NHL 15 Review – Der Eis Next-Gen Kracher ?

Wenn Electronic Arts in einem Genre nahe an einem Monopol ist, dann sind es die Sportspiele. Zu den erfolgreichen Spielen in Deutschland gehört auch NHL, die jährliche Eishockeysimulation von EA. So bringt Electronic Arts auch in diesem Jahr mit NHL 15 Eishockey auf die PlayStation 4. Ob NHL 15 an die Qualität der Vorgänger heran reicht, klären wir in unserem Test.

Umfang
Von dem Umfang des Spiels waren wir von Anfang an etwas enttäuscht. Das fängt schon damit an, dass es kein Tutorial gibt indem man die wichtigsten Skills üben kann. Die einzige Möglichkeit sich außerhalb von Spielen gegen die CPU oder Online-Matches mit dem Spiel vertraut zu machen ist die Trainingsarena. Dort kann man jedoch auch nichts weiteres machen als auf den Torwart zuzufahren, die Präzision seiner Schüsse zu üben und zu versuchen den Torwart zu verladen. Gut, nach ein paar Minuten in der Trainingsarena wissen wir nun auch wie man möglichst erfolgreich im Penalty Shootout ist.
Schauen wir uns doch einfach mal die anderen Spielmodi an – Doch die nächste Enttäuschung ließ nicht lange auf sich warten. Im „Be A Pro“ Modus mussten wir leider feststellen, dass es kaum Möglichkeiten gibt seinen Charakter individuell zu gestalten. Man muss sich für einen der 181 (179 männlich und 2 weiblich) Köpfe entscheiden.
Die Gesichtszüge zu verändern oder gar sein Gameface zu benutzen fällt leider ganz weg. Gewicht und Größe lassen sich selbstverständlich verändern, wäre ja auch traurig wenn nicht. Ein kleiner Trost ist es jedoch, dass man die Ausrüstung des Spielers vom Helm bis zu den Schlittschuhen selbst bestimmen kann. Hier kann man seine Vorlieben was die Marke und die Farbe angeht ein wenig zum Ausdruck bringen. Wer große Freude an der Gestaltung seines Charakters hat wird in diesem Titel von EA Sports definitiv nicht auf
seine Kosten kommen.nhl 1

Gameplay
NHL 15 fühlt sich vom Gameplay her schon deutlich besser an als seine Vorgänger. Die Bewegungen von Spielern und Puck sind äußerst realistisch. So kann es auch mal vorkommen, dass der Puck anfängt zu hüpfen, wenn er etwas härter über eine Kerbe im Eis gespielt wurde. Auch die Geschwindigkeit des Pucks nimmt mit zunehmender Zeit ab. Dies liegt an der Abnutzung vom Eis. Deutlich zu spüren ist das erst, wenn ein neues Drittel beginnt und das Eis wieder neu aufgearbeitet wurde.nhl 2
Auch ein herumliegender oder zerbrochener Schläger kann den einen Schuss oder Pass gerne mal verhindern. So kam es schon manchmal vor, dass wir gerade zu einem Schlagschuss ausgeholt haben und der Schläger beim Aufeinandertreffen mit dem Puck einfach in zwei Teile zerbrach. Dies ist im ersten Moment manchmal ein wenig ärgerlich, da der Puck dann mit Gefühlten 10 km/h anstatt mit 120 km/h in Richtung des Tores trudelt, aber das passiert auch manchmal in echten Spielen und macht diese Simulation umso realistischer.

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Gerade dieser Realismus hilft einem sehr gut dabei in das Spiel einzutauchen und quasi jeden Check den man verteilt oder einstecken musst selbst zu fühlen. Bevor wir jedoch den ersten Bully des Spiels haben, bekommen wir die beiden Kommentatoren zu Gesicht. Diese sitzen, so sieht es zumindest dank Greenscreen aus, direkt in der Arena und geben uns vor dem Spiel ein paar Hintergrundinformationen.
Nachdem wir den beiden Herren aufmerksam zugehört haben, oder sie mit einem liebevollen Druck auf den X-Knopf einfach verstummen ließen, können wir den Spielern nun beim Warmmachen zuschauen. Die Ungeduldigen unter uns, zu denen wir auch gehören, drücken aber auch diese Szene weg, weil sie endlich das Spiel erleben wollen.
Während des Spiels fällt euch sicherlich auch auf, dass man beim Eishockey fliegende Wechsel ausführen darf. Diese werden automatisch vollzogen, es sei denn man stellt es vorher aus. Sollte man dennoch mit der Fitness seiner Spieler unzufrieden sein, so kann man jederzeit durch das Drücken auf den Kreis die Angriffsreihe und auf das Viereck die Abwehrreihe wechseln.

