Masters of Anima – Auf in die hektische Schlacht (Review)

Auch wenn die Konsolen, allen voran die PlayStation 4, äußerst beliebt sind, trifft man Strategiespiele nach wie vor hauptsächlich auf dem PC an. Kein Wunder, immerhin sind komplexe Befehlsketten auf dem heimischen Rechner leichter umzusetzen als mit einem Controller. Mit Masters of Anima kommen wir aber dennoch in den Genuss eines abenteuerlichen Strategiespieles. Wie gut die Umsetzung ist, verraten wir euch in dieser Review.

Masters of Anima - Auf in die Schlacht (Review)

Masters of Anima stellt ein Abenteuerspiel dar, das uns tief in eine magische Welt eintauchen lässt. In der Rolle von Otto, einem Lehrling von Anima, kommandieren wir mittels außergewöhnlicher Kräfte kleine Armeen von magischen Wesen und versuchen auf diese Weise, den Rang eines Meisters zu erreichen, um endlich Ana heiraten zu können. Warum man dafür extra ein Meister sein muss? Ganz einfach. Ana befindet sich nämlich in der Gewalt des schrecklichen Zahr und seiner furchterregenden Golems. Also ziehen wir in den Krieg und versuchen, ein Happy End zu erringen.

Das Schöne am Gameplay ist, dass wir tatsächlich immer mehr dazulernen und somit im Verlauf von Masters of Anima kontinuierlich neue Typen von Wächtern freischalten, die wir logischerweise zum Erreichen unserer Ziele einsetzen können. Somit findet eine spürbare Charakterentwicklung statt, was in einem kleinen Umfang motivierend wirkt. Unterstützt wird dieser Zustand durch Erfahrungspunkte, die einen schnellen Levelaufstieg von Otto hervorrufen. Mit jedem Level können wir Punkte in einem überschaubaren Skilltree freischalten und Zugang zu neuen Fähigkeiten erhalten, mit denen man wiederum die Wächter ausstatten kann.

An sich eine durchaus solide Grundlage, die jedoch durch die kaum überzeugende Story gemindert wird. Die Entwickler hinter sich ruhig etwas mehr Zeit für die Geschichte von Masters of Anima nehmen können. Sie wartet weder mit überraschenden Momenten auf noch zieht sie uns spürbar in ihren Bann. Irgendwie steckt wenig Liebe im Detail und auch die lieblose Synchronisation verbessert diesen Eindruck nicht. Im Großen und Ganzen echt schaden. Vor allem wenn man berücksichtigt, dass der Titel mit einer charmanten Kulisse und einem interessanten Konzept zu überzeugen weiß.

Taktische Tiefe trifft auf verständliches Gameplay

Wie bereits angedeutet, handelt es sich bei Masters of Anima um ein Strategiespiel, das zwar sehr actionlastig ist, aber dennoch wohl überlegte Handlungen voraussetzt. Die eigenen Truppen trete in Verbänden auf, weshalb man einzelne Wächter nicht gezielt steuern kann. Das ist unserer Meinung nach aber keineswegs notwendig. Mit dem Kommandieren der einzelnen Verbände hat man ohnehin genügend zu tun und schnell kann ein Gefecht sehr hektisch werden. Ein Überblick über die gesamte Situation ist dabei von essenzieller Bedeutung. Da unsere Wächter keinerlei Überlebensinstinkt besitzen, hören sie stumpf auf unsere Befehlen und können daher auch mal regungslos in der Welt herumstehen oder blind in den Tod laufen. Zwar kann dies stellenweise etwas frustrieren, letztendlich sind wir aber für alles selbst verantwortlich und Masters of Anima erhält so einen herausfordernden Schwierigkeitsgrad.

