DESTINY (Review) – Der Anfang einer großen Legende

In den letzten Wochen haben wir für euch ausgiebig den Sci-Fi-Shooter DESTINY getestet und sowohl der Testbericht, als auch die Bewertung des Spiels ist uns nicht leicht gefallen. Darum behalten wir uns vor, die Bewertung noch einmal zu ändern. DESTINY ist kein schlechtes Spiel, sondern steuert sich hervorragend, macht eine Menge Spaß, wirkt aber hin und wieder einfach unfertig oder nicht ganz durchdacht. Das mag daran liegen, dass unsere Erwartungshaltung enorm hoch war, durch den Hype und die ganze Werbung vor dem Release. Ob es nun der Anfang einer großen Legende geworden ist, lest ihr in unserem Test.

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Story:
Wir schreiben das Jahr 2700 und nach einem goldenen Zeitalter in der die Menschheit die Weiten des Alls erforscht und bevölkert hat, steht die ganze Zivilisation plötzlich am Abgrund. Auf ihren Reisen zu fremden Planeten lauerte eine Gefahr in den Schatten, die nun versucht alles zu zerstören, was die Menschheit erreicht und aufgebaut hat. Die wenigen Überlebenden liefern sich unerbittliche Kämpfe um die Städte der Menschen mit den außerirdischen Lebensformen und Maschinen. Die Dunkelheit scheint zu gewinnen und als nur noch eine Stadt auf der Erde übrig bleibt, taucht ein riesiges und mysteriöses Raumschiff, der sogenannte Reisende, auf und rettet die Menschheit vor der Auslöschung. Ein Geist, ein kleiner fliegender Roboter, durchsucht den altem Kosmodrom in Russland und erweckt dabei einen im Kampf gefallenen Hüter zu neuem Leben. Er oder sie ist der Schlüssel zur Rettung der Menschheit, gemeinsam mit den anderen auferstandenen Hütern.

Die Geschichte wird in einigen wenigen Zwischensequenzen erzählt. Zusätzliche Informationen können wir unserem Geist nur selten entlocken und auch das Sammeln von den so genannten „Grimoire“-Karten während dem Spiel ist eigentlich ein schlechter Scherz. Diese verraten nämlich tatsächlich einige Informationen über Gegnertypen, Schauplätze und Hintergründe, können aber nicht über das Spiel selber, sondern lediglich über die Webseite oder die Companion-App eingesehen werden. Das ärgert und wirkt nicht sehr modern für ein so zukunftsweisendes Spiel.

Wir möchten diejenigen unter euch nicht spoilern, die DESTINYs Kampagne noch nicht ganz durchgespielt haben, aber das Ende ist etwas enttäuschend. Das Spiel geht darüber hinaus zwar noch viele Stunden weiter, aber wir hätten uns ein bisschen mehr packende Handlung, nach dem epischen Auftakt gewünscht.


Grafik:
Zur Stärke von DESTINY zählen die Schauplätze, also die verschiedenen Planeten, die wir bereisen dürfen. Neben der Erde und dem Mond, zählen auch Mars und Venus zu den Schauplätzen des Kampfes. Dank der Next-Gen-Power sorgt das Spiel für eindrucksvolle und abwechslungsreiche Kulissen, große offene Areale und detailreich gestaltete Schauplätze. Jeder der Planeten hat eine andere Atmosphäre durch seine Farbgebung, Flora und Fauna, Architektur und nicht zuletzt durch seine unterschiedlichen Gegner.

