Battlefield 1: They Shall Not Pass – Franzosen angetreten! (DLC-Review)

Mit „They Shall Not Pass“ ist inzwischen der ersten DLC für „Battlefield 1“ verfügbar. Jedoch stellt sich die Frage, ob sich der Kauf überhaupt lohnt. Wir haben einen Blick in die Erweiterung gewagt und verraten euch unsere Meinung.

Battlefield 1

Sofern man nicht im Besitz des Premium Passes ist, müssen interessierte Spieler zunächst knapp 15 Euro für den Zusatzinhalt bezahlen. Klingt zwar nicht unbedingt nach einer großen Investition, die Vergangenheit hat aber immer wieder gezeigt, dass ein derartiger Preis total unangemessen sein kann. Ob das bei „Battlefield 1“ ebenfalls der Fall ist oder ob die Unkosten gerechtfertig sind, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen. Fürs Erste wollen wir aber klären, welche Inhalte mit „They Shall Not Pass“ in den Multiplayer des Shooters gelangen. Der Singleplayer erhält übrigens keinen neuen Content und geht somit leer aus.

Die Franzosen marschieren auf

Zum Release hatte man die Nation bereits vermisst, allerdings war damals schon bekannt, dass die französische Armee zu einem späteren Zeitpunkt folgen soll. EA und DICE haben ihr Wort gehalten und die neue Fraktion geliefert. Wirkliche Änderungen führen sie aber nicht ein. Die Spieler dürfen sich lediglich über ein neues Design freuen. Hinzu gesellen sich sechs neue Waffen, die aber jeder Partei zur Verfügung stehen. Interessant daran: Die einzelnen Schießeisen lassen sich mittels Herausforderungen freischalten. Wer gern hinter dem Steuer Platz nimmt, kann sich über ein Sturmpanzer-Geschütz freuen, das somit eine fünfte Panzer-Klasse einführt, und über den Char 2C. Hierbei sollte man sich auf einen imposanten und schwerfälligen Behemoth einstellen. Ebenfalls neu ist der Trench Raider als Elite-Kämpfer und nicht zu vergessen sind die vier frischen Karten sowie der neue Spielmodus namens Frontlines. Zusammenfassend versorgen uns die Entwickler also in jedem Bereich mit neuen Inhalten.

Vielfältige Schlachtfelder

Für Verwirrung sorgt anfangs „Fort de Vaux“. Das liegt daran, dass ein Großteil der Kämpfe unterirdisch in einem Gewirr aus Gängen ausgetragen wird. Aus diesem Grund muss man sich viele Laufwege erst einprägen. Die beklemmende Enge ist aufgrund der Granaten zum einen positiv, weil man selbst viele Kills erzielen kann, zum anderen aber auch negativ. Immerhin kann man sich davor nicht wirklich verstecken. Das totale Gegenteil stellt „Soissons“ dar. Hier stehen actionreiche Panzer-Gefechte im Mittelpunkt. Auf dieser Karte wird besonders deutlich, dass der neue Behemoth nicht zu mächtig ist. Vor allem zwischen den Häusern ist das Manövrieren äußerst schwierig und vor Angriffen aus der Luft kann man sich ohnehin nicht schützen. Auch wenn die Infanterie kaum Möglichkeiten hat, in Deckung zu gehen, macht bisher alles einen recht ausbalancierten Eindruck.

Battlefield 1

Weiter geht es mit „Verdun-Höhen“. Als Spieler findet man sich auf einem Schlachtfeld wieder, das kurz zuvor durch deutschen Beschuss total verwüstet wurde. Rein optisch sieht die gesamte Angelegenheit recht gut aus und macht definitiv etwas her. Spielerisch profitiert man vor allem durch die verwinkelte Umgebung, die aufgrund zahlreicher Gräben entsteht. Durch den ebenfalls vorzufindenen Nebel gestaltet sich die gesamte Angelegenheit sehr dynamisch. In „Bruch“ kommen dann wieder die Panzer zum Einsatz, die den Spielausgang deutlich beeinflussen können. Dennoch ist eine angenehme Balance gegeben. Alles in allem sind die vier neuen Karten abwechslungsreich gestaltet und sollten für jeden etwas zu bieten haben.