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Findet man Gefallen an der Angelegenheit und ist bereit, sich auf ein forderndes Gameplay einzulassen, kann man über die gelegentlich unbalancierten Situationen hinwegsehen. Das Frustpotenzial wird auf diese Weise aber nicht gesenkt. Letztendlich ist es aber erstaunlich, wie komplex ein Gameplay werden kann, in dem man lediglich fünf verschiedene Typen von Einheiten kommandiert und dabei nur auf wenige Befehle zurückgreift. Im Grunde geht es nämlich lediglich darum, den Angriff zu befehligen, eine bestimmte Formation einzunehmen und sich natürlich auch entsprechend zu positionieren. Auf den ersten Blick ist das nicht sonderlich viel, reicht im Fall von Masters of Anima aber vollkommen aus.

Abseits der Kämpfe

Masters of Anima - Auf in die Schlacht (Review)

Auch wenn die Gefechte das Kernelement darstellen, lockern die Entwickler die Angelegenheit ein wenig auf, indem sie uns mit kleineren Rätsel konfrontieren. Um voranzukommen, muss man beispielsweise ein bestimmtes Objekt zerstören oder lediglich so verschieben, dass der Weg frei ist. Zudem ist es manchmal notwendig, etwas zu reparieren. An sich sind die Rätsel keine große Herausforderung. Ganz im Gegenteil. Sie lassen sich recht schnell und einfach lösen. Man merkt rasch, dass sie nur eine kleine Ergänzung sind und nicht das zentrale Feature von Masters of Anima darstellen. Dennoch gefällt uns dieser Schritt. Er sorgt für eine gewisse Abwechslung, die dem Gameplay als großes Ganzen zweifellos zugutekommt.

Was macht die Technik?

Aus technischer Sicht gibt es wenig zu beanstanden. Die optische Aufmachung weiß zu überzeugen und bietet uns sogar kleinere Details. Diese nehmen keine Überhand, was wir für ein Spiel, das lediglich 19,99 Euro kostet, aber auch nicht erwartet haben. Aufgrund des geringen Preises kann man beinah darüber hinwegsehen, dass einige Bereiche doch sehr ähnlich wirken. Ein simples Kopieren und erneut Einfügen ist aber nicht anzutreffen. Überzeugen kann Masters of Anima dagegen beim Soundtrack. Dieser passt perfekt zu jeweiligen Situation und kann eine gelungene Atmosphäre herbeizaubern. Lediglich die Synchronisation überzeugt uns nicht, was wir allerdings bereits weiter oben erwähnt haben.

Fazit

Masters of Anima kommt mit einem interessanten Konzept daher, das uns zwar taktisch fordert und obendrein aus überschaubaren Elementen besteht, aber dennoch nicht vollkommen ausgeschöpft wird. Manche Passagen wirken unbalanciert und eine packende Story wäre wünschenswert gewesen. Zudem gibt es Verbesserungspotenzial bei der Synchronisation. Gemischte Gefühle haben wir beim hektisches Gameplay. An sich ist es eine schöne Sache, da es uns vor allem herausfordert und es tatsächlich so wirkt, als wären wir für sämtliche Handlungen verantwortlich. Jedoch droht die Angelegenheit schnell in ein Chaos aus Befehlen zu enden. Für den ein oder anderen ist das sicherlich etwas zu viel des Guten. Dafür kann man sich auf eine gelungene Spielwelt und einen passenden Sound freuen. Zudem gefällt uns die Mischung aus Action und Taktik sehr gut. Letztendlich ist Masters of Anima mit seinem günstigen Preis wohl ein interessantes Spiel, das man Zwischendurch genießen kann. Wer über einige Macken hinwegsehen kann und Gefallen am grundlegenden Prinzip findet, kann nichts verkehrt machen.

Masters of Anima

Masters of Anima
6.9

Gameplay

6.9 /10

Sound

7.2 /10

Story

5.9 /10

Grafik

7.2 /10

Atmosphäre

7.3 /10

Positiv

  • Gelungene Mischung aus Action und Taktik
  • Passender Soundtrack
  • Überschaubare, aber ausreichende Befehle
  • Taktisch fordernd

Negativ

  • Keine fesselnde Story
  • Kaum überzeugende Synchronisation
  • Stellenweise etwas zu hektisch
  • Unbalancierte Abschnitte

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