Fallout 4 Automatron – Der erste DLC im Test

Bereits seit einigen Tagen ist der erste DLC zu „Fallout 4“ erhältlich. Was wir zur Erweiterung mit dem Namen „Fallout 4 Automatron“ sagen, konntet ihr bereits in einem Video erfahren. Nun folgt eine zweite Meinung in schriftlicher Form.

Fallout4_DLC_Automatron_2

Zusammen mit der Ankündigung der größeren DLCs gab Bethesda bekannt, dass man den Season Pass im Preis erhöhen würde, wodurch dieser im Endeffekt 49,99 kostet. Somit legten die Verantwortlichen zusätzlich 20 Euro auf den ursprünglichen Preis obendrauf. Doch warum? Ganz einfach, die nachträglich angebotenen Inhalte würden den eigentlich geplanten Umfang deutlich überschreiten. Zweifellos müssen die versprochenen Erweiterungen dann auch etwas bieten können. Mit „Fallout 4 Automatron“ können die Spieler nun endlich einen ersten Blick auf die Arbeit der Entwickler werfen.

Bevor wir ins Detail gehen, sollte vielleicht geklärt werden, worum es im Add-on überhaupt geht. An dieser Stelle müssen wir den Spielern, die Roboter in „Fallout 4“ mehr als hassen, leider mitteilen, dass genau diese im Mittelpunkt stehen. Ein geheimnisvoller Mechanist hat nämlich eine Horde übler Roboter ins Commonwealth geschickt, darunter auch das hinterhältige Robohirn. Es sollte wohl klar sein, dass die Blechbüchsen nichts Gutes wollen und so macht sich der Spieler auf die Jagd und probiert wieder für Ordnung zu sorgen, sofern das in der postapokalyptischen Welt von „Fallout 4“ überhaupt möglich ist. Darüber hinaus wollen uns auch wieder alle anderen Parteien an den Kragen. So treffen wir beispielsweise auf Raider und mutierte Tiere. Alles in allem ist das Leben im Commonwealth nicht gerade gemütlicher geworden.

Automatron bringt kein neues Areal mit sich. Vielmehr stehen neue Quests zur Verfügung, die im bereits bekannten Umfeld erledigt werden müssen. Auch wenn Neulinge bereits Zugang zu den neuen Missionen haben, natürlich nur sofern man die Erweiterung erworben hat, empfiehlt es sich, diese erst zu einem späteren Zeitpunkt in Angriff zu nehmen. Denn die neuen Inhalte sind für ein Charakterlevel von 15 oder höher konzipiert worden. Es bedarf also einer soliden Ausrüstung und gewisser Kenntnisse. Wer nun Bedenken hat, da er zwar die Anforderungen erfüllt, die Hauptgeschichte bisher aber nicht vollständig abschließen konnten, braucht sich keine Sorgen zu machen und kann sich auf Automatron stürzen. Denn Bethesda erschuf hier eine neue, kleine Geschichte, die sich beinah unabhängig von der Hauptstory ins Spiel einfügt und auch jederzeit angegangen werden kann. Je nach Schwierigkeitsgrad wird der Spieler um die 10 Stunden beschäftigt. In Anbetracht des Einzelpreises von 9,99 Euro ist das ein mehr als gerechtes Preis-Leistungs-Verhältnis. Denn bei einem Euro pro Spielstunde kann nichts Negatives gesagt werden, was den Umfang angeht.

Fallout4_DLC_Automatron_1

Hinzu gesellt sich ein äußerst interessantes Feature. Wir sind fortan in der Lage, die Roboter-Dame Ada als Begleiterin zu nutzen und sie mit gesammelten Teilen immer weiter zu modifizieren. Wie man es bereits gewohnt ist, werden hierfür nicht nur entsprechende Teile benötigt, sondern auch einige Perks. Fehlen diese, sind viele Möglichkeiten einfach nicht möglich. Das kann zwar ärgerlich sein, spiegelt aber mehr als deutlich „Fallout 4“ wider. Am wenigsten Ärger werden übrigens die Robotikexperten und Wissenschaftler haben. Sind die Voraussetzungen erfüllt, können wir ein weiteres Mal entscheiden, in welche Richtung es mit unserem Begleiter gehen soll. Effektiver Gebrauch von Schusswaffen oder lieber brutaler Nahkampf? Wir haben die Wahl. Einen perfekter Wegbegleiter wird es aber auch in Automatron nicht geben. Man darf nämlich wieder mit den üblichen Problemen kämpfen. Ada steht blöd in der Gegend herum, rennt in die Schusslinie und das eingebaute Hackmodul ist selten wirklich hilfreich. Nichtsdestotrotz macht das Modden, also das Erstellen eines eignen Roboters so richtig viel Spaß. Den Anreiz liefert wohl sicherlich der Fakt, dass das alles nicht umsonst ist. Immerhin bastelt man sich nicht nur einen eignen Roboter, sondern auch einen eigenen Begleiter zusammen.

Leider liegt der Fokus von Automatron spürbar auf den neuen Modifikationsmöglichkeiten. Zwar werden auch entsprechende Quests geboten, revolutionär erscheinen diese aber nicht. Die neue Geschichte ergänzt lediglich das Spiel und präsentiert sich solide. Etwas Ausgereiftes sowie Packendes braucht man nicht zu erwarten. Schade ist ebenfalls, dass die Moral des Spielers kaum angesprochen wird. Selten müssen Situationen gemeistert werden, die sonderbar am Gewissen knabbern. Sowieso kommen die Dialoge dieses Mal etwas zu kurz. Alles in allem halt nur eine solide Vorstellung. Wäre das DLC ein paar Euro billiger und würde lediglich die Möglichkeit der Modifikation bieten, hätte das auch vollkommen ausgereicht.

Fallout4_DLC_Automatron_3

Dem gegenüber stehen knifflige Kämpfe. Oftmals trifft man die fiesen Blechbüchsen in engen beziehungsweise begrenzten Arealen an und muss daher geschickt vorgehen. Als Spieler sollte man nämlich kontinuierlich damit rechnen, dass sich der Roboter mit einer nuklearen Explosion verabschiedet. Gefühlt jeder zweite Gegner wählt einen derartigen Abgang. Steht man zu nah dran, kann man gleich beim letzten Speicherstand wieder einsteigen. Die besagte Detonation aus nächster Nähe zu überleben, ist eigentlich unmöglich. Natürlich kann das auf Dauer ganz schön nervig sein, doch wo würde da die Herausforderung bleiben?

Fazit:

Lohnt sich nun der Kauf von „Fallout 4 Automatron“ oder gar der des Season Passes? Der erste DLC bringt einige interessante Feature mit sich, kann aber nicht auf kompletter Linie überzeugen. Vor allem bei den Quests waren wir etwas enttäuscht. Da wäre durchaus mehr möglich gewesen. Fans der Reihe sind zwar Besseres aus der Vergangenheit gewöhnt, können aber dennoch getrost zugreifen. Wer den Season Pass bereits besitzt, wird ohnehin in den Genuss kommen. Solltet ihr noch unsicher sein, ob ihr euch den besagten Pass gönnt, empfehlen wir euch die nächste Erweiterung abzuwarten. Automatron liefert nämlich keinen Grund, sich den recht teuren Season Pass zu zulegen.

Teilen
onpost_follow

Kommentar verfassen

Loading Facebook Comments ...