Horizon Zero Dawn – Saubere Leistung Guerrilla Games! (Review)

Maschinen zerstören die Menschheit. Ein immer wieder gern gewähltes Szenario, das gleichzeitig seit Jahren für reale Besorgnis sorgt. Dessen ungeachtet hat Guerrilla Games für das erste hauseigene Open-World-Spiel genau dieses Setting gewählt. „Horizon Zero Dawn“ nennt sich der Spaß. Doch wie gut ist der Auftakt?

Horizon Zero Dawn

Nachdem gefühlt jede Seite ihre Review veröffentlicht hat und zahlreiche Spieler noch vor dem offiziellen Release ihr eigenes Exemplare erhalten haben, hat uns die deutsche Presseagentur von Sony nun endlich auch unser Testmuster zukommen lassen. Natürlich haben wir uns sofort an die Arbeit gemacht und „Horizon Zero Dawn“ gewissenhaft unter die Lupe genommen. Was dabei herauskam, könnt ihr in dieser Review lesen.

Joa, die Story

Als Spieler schlüpft man in die Rolle von Aloy, die schon in ihrer Kindheit von ihrem Stamm verstoßen wurde. Doch sie hat noch ganz andere Probleme, genauso wie die gesamte Menschheit. Denn die menschliche Gesellschaft stellt nicht mehr die dominierende Spezies dar. Mittlerweile haben riesige Maschinen das Sagen, die man gut mit Dinosauriern vergleichen kann. Und da die Menschen scheinbar nicht genug Probleme haben, bekriegen sich einzelne Stämme auch noch untereinander. Alles in allem also eine äußerst raue Welt und wir sind als Spieler mittendrin. Allerdings kann man die Erbarmungslosigkeit schnell vergessen. So tödlich die Natur in „Horizon Zero Dawn“ auch ist, so wunderschön ist sie gleichzeitig. Doch arbeiten wir uns Stück für Stück durch die Thematik.

Bleiben wir noch ein wenig bei der Story. Da sich das Open-World-Abenteuer sicherlich zu einem Must-Have-Titel auf der PlayStation 4 entwickeln wird, wollen wir nicht zu sehr ins Detail gehen und unnötige Spoiler vermeiden. Eins sei aber gesagt. Obwohl es eine Mischung aus alte Ruinen, Steinzeit und eben auch fetten Maschinen gibt, ist die gesamte Angelegenheit in sich stimmig. Mit 20 bis 30 Stunden ist man außerdem eine angemessene Zeit an das Spiel gebunden. Dabei merkt man immer wieder, dass sich die Entwickler wirklich Gedanken gemacht haben. Vor allem wenn man überlegt, dass es sich hierbei um das erste Open-World-Projekt der Niederländer handelt, ist das schon lobenswert.

Bevor wir uns dem nächsten Punkt widmen, müssen wir doch einen kleinen Spoiler liefern. In einer eleganten Einführung steuert man nämlich Aloy, als sie noch ein Kind war. Das liefert nicht nur Hintergrundwissen, sie wird als Figur auch wichtiger – irgendwie greifbarer. Somit stellt sie nicht einen lieblos hingeklatsche Charakter dar, der uns durch eine beliebige Geschichte leitet.

Zauberhaft schön

Die Liebe zum Detail zieht sich auch durch die Spielwelt, die nicht nur extrem gut aussieht, sondern auch sehr abwechslungsreich ist. Man trifft auf verschlungene Wege, weitläufige Steppen, hohe Bergen und so weiter. Besonders hoch anzurechnen ist der Fakt, dass die Entwickler allem Anschein nach jedes Areal individuell gestaltet haben. Mehrfach kopierte Strukturen sind nicht wirklich zu finden. Aus diesem Grund sieht man darüber hinweg, dass die Spielwelt im Vergleich zu anderen Open-World-Titel nicht so groß ist. Versteht uns nicht falsch. Sie ist nicht zu klein. Sie ist definitiv angemessen. Das liegt wohl daran, dass sie umfangreicher wirkt, als sie tatsächlich ist. Kritik können und wollen wir diesbezüglich aber auch gar nicht äußern. Kurzum. Es passt. Die Welt um den Spieler herum vermittelt einen realistischen Eindruck und kann den ein oder anderen sicherlich beeindrucken sowie in seinen Bann ziehen.