Rush trifft auf Eroberung

Der neue Spielmodus schafft nichts Neues. Vielmehr vereint er zwei bekannte Modi aus „Battlefield 1“. Beide Teams starten in ihrer Basis und müssen sich zum gegnerischen Hauptquartier durchschlagen. Dabei erobert man vorgegeben Punkten. Ist dieser Schritt erledigt, geht man in den Rush-Modus über. Denn in der feindlichen Basis müssen zwei Telegrafenmasten zerstört werden. Grundsätzlich ist diese Idee äußerst interessant und weist Potenzial auf. Theoretisch kann sich die gesamte Partie stets ändern. Selbst wenn nur noch ein Telegrafenmast unbeschadet ist, kann sich das Team wieder fangen und bis zur feindlichen Basis vorarbeiten. Das verlangt jedoch harte Arbeit und funktioniert in der Praxis nicht immer. Und so ist ein Spiel in „Frontlines“ schneller zu Ende, als man es sich wünschen würde.

Jedoch ist nicht zwangsläufig der neue Modus daran Schuld. Vielmehr müssen die Entwickler in der Zukunft an dem Match-Making arbeiten, sodass die Teams wirklich ausgeglichen sind. Denn genau in einem derartigen Szenario dauern die Kämpfe etliche Minuten an. Obendrein dominiert immer wieder eine andere Seite. Kurzum, stimmt die Rahmenbedingung, ist „Frontlines“ exakt das, was es sein soll. Nach einer vorgegeben Zeit endet die Partie übrigens automatisch. Endlose Kämpfe sind also nicht möglich.

Battlefield 1

Gleich viermal Elite

Wie erwähnt, bringt der DLC auch eine neue Elite-Klasse für „Battlefield 1“. Diese verfügt über eine angemessene Körperpanzerung, ein Medipack und eine fetten Ladung an Granaten. In den verwinkelten Karten ist die Klasse somit äußerst gefährlich. Etwas Bedenken haben wir allerdings. Denn auf „Fort de Vaux “ und „Verdun Höhen“ kann das verlierende Team gleich vier Pick-Ups sammeln und somit bis zu vier Elite-Soldaten in den eigenen Reihen begrüßen. Letztendlich erhöht das die Spielzeit, was eigentlich recht gut klingt. Dessen ungeachtet finden wir das aber ganz schön mächtig. Ob Änderungen diesbezüglich notwendig sind, zeigen aber erste die kommenden Wochen.

Im Endeffekt können wir aber sagen, dass DICE eine sehr gute Balance geschaffen hat. Nichts wirkt übermächtig und lässt selten einer Seite die Oberhand gewinnen. Alles hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Weiterhin empfiehlt es sich aber, als Infanterist nicht frontal einen Panzer anzugreifen. Erfahrene Spieler sollten daraus entstehende Probleme jedoch bereits sehr kennen.

Fazit:

„They Shall Not Pass“ bietet zweifellos eine gute und abwechslungsreiche Portion an neuen Inhalte. Machen wir uns nichts vor. „Battlefield 1“ hat genau das gebraucht. Es ist für jeden Spieler etwas Feines dabei und die Balance ist auch gut umgesetzt. Wirkliche Neuerungen führt der DLC aber nicht ein. Man stützt sich auf bisherigen Content und baut diesen stellenweise etwas aus. Das besondere Etwas haben wir nicht gefunden. Trotzdem ist der Preis von ca. 15 Euro vollkommen in Ordnung. Interessierte Spieler können bedenkenlos zugreifen.

 

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