Medal of Honor: Warfighter Review – Wurden die Erwartungen erfüllt?

Mit Medal of Honor: Warfighter, schickt Electronic Arts, den mittlerweile 16. Teil der Medal of Honor-Reihe ins Rennen. Entwickelt wurde der Shooter im Hause Danger Close. Ob die Verantwortlichen von Danger Close es geschafft haben nach dem enttäuschenden letzten Medal of Honor-Teil, uns einen guten Shooter aufzutischen erfahrt ihr in unserem Test.

Spektakulärer Einstieg

Unser Kollege „Mother“.

In Medal of Honor: Warfighter übernehmen wir den Elite-Soldaten „Preacher“, mit dem wir zunächst im Hafen der pakistanischen Küstenstadt Karatschi unterwegs sind, um eine illegale Waffenlieferung einer Terrorgruppe zu sabotieren. Doch nachdem wir den Sprengsatz a, Laster platziert haben, fliegen uns einige Sekunden später zahlreiche Container eines Containerschiffs um die Ohren. Von spektakulären Explosionen und umher fliegenden Containern umgeben, versuchen wir gemeinsam mit unserem Partner „Mother“ aus dem Action-Wirrwarr zu entkommen. Nachdem sich uns unzählige bewaffnete Gegner und sogar ein Helikopter in den Weg gestellt haben, schaffen wir es mit einem Boot die Flucht zu ergreifen.

Altbacken trifft auf Emotion

Im Singleplayer sind wir meist mit einem Team unterwegs.

Schon zu Beginn des Spiels, dürften den meisten, die aufwendig animierten Zwischensequenzen auffallen. In diesen, stehen Preacher und seine Familie im Mittelpunkt. Dank glaubhafter Gestik und Mimik, bilden die Zwischensequenzen die emotionalen Höhepunkte im Spiel. Die ein oder andere emotionale Wendung müssen wir im Spiel auch nicht missen. So schön die Zwischensequenzen ja auch sein mögen, leider hat Danger Close das emotionale Potenzial lange nicht ausgeschöpft. Innerhalb der Missionen, sind plötzlich jegliche Eigenschaften und Emotionen verloren. Mal abgesehen davon, dass wir so gut wie kein Wort von Preacher hören. Was den Missions-Aufbau angeht, bietet Medal of Honor: Warfighter kaum Innovationen. Es gibt fast ausschließlich nur stupides: „Laufe von A nach B“, „Verfolge den und den“, oder „eliminiere den Bösewicht“. Lediglich die Fahrzeug-Sequenzen lockern den Spielverlauf auf. Die Helikopter-Mission, in der wir an einem schweren Geschütz die Aufgabe haben, ein Dorf dem Erdboden gleich zu machen, ist der aus dem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich. Die Autofahrten, sind zwar deutlich zu lang, bieten aber eine spaßige Abwechslung zum stupiden geballere. In ungefähr 6-7 Stunden Spielzeit versuchen wir rauszufinden, was bei der Waffenlieferung in Karatschi schiefgelaufen ist und nehmen uns nacheinander die mächtigen Anhänger der Terrorgruppe vor. Viele Geschehnisse und Operationen, werden nicht näher erläutert und die schönen Zwischensequenzen können ihr Potenzial leider nicht entfalten, weil sie einfach nur zwischen die Missionen geschoben wurden und ansonsten nicht mit den einzelnen Missionen verknüpft sind. Was fehlt ist der rote Faden, an dem wir uns orientieren können. Außerdem sieht das fragwürdige Ende stark nach einem Nachfolger aus.

Ein echter Hingucker

Die Figuren im Spiel sehen verdammt realistisch aus.

Effekte sehen in Medal of Honor: Warfighter dank der Frostbite 2 Engine verdammt gut aus. Besonders in den Zwischensequenzen, hat man des Öfteren das Gefühl einen Film zu schauen. Charaktere und Umgebungen werden detailliert dargestellt und bilden eine dichte Atmosphäre.