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Schauplatz auf der Erde ist ein alter Kosmodrom, ein Raumflughafen, in Russland. Neben den beeindruckenden Überresten einiger Raketen und Shuttles, erkunden wir hier großräumige Areale voller Industriebauten, einen Flugzeug- und Schiffs-Friedhof, sowie einige militärische Anlagen. Danach dürfen wir den Mond erkunden, der besonders durch seine weitreichenden Kraterlandschaften und die Erde am Firmament beeindruckt. Auch hier dürfen wir einige militärische Anlagen, sowie alte Tempelanlagen erkunden. Besonders das Panorama auf dem Mond, sowie die Architektur der alten Tempelanlagen beeindrucken uns sehr. Die Venus ist der Erde ganz ähnlich, aber die Vegetation ist dichter. Es gibt einige Dschungel-Bereiche und die wenigen Wolkenkratzer, die von ihren ehemaligen Bewohnern zeugen, sind nur noch Ruinen. Dafür beeindrucken auf der Venus besonders die technischen Bauten der Maschinenwesen Vex. Letzter Schauplatz ist der Mars, der rote Planet. Hier dominieren Sand- und zerklüftete Felslandschaften, die rote Farbe und einige Ruinen.

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Leider sind die beeindruckenden Kulissen in DESTINY leer und nur wenig dynamisch. Außer einigen wenigen explodierenden Fässern und Sammelobjekten wie Pflanzen und Mineralien, laden die wunderschönen Landschaften kaum zum erkunden ein. Auch Truhen mit versteckter Ausrüstung sind nur vereinzelt verstreut. Hier wäre deutlich mehr möglich gewesen. Eine lebendige Tierwelt hätte auf den umkämpften Planeten vielleicht keinen Sinn gemacht, aber zumindest ein paar Belohnungen fürs Erkunden der Gegend oder mehr nützliche Sammelobjekte hätten wir uns gewünscht.

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Mehr als gelungen sind dafür die Licht-, Schatten- und Wassereffekte, die besonders in den engen Gängen und Räumen der zahlreichen Militäranlagen eine hervorragende und atmosphärische Stimmung erzeugen.

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Sound:
Die verschiedenen Waffen in DESTINY klingen toll und auch die deutsche Vertonung kann sich hören lassen. Die wahre Stärke ist allerdings der Soundtrack, der über jeden Zweifel erhaben ist. Die orchestrale Musik unterstützt das Geschehen und die Action auf dem Bildschirm genau in den richtigen Momenten und tritt genau in den richtigen Momenten in den Hintergrund, wenn es mal ruhiger wird. Der Soundtrack trägt maßgeblich zur tollen Atmsophäre bei und unterstützt die tollen Bilder, die von den Konsolen auf den Bildschirm gezaubert werden.


Gameplay:
DESTINY ist ein MMO Ego-Shooter mit Rollenspielanleihen. Zu Beginn eines Spiels dürfen wir aus den drei Klassen Titan, Warlock und Hunter wählen, die sich nur in einigen wenigen Details und Fähigkeiten unterscheiden, sich aber quasi gleich spielen. Der „Titan“ ist ein schwer gepanzerter Soldat, der sich auf schwere Waffen und Nahkampf spezialisiert hat. Später lassen sich in seinem Fähigkeitenmenü auch Verteidigungs-Technologien, wie ein Schild frei schalten. Der Warlock ist der Magier der Gruppe, der mit seinen Blitzen einen großen Flächenschaden anrichten kann, ansonsten aber weniger gut gepanzert und auf Schutz angewiesen ist. Außerdem kann er durch Zauber seine eigenen Fähigkeiten oder die seiner Teammitglieder verstärken. Der letzte im Bunde ist der Hunter. Der Jäger ist auf Schnelligkeit ausgelegt und vereint Nahkampf, Fernkampf und Heimlichkeit. Neben einem besonderen Revolver kann er auch mit einer aufgeladenen Klinge durch ganze Gegnergruppen jagen.

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Alle drei Charakter haben eine einzigartige Super-Fähigkeiten und zwei verschiedene Talentbäume. Der zweite Talentbaum wird erst ab Level 15 frei geschaltet und der Charakter kann individualisiert werden. Nach der Charakterwahl dürfen wir auch das Aussehen unseres Hüters bestimmen. Es gibt drei verschiedene Rassen, die in beiden Geschlechtern zur Auswahl stehen. Gesicht, Haare, Farbe und Kriegsbemalung können optional angepasst werden. Da die Hüter aber die meiste Zeit des Spiels eine Rüstung und einen Helm tragen, sehen wir ihre Gesichter ohnehin nur in einigen Zwischensequenzen oder in der Stadt der Menschen.