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Auch wenn wir jetzt nicht in die Zukunft schauen wollen, sondern bei „Horizon Zero Dawn“ bleiben wollen, sind wir bereits gespannt, was uns die genutzte Decima-Engine in den nächsten Monaten und Jahre so alles bescheren wird. Ein äußerst cooles Feature ist zudem der Foto-Modus, mit dessen Hilfe man Dank dem Firmware Update 4.5 für die PlayStation 4 auch tolle Wallpaper erstellen kann, die man dann als Hintergrund im Konsolen-Menü benutzt. Aber auch abseits dieser Möglichkeit, kann man mit dem Modus wunderschöne Momente einfangen. Sei es ein romantischer Sonnenuntergang oder eine geniale Aussicht, die man von einem hohen Berg hat. Vor allem bei einer regelmäßigen Nutzung merkt man erneut, welch eine gute Arbeit Guerrilla Games bei der Spielwelt abgeliefert hat.

Auf in den Kampf!

Im Spielverlauf levelt man sich allmählich hoch und kann in drei Skill-Bäumen nützliche Fähigkeiten freischalten. Übermächtig wird man allerdings nicht. An dieser Stelle können wir erneut ein Lob aussprechen. Denn während man in anderen Titel schnell zu stark ist, bleiben die Kämpfe in „Horizon Zero Dawn“ durchgehend schwierig. Man merkt halt, dass die Maschinen das Sagen in der Welt haben. Und so kann ein eigentlich friedliches Wesen schnell zur Gefahr werden. Umso wichtiger ist es, seinen Gegner genau zu kennen und Schwachstellen effektiv auszunutzen. Hilfreich ist hierbei ein Augmented-Reality-Gerät, das man bereits zu Beginn des Spieles findet. Dank der Technologie kann man die erwähnten Schwachstellen der Gegner herausfinden und beispielsweise auch Laufwege sehen. Besonders wenn man sich im hohen Gras vor den Maschinen versteckt, ist diese Funktion äußerst praktisch.

Aber auch wenn ihr über all diese Informationen verfügt, schluckt so ein Gegner stellenweise dennoch extrem viele Pfeile. So ist ein Vorrat von 30 oder 40 Stück schnell aufgebraucht. Über ein Quick-Menü kann man aber jederzeit neue herstellen, sofern man die notwendigen Ressourcen dabei hat. Aus diesem Grund ist die Jagd auch wichtig. Die Maschinen haben nämlich allerhand brauchbares Zeug bei sich, die man natürlich nur erhält, wenn man die Gegner zuvor ausgeschaltet hat. Andere Ressourcen wie das Holz für die Pfeile findet man dann in der Natur.

Kenne ich das nicht?

Das klingt im Grunde alles nach einem „Far Cry Primal“ mit Sci-Fi-Setting. Das war tatsächlich auch unsere Angst im Vorfeld und in den ersten Stunden kann gegebenenfalls wirklich ein derartiges Gefühl aufkommen. Doch man merkt schnell, dass „Horizon Zero Dawn“ etwas Eigenes darstellt. Nichtsdestotrotz liefern auch hier Kräuter die lebensnotwendige Gesundheit. Aber man findet ja immer irgendwelche Elemente, die gleich sind, wenn man zwei Spiele miteinander vergleicht.

Kommen wir aber nochmals auf den Kampf zurück. Neben dem Bogen verfügt Protagonistin Aloy außerdem über weitere Hilfsmittel wie beispielsweise Fallen. Geschickte Jäger können diese in Engpässen platzieren und danach größere Herden von Maschinen hindurchtreiben. Das bedarf zwar einer Vorbereitung, ist aber umso erfreulicher, wenn alles letztendlich funktioniert. Logischerweise ist es extrem ärgerlich, wenn die Beute plötzlich in eine andere Richtung rennt und alles umsonst war. Dennoch ist diese Angelegenheit äußerst unterhaltsam. Alles in allem bleibt der Bogen aber die dominierende Waffen. Besonders spannend: Es gibt Modifikationen, die logischerweise Verbesserungen mit sich bringen.

