Far Cry Primal Review – Ab in die Steinzeit

Es ist da! Das neue „Far Cry Primal“ führt uns erneut in eine offene Spielwelt mit einer Vielzahl an Aufgaben. Eben typisch Far Cry. Doch dieses Mal verschlägt es uns in die Steinzeit. Also keine automatische Waffen, explosive Granaten oder wendige Fahrzeuge. Kann das gut gehen?

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Innerhalb der Geschichte schlüpft der Spieler in die Rolle von Takkar, ein erfahrener Jäger und gleichzeitig einer der letzten Überlebenden seines Stammes, wodurch er als ohnehin schwaches Glied der Nahrungskette nun an dessen Ende rutscht. Das tägliche Ziel des Überlebens in einer Welt, in der man stets die Beute ist, rückt demnach noch weiter in den Fokus. Aber was wäre „Far Cry Primal“ für ein Spiel, wenn das schon alles wäre? Glücklicherweise lässt sich Takkar hierdurch keineswegs abschrecken. Vielmehr versucht er einen neuen Stamm aufzubauen und verbessert dabei seine Führungsfähigkeiten kontinuierlich, immer mit dem Ziel vor Augen, den Gipfel der erbarmungslosen Nahrungskette zu erklimmen und natürlich den Stamm zu vernichten, der einst seinen dahingerafft hat.

Wie es für die Reihe typisch ist, besitzt auch dieser Teil wieder eine große, offene Spielwelt, die auf die Bezeichnung „Oros“ hört und in verschiedene Bereiche unterteilt ist. So werden wir mit einer gnadenlosen Taiga, unfreundlich humiden Sümpfe und einem wilden doch gleichzeitig himmlischen Rotholz-Tal konfrontiert, in denen nicht nur friedliche Tierherden umherstreifen, sondern auch hinterlistige Großkatzen, Wölfe, Bären und ähnliches auf die Jagd gehen. Ubisoft gelang es ein weiteres Mal eine lebendige und vor allem authentische Welt zu kreieren. Das Schöne an der ganzen Sache ist aber die Atmosphäre. Weitläufige Landschaften mit einer großen Portion an Leben werden durch ein gelungenes Tag-Nacht-System sowie einer eleganten Soundkulisse abgerundet.

Keineswegs neu aber deutlich umfangreicher fällt in „Far Cry Primal“ das Jagen und Sammeln aus. Während wir in vorherigen Ablegern uns lediglich bessere Ausrüstung zusammenbasteln, müssen wir dieses Mal zusätzlich unsere Waffen sowie deren Munition herstellen. Hinzu kommt ein Rohstoffverzehr durch das Bauen und Verbessern von kleinen Hütten innerhalb der eigenen Siedlung. Hierdurch entsteht nicht nur eine Art Zwang, alles mitzunehmen, was möglich ist, sondern auch eine umfangreiche Palette an überhaupt sammelbaren Gegenständen. Allein die unterschiedlichen Felle stellen eine große Anzahl dar, was gleichzeitig von der Vielfalt in der Tierwelt zeugt. Auch wenn dieses Prinzip nicht neu ist, heben es die Entwickler hierdurch doch auf eine neue Stufe, zumindest wenn es lediglich um die Videospielreihe selbst geht. Komplett frisch ist dagegen das Zähmen wilder Tiere. Sofern ihr die benötigte Fähigkeit und dessen unterschiedliche Stufen freigeschaltet habt, könnt ihr jedes Raubtier besänftigen, was leider keine richtige Herausforderung darstellt, und dauerhaft als euren Gehilfen engagieren. Dieser unterstützt euch dann beim Kampf gegen feindlich gesinnte Krieger oder leistet Hilfe bei der Jagd. Natürlich könnt ihr stets nur ein Tier nutzen und auch von jeder Art nur eins zähmen. Das Aufstellen einer Armee von Säbelzahntigern ist somit nicht möglich. Das würde nebenbei gesagt auch alles zerstören.

