CoD, Battlefield und Co. – Das Shooter-Genre im Wandel

Die beiden Shooter „Call of Duty“ und „Battlefield“ standen in den letzten Jahren stets in einer direkten Konkurrenz. Ein Sachverhalt, der sich in diesen Tagen jedoch ändert. Denn während „Titanfall 2“ die Verkaufszahlen vom kommenden CoD-Ableger bedroht, scheint „Battlefield 1“ freie Bahn zu haben.

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Bevor wir uns in die Thematik stürzen eine kleine Information vorab: Dieser Artikel rückt lediglich die drei AAA-Titel „Battlefield 1“, „Call of Duty: Infinite Warfare“ und „Titanfall 2“ in den Mittelpunkt und beleuchtet nicht das gesamte Genre der Shooter.

Die Ausgangssituation

Überzeugte Zocker kennen die Situation ganz gut. Immer dann, wenn sowohl ein neuer Ableger der „Battlefield“-Reihe als auch von „Call of Duty“ zeitnah auf den Markt kommen, entsteht ein direkter Konkurrenzkampf und die Spieler müssen entscheiden, welchen Titel sie sich letztendlich anschaffen wollen. Klar, man kann auch beide kaufen. Da aber mit dem Multiplayer stets eine Langzeitbeschäftigung geboten wird, konzentriert man sich irgendwann sowieso nur auf einen der Titel. Auch wenn der besagte Wettbewerb in den letzten Jahren innerhalb des Genres allgegenwärtig war, scheint nun die Zeit gekommen zu sein, wo es Veränderungen gibt. Kurzum, die beiden Videospiel-Reihe haben 2016 wohl keine direkte Konkurrenz mehr. Doch woran liegt das? Unserer Meinung nach eindeutig am Setting!

Das neue „Battlefield 1“ wird am 21. Oktober 2016 für die PlayStation 4, Xbox One und den PC in den Handel gelangen und erstmals den Ersten Weltkrieg in den Fokus rücken. Hierbei handelt es sich um eine Kulisse, die in der Vergangenheit eher selten genutzt wurde und daher frischen Wind in die Reihe von Electronic Arts bringt. Im direkten Vergleich setzt man beim kommenden „Call of Duty: Infinite Warfare“ weiterhin auf die Zukunft. Auch wenn sich die Community bereits mehrfach darüber beschwert hat, packt man in diesem Jahr noch einen drauf und verfrachtet die Spieler in actionreiche Raumschlachten. Und so kommt am 4. November ein Titel in den Handel, den vor allem die CoD-Veteranen wohl nicht mit der populären Reihe, die einst im Zweiten Weltkrieg spielte, verbinden würden. Auch wenn sich das neue „Call of Duty“ gerade aus diesem Grund großer Kritik stellen muss, bedeuten die beiden unterschiedlichen Settings aber eigentlich nicht, dass es dieses Mal keine direkte Konkurrenz gibt. Jedoch kommt genau jetzt „Titanfall 2“ ins Spiel.

Ebenfalls von Electronic Arts stammend bietet das aktuelle Projekt von Entwickler Respawn Entertainment eine gleichermaßen futuristische Grundlage. Denn in actionreichen Multiplayer-Schlachten werden gut ausgerüstete Soldaten und Piloten in sogenannten Titans gegeneinander kämpfen. Bei den Titans handelt es sich um etwa sechs Meter große Kampfroboter, die an Kinofilme wie „Avatar“ oder „Matrix Revolutions“ erinnern. Im Zuge der diesjährigen E3 haben die Verantwortlichen den Titel offiziell vorgestellt und es wurde offensichtlich, dass man mehr in dieses Projekt investiert hat, als der ein oder andere im Vorfeld vielleicht vermutet hätte. So wird es neben dem angesprochenen Multiplayer auch eine mitreißende Singleplayer-Kampagne geben und die Spieler werden obendrein in der Lage sein, auf umfassendere Individualisierungsoptionen zugreifen zu können. Und mit dem angestrebten Veröffentlichungsdatum, dem 28. Oktober 2016, wird „Titanfall 2“ zwischen den beiden anderen Titeln an die Community gereicht. Alles in allem kommt hier wohl ein Videospiel auf uns zu, dass umfangreich ausfallen wird und darüber hinaus im gleichen Setting wie „Call of Duty: Infinite Warfare“ angesiedelt ist sowie relativ zeitgleich auf den Markt kommt. Aufbauend auf diesen Tatsachen lassen sich die beiden Spiele direkt miteinander vergleichen und stehen daher auch in einer direkten Konkurrenz zu einander.