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Dies kann dabei helfen noch einmal alles Potenzial aus der Mannschaft zu holen.
Ab und zu kochen die Gemüter beim Eishockey schon einmal hoch. Da ist es dann nur eine Frage der Zeit bis die Schläger und die Handschuhe auf dem Eis landen und ein paar kräftige Schläge ausgeteilt werden. Ein Eishockey Spiel ohne eine Schlägerei ist halt auch nicht das Wahre. So kann man auch mal seinem Frust an dem einen oder anderen Gegner freien Lauf lassen. Bei den Schlägereien kann man auch den Kampfstil variieren, so ist es möglich den Gegner mit Schlägen aus der Distanz zu treffen oder ihn am Trikot zu packen und aus kurzer Distanz mit einem mächtigen Uppercut niederzustrecken. Während der Schlägerei sollte man aber seine Energieanzeige nicht außer Acht lassen. Diese wird im unteren Teil des Bildschirmes eingeblendet und zeigt an wie angeschlagen der eigene oder gegnerische Spieler schon ist.

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Grafik & Sound
Mit der Grafik hat EA Sports bei diesem Titel nicht gegeizt. Leider fällt einem das im Spiel selber nicht so schnell auf. Klar, es sieht gut aus, aber wie gut es tatsächlich aussieht, sieht man erst, wenn man sich die Wiederholungen anschaut. Am besten gefällt es uns, wie sich das Eis im Spielverlauf eines Drittels verändert und man wirklich jede Spur auf dem Eis erkennen kann. Besonders gut bemerkbar macht sich das am Anfang jedes Drittels. Die Präsentation wurde überarbeitet und hat sich dadurch deutlich verbessert. So sind jetzt vor den Spielen Aufnahmen aus dem jeweiligen Spielort zu sehen und auch die Kommentatoren, die vor dem Spiel etwas sagen, tragen zu einer guten Atmosphäre bei.
Leider gibt es auch bei der Grafik etwas zu bemängeln. So ist uns aufgefallen, dass die Köpfe der Spieler sobald sie ihren Helm verlieren etwas unrund aussehen. Da fühlt man sich ein wenig in das Jahr 2004 zurückversetzt und ist definitiv verbesserungswürdig. Die Stimmung in den Arenen wird durch den Sound direkt in das Wohnzimmer übertragen. Vom Jubeln beim Einlaufen des Heimteams bis hin zum Ausbuhen des Gegner Teams, wenn diese eine Schlägerei gewinnen oder gar ein Tor erzielen. Stellt man die Zuschauer und die Kommentatoren, welche leider nur auf Englisch zu hören sind, aus, dann kann man sogar das Knarren des Eises hören. Ist man jedoch im Menü wird es schnell langweilig und eintönig, da NHL 15 keinen richtigen Soundtrack hat. Es wird ein und dasselbe Instrumental immer wieder hintereinander weggespielt und kann einen dann doch relativ schnell mal auf die Nerven gehen.

Fazit
Lange haben wir uns auf dieses Spiel gefreut und wurden trotz der wenigen Spielmodi und des relativ lieblosen „Be A Pro“ Modus nicht enttäuscht. Die Spielphysik ist einfach sehr gut gelungen und bereitet große Freude. Eishockey Fans werden bei diesem Spiel mit Sicherheit auf ihre Kosten kommen. Selbst wenn man noch nicht so viele Sportsimulationen gespielt hat, findet man sich in NHL15 doch relativ schnell zurecht. Den Online Modus sollte man am Anfang ein wenig mit Vorsicht genießen, da die meisten Online-Gegner eingefleischte NHL-Spieler sind und diesen Titel bereits seit mehreren Jahren spielen. Dies macht sich relativ schnell bemerkbar, da man auch gerne mal nach wenigen Minuten schon mit 2 oder 3 zu 0 hinten liegt. Deswegen heißt es erst mal, üben und sich erst dann online mit den anderen messen wenn man das Spiel sicher beherrscht. Ob das Spiel auch auf lange Zeit unterhalten kann, wissen wir nicht und zweifeln wir auch ein wenig an, da es sicherlich aufgrund der wenigen Spielmodi relativ schnell mal langweilig werden kann. Für’s erste macht das Spiel aber Laune und wird bei uns auch mit Sicherheit nicht so schnell aus unserem Spieleregal verschwinden.

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