NBA 2K13 – Sportspiel des Jahres im Test

Während Basketball in den USA zu den beliebtesten Sportarten gehört, ist es hierzulande zwar noch nicht so populär, aber dennoch stark im Kommen. Die US-Liga NBA ist bekanntermaßen die stärkste Liga der Welt und  besonders für ihren spektakulären Basketball bekannt. So ist es nicht überraschend, dass auch nur die NBA in NBA 2K13 lizensiert und damit spielbar ist. Ob NBA 2K13 das Niveau der Vorgänger trotz der Monopolstellung halten kann oder sogar noch besser wird, klären wir für euch im Test.

Die erste Überraschung gab es bereits vor Release, denn als Executive Producer wurde der US-Rapper Jay-Z eingesetzt. Das merkt man nicht nur durch die zahlreichen Lieder des Künstlers, die den Soundtrack natürlich prägen, sondern auch durch die Clips, die als Vorspann vor den Spielen bzw. als Intro laufen. Wer sich fragt, warum Jay-Z so ganz ohne Bezug zur NBA der Producer ist, liegt falsch. Denn er ist bei dem in diesem Jahr nach New York umgezogene Team „Brooklyn Nets“ einer der Mitbesitzer.

Jay-Z und die Brooklyn Nets

Doch wer mit Jay-Zs Musik nicht viel anfangen kann, muss nicht direkt verzweifeln, denn es gibt neben den Tracks des Rappers auch einige alternative Lieder.

Präsentation –Die Welt von NBA 2K13

Wer sich schon das ein oder anderen Spiel in der amerikanischen Profiliga angeschaut hat, der wird wissen, dass es beim US-Basketball zu großen Teilen auf die Show auf dem Platz, aber auch auf das Geschehen neben dem Platz ankommt. Diese besondere Atmosphäre wird auch in das Spiel übertragen, denn alles, was die NBA ausmacht findet man auch im Spiel wieder.

Sind es die Sponsoren, die am Spielfeldrand beworben werden oder die Cheerleader die in den Pausen  auf das Parkett kommen und ihre Show durchziehen. All das wird wie bei einem richtigen Spiel der Profis präsentiert.

Auch die Rituale einiger Spieler vor dem Spiel, wie ein angedeuteter Boxkampf zwischen Dwayne Wade und LeBron James haben ihren Weg ins Spiel gefunden. Spätestens dann, wenn das Spiel begonnen hat fühlt man sich ganz so, als wäre man direkt in der Halle. Ob es die jubelnden Fans sind oder die „Sprite Dunk Intensity“ die nach jedem der krachenden Dunks angezeigt wird, man fühlt sich, als würde man vor dem Fernseher ein NBA-Spiel verfolgen.

Krachender Dunk – Die Bankspieler stehen schon

Typisch für die Teams der NBA ist auch die Reaktion der Bank auf besonders gute Aktionen auf dem Feld. Denn auch im Spiel wird ein krachender Dunk von James auf der Bank der Miami Heat gefeiert. Oder die Mavericks bejubeln den dritten Dreier von Nowitzki innerhalb kürzester Zeit.

Von Atmosphäre und Präsentation bleibt NBA 2K13 auf gewohnt sehr hohem Niveau und bringt die NBA direkt ins Wohnzimmer. Nur wenige Sportspiele schaffen es die Stimmung so ins Spiel zu übertragen, wie NBA 2K13. Man spürt förmlich, wie die gesamte Halle hinter dem Team steht.

Leichte Modifikation im Gameplay – Priorität auf rechtem Analogstick

Im Grunde funktioniert auch der aktuelle Ableger wie die Vorgänger, doch leichte Updates verbessern das Spiel. Das wichtigste auf dem Court ist nun der rechte Analogstick, mit dem man sein Spiel gestalten muss.  Alle möglichen Finten und Tricks, sowie Würfe können damit durchgeführt werden. Um zu Werfen muss man nun aber die L2-Taste gedrückt halten, was man besonders zu Beginn noch selten vergisst. Doch hat man erst mal die Steuerung vom Vorgänger aus dem Kopf bekommen, stellen Fadeaway-Jumpshots, Dunks, Korbleger oder Sprungwürfe kein Problem mehr dar.

Zwar hört sich das auf den ersten Blick etwas umständlicher an, doch damit ist es besser als je zuvor möglich Finten und Würfe direkt mitaneinander zu verbinden.
Damit wird das gesamte Spielgefühl flüssiger und nach etwas Eingewöhnungszeit sind die Spieler so besser zu kontrollieren als je zuvor. Denn durch die Fokussierung auf einen Stick, sind die Bewegungen und Würfe nach kurzer Zeit spontaner und leichter in das Spielgeschehen einzubauen.

Volle Halle und Cheerleader während der Auszeit

Was uns fehlt ist ein umfangreiches Tutorial für Anfänger, denn im laufenden Match ist es schwer das Gameplay und die Mechanik zu verstehen. Wer sich das erste Mal in einen NBA-Titel stürzt sollte also den Trainigsmodus aufsuchen, bei dem man Trainingsspiele, Spielzüge oder einfach nur Würfe und Dunkings üben kann.

Die Bewegungen und Animationen der Spieler sind flüssig wie eh und je und haben sich noch einmal verbessert. Es ist nun offensichtlicher, dass ein großer Center wie Adrew Bynum deutlich unbeweglicher ist, als ein kleiner Chris Paul oder ein Russel Westbrook.