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DESTINY ist in erster Linie ein Shooter in Ego-Perspektive, darum verbringen wir die meiste Zeit in Gefechten mit Aliens und Maschinen. Die Levels sind mal schlauchig, meist aber offen und verzweigt. Allein oder im Team schießen wir uns durch die Levels auf den verschiedenen Planeten. Selbst wenn wir nicht in einem 3er-Team unterwegs sind, sorgt das „Shared-World Feature“ dafür, dass wir immer wieder anderen Spielern begegnen, um uns kurzfristig gegen übermächtige Gegner zu vereinen oder verschiedene Events zu bestreiten. Während wir uns also gerade noch als Ein-Mann-Armee durch die engen Gänge des alten Raumflughafens geschossen haben, kann es auf dem offenen Gelände vor dem Kosmodrom passieren, dass einige Raumschiffe besonders starke Gegner absetzen oder Kriegs-Satelliten abwerfen. In dem Fall haben wir einen kurzen Augenblick Zeit um uns am Ort des Events einzufinden und es gemeinsam mit anderen Spielern, die in der Gegend sind, zu bestreiten. Alleine macht DESTINY allerdings nur kurzfristig Spaß. Ausgelegt sind die teilweise, besonders auf höheren Leveln, sehr fordernden Gefechte definitiv auf 3er-Teams. Die sogenannten Strike-Missionen sind besonders schwierige Aufgaben, bei denen es meistens einen Endgegner zu besiegen gilt. Diese Missionen können nur zu dritt angenommen werden. Wer alleine unterwegs ist, wird durch’s Matchmaking mit anderen Hütern zusammen gebracht.

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Die Feuergefechte steuern sich erstklassig und vorbildlich präzise. Man merkt hier die Erfahrung des Entwicklers Bungie, der auch für die SciFi-Shooter HALO verantwortlich ist. Alle Funktionen sind intuitiv auf den Gamepad-Tasten verteilt und nach kurzer Eingewöhnung spielt sich DESTINY unkompliziert und sehr sehr schnell. Sprünge, Doppelsprünge, ein Jetpack, in die Hocke gehen, Zielen und Feuern – alle Gameplayelemente, die man sich für einen SciFi-Shooter wünscht, sind enthalten. Schade nur, dass man die Taschenlampe nicht auf Knopfdruck einschalten kann, um dunkle Bereiche aufzuhellen. Die schaltet unser Geist nur dann ein, wenn er es für nötig hält.

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Die theoretische Levelgrenze in DESTINY ist mit Level 20 schnell erreicht, wenn man gründlich spielt sogar vor Abschluss der Kampagne. Bis zu dieser Grenze bleibt das Spiel motivierend und sorgt für reichlich neue Ausrüstung, Waffen und Langzeitmotivation. Danach wird DESTINY zur Fleißarbeit und Grinden ist angesagt. Nur mit exklusiver und schwer zu findender Licht-Rüstungsteile und -Waffen lässt sich der Level noch steigern. Diese spezielle Ausrüstung war bis vor kurzem aber noch sehr selten und teilweise müssen Missionen immer und immer wieder gespielt werden, wobei keine Belohnung sicher war. Bungie wollte diesen Fehler ausmerzen und hat mit einem der letzten Patchs dafür Sorge getragen, dass das Auffinden der neuen Ausrüstung ein bisschen einfacher wird. Einem ersten Spieler gelang es kürzlich Level 30 zu knacken, wie viel Zeit er dafür allerdings benötigt hat, ist nicht bekannt.


