Die ersehnte Rettung – Bringt Pokémon Go Nintendo aus der Krise?

Jeder spielt „Pokémon Go“ und die Aktie von Nintendo schießt durch die Decke. Ist das Tief der Japaner damit beendet? Hat die neue App mit den Pokémon das Unternehmen gerettet? Und vor allem sind Augmented-Reality-Spiele die Zukunft der Branche?

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Nintendo hat die Videospielbranchen ausschlaggebend geprägt. Allein die Veröffentlichungen zahlreicher Entertainment Systeme haben den Weg zur heutigen Spiele-Kultur gerade erst ermöglicht. Gern denkt man an alten Zeiten zurück – erinnert sich an SNES, Nintendo 64 sowie GameCube, an Game Boy, Nintendo 3DS und Wii. Auch wenn das Unternehmen immer wieder entscheidende Innovationsschritte hervorgebracht hat, lief es in den letzten Jahren alles andere gut. Verluste wurden immer häufiger, die Gewinne immer geringer und die Aktien sank um 70% ab. Es mangelt einfach an einen neuen Verkaufsschlager. Und da scheinen auch Videospiel-Figuren wie Mario nicht viel ändern zu können. Allerdings gibt es nun einen Lichtblick.

„Pokémon Go“ erobert gerade den mobilen Markt der Smartphones und entwickelt sich allem Anschein nach zu einem Massenphänomen. Überall findet man Menschen, die gespannt auf ihr Smartphone schauen oder scheinbar planlos durch die Gegend laufen. Sowas ist prinzipiell nichts Neues, aber wenn plötzlich viele Menschen an einem Spielplatz sitzen, die man dort sonst nie an diesem Ort antrifft, spricht vieles für sich. Allein der Aktienkurs ist vom 12. bis zum 15. Juli von umgerechnet knapp 160 Euro pro Aktie auf beinah 240 Euro gestiegen. Der Börsenwert von Nintendo ist innerhalb von nur fünf Tagen auf fast 28 Milliarden Euro angewachsen. Also ein Anstieg von satten zehn Milliarden. Einen Überblick über den Kursverlauf findet ihr in der folgenden Grafik.

Bleib am Ball Nintendo!

Das neue Spiel hat also zweifelsohne Verbesserungen für das Unternehmen geschaffen und das mit einem gewährten und vor allem gewinnbringenden Prinzip. Dem Free-2-Play. „Pokémon Go“ ist an sich nämlich vollkommen gratis. Durch Käufe von ingame-Vorteilen machen die Verantwortlichen hierbei ihren Gewinn. Es ist bereits nachgewiesen worden, dass diese Vorgehensweise unter dem Strich mehr Profit liefert als ein AAA-Titel für einen Vollpreis von 70 Euro. Allerdings ist es hierbei notwendig, die Spieler bei Laune zu halten und stets neuen Inhalt zu liefern. Und genau das ist es, was Nintendo nun tun muss. Zwar ist der Hype aktuell enorm groß und die Anzahl an Spielern scheint kontinuierlich zu steigen, doch nachdem die Begeisterung ein wenig abgesunken ist, wird auch der Zuwachs an Spielern wieder geringer werden. Darüber hinaus werden die Nutzer sicherlich immer weniger Interesse an der App besitzen, sollte es keine Neuerungen geben. Aus diesem Grund muss Nintendo am Ball bleiben!

Glücklicherweise wurden bereits Kämpfe zwischen den einzelnen App-Nutzern versprochen. Wann diese kommen, ist jedoch noch bekannt. Und noch im Juli soll eine Art Armbanduhr auf den Markt kommen, die mit der App verbunden ist und Informationen zur Umgebung anzeigt. Aber auch danach müssen weitere Funktionen und Möglichkeiten folgen, um die Spieler auch langfristig binden zu können und somit weiteren Gewinn zu generieren. Denn letztendlich kann Nintendo nur von Gewinn profitieren und natürlich braucht ein Unternehm diesen auch, um auch künftig erfolgreich zu sein.

