eSports – BVB verpennt das Millionen-Geschäft

Der eSports hat sich längst zu einem gigantischen Geschäftsbereich entwickelt, der Millionen Euro an Einnahmen generieren kann. Auch einige Fußballvereine haben diesen Trend entdeckt und versuchen ein Stück vom Kuchen zubekommen. Der BVB scheint diese Chance jedoch zu verpennen.

Samsung Galaxy versus SK Telecom T1 im Finale 2016 World Championship
Samsung Galaxy versus SK Telecom T1 im Finale 2016 World Championship

Auf der Hauptversammlung des börsennotierten Bundesligisten ging Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke auf das Thema eSports ein und erteilte eine klare Abfuhr. Er finde es komplett scheiße. Damit wird der BVB künftig wohl kein eigenes Team für Videospiele aufstellen, wie es bereits Schalke 04 und Vfl Wolfsburg getan haben. Auch weitere Vereine wie beispielsweise TSG 1899 Hoffenheim führen aktuell Maßnahmen für den Eintritt durch.

“Das ist vielleicht modern. Ich finde das komplett scheiße. Es hat sich in der Vergangenheit bewährt, dass wir nicht alles das machen, was der FC Schalke 04 macht.”

Um trotz dieser Aussage nicht ins schlechte Licht gerückt zu werden, versuchte Watzke die Entscheidung anhand eines Beispieles verständlich zu machen. Er ging dabei auf die Film- und Bücher-Branche ein.

“Dies soll keine Bewertung des eSports sein, sondern vielmehr eine Einordnung dessen. Auch wenn wir Hollywood-Filme und Bücher als Bereicherung empfinden, würde der BVB keine Schauspieler- oder Autoren-Gruppen als eigenes Team verpflichten.”

Der BVB scheint aber zu vergessen, dass der eSports längst keine Nische im Massenmarkt mehr ist. Der Bekanntheitsgrad in Deutschland steigt enorm schnell an und hat sogar klassische Sportarten überholt. Zudem sorgt die immer stärker werdende TV-Präsenz in Kombination mit Sponsoring, Werbung und Merchandising aktuell für einen Umsatz von 50 Millionen Euro. Bis 2020 soll dieser sogar auf 130 Millionen ansteigen.

Ob eSports wirklich ein echter Sport ist, wird bereits seit längerer Zeit umfangreich diskutiert. Tatsächlich werden fast alle Voraussetzungen erfüllt. Lediglich der Aspekt der eigenmotorischen Aktivität ist fragwürdig. Allerdings müssen die eSports-Spieler unzählige Anschläge pro Minute auf der Tastatur tätig und auch die Nutzung der Maus fällt umfangreich aus.

 



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