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Besonders zum Anfang, wo man noch ohne tierischen Begleiter unterwegs ist, blüht das Survival-Feeling so richtig auf. Man hört überall Geräusche, die sich nicht zuordnen lassen und ständig schleichen gefährliche Kreaturen um einen herum. Und die Dunkelheit verbessert diesen Umstand bei weitem nicht. Man wird zwangsläufig gezwungen, stets vorsichtig zu sein. Doch so schnell dieses Feeling aufkommt, so schnell ist es auch wieder verflogen. Bedauerlicherweise wird man flott mutiger und eine große Raubkatze als Gefährten gewährt einen äußerst guten Schutz. Und so wechselt der Spieler vom leisen Schleichen bereits nach einer Stunde Spielzeit zum lauten Sprinten. Hinzu kommt die Tatsache, dass nutzbare Pflanzen in einer dermaßen großen Anzahl vorhanden sind, dass sich die benötigte Ressourcen innerhalb kürzester Zeit problemlos einsammeln lassen. Gleiches trifft für die Tierwelt zu. Entsprechende Felle lassen sich zeitsparend besorgen und auch die seltenen Tiere sind alles andere als selten. Außerdem legt das Spiel nach jedem Sonnenaufgang oder nach einer erfolgreichen Mission automatisch zufällige Rohstoffe in einen Sammelbeutel, sodass man im Endeffekt nie einen richtigen Mangel an irgendetwas hat.
In Hinsicht auf das Gameplay funktioniert alles einwandfrei. Die Steuerung ist recht schnell verinnerlicht und insbesondere das minimal gehaltene Kampfsystem macht eine gute Figur, da ein weiteres Mal auf umfangreiche Tastenkombinationen verzichtet wird. Stattdessen gibt es lediglich ein Hau-leicht-drauf oder Hau-richtig-krass-drauf und ein Taketown, sollte man es schaffen, sich unbemerkt dem Gegner zu nähren. Für die besondere Raffinesse sorgen beispielsweise Handgranaten, die natürlich an das Setting angepasst sind. So wirft man nicht irgendwelche explosiven Sprengsätze, sondern gefährliche Wildbienen. Einige Bedenken hatten wir zuvor beim Einsatz von Pfeil und Bogen. Immerhin unterscheidet sich diese Fernkampfwaffe in Bezug auf die Nutzung schon deutlich von modernen Schusswaffen. Doch dank einer stellenweise auftretenden Zielhilfe gestaltet sich diese Thematik als äußerst benutzerfreundlich. Allerdings ist es keineswegs einfach einen rennenden Gegner zu treffen.

Die einzelnen Kategorien müssen erst freigeschaltet werden!
Die einzelnen Kategorien müssen erst freigeschaltet werden!

Eine große Entscheidungsfreiheit genießen wir beim Verteilen von Erfahrungspunkten, die sich in mehrere Kategorien unterteilen. Während einige unsere Gesundheit verbessern, ermöglichen uns andere ein effektiveres Sammeln oder schaffen Vorteil beim Einsatz der Weggefährten. Prinzipiell ein schönes Feature, das in Bezug auf der fehlenden oder zumindest kaum durchdachten Charakterentwicklung doch etwas abgeschwächt wird. Nichtsdestotrotz bringen die Fähigkeiten anfangs einige spürbare Vorteile mit sich, machen uns im späteren Verlauf aber auch äußerst mächtig. In Kombination mit den gezähmten Tieren sogar zu mächtig, wodurch der Reiz von „Far Cry Primal“ etwas verloren geht. Ähnliches trifft ebenfalls für das Bauen seiner Siedlung zu. Zwar bringt das Feature auf den ersten Blick neuen Schwung in die Reihe, doch bei näherer Betrachtung ist der Ausbau sehr stark vorgeschrieben. Die entsprechenden Hütten haben einen festen Platz, wo sie errichten werden, und besitzen ein Drei-Stufen-System. Heißt, das Grundgebäude kann zweimal verbessert werden. Ein so umfangreiches und freies Prinzip wie beispielsweise in „Fallout 4“ hätten wir uns zwar nicht gewünscht, etwas mehr Möglichkeiten in diesem Steinzeitabenteuer wären aber zugegeben empfehlenswert gewesen.

Lobenswert ist aber zweifellos die Grafik. Die bereits beschriebene Spielwelt kann dank der Dunia.2-Engine, die bereits in „Far Cry 4“ zum Einsatz kam, ein optisch gelungenes Ergebnis abliefern und erzeugt nicht nur natürlich wirkende Außenareale, sondern auch gute Charakterdarstellungen, deren Bewegungen zwar nicht so geschmeidig wie bei anderen Titel wirken , aber dennoch überzeugen. Größere Grafikfehler oder irgendwelche Bugs treten darüber hinaus nicht auf, zumindest bei uns. Gut, hin und wieder versinkt mal ein Tier leicht im Boden, doch das sind auch die typischen Open-World-Fehler. Äußerst authentisch wurde auch der Sound gestaltet. Passend zum Setting besteht die Musik meist lediglich aus einem Trommeln, das von irgendwelchen NPC erzeugt wird. Darüber hinaus hören wir in der Natur oft Vogelgezwitscher und sogar rauschende Blätter. In dieser Hinsicht hat Ubisoft alles richtig gemacht.

