MXGP3 – Es wird wieder dreckig! (Review)

Die Rennstrecke ruft! Mit „MXGP3 – The Official Motocross Videogame“ ist inzwischen ein weiterer Ableger der Videospielreihe erhältlich. Doch wie gut ist das finale Ergebnis? Lohnt sich ein Kauf? Diese und weitere Fragen beantworten wir in unserer Review.

MXGP3

Basierend auf der Saison 2016 hat Entwickler Milestone einen neuen Ableger seiner „MXGP“-Reihe auf den Markt gebracht und will vor allem mit einem vielfältigen Umfang überzeugen. Auf den ersten Blick könnte daraus tatsächlich etwas werden. Schließlich bietet man nicht nur die offiziellen MXGP und MX2 Klassen inklusive den Fahrern, sondern auch 18 offizielle Strecken, mehrere Motorräder, mehr als 300 Anpassungskomponenten sowie einen MXoN-Spielmodus. Hinzu kommen einige Offline- sowie ein Online-Modus. Im Mittelpunkt steht aber ganz klar die Karriere, wo man in gewohnter Manier als Fahrer mit einer Wildcard starten und sich dann den Weg an die Spitze erkämpfen. Prinzipiell nichts Neues, aber immer wieder eine schöne Methode. An dieser Stelle können wir bereits sagen, dass der Umfang wirklich gut ausfällt und kaum Wünsche offen lässt. Blicken wir als nächstes auf einen Punkt von zentraler Bedeutung. Das Gameplay.

Scrubs waren mal geiler…

Die Vorgänger von „MXGP3“ waren im Vergleich zu anderen Motorrad-Rennspielen recht leicht zu spielen. Besonders wenn man „MotoGP“ heranzieht, das schon recht anspruchsvoll sein kann. Beim aktuellen Motocross-Titel ist es mal wieder der Fall, dass man nach einer kurzen Eingewöhnungsphase kaum Schwierigkeiten hat, an die Spitze zu fahren. Daher erhöht man zeitig den Schwierigkeitsgrad. Alles in allem scheinen die Entwickler die Anforderungen aber etwas nach oben geschraubt zu haben, sodass letztendlich eine anspruchsvollere Herausforderung entsteht als in den Jahren zuvor. Dies gefällt uns persönlich recht gut. Schließlich möchte man doch herausgefordert werden. Würde man stets problemlos auf den ersten Platz fahren, wird das Spiel recht schnell langweilig.

MXGP3

An der grundlegenden Steuerung hat sich übrigens kaum etwas geändert. Wer mit der Reihe vertraut ist, hat keine Probleme. Lediglich das Ausführen von Scrubs hat uns nicht wirklich gefallen. Das könnte unter anderem an der eher komplizierten Mechanik liegen, die im Tutorial nicht optimal erklärt wird. Und so fliegt man bei den ersten Versuchen einfach nur auf die Schnauze, was die Begeisterung für einen derartigen Sprung schnell sinken lässt. Da er aber einfach zum professionellen Motocross dazugehört, versucht man weiterhin sein Glück und kann irgendwann auch etwas Brauchbares vorzeigen. Zusammenfassend gefällt uns diese spezielle Steuerung aber nicht. Betrachtet man die gesamte Steuerung, lässt sich jedoch nichts beanstanden. Es besteht sogar die Möglichkeit, Tastenbelegungen zu ändern.

Sollte man ein totaler Anfänger sein, kann man auf die Rewind-Funktion zurückgreifen. Stürzt man beispielsweise, spult man das aktuelle Geschehen einfach ein paar Sekunden zurück und versucht sein Glück erneut. An sich eine schöne Sache, die Neulinge den Einstieg in „MXGP3“ erleichtert. Deaktiviert man diese Funktion, erhält man übrigens mehr Punkte. Doch dazu später mehr. Egal ob Anfänger oder Profi, der Start eines Rennens ist auf jeden Fall eine Herausforderung. Um erfolgreich zu sein, müssen wir nämlich die Kupplung im richtigen Moment loslassen. Das Geile an der Sache: das Spiel sagt uns nicht wirklich, wann es losgeht. Wann das Gitter fällt, wird nicht expliziert angezeigt. Obwohl dies einem echt frustrieren kann, ist es eine sehr interessante Herausforderung, die uns äußerst gefällt.