Räum mal dein Inventar auf!

Wie in „Grand Theft Auto“ hat auch Aloy eine Art Zauberrucksack. Immerhin kann sie extrem viele Materialien mit sich führen. Das können Ressourcen sein, irgendwelche Wertgegenstände und natürlich auch die Waffen. Insbesondere zu Beginn von „Horizon Zero Dawn“ muss man sich aber etwas genauer mit dem Inventar auseinandersetzen. Immerhin gibt es Gegenstände, die wirklich nur für den Verkauf bestimmt sind. Andere wiederum benötigt man für die Herstellung von anderen Dingen. Jedoch kommt man schnell zu Recht und weiß, wie der Hase läuft. Um den Sammelwahn ein wenig zu erhöhen, haben die Entwickler die Möglichkeit eingebaut, seine Beutel zu verbessern. Das heißt, man erhöht die Slots in seinem Inventar. Hierbei gibt es verschiedene Kategorien. Dieser Beutel ist nur für Ressourcen vorgesehen, dieser wiederum ausschließlich für die Munition. Es ist sicherlich nicht überraschend, dass diese Aufrüstung ebenfalls bestimmte Rohstoffe voraussetzt. Zusammenfassend ist man also sehr gut beschäftigt.

Horizon Zero Dawn

Eine Kehrseite hat das Sammeln jedoch. Statt zu der nächsten Mission zu gehen, erledigt man eine Maschine nach der anderen, nur um etlich genügend Ressourcen für eine bestimmte Tätigkeit zu besitzen. Das erhöht zwar die Spielzeit, kann gelegentlich aber etwas nervig werden. Ein Zwiespalt entsteht zudem bei der Fortbewegung. Man kann nämlich manche Metall-Dinosaurier als Reittiere nutzen. Das klingt nicht nur cool, es ist auch wirklich ganz geil. Jedoch können wir vom Rücken der Maschine nichts aufsammeln. Und so ist man ständig hin- und hergerissen, ob man selbst läuft oder das jemand anderes übernehmen lässt. Aber so ist nun mal das Leben. Wer das Eine will, muss auf etwas Anderes verzichten.

Decima hat es einfach drauf

Wir haben bereits weiter oben leicht erwähnt, dass die zum Einsatz kommende Engine von sich überzeugen kann. Wenn wir jetzt abschließend auf die Technik eingehen, müssen wir unbedingt nochmal auf Decima zurückkommen. Denn Guerrilla Games setzt neue Maßstäbe auf der PlayStation 4. Lichteffektiv sehen genial aus, Schatten fallen korrekt, Rauchentwicklungen wirken realistisch und so weiter. Selbst die in Videospielen schwer darzustellenden Haare liefern in „Horizon Zero Dawn“ ein exzellentes Ergebnis ab. Gemessen an die bisherigen Standards gibt es nichts, was wir beanstanden können. Auch irgendwelche Grafikfehler, Bugs und sonstiger Kram sind nahezu nicht anzutreffen.

Bleibt letztendlich also nur der Sound übrig. Aber was sollen wir sagen? Der Soundtrack passt hervorragend und untermalt die jeweilige Situation. Gut, bei der Synchronisation gibt es minimale Mängel. Während ein Satz bereits beendet ist, bewegen sich die Lippen teilweise noch kurz weiter. Da die Stimmen aber größtenteils angenehm sind, lässt sich darüber hinwegsehen. Als Spieler hat man auch jederzeit die Möglichkeit, auf die englische und somit originale Sprachausgabe zu wechseln. Im Großen und Ganzen läuft die Technik also einwandfrei.

Fazit:

Es gibt zweifellos noch weitere Aspekte, auf die wir eingehen könnten. Die Tendenz bleibt aber gleich: „Horizon Zero Dawn“ kann so ziemlich in jeglicher Hinsicht überzeugen. Es hat eine solide Geschichte, die Mechaniken funktionieren und die Atmosphäre ist genial. Zwar ist das Sammeln von Rohstoffen manchmal etwas zu viel des Guten, aber das lässt sich verkraften. Zusammenfassend ist das Projekt von Guerrilla Games ein wunderschönes Open-World-Erlebnis. Zudem setzt es neue Maßstäbe. Wer eine PlayStation 4 besitzt, sollte unbedingt zuschlagen.