Multiplayer:
Das gesamte Spiel lässt sich online mit zwei Freunden gemeinsam spielen. Neben dem kooperativen Gameplay eines Einsatzteams, bietet DESTINY aber auch einen PVP-Modus, der sich Schmelztiegel nennt. Hier dürfen wir in Klassikern wie „Capture The Flag“ gegen andere Spieler antreten und uns mit ihnen messen. Das Matchmaking funktioniert in den meisten Fällen zwar schnell und ohne Probleme, ist aber oft sehr unausgewogen, was die Kräfteverteilung angeht. So landet man mit etwas Pech als Anfänger mit Level 5 gerne mal mit Spielern in einem Match, die bereits Level 12 sind. Das man dort aufgrund deren besseren Ausrüstung benachteiligt ist, liegt auf der Hand.

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Atmosphäre:
Die Atmosphäre, die DESTINY erzeugt ist mehr als gelungen. Dafür sorgen neben der beeindruckenden Grafik auch der stimmungsvolle Soundtrack und die gute deutsche Vertonung. Die epische Stimmung, die durch die enormen Werbekampagnen vor dem Release durch die Trailer aufgebaut wurde, überkommt einen auch beim spielen. Allerdings eben nur so lange, bis man ein und die selbe Mission zum wiederholten male spielt. Dann fängt bröckelt die so schöne Fassade des Shooters ein bisschen.

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Umfang:
Vier Planeten klingen erst einmal nach einer großen Welt und einer Menge Aufgaben. Tatsächlich ist das aber gar nicht so umfangreich wie man vielleicht denkt. Die vier Planeten könnten unterschiedlicher nicht sein, bieten an sich aber zu wenig Abwechslung. Auch das Grinden und Wiederholen von bereits bekannten Missionen wird nicht jedem gefallen. Nach ca. 10 bis 15 Stunden, je nach Gründlichkeit, dürfte jeder mit der Kampagne durch sein. Doch die Suchtspirale durch die Hatz nach neuer Ausrüstung funktioniert hervorragend und gemeinsam mit dem PVP-Modus kann man eine ganze Menge Stunden in DESTINY verbringen.

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Gesamt:
DESTINY ist ein toller Shooter, mit schicker Grafik und exzellenter Steuerung. Bis zum Erreichen der Levelgrenze bzw. dem Kampagnenende des Hauptspiels macht er eine Menge Spaß. Darüber hinaus sorgt allerdings nur die Suche nach neuer Ausrüstung für viele weitere Stunden im Spiel. Das Grinden, also das häufige Wiederholen von ein und derselben Missionen ist auf Dauer sehr lästig, denn irgendwann hat man sich auch an den schönsten DESTINY-Panoramen satt gesehen und kennt jede Ecke des Spiels. Hier mögen neue Karten der DLCs in Zukunft Abhilfe schaffen, aber nur kurzfristig. Was der Shooter gebraucht hätte, ist eine ausgereiftere Story, die auch über lange Zeit motiviert sowie mehr Schauplätze und eine lebendigere Spielwelt. Das Grinden ist nicht das eigentliche Problem, sondern die unbelebten Schauplätze, die wir dafür immer wieder durchqueren müssen. So macht DESTINY zwar eine Menge Spaß, schafft aber wirklich nur das Fundament für eine große Legende zu schaffen, denn wie Entwickler Bungie schon angekündigt hat, plant er großes mit dem Spiel, das in Zukunft auch fortgesetzt werden soll.


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7 thoughts on “DESTINY (Review) – Der Anfang einer großen Legende”

  1. Also Destiny hat meiner bescheidenen meinung nach wirklich viel potenzial.. Aber bis jz ist es noch recht klein, sollte mehr in die online richtung gehen.. Mmofps und so 😀 mit vielen raids, mehr planeten.. Vill neue galaxie.. Mehr lvl, ausrüstung, waffen, klassen die sich wirklich ergenzen dann wäre es sicher ein spiel das man über jahre zocken kann :)! An sich kein schlechtes spiel aber es ist mir noch zu wenig.. Ich hatte mehr erwartet

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