Eine schöne Auswahl

Schauen wir uns als nächstes die Anpassungsmöglichkeiten an. Im aktuellen Ableger kann man nämlich sowohl das Motorrad als auch den Fahrer entsprechend anpassen. Wie bereits erwähnt, versprechen die Macher mehr als 300 Komponenten, denen offizielle Lizenzen zugrunde liegen. Das heißt, man kann beispielsweise aktuelle Helme von Fox oder Thor kaufen, die sich auch im realen Leben derzeit im Angebot befinden. Insbesondere Spieler, die selbst Motorrad fahren, können somit eventuell ihre eigene Kleidung nachstellen und quasi ein persönliches Abbild von sich selbst im Spiel schaffen. Bei der Anpassung des Fahrers entstehen natürlich keine spielerischen Vorteile. Es ist eine rein kosmetische Angelegenheit. Beim Motorrad sieht es dagegen etwas anders aus. Zwar gibt es hier ebenfalls optische Komponenten, aber auch welche, die zum Beispiel die Geschwindigkeit oder das Fahrverhalten erhöhen bzw. verbessern. Im Grunde eine schöne Sache, die seit „Ride 2“ aber irgendwie auch dazugehören muss.

MXGP3

Bevor wir eine Anpassung vornehmen können, müssen die entsprechenden Komponenten aber gekauft werden. Hierfür ist wiederum die Ingame-Währung notwendig, die man sich bei den Rennen verdient. Logischerweise: Je besser man ist, desto mehr verdient man. Obwohl man innerhalb der Karriere auch einen Sponsorenvertrag unterschreibt, scheint dies keinen wirklichen Einfluss zu haben. Man kann nun zwar Werbung auf sein Motorrad packen, mehr Geld gibt es allem Anschein nach aber nicht. Also wir haben es zumindest nicht bemerkt. Eigentlich schade. Schließlich wäre das ein spannendes Feature, was auch die Wahl eines Sponsors interessanter gestalten würde. Es gibt nämlich keinen wirklichen Anreiz sich anzustrengen, um einen Vertrag mit GoPro oder anderen Unternehmen zu unterschreiben. Um das Interesse von Sponsoren oder auch anderen Teams zu wecken, benötigt man Ruf. Diesen verdient man sich durch gute Resultaten. Je höher der Schwierigkeitsgrad und je weniger Hilfsmittel aktiviert sind, desto höher fällt der Bonus aus.

Es wird lebendiger

Renntitel haben in der Regel ein Problem. Abseits der Strecke ist entweder nichts los oder es sieht grauenhaft aus. In „MXGP3“ lohnt sich ein Blick hinter die Absperrung nicht unbedingt, ein totaler Reinfall liegt aber auch nicht vor. Die Fans sind keine Schönheiten, erfüllen aber zweifellos ihren Zweck. Schön zu sehen ist, dass auf manchen Strecken auch Rauchsignale in den Reihen der Zuschauer gezündet werden und der Rauch teilweise das Sichtfeld etwas einschränkt. Hierdurch kommt eine bessere Atmosphäre zustande, da das Umfeld schlichtweg etwas lebendiger wirkt. Auf der Strecke selbst sind nach wie vor die Spuren der Motorräder zu erkennen, die nach gewisser Zeit das Aussehen des Untergrundes verändern. Tiefe Rinnen, die das Fahrverhalten entsprechend beeinflussen, sucht man aber weiterhin vergebens.

Dafür haben die Entwickler ein dynamischen Wettersystem eingebaut. Im Großen und Ganzen scheint aber lediglich die Sonne oder es regnet. Solltet es nass werden, hat das leider keinen wirklichen Einfluss auf das Gameplay. Daher stellt sich die Frage, ob dieses Wettersystem in „MXGP3“ überhaupt notwendig wäre. Lobenswert ist allerdings die Tatsache, dass der Regen während eines Rennens auch aufhört. Stellenweise gibt es sogar Abschnitte, wo es noch regnet, obwohl es woanders bereits aufklarte.

MXGP3

Optisch enttäuschend

Die Videospielreihe war noch nie eine Grafikbombe. Mit den bisherigen Resultaten haben wir uns aber abgefunden und akzeptiert. Nun werben die Entwickler aber damit, die Unreal Engine 4 zu nutzen und dann wollen wir auch wirklich etwas sehen. Tja, leider wurden wir enttäuscht. Optisch sieht der Titel nämlich nicht besser als sein Vorgänger aus. Wir haben sogar das Gefühl, dass eine Verschlechterung vorliegt, wenn auch nur eine kleinere. Besonders wenn der besagte Regen auftritt, sinkt die Qualität ab. Es sieht einfach nicht überzeugend aus.