Sollte Nintendo seine Ressourcen nicht optimal einsetzen, wird die Gewinnspanne von „Pokémon Go“ kontinuierlich kleiner und der Weg aus der Krise ist so schnell wieder beendet, wie er begonnen hat. Ob die App die Misere der Japaner aktuell beseitigt hat, lässt sich derzeit noch nicht eindeutig sagen. Sie hat aber definitiv positive Auswirkungen erzeugt – zumindest kurzfristig – und einen ansehnlichen, finanziellen Puffer für einen etwas längeren Zeitraum geschaffen. Nintendo muss, wie bereits angedeutet, nun aber dennoch bemüht sein, auch auf langfristiger Sicht von dem Phänomen zu profitieren. Gelingt dieser Schritt, könnte die Zukunft gesichert sein. Allerdings: Ohne Fleiß, kein Preis.

Ein möglicher Kurswechsel bei den Japanern?

Aufgrund des enormen Erfolges, den „Pokémon Go“ bereits wenige Tage nach seiner ersten offiziellen Veröffentlichung erzeugen konnte, ist es nun durchaus denkbar, dass Nintendo einen Kurswechsel durchführt. Das heißt im Detail, die Japaner konzentrieren sich fortan auf den Smartphone-Markt und versuchen in dieser Branche ihr Glück. Denn ein Umstand sollte inzwischen nicht anzuzweifeln sein. Nintendo kann mit den großen Konsolen-Herstellern nicht mehr wirklich mitmischen, woran eventuell auch die kommende Nintendo NX nichts mehr ändern kann. Umso effektiver wäre es nun, passende Applikationen für den alltäglichen Begleiter des Menschen zu entwickeln. Dabei können vor allem die zahlreichen Figuren, die Nintendo über die letzten Dekaden geschaffen hat, äußerst hilfreich sein. Immerhin hat man das Gefühl, dass jeder Donkey Kong, Zelda und den bereits erwähnten Super Mario kennen.

pokemon_go_screenshot_5Und so wird das japanische Unternehmen vielleicht bald als ein großer Hersteller von Spielen für das Smartphone bekannt sein, die mit einem Free-2-Play-Prinzip daher kommen. Dass dieser Weg äußerst profitabel sein kann, haben wir bereits angeschnitten. Aber auch aktuelle Beispiele zeigen, dass sich die Spieler selbst mit diesem System anfreunden können. So besitzen einige Titel wie „Clash of Clans“ oder auch „Candy Crush Saga“ eine enorm große Beliebtheit und spielen gigantische Summen an Geld ein, und das tagtäglich.

Folglich heißt das aber auch, dass dieser Markt bereits von zahlreichen Wettbewerbern geprägt ist und Nintendo nicht von heute auf morgen die dominierende Position einnehmen kann. Umso interessanter ist in diesem Zusammenhang wieder „Pokémon Go“, das ein Augmented-Reality-Spiel darstellt. Also ein Spiel, das die virtuelle Welt mit der realen vereint. Es ist natürlich stets außerordentlich schwierig, die Zukunft eines Wirtschaftszweiges vorherzusehen, wenn nicht sogar unmöglich, dennoch könnte eben diese Kombination die Zukunft sein. Der augenblickliche Trend des Pokémon-Jagens kommt extrem positiv bei den Spielern an und eröffnet somit neue Möglichkeiten. Viele potenzielle Nutzer haben Gefallen an dem grundlegenden Prinzip gefunden und sind demnach auch bereit ein ähnliches Spiel zu erwerben, auch wenn dieses keine Pokémon vorweisen kann. Stellt sich Nintendo geschickt an und hört auf die Worte einer kleinen, deutschen Internetseite, die über Spiele berichtet, dann kann sie eben diesen Umstand nutzen und ihn dazu verwenden, aus der Krise zu kommen. Nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig.

Ungewissheit gibt es immer

Ob dieses Szenario letztendlich wirklich eintreten wird, können weder wir noch mit Sicherheit irgendjemand anders genau sagen. Immerhin ist die Zukunft ständig ungewiss und wird es auch stets bleiben. Aber einen Vorteil können wir neben dem finanziellen Aufschwung von Nintendo bereits feststellen. Die Spieler verlassen ihre Zockerhöhle und bewegen sich an der frischen Luft. Ein Zustand den man grob betrachtet nicht schlecht reden kann. Und darüber hinaus trifft man nun viele neue und vor allem auch nette Leute, die ebenfalls „Pokémon Go“ spielen. Das ist doch schon mal etwas Gutes!

Dass „Pokémon Go“ aber auch eine Schattenseite besitzt, haben wir bereits in einem anderen Sonderartikel thematisiert. In diesem liefern wir einige Beispiele dafür, dass die App auch zur Verdummung der Spieler führen kann. Den besagten Artikel findet ihr hier.

 

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