Ein konkurrenzloses Battlefield 1

Von der beschriebenen Situation ausgehend, besitzt „Battefield 1“ nun den großen Vorteil, sich fernab dieses Wettbewerbs zu befinden und sich frei entfalten zu können. Aufgrund des identischen Genres besteht zwar weiterhin eine Konkurrenz, diese ist jedoch nur indirekt. Und so sind die Entwickler von DICE lediglich mit einem Titel namens „Verdun“ konfrontiert, der ebenfalls den Ersten Weltkrieg thematisiert und am 30. Oktober für die PlayStation 4 und Xbox One auf den Markt kommt. Also genau neun Tage nach der Veröffentlichung von „Battlefield 1“. Aber auch wenn der Titel der beiden Entwickler M2H und Blackmill Games durchaus interessant und definitiv einen Blick wert sein wird, stehen einfach nicht die Mittel zur Verfügung, um es mit dem Publisher-Giganten Electronic Arts aufzunehmen. Und so wird „Verdun“ die Verkaufszahlen vom neuen „Battlefield“ nur geringfügig beeinflussen. Auch wenn hier aufbauend auf unserer Logik eine direkte Konkurrenz besteht, kann diese im Endeffekt für EA nicht gefährlich werden.

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Bei weitem besorgniserregend wird dagegen „Battalion 1944“ sein, das sich derzeit bei Bulkhead Interactive in der Entwicklung befindet. Zwar ist der Shooter im Zweiten Weltkrieg angesiedelt, repräsentiert aber genau das, was sich ein Großteil der Spieler aktuell wünscht: Einen Titel, der sich wieder in der Vergangenheit und fernab von futuristischen Szenarien abspielt. Auch wenn dieses Projekt besonders nach der Kickstarter-Kampagne in aller Munde war, werden es die Verantwortlichen letztendlich aber ebenfalls schwer haben, sich gegen „Battlefield 1“ zu behaupten. Zwar ist die Entscheidung, sich nicht von einem Publisher abhängig zu machen, zweifellos beeindruckend, einen finanziellen Puffer werden die Entwickler hierdurch aber nicht aufbauen können. Das wird sich wiederum auf das Marketing auswirken, was Electronic Arts einen Vorteil beschert. Ebenfalls förderlich ist der Sachverhalt, dass „Battalion 1944“ aktuell keinen konkreten Releasetermin vorweisen kann und für die Konsolen nicht mehr in diesem Jahr in den Handel gelangen wird. Und somit stellt auch dieser potenzieller Konkurrent vorerst keine Bedrohung für „Battlefield 1“ da.

Stellt sich abschließend die Frage, ob sich „Battlefield 1“ und „Titanfall 2“ nicht gegenseitig Konkurrenz machen. Immerhin sind sie Shooter und erscheinen zeitnah. Wenn es nach den Verantwortlichen geht, sieht man hier aber keine Probleme. Man ist der Ansicht, dass die beiden Titel jeweils eine andere Zielgruppe ansprechen. Und genau diese Zielgruppen sind unserer Meinung nach eben von dem Setting abhängig. Wer es lieber futuristisch mag, wird letztendlich die Wahl haben, zwischen „Titanfall 2“ und „Call of Duty: Infinite Warfare“ zu wählen. Sollte dagegen die Vergangenheit zu den persönlichen Vorlieben zählen, werden die Spieler unweigerlich zu „Battlefield 1“ greifen.

Wer macht das Rennen?

Egal von welcher Seite man es betrachtet, der kommende Ableger aus der „Battlefield“-Reihe wird gute Karten haben, dieses Jahr so richtig erfolgreich zu sein. Publisher Electronic Arts hat sich hier definitiv den richtigen Zeitpunkt ausgesucht. Und so rückt nun der deutlich spannendere Zweikampf zwischen „Titanfall“ und „Call of Duty“ ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Es bleibt allerdings abzuwarten, welcher der beiden Titel am Ende des Tages dominieren kann.

Die Releasetermine in der Übersicht:

  • Battlefield 1 – 21. Oktober 2016
  • Titanfall 2 – 28. Oktober 2016
  • Call of Duty: Infinite Warfare – 4. November 2016

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