Wertungskasten:

 

Horizon: Zero Dawn
Das neue Zeitalter der Menschheit
In einer üppigen, pulsierenden, postapokalyptischen, offenen Welt streifen gewaltige mechanische Kreaturen durch eine Landschaft, die sie der Menschheit abgerungen haben.

Die Menschen haben sich im Lauf der Zeit zu Jägern und Sammlern zurückentwickelt, die inmitten gigantischer Wälder, imposanter Gebirgszüge und der stimmungsvollen Ruinen einer längst vergangenen Zivilisation ums Überleben kämpfen – während die barbarischen Maschinen allmächtig geworden sind.

Du bist Aloy, eine geschickte Jägerin, die auf Geschwindigkeit, Cleverness und Flinkheit setzt, um zu überleben und ihren Stamm gegen die Stärke, Größe und rohe Kraft der Maschinen zu beschützen. Angesichts einer überwältigenden Übermacht begibst du dich auf eine fesselnde, emotionale Reise, um die Geheimnisse einer vergessenen Zivilisation und deren Artefakte aufzudecken und mehr über die fortschrittlichen Technologien zu erfahren, die über das Schicksal des Planeten entscheiden werden – und über das Überleben der Menschen.

Eine üppige, postapokalyptische Welt
Durchstreife jeden Winkel eines Reiches voller uralter Relikte und mysteriöser Gebäude, um deine Vergangenheit aufzudecken und die vielen Geheimnisse eines vergessenen Landes zu ergründen. Wie haben Maschinen die Herrschaft über diese Welt übernommen, was ist ihr Ziel – und was ist aus der vorherigen Zivilisation geworden?

Ein gefährlicher Kontrast
Natur und Maschinen auf Kollisionskurs
Erkunde eine lebendige Welt, die die Schönheit der Natur zeigt, aber zugleich von beeindruckender, hochentwickelter Technologie bewohnt wird. Führe Aloy durch diese dynamische Umgebung und bereite dich auf dauerhaftes Erkunden und ein berauschendes Gameplay vor.

Trotze allen Widrigkeiten
Meistere Aloys Geschwindigkeit und List gegenüber der rohen Stärke und Größe der Maschinen. Um einen bedeutend größeren und technisch überlegenen Gegner zu überwinden, muss Aloy ihr Wissen, ihre Intelligenz und ihre Geschicklichkeit zur Gänze nutzen, damit sie die Begegnungen überlebt.

Die entfernte Zukunft
Reise durch atemberaubend detaillierte Wälder, eindrucksvolle Gebirge und die atmosphärischen Ruinen einer vergangenen Zivilisation in einer Landschaft, die mit wechselndem Wetter und einem kompletten Tag-Nacht-Zyklus zum Leben erwacht.

41 thoughts on “Horizon Zero Dawn – Saubere Leistung Guerrilla Games! (Review)”

    1. Musste mal in deinem „lehrbuch “ gucken oder dein fokus einsetzten , dann siehst du welche viecher für schwächen haben … bei den meisten ist es immer gleich feuer , eis oder teile absprengen 😉

    1. Also ich ganz empfehlen ist der Hammer war auch sehr skeptisch gesessen und damals den Hype nicht verstanden . Aber jetzt warte ich auf die nächste Information muss wissen was neues gibt .

    1. Ganz ehrlich ich kann es dir nur abraten es zu kaufen. Es ist wirklich gar nicht gut. Die Leute die es feiern , keine ahnung was los mit denen ist. Wenn du es angeschaut hast und es gut findest okay aber wenn du noch nix davon gesehen hast lass den kauf lieber

    1. Also, ich habe jetzt knapp 80% des Spiels soweit durch (wegen Sammelobjekten, die ich ohne Schnellreise abgelaufen bin) und bin jetzt bei 81 Stunden Spielzeit. Also je nach dem wie schnell du bist, würde ich sagen, ohne auf platin zu gehen, knappe 50 Stunden und wenn du auf platin gehst, dann so 80 Stunden. Kommt immer darauf an, ob du eher ein gemütlicher Zocker bist oder eher so schnellerer. 😂

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