Beim Umfang etwas abgebaut

Nahezu alle bekannten Spielmodi aus den Vorgängern sind dabei, leider fehlt der so genannten „Legenden-Modus“. Damit ist es nun nicht mehr möglich die Karriere einer der großen Spieler des Basketballs nachzuempfinden und legendäre Spiele, teilweise in Schwarz-Weiß, nachzuspielen. Einen Michael Jordan in seiner Collegezeit zu erleben bleibt uns also leider verwehrt.

Mit „Mein Team“ kommt dafür aber ein sehr umfangreicher und fordernder Modus ins Spiel. Wer „Ultimate Team“ aus den EA-Sportspielen kennt, wird auch wissen, wie „Mein Team“ funktioniert. Als Währung dienen die virtuellen Coins(VC), die man in neue Spieler oder Packs investieren kann. Anders als in „Ultimate Team“ werden die Coins im gesamten Spiel gewonnen und nicht nur durch den Einsatz seines eigenen Teams.
Wer allerdings nicht jedes Spiel und jedes Team der NBA verfolgt wird es in Mein Team schwer haben, denn ohne ausreichende Kenntnisse über starke und schwache Spieler, abgesehen von den Top-Stars, ist es schwer eine Grundlage zu schaffen.

Das ’92er Dreamteam USA

Der große Vorteil der universeller Währung ist aber offensichtlich, denn erspielte Coins können sowohl in Fähigkeiten für den eigenen Spieler  oder sein Team investiert werden.

Einige legendäre Team sind nun ebenfalls spielbar, darunter sowohl das Dream Team von 1992, als auch das US-Team, welches in diesem Sommer bei den olympischen Spielen in London die Goldmedaille gewann. Auch traditionelle NBA-Teams wie die Boston Celtics mit Larry Bird könnt ihr im Spiel steuern, dennoch fehlen die klassischen und legendäre Schwarz-Weiß Spiele und das historisch Gefühl des „Legenden-Modus“.

Was allerdings Justin Bieber und einige weitere Stars im Spiel sollen ist fraglich. Einzig für einen richtigen krachenden Dunk über ihn hinweg ist der „Star“ in dem Spiel zu gebrauchen.

Technisch weiter hochwertig!

Grafisch hat sich das Spiel insbesondere im Detail noch einmal verbessert. Die Bewegungen erscheinen nun noch etwas eleganter, was durch die flüssige Steuerung noch unterstützt wird.

Die Spieler wurden zwar meist passend getroffen und sind widerzuerkennen, dennoch hat sich 2K Games auch einige grobe Schnitzer geleistet. So würde Chris Kaman sich wohl nicht einmal selber im Spiel erkennen und auch Nowitzki hat noch etwas Potential nach oben. Die US-Topstars wie Kevon Durant, LeBron James oder Derrick Rose erkennt aber alle auf den ersten Blick.

Kevin Durant ist klar zu erkennen

Der Soundtrack ist wie bereits angesprochen besonders von Jay-Z geprägt, der als Producer vorwiegend seine Lieder ins Spiel integriert hat. Trotzdem ist besonders das Intro ein Zeichen dafür, wie gut der Soundtrack eigentlich zum Spiel passt. Die Tracks des US-Rappers charakterisieren die NBA und dem Showfaktor, der hinter dem Sport steht.

Die Kommentatoren leisten ebenfalls extrem gute Arbeit, kommen mit Faktenwissen daher und können interessante Randinformationen geben. Wer also das Niveau der FIFA-Sprecher gewohnt ist, wird überrascht sein, wie gut man ein Sportspiel kommentieren kann.

NBA 2K13 – Sport auf ganz hohem Niveau

Bereits die Vorgänger gehörten zu dem besten, was Sportspiele auf der Konsole zu bieten haben. Mit NBA 2K13 wird die Messlatte noch etwas weiter nach oben verschoben, denn trotz fehlendem Legendenmodus hat 2K Games einige Kleinigkeiten verbessert, die das Spiel insgesamt noch besser machen. Atmosphäre und Präsentation weiterhin auf höchsten Niveau – hier sollten sich andere Entwickler mal orientieren – das Gameplay wurde verfeinert und mit der neuen Steuerung um ein passendes Feature ergänzt. All das macht NBA 2K13 zu dem, was es ist. Eines der besten, wenn nicht sogar das beste Spiel im Bereich Sport für die PS3.
Sollte man sich bei EA also dazu entscheiden, im kommenden Jahr die NBA Live Reihe wiederzubeleben, dann muss man sich darauf gefasst machen, einem Titel entgegen zu treten, der seit Jahren mit Qualität und Verbesserungen überzeugen kann und den Basketballmarkt mittlerweile dominiert.

Mit NBA 2K13 hat 2K Games das beste Sportspiel des Jahres 2012 geschaffen. Kein anderer Titel schafft es eine Sportart auf derart hohem spierischen und technischen Niveau in das Game zu übertragen.

Für Basketballfans ist NBA 2K13 voll zu empfehlen und auch Gelegenheitsspieler werden ihren Spaß an dem Spiel haben. So oder so sollte man die Atmosphäre und Präsentation hinter dem Spiel einmal erlebt haben.

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12 thoughts on “NBA 2K13 – Sportspiel des Jahres im Test”

  1. Wenn man das Spiel erstmal verstanden hat gibt es nichts besseres. Selten ein Spiel mit so einer Präsentation und Atmosphäre gesehen. Wer bisschen Interesse am Basketball hat, sollte zuschlagen.

    Zumal der Preis traditionell sehr schnell fällt.

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