Fallout 4: Far Harbor – Willkommen auf der Insel (Review)

Nach „Automatron“ und „Wasteland Workshop“ bekommen die Spieler mit „Far Harbor“ den bislang umfangreichsten DLC, der für „Fallout 4“ aktuell bereitsteht. In unserer Review erfahrt ihr, warum wir die Erweiterung mehr als gelungen finden und die Reise ins neue Abenteuer empfehlen können.

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Sobald ihr „Far Harbor“ erfolgreich installiert habt und das Spiel startet, erhaltet ihr einen Anruf von der Detektei Valentine, die einen neuen Klienten besitzt, dessen Anliegen offenbar sehr dringend zu sein scheint. Also geht es im Eiltempo nach Diamond City, um einen weiteren Bewohner des Commonwealths zu helfen. Allerdings stellt sich schnell heraus, dass die Lösung des Problems ganz woanders zu finden ist, und zwar in Far Harbor, einer mysteriösen Insel voller Gefahren und einem deutlich höheren Strahlungswert als man es gewohnt ist. An dieser Stelle beenden wir gezielt die inhaltliche Komponente dieser Review, um vorab nicht zu viel von der Story zu verraten. Widmen wir uns lieber der neuen Spielwelt.

Laut den Entwicklern handle es sich bei Far Harbor um die größte Landmasse, die Bethesda je für ein Add-on geschaffen hat. Ob das wirklich der Fall ist, können wir aktuell leider schlecht sagen. Doch fest steht, dass die Insel wirklich äußerst umfangreich ausfällt und somit wieder viel bereithält, was sich entdecken lässt. Als Spieler wird man allerdings schnell feststellen, dass die üblichen Erkundungsexpeditionen etwas schwieriger ausfallen, was an einem stellenweisen sehr dicken Nebel liegt, der die Insel überzieht. Und nun sind wir bereits an einen der wichtigen Punkte angelangt. Der besagte Nebel hat nämlich seine positive und negative Seite. Aufgrund der geringen Sichtweite und der überwiegend blau-grauen Farbtönen entsteht ein sehr düsteres Umfeld, was wiederum eine fesselnde Atmosphäre kreieren kann. Die Schattenseite der ganzen Angelegenheit: Der Nebel sorgt für Ruckler und vereinzelnd sogar für Zusammenbrüche der Framerate. So etwas senkt nicht nur den Spielspaß, es sollte auch einfach gar nicht vorhanden sein.

Aber dafür läuft alles andere auf der Insel problemlos, außer vielleicht die Kämpfe mit wilden Tieren, was nicht an technischen Komplikationen liegt, sondern vielmehr an den Fähigkeiten des Spielers. Mit anderen Worten: Stellenweise kann der Überlebenskampf recht schwierig werden. Das liegt wohl vor allem an den neuen Gegnern. Besonders der Nebelkriecher kann eine echte Herausforderung darstellen und der ebenfalls neue Angler wird oftmals zu einer richtigen Gefahr. Neben den Neuzugängen sieht aber auch alte „Bekannte“ wieder mit an Bord, wie beispielsweise Mirelurks und die lästigen Ghule, die stellenweise mit einem neuen Erscheinungstyp daherkommen – zumindest haben wir noch nie einen verbrannten Ghul im Commonwealth gesichtet. Alles in allem gelang es Bethesda, eine elegante Mischung aus alten und neuen Bedrohungen in Far Harbor anzusiedeln, die zum einen zur Insel passen und zum anderen natürlich für frischen Wind sorgen. Wenn wir ein Reiseführer und keine Gaming-Seite wären, würden wir ganz klar eine Reisewarnung aussprechen. Auf Nettigkeit trifft man auch in diesem DLC selten. Fallout eben. Zum Glück dürfen sich die Spieler über einige neue Waffen freuen, die für einen aussagekräftigen Schutz sorgen. Denn so eine Harpunenkanone kann schon gehörig Schaden austeilen und verschafft eine gute Portion an Respekt. Des Weiteren bietet „Far Harbor“ einige Fisch- und Fleischerhaken als neue Nahkampfwaffen, das sogenannte Radium-Gewehr, eine Maschinenpistole, mit der radioaktive Kugeln verschossen werden, und vieles mehr. Auch neue Ausrüstungsgegenstände sind verfügbar.

fallout_4_far_harbor_nebelkriecherSollte man sich trotz vorhandener Ausrüstung, doch ein wenig verloren fühlen, können wir jemanden empfehlen. Es darf sich nämlich über einen neuen Begleiter gefreut werden, der, wie sollte es anders sein, sich perfekt in der Spielwelt auskennt. Zwar waren die Wegbegleiter im Commonwealth doch schon etwas spannender, dafür versprüht Longfellow einen Charme, der für Abwechslung sorgt. Obendrein passt selbstverständlich auch der Neuzugang perfekt zur Insel und kann die Gesamtatmosphären ein wenig in die Höhe treiben.

Wir wollen zwar nicht spoilern, ein wenig auf die Story sollten wir dann aber doch eingehen. Verstecken muss sich diese nämlich nicht. Gut, sie ist sicherlich nicht die beste zusätzliche Geschichte im Fallout Universum, doch dafür macht sie stets neugierig und beschäftigt etliche Stunden. Eine Zahl, die definitiv im zweistelligen Bereich liegt. Das liegt vor allem an den zahlreichen Nebenquests, denn die eigentliche Haupthandlung ist eher überschaubar. Nichtsdestotrotz ergänzen sich beide Stränge und können eine abgerundete Geschichte erzählen, in der man in einen kniffligen Konflikt zwischen drei Fraktionen gerät, dessen Ausgang man durch seine Handlungen beeinflusst. Eine ebenfalls schöne Sache: Manche Nebenquests schaltet man nur frei, wenn man entsprechende Entscheidungen während der Hauptquest getroffen hat. Und noch ein kleiner Tipp am Rande: Es empfiehlt sich Nick Valentin als Begleiter zu wählen. Darüber hinaus haben die Entwickler gelungene Dialoge erschaffen, die stellenweise sogar einiges beeinflussen können. Außerdem sind sie hin und wieder so undurchschaubar, dass die Grenzen zwischen Gut und Böse auch mal verschwimmen können. Ein gewisser Rätselspaß sowie ein wenig Glückspiel ist also gegeben.

Fazit:

Es ist keineswegs gelogen, wenn wir sagen, dass „Far Harbor“ eine Menge zu bieten hat. Ein neues Areal, eine fabrikneue Geschichte, frische Gegner, Waffen, Ausrüstungen und vieles mehr. Hinzu gesellt sich eine tolle Atmosphäre und ein riesiger Drang, die Insel zu erforschen. Bethesda macht einfach fast alles richtig. Leider nur fast, da die Performance-Probleme schlechtweg nur nervig sind. Ansonsten sind wir mit dem DLC, der sein Geld absolut wert ist, vollkommen zufrieden.

Wertungskasten Fallout 4 - Far Harbor DLC

 

Eine zweite Meinung zu „Fallout 4 – Far Harbor“

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1 thought on “Fallout 4: Far Harbor – Willkommen auf der Insel (Review)”

  1. Oh ha, hätte ich mir damals den Season Pass für 30 Ocken geschnappt.
    Liest sich super. Wird wohl Zeit mal wieder das Ödland zu besuchen.

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