Kommen wir nun endlich zum Nutzen der Belohnungen und bereits erwähnten Token. Mit den Belohnungen beziehungsweise Credits, die wir bei einem guten Rennresultat erhalten, können wir sowohl neue Motorräder als auch passende Verbesserungen für diese kaufen. Das Tunen wird in fünf Hauptbereiche unterteilt: Motor, Bremsen samt Federung, Räder, Schaltung und Ästhetik. Während die ersten vier Bereiche die Leistung erhöhen, sorgt die Ästhetik für die richtige Optik. Bei einer Supermoto lassen sich beispielsweise die Griffe, der Lenker oder auch die Bremshebel dank vieler Möglichkeiten, optimal anpassen. Auch kann man in diesem Bereich seiner Nummerntafel die richtige Zahl geben. Etwas schade, aber unter Berücksichtigung der zahlreichen gegebenen Optionen durchaus zu vernachlässigen, ist der Fakt, dass bei der Lackierung (Beschriftung) nur eine überschaubare Anzahl an Varianten zur Verfügung steht.

Stimmt die Power und die Optik vom Motorrad kann man die Credits zusätzlich dafür nutzen, seinen Fahrer optisch anzupassen. Wenn wir wieder den Supermoto-Fahrer als Beispiel heranziehen, dann können wir ihm einen neuen Helm, Handschuhe, Stiefel, Brille sowie eine Rennkombi spendieren. Zur Auswahl stehen hierfür einige wenige Anbieter aus dem realen Leben. Das Sortiment ist zwar nicht zwangsläufig so vielfältig wie beim Tuning, dennoch vollkommen ausreichend. Besonders interessant ist der Umstand, dass man in diesem Bereich von „Ride 2“ auch den persönlichen Fahrstil verändern kann. Also wir stellen hier zum Beispiel ein, wie schräg unser Fahrer den Kopf hält, während er in einer Kurve fährt. Eigentlich handelt es sich hier um eine eher belanglose Sache, trotzdem ist es umso erfreulicher, auch derartige Dinge anpassen zu können.

Die gewonnenen Token können wir in das eigene Team investieren, das vor allem im World Tour-Modus wichtig ist. Denn oftmals steht nicht die eigene Platzierung, sondern die Gesamtplatzierung des Teams im Fokus. Es bringt also nicht viel, der beste Fahrer zu sein, während euer Teamkollege den letzten Platz belegt. Man sollte seine Token also stets effektiv und besonders effizient ins eigene Team stecken. Besonders taktisch ist die gesamte Angelegenheit aber nicht.

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Ein Blick auf die Technik

Von Seiten der Grafik besitzt „Ride 2“ zwar nicht die Creme de la Creme, dennoch dürfen sich die Spieler über eine hübsche Optik freuen. Vor allem die Bikes verfügen über zahlreiche Details und auch abseits der Strecke sieht es nicht aus wie ein großer Pixelbrei, was eine Zeit lang das typische Problem von Rennspielen war. Ganz im Gegenteil. Am Rand der Strecke stehen sogar Personen, die sich natürlich bewegen und somit lebendig wirken. Je weiter die Zuschauer vom Asphalt entfernt sind, desto starrer werden sie jedoch. So findet auf den Zuschauerrängen abgesehen von den Fahnenschwingern keine einzige Bewegung statt. Dafür haben die Entwickler einen Hubschrauber eingebaut, der das Renngeschehen haargenau von oben verfolgt. Neben dem Detailreichtum der Motorräder verfügen diese obendrein über originalgetreue Soundeffekte, die ein passendes Feeling erzeugen. Rund um gibt es bei der Technik nichts Ausschlaggebendes zu beanstanden.

Fazit:

„Ride 2“ schneidet deutlich besser als sein Vorgänger ab. Die Entwickler von Milestone scheinen aus ihren Fehlern gelernt zu haben und kreierten ein zweifellos gelungenes Spiel, das vor allem mit seinem Umfang punkten kann. Gelegentlich wirken die KI-Fahrer etwas unbalanciert, was man durch eine solide Technikpräsentation wiedergutmachen kann. Zusammenfassend stellt „Ride 2“ ein unterhaltsames Videospiel dar, das auch auf langer Sicht einen spaßigen Zeitverteib darstellen kann. Besonders für die echten Motorradfahrer bietet es eine gute Möglichkeit, den kalten Winter angenehm zu überstehen.

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Offizielle Spielbeschreibung

Willkommen im Motorrad-Tempel, der einzigen digitalen Werkstatt, die es Ihnen erlaubt, die schnellsten, kultigsten und originellsten Motorräder der Welt zu entdecken, zu tunen und zu testen.

Die besten Maschinen der bekanntesten Marken erwarten Sie. Sie können in diesem einmaligen Videospiel gegen andere Spieler antreten und der Welt zeigen, was Sie draufhaben!

Über 170 Motorräder sind die unangefochtenen Protagonisten in diesem neuen Kapitel der langerwarteten Rennspiel-Fortsetzung! Spüre, wie das Adrenalin durch Ihre Adern strömt, und stellen Sie sich mit der Leidenschaft und Kühnheit eines Profi-Fahrers den haarsträubendsten Kurven.

Ride 2 enthält die Strecken der wildesten und spannendsten Rennen aller Zeiten. Land-, Stadt-, GP-, Straßen-, Moto- und Drag-Rennen: Nehmen Sie die Herausforderung der schwierigsten Streckenarten an und lassen Sie die Konkurrenz mit jedem Quietschen der Reifen in einer Staubwolke zurück!

Features:

  • Über 170 Motorradmodelle
  • Neue Kategorien wie die legendären Sportbike-Zweitakter, die Supermotos und die Naked Café Racers
  • 30 verschiedene Strecken mit unterschiedlichen topographischen Eigenschaften
  • 18 der wichtigsten Motorrad-Hersteller der Welt
  • Über 1.200 anpassbare Teile und über 600 verschiedene Lackierungen, die dir zur Verfügung stehen, um ein Motorrad für jedermann in DEIN eigenes Custom-Bike zu verwandeln
  • 12 verschiedene Online- und Offline-Spielmodi
  • Neue soziale Funktionen und neue Freunde für ein umfassendes und spaßiges Spiel-Erlebnis Background
  • RIDE 2 wurde entwickelt von Milestone aus Italien, dem führenden Studio für Motorrad-Rennspiele

 

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