Crytek – Sind die deutschen Entwickler noch zu retten?

Auch wenn der deutsche Entwickler Crytek inzwischen die ausstehenden Gehälter begleichen soll, stellt sich weiterhin die Frage, ob man die erneute Krise überstehen wird bzw. kann. Die Not scheint weiterhin groß zu sein.

Nachdem Crytek im Jahr 2014 mit einer schweren, finanziellen Krise zu kämpfen hatte, konnte man sich wieder fangen. Jedoch werden die Entwickler von einer erneuten Krise heimgesucht. Zuletzt beschwerten sich die Mitarbeiter in der Hauptniederlassung in Frankfurt am Main, dass man ihnen keine Gehälter zahlen würde. Aktuellen Berichten zufolge sollen die ausstehenden Zahlungen bereits in der nächsten Woche getilgt werden. Obwohl diese Informationen direkt aus der Firmenzentrale stammen sollen, mangelt es derzeit an einer offiziellen Stellungnahme.

Selbst wenn die Mitarbeiter wieder bezahlt werden würden, stellt sich nach wie vor die Frage, ob Crytek die Krise überstehen wird. Orientiert man sich an den Personalkosten des Jahres 2014, so sind alleine in den Monaten Oktober, November und Dezember Geldbeträge jenseits von 5 Millionen Euro aufgelaufen. Eine recht hohe Summe, die nun anscheinend zur Verfügung steht. Doch wie? Konnte man sich einen neuen Kredit sichern? Sollte dies der Fall sein, würde das Unternehmen mit künftigen Schulden konfrontiert werden. Ein weiterer Weg, um an finanzielle Mittel zu gelangen, wäre der Verkauf von Marken oder sogar kompletten Studios. Entsprechende Informationen, die auf einen derartigen Schritt hindeuten, liegen zur Zeit aber nicht vor.

Es scheint sehr unwahrscheinlich zu sein, dass Crytek die finanziellen Probleme in den Griff bekommt. Immerhin sollten die ausstehenden bzw. verspäteten Zahlungen des Gehaltes zu einer Demoralisierung der eigenen Belegschaft führen. Des Weiteren entstehen große Unsicherheiten bei Kunden und Geschäftspartnern, was sich negativ auf künftige Projekte auswirken wird.

Erfolgreiche Projekte?

Das fünftgrößte deutsche Studio für Videospiele hat erst kürzlich den Titel „Robinson The Journey“ für PlayStation VR veröffentlicht. Hinzu gesellt sich mit „The Climb“ ein weiteres Projekt für die Virtual Reality, das in diesem Jahr auf den Markt gekommen ist. Für äußerst hohe Einnahmen sollten die beiden Videospiele jedoch nicht gesorgt haben. Crytek verdient sein Geld ohnehin hauptsächlich mit der hauseigenen CryEngine. Von knapp 70 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2014 machte sie den größten Anteil aus. Über 49 Millionen Euro stammten aus der Vermarktung der CryEngine.

 



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