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Fazit:

Mit dem neuen Setting wagen die Entwickler etwas Neues und können somit auch der Far Cry-Reihe neuen Schwung geben. Gleichzeitig kann sich „Far Cry Primal“ hierdurch von anderen Videospielen abheben und den stellenweise genutzten Minimalismus, wie beispielsweise beim Kampfsystem, empfinden wir als sehr angenehm. Hinzu gesellt sich eine wirklich schöne Atmosphäre. Am Gesamtprodukt rütteln dann aber doch zu viele Punkte. Besonders ärgerlich, ist die Tatsache, dass wir zu schnell, zu mächtig werden und auch viele für die Reihe innovativ wirkenden Neuerungen sind entweder nicht optimal umgesetzt oder können einfach nicht das gewisse Etwas entfachen. Auch wenn „Far Cry Primal“ echt Spaß macht und für uns vor allem dadurch interessant ist, da es sich gezielt gegen den Trend des Zukunftssettings stellt, kann der Titel doch nicht auf der ganzen Linie überzeugen.

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Die preisgekrönte Far Cry-Reihe, die bereits die Tropen und den Himalaya im Sturm erobert hat, widmet sich nun mit ihrem innovativen Open-World-Sandbox-Spielprinzip dem ursprünglichen Überlebenskampf der Menschheit, mit riesigen Bestien, atemberaubenden Landschaften und wilden, unvorhersehbaren Begegnungen.

Willkommen in der Steinzeit, einer Epoche extremer Gefahren und grenzenloser Abenteuer, in der gewaltige Mammuts und Säbelzahntiger die Erde beherrschten und der Mensch noch am Ende der Nahrungskette stand. Als letzter Überlebender einer Jagdgruppe lernt der Spieler, sich ein tödliches Arsenal zusammenzustellen, blutrünstige Raubtiere abzuwehren und feindliche Stämme zu überlisten, um das Land von Oros zu erobern und der größte Beutejäger seines Stammes zu werden.

Von der Beute zum Räuber

Der Spieler übernimmt die Rolle von Takkar, einem erfahrenen Jäger und letzten Überlebenden seiner Gruppe. Takkar hat nur ein Ziel: in einer Welt zu überleben, in der er die Beute ist.

-Takkar muss seine Fähigkeiten verfeinern, um sein Volk anzuführen und zu neuer Größe zu führen.

-Denkwürdige Bekanntschaften helfen Takkar dabei, die Gefahren der Wildnis zurückzudrängen.

-Feindliche Stämme setzen alles daran, Takkar und seine Verbündeten auszulöschen.

-Takkar muss Raubtiere und Menschen gleichermaßen besiegen, um zum größten Beutejäger aufzusteigen.

Das ist Far Cry Steinzeit

Das ist nicht die Steinzeit, wie man sie kennt. Das ist eine Steinzeit, in der Gnadenlosigkeit und Chaos herrschen. Das ist Far Crys Steinzeit.

-Der Spieler pirscht sich an feindliche Posten heran und plant seinen Angriff mit Waffen und Werkzeugen, die er aus den Knochen der von ihm getöteten Tiere herstellt.

-Indem man das Element Feuer beherrscht, können die taktischen Möglichkeiten ausgeweitet, Waffen in Brand gesteckt oder in der Nacht wilde Tiere verscheucht werden.

-Der Spieler geht in der Prärie auf Jagd und versetzt seiner Beute den Todesstoß. Doch Vorsicht ist geboten, denn er kann Raubtiere anlocken, die bereit sind, seine Jagdtrophäe streitig zu machen.

-Die üppige Szenerie des Steinzeitalters bietet eine höhere Anzahl tödlicher Waffen, tückischer Gefahren und unglaublicher Abenteuer, für die Far Cry berühmt ist.

Eine von riesigen Bestien beherrschte Zeit

Nach der letzten Eiszeit zogen sich die Gletscher zurück und hinterließen blühende Landschaften voller Ressourcen, in denen sich Mensch und Tier gleichermaßen ausbreiten konnte – vorausgesetzt, sie hatten das Zeug dazu, sich durchzusetzen.

-Spieler entdecken das wilde und majestätische Land Oros mit seinem atemberaubenden Tal voller Mammutwälder, karger Taiga und feuchten Sumpfgebieten, in denen man die Welt entdeckt, wie sie war, bevor der Mensch sie sich Untertan machte.

-Oros strotzt nur so vor Leben, seien es gewaltige Rotwildherden, bösartige Canis-Dirus-Rudel oder feindselige fremde Stämme. Geprägt wird Oros von einer Megafauna wie Säbelzahntiger und Wollnashorn, riesige Tiere, die die Erde im Steinzeitalter beherrschten und von jedem Lebewesen gefürchtet wurden.

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