Zudem scheint es der Standard zu sein, dass die Texturen beim Imagefilm der jeweiligen Strecke nicht schnell genug laden. Immer wieder blicken wir auf schwammige Texturen, die erst unmittelbar vor der nächsten Szenen halbwegs scharf werden. Stellenweise bleiben sie sogar verschwommen. Wenn ein Rennen auf diese Weise startet, macht das keinen guten Eindruck. Sobald es dann aber richtig zur Sache geht, wir also auf dem Motorrad sitzen und um den Sieg kämpfen, tritt dieses Problem kurioserweise nicht mehr auf.

Vollkommen perfekt ist die Technik abseits der Texturen nicht. Gelegentlich konnten wir kleinere Einbrüche der Framerate beobachten, die zwar nicht wirklich gestört haben, aber nun mal vorhanden sind. Zudem sind nicht alle Animationen optimal umgesetzt. Hin und wieder ist die Angelegenheit etwas hakelig. Außerdem muss man sich auf längere Ladezeiten einstellen. In Hinsicht auf den Sound finden wir das finale Ergebnis recht solide. Die Geräusche passen zum Geschehen und die Musik untermalt die Situation gelegentlich echt gut. Letztendlich zeichnet sich „MXGP3“ durch allerhand Motorengeräusche aus, aber wie sollte es auch anders sein?

Fazit:

Ja, wie gut ist der Titel nun? „MXGP3“ kann vor allem mit seinem Umfang punkten. Es gibt nicht nur die komplette Palette an offiziellen Lizenzen, sondern auch allerhand Anpassungsmöglichkeiten für Fahrer und Motorrad. Wir können uns optisch also wirklich austoben und eine schöne Kombination erstellen. Bis auf die Scrubs hat uns das Gameplay gefallen. Es erfüllt seinen Zweck, ist nicht kompliziert und kann bei Bedarf auch herausfordernd sein. Somit haben die Entwickler ein Problem der beiden Vorgänger endlich behoben. Ohne Fehler kommt der aktuelle Ableger aber nicht aus. Vor allem bei der Technik gibt es viele Defizite, die sich eindeutig auf die Gesamtwertung auswirken.

Die Frage, ob sich der Kauf lohnt, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Sollte man auf Motocross stehe, ist der Titel auf jeden Fall einen Blick wert. Möchte man ein wirklich gutes Spiel, sollte man eher nach etwas anderem Ausschau halten. Ein Titel für Zwischendurch ist „MXGP3“ aber allemal.

Offizielle Produktbeschreibung

Die neue MXGP-Version basiert auf der Saison 2016. Dank der neuen Unreal-Engine 4 Grafik-Engine und einer Reihe innovativer Techniken wird den Spielern ein noch mitreißenderes und dynamischeres Spieleerlebnis präsentiert.

Das Wetter in diesem einzigartigen Wettbewerb ist unvorhersehbar und kann sich während des Rennens ändern. Ob Sonne oder starker Regen, jede Veränderung beeinflusst maßgeblich die Sicht des Fahrers und den empfindlichen Boden, sodass es selbst für erfahrene Spieler zur Herausforderung wird. Gerade der Untergrund ist gefährlich: Schlamm, Staub und dynamische Verformungen müssen gemeistert werden. Hinzu kommt das Heulen der Motoren, auffrisiert durch eine brandneue Engine, vermischt mit den Kettensägen-Geräuschen.

Wem das noch nicht genug ist, der kann sich auf einen Karrieremodus und eine verbesserte Individualisierung freuen, sowie auf die offiziellen MXGP und MX2 2016 Fahrer, die offiziellen Rennstrecken, inklusive des MXoN – sowohl in Offline- als auch Online-Modi.

Neu dabei sind auch die legendären Zweitakt-Motorräder, die von den Fans immer wieder gewünscht wurden. 10 verschiedene Modelle mit jeweils charakteristischem Sound und Fahrverhalten stehen zur Verfügung.

 

Teilen
onpost_follow

1 thought on “MXGP3 – Es wird wieder dreckig! (Review)”

Kommentar verfassen

Loading Facebook Comments ...