How to Survive 2 – Überlebt man es? (Review)

Zombies kommen aktuell sehr gut in Videospielen sowie Filmen an und Survival als Genre innerhalb der Videospiel-Branche erfreut sich ebenfalls einer hohen Beliebtheit. Da müsste „How to Survive 2“ eigentlich perfekt für die Community sein. Doch ist das wirklich so? Wir haben den Titel getestet.

Man kennt es bereits. Eine Zombieinfektion ist zu einer Pandemie geworden. Die meisten Menschen wandeln mittlerweile als Untote durch die Gegend. Selbstverständlich haben wir das ganze Ungeschick bislang überlebt und befinden uns nun in Louisiana. Auf den Erfolg kann man sich natürlich nicht ausruhen und daher steht der Aufbau eines Camps und das Finden von notwendigen Ressourcen im Mittelpunkt unser Aktivitäten. Und so irrt man als Spieler durch unterschiedliche Umgebungen, sammelt Holz und Wasserflaschen, trifft weitere Überlebende und tötet zahlreiche Zombies. Klingt simpel. Ist simpel.

Was ist mit meiner Story?

Blickt man auf die Geschichte, hat Entwickler Eko Software das Sparprogramm gewählt. Mit an Bord ist zwar der bereits aus dem Vorgänger bekannte Kovac, jedoch vermittelt er uns nur die angeblich hohe Kunst des Überlebens. Richtig überzeugen kann sein osteuropäischer Akzent auch nicht so wirklich. Wobei gewisse Äußerungen hin und wieder ein dezentes Lächeln beim Spieler hervorrufen können. Allerdings gibt es noch andere Charaktere, die man im Laufe des Spieles trifft. Aber diese netten Personen wollen ebenfalls keinen bleiben Eindruck hinterlassen. Alles in allem läuft es darauf hinaus, dass wir irgendwelche einfachen Aufgaben für sie erledigen sollen. Entweder befreit man irgendein beliebiges Areal von bestimmten Zombies oder man macht sich auf die Suche nach speziellen Gegenständen. Das hilft zwar den Fortschritt des eigenen Helden voranzubringen sowie das persönliche Camp auszubauen, eine gewisse Sympathie zu den einzelnen Charakteren entsteht so aber nicht.

Und da es bei den unkomplizierten Aufgaben bleibt, fehlt auch der große Rahmen um alles. Warum gibt es diese ganzen Zombies überhaupt? Wo hat diese Infektion ihren Ursprung? Kann man vielleicht irgendetwas dagegen machen und die Welt wieder in den normalen Zustand versetzen? Das sind alles Fragen, die in keinster Form behandelt werden und aus diesem Grund auch gar keine wirkliche Geschichte zulassen. Das ist nicht nur etwas schaden, sondern auch verschenktes Potenzial. Vor allem da man sich mit „How to Survive 2“ nicht nur auf bloße Runden des Überlebens wie in „Killing Floor 2“ beschränkt. Hier wäre mehr möglich gewesen.

Komm her Zombie!

Aller Anfang ist leicht. Ausgestattet mit dem Baseballschläger hauen wir den Zombies eine drüber und schon sind sie Geschichte. So sind die ersten Missionen und Beschaffungsgänge von Ressourcen recht problemlos. Je weiter man im Level jedoch aufsteigt, desto hartnäckiger werden die Widersacher. Aus einem Schlag werden zwei und aus zwei werden drei. Es müssen also neue Waffen her, die man zunächst herstellt. Dafür wiederum braucht man eine Waffenkammer. Der Spieler wird also mit einem unendlichen Kreislauf konfrontiert. Wer mehr Ressourcen will, braucht bessere Ausrüstung. Und wer bessere Ausrüstung will, braucht mehr Ressourcen. Die Arbeit lohnt sich aber. Aus einem Baseballschläger wird schnell ein stattliches Gewehr und unser Held rüstet sich mit Helm, Brustschutz und Knieschoner aus. Hierdurch entsteht allerdings nur ein kurzfristiger Bonus, da die Zombies, wie bereits erwähnt, immer stärker werden. Jedoch ist das keineswegs schlimm. Immerhin schaffen die Entwickler somit einen Anreiz, sich stets weiterzuentwickeln.