Vom feinsten

Der Sound in Medal of Honor: Warfighter ist wie erwartet eines, wenn nicht sogar das Highlight im Spiel geworden. Der Soundtrack von Linkin Park, kann sich definitiv hören lassen und auch Effekt- und Umgebungsgeräusche werden realistisch wiedergegeben. Die deutschen, zum Teil prominente, Synchronsprecher leisten ebenfalls eine tolle Arbeit. Man kann also hier bedenkenlos auf die deutsche Sprachausgabe zurückgreifen, obwohl die englische vielleicht noch einen Tick besser ist.

Shooter Typisch

Warfighter steuert sich solide und einfach. Wer mit Shootern vertraut ist, wird sich schnell eingefunden haben. Da wir in den meisten Missionen immer unseren Partner in der Nähe haben, müssen wir uns nicht um Munition sorgen. Einfach immer draufhalten, denn per Knopfdruck versorgt uns unser Partner mit neuer Munition. Wie in so gut wie allen Spielen seiner Art, regeneriert sich auch in Warfighter die Gesundheit nach einer Weile wieder von selbst.

Multiplayer

Im Multiplayer geht es ordentlich zur Sache.

Selbstverständlich habt ihr in Medal of Honor: Warfighter auch die Möglichkeit euch mit Spielern aus aller Welt im Online-Modus zu Messen. Hier könnt ihr euch mit bis zu 19 anderen Spielern in zahlreichen Modi bekriegen. An Vielfalt mangelt es hierbei keineswegs, es gibt eine große Auswahl an Waffen, Klassen, Modi und Anpassungsobjekten. Besonders innovativ sind die unterschiedlichen Modi allerdings nicht. Es gibt zwar hier und da einige Abweichungen, beispielsweise im Modus Homeruns, in dem wir nur ein einziges Leben haben, aber ansonsten kennt man alles schon aus anderen Shootern. Motivierend ist Warfighter, wenn man sich die vielen Freischaltungsobjekte anguckt, allemal. Für jede der Nationen, gibt es verschiedene Waffen und Fähigkeiten. Außerdem gibt eine Art „Kill-Streak“, welcher mit Abschussserien freigeschaltet werden kann, sie sind auch von Klasse zu Klasse verschieden. Um diese  Anpassungsobjekte einsetzen zu können, muss man allerdings in das „Soldaten-Menü“ und bis man sich dort zurecht gefunden hat, ist eine halbe Ewigkeit vergangen. Die Gestaltung des Menüs ist eine Katastrophe.

Während einer Multiplayersitzung haben wir meistens einen sogenannten „Buddy“ bei uns, bei dem wir im Todesfall wieder spawnen können. Außerdem haben wir die Möglichkeit ihn mit Munition oder Medikits zu versorgen. Das Boddy-System funktioniert gut und eignet sich besonders gut, wenn man mal mit einem Kumpel spielen will. Ein Splitscreen-Modus ist in Warfighter leider nicht verfügbar.

Viel gewollt, zu wenig geschafft!

Alles in einem ist Medal of Honor: Warfighter nicht das geworden, was man sich erhofft hatte. Überrascht waren wir allerdings von den emotionalen Momenten, bei diesem Thema waren wir anfangs skeptisch. Der Singleplayer ist ohne Frage einen Blick wert, er bietet das, was die meisten anderen Shooter-Storys nicht bieten: Emotionen. Der Multiplayer bietet hingegen leider nicht so viel Spaß, er wirkt einfach unfertig. Hier hätte man definitiv mehr rausholen können. Für Shooter-Fans, die gerne den Singleplayer spielen, ist Warfighter den Kauf wert. Spieler die das Hauptaugenmerk auf den Multiplayer gerichtet haben, sollten ihr Geld lieber anders investieren.

*Der Sound in Medal of Honor: Warfighter ist wie erwartet eines, wenn nicht sogar das Highlight im Spiel geworden.*

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