Battalion 1944 – Da hat mal jemand Eier in der Hose

Vor allem kleinere Entwicklerstudios sind heutzutage vermehrt von großen Publishern abhängig. Warum? Ganz einfach, sie stellen das wichtige Geld zur Verfügung und kümmern sich obendrein um die Vermarktung. Klingt eigentlich ganz gut, doch bei Bulkhead Interactive hat man sich dazu entschlossen, auf eine derartige Unterstützung zu verzichten.

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Zunächst zur Erinnerung, wer überhaupt Bulkhead Interactive ist: Hierbei handelt es sich um ein im Grunde sehr frisches, neues Entwicklungsstudio aus Großbritannien, das in Derby, einem größeren Städtchen im Norden Englands, ansässig ist. Es entstand aus der Verschmelzung von Deco Digital und Bevel Studios, deren Angestellten bereits im Vorfeld im gleichen Büro gearbeitet haben. Derzeit arbeiten die ehrgeizigen Entwickler an einem Titel namens „Battalion 1944“, das nach gegenwärtigen Stand im nächsten Jahr für PC, PlayStation 4 und Xbox One erscheinen wird und sich bereits kurz nach der offiziellen Ankündigung einer äußerst positiven Reaktion seitens der Spieler erfreuen durften, was wohl vor allem am Setting des Shooters liegt. Er soll nämlich im Zweiten Weltkrieg spielen und sich an den wegweisenden Größen des Genres orientieren. Sprich, es soll vergleichbar mit „Call of Duty 2“ aber auch mit „Medal of Honor“ sowie „Enemy Territory“ sein. In Anbetracht des aktuellen Trends, das Ego-Shooter in der Zukunft spielen, würde „Battalion 1944“ frischen Wind in die Szene bringen und könnte sich hierdurch einer großen Beliebtheit erfreuen, sofern die finale Qualität stimmt.

Allerdings erzeugen vorwiegend positive Reaktionen der Spieler meist ein Problem. Die Erwartungen steigen immens an, was natürlich den Druck auf die Entwickler erhöht. Hiervon kann aber wiederum die Qualität profitieren, was uns zu einem Problem führt. Ohne Geld ist die Umsetzung eines umfangreichen Spieles nicht möglich. Wie bereits erwähnt, wenden sich an dieser Stelle viele Entwickler an Publisher, die dann natürlich sehr gut aushelfen können, im Gegenzug aber auch die Fäden ziehen. Sie wirken also deutlich auf die Entwicklung ein und lenken sie meist in eine bestimmte Richtung, um im Endeffekt einen möglichst hohen Gewinn zu generieren. Alles in allem werden die nun klein wirkenden Entwickler in ihrer Freiheit deutlich eingeschränkt, wodurch auch die eigentlichen Visionen der Erfinder schlussendlich nicht exakt umgesetzt werden könnten. Das ist sicherlich auch der Grund, warum sich Bulkhead Interactive gezielt gegen die Unterstützung durch einen Publisher entschieden hat. Ach und, das Interesse von Unternehmen, dieses Projekt finanziell zu fördern, scheint recht hoch zu sein. Immerhin suchten in den vergangenen Wochen mehrere Personen ein Gespräch mit den Engländern. Am Ende des Tages erhielten aber alle eine Absage.

Das Geld ist aber dennoch notwendig. Woher kommt es also? Durch eine Kickstarter-Kampagne. Mittels dieser wollte man 100.000 Pfund einnehmen und diesen Betrag effektiv einsetzen. Nach einem Monat wurde das Ziel mehr als deutlich erreicht. Insgesamt 317.281 Pfund kamen zusammen, was sich nicht nur charmant auf die Entwicklung auswirken wird, sondern auch zeigt, wie sehr die Spieler wieder einen Titel im Zweiten Weltkrieg wollen. Auch wenn wir „Battalion 1944“ bisher äußerst interessant und das Gameplay-Material gelungen finden, ist das in keinerlei Hinsicht ein Indiz dafür, dass hier etwas Großes auf uns zukommt. Da man den Shooter noch nicht anspielen konnte und das wird allemal auch noch eine gewisse Zeit so bleiben, können wir uns natürlich kein Urteil erlauben. Diese Ahnungslosigkeit in Kombination mit den hohen Erwartungen schürt bei uns aber auch die Angst, dass wir letztendlich enttäuscht werden.

Vor allem wenn man berücksichtigt, dass sich Joe Brammer, Executive Producer bei Bulkhead Interactive, erst vor kurzer Zeit selbstsicher zeigte und durchblicken ließ, dass man es versuchen werde, mit den Größen der Branche Activision und DICE in einer Reihe zu stehen. Ein hochgestecktes Ziel. Brammer räumte im gleichen Atemzug aber auch ein, dass man hierfür die gleiche Qualität abliefern müsste, was uns wiederum zeigt, dass die Entwickler realistisch bleiben und sich dieser Herausforderung bewusst sind. Unsere Angst einer Enttäuscht sinkt trotz dieser Aussage aber nicht.

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Glücklicherweise können wir optimistisch in die Zukunft schauen. Denn die Aussage der Verantwortlichen, dass man keinen Publisher brauche und die Entwicklung lieber mit der Community zusammen angehen wolle, verdeutlicht uns sehr gut, dass man es bei diesem