Die Steuerung gestaltet sich innerhalb der Kämpfe recht einfach. Mittels Viereck-Taste führen wir einen Nahkampf aus. Hierbei sind verschiedene Kombos möglich. Dreimaliges Betätigen bringt eine stärkere Attacke hervor und Gedrückhalten teilt richtig Schaden aus. Bei Fernwaffen nutzt man den rechten Stick zum Zielen und mittels R2 schießt man. Alles in allem simpel, leicht und gut. Spannend an der gesamten Angelegenheit: Wir können selten auf Ein-Mann-Armee machen und einfach durchrennen. Während ein Zombie nie wirklich ein Problem darstellt, sollte man bei großen Horden definitiv wegrennen. Man kann zwar beispielsweise auf Autos klettern, die Zombie folgen euch jedoch. Wer nicht aufpasst, ist schnell umzingelt und schließlich tot. Ein gutes Timing spielt also oft eine wichtige Rolle. Bedauerlicherweise kehrt schnell Routine ein, was auf Dauer etwas langweilig sein kann.

Spiele ich gleich nochmal

Routine kehrt auch bei manchen Quests ein. An sich sind sie zwar recht individuell, da man sie aber beliebig oft wiederholen kann, spielt man viele Missionen mehrmals. Warum? Weil man dort äußerst nützliche Ressourcen sammeln kann. Beispielsweise gibt es eine Quest von Kovac, bei der man alle erforderlichen Komponenten für Munition besorgt. Und da mehr Kugeln für die Pistole besser sind als gar keine, möchte man sich einen gewissen Vorrat anlegen. Daher absolviert man sie immer und immer wieder. Im Endeffekt liegt ein notwendiges Übel vor. Ob das jetzt schlimm ist, lässt sich schwierig sagen. Vor allem da man nicht verpflichtet ist, sie erneut zu spielen, es aber dennoch macht. Man merkt halt schnell, dass die Ressourcen extrem wichtig sind. Auch wenn man stets alles auf seinem Weg einsammelt, fehlt schließlich doch irgendwas für den Bau eines bestimmten Gebäudes. Dem Spieler bleibt also nichts anderes übrig, als erneut loszuziehen.

An sich gestaltet sich der Aufbau des Camps aber als recht interessant. Da man sich mitten im Wald befindet, ist der Platz natürlich beschränkt. Des Weiteren weisen die Gebäude eine bestimmte Größe auf und benötigen somit eine Grundfläche, um überhaupt errichtet zu werden. Wir breiten uns also kontinuierlich aus, dürfen aber den Schutz nicht vergessen. Es gibt ja schließlich auch diese Zombies, die mit zunehmenden Level des Camps dieses auch angreifen. Hilfreich sind daher Strukturen wie Zäune und Fallen, die zum Schutz dienen.

Hilfe ist immer gut!

Zusammenfassend muss man sagen, dass „How to Survive 2“ nach einer gewissen Zeit zu monoton und somit auch zu langweilig werden kann. Allerdings sind wir auf ein zentrales Feature noch gar nicht eingegangen. Das Überlebensabenteuer ist nämlich ein Koop-Titel. Auf der PlayStation 4 können insgesamt vier Spieler gleichzeitig aktiv werden. Äußerst lobenswert: Das trifft sowohl online als auch lokal zu. Man kann sich also mit drei Freunden über das PlayStation Network treffen oder sich zu viert auf die Couch setzen. Funktioniert alles einwandfrei und ist sehr erfreulich. Immerhin sind derartige Möglichkeiten recht rar geworden. Interessant ist ebenfalls, dass die einzelnen Spieler nicht zwangsläufig zusammen unterwegs sein müssen. Jeder kann sich frei bewegen und bei Bedarf auch jede Quest allein starten. Eventuell auch dieselbe parallel spielen. Selbstverständlich können auch alle zusammen in einer Quest richtig durchstarten.

Hierdurch entstehen zahlreiche Möglichkeiten und ein durchdachtes Gameplay. Beispielsweise baut ein Spieler das Camp weiter aus, während die anderen eine Mission erfüllen oder eventuell die für den Ausbau notwendigen Ressourcen sammeln. Um die Grundzüge einer Kommunikation zu ermöglichen, haben die Entwickler ein Schnell-Antwort-Bereich eingerichtet. Hier kann man nach Munition fragen, Mitspieler vor Gefahren warnen und so weiter. Sollte man online aktiv sein, empfiehlt sich natürlich ein Headset. Aufgrund der eben genannten Funktion ist dies aber nicht zwingend notwendig.

Netter Sound

Bleibt abschließend zu klären, welches Bild die Technik hinterlässt. Ganz klar, „How to Survive 2“ besitzt keine unfassbar realistische und detaillierte Grafik. Das braucht der Titel aber auch gar nicht. Soweit sieht alles recht hübsch aus und großartige Fehler sind nicht aufgetreten. Bei den Effekten gibt es dagegen gemischte Gefühle. Tötet man beispielsweise einen Zombie mit einem Spezialangriff sieht das echt gut. Bewegungen von Gras und Maispflanzen sind dagegen vorprogrammiert und passen sich nicht den Handlungen des Spielers an. Etwas schade, aber auch nicht ein totaler Reinfall. In sich stimmig ist jedoch der Sound. Er passt stets zum aktuellen Geschehen und warnt vor drohender Gefahr.

Fazit

Der Survival-Titel „How to Survive 2“ ist ein durchaus unterhaltsames Spiel und kann vor allem im Koop-Modus sein volles Potenzial entfachen. Campaufbau und Crafting-System funktionieren einwandfrei und liefert definitiv Anreize zum Weiterspielen. Auch die ansteigende Hartnäckigkeit der Zombies liefert eine schöne Herausforderung. Allerdings kann schnell ein monotoner Ablauf eintreten, was besonders für Solo-Spieler zu langweilig werden kann. Hinzu gesellt sich eine schwache Story, bei der viel Potenzial verschenkt wird. Bei einem Preis von ca. 15 Euro ist „How to Survive 2“ aber eventuell ein Blick wert.

Offizielle Produktbeschreibung von „How to Survive 2“

Die Zombieinfektion ist zu einer Pandemie geworden. Du befindest dich in Louisiana und dein Überleben hängt davon ab, ein Camp zu errichten und dir die passenden Fähigkeiten anzueignen. Finde Wasser, Nahrung und Zuflucht und sprich mit den Einheimischen.

  • Multiplayer: 4 Spieler können gleichzeitig online oder lokal spielen.
  • Zufällige Umgebungen: von den Mississippi-Delta-Bayous bis zu den Straßen von New Orleans.
  • Charakteranpassung: Wähle und verbessere deine Fertigkeiten und rüste dich mit Panzerungen, Werkzeugen und Waffen aus.
  • Das Herstellungssystem ermöglicht dir, Hunderte von Gegenständen, Werkzeugen und Waffen zu fertigen.
  • Kümmere dich um Hunger, Durst, Energie und das Gewicht deines Inventars.
  • Errichte, verbessere und schütze dein Camp mit verbesserbaren Fallen, Barrikaden und Werkstätten.
  • Tag-und-Nacht-Zyklus und Wetterverhältnisse.
  • Viele Zombies und wilde Tiere!
  • Unglaublich viel Spaß mit den blutigen Finish-Moves und Kovacs Video-Überlebenshandbuch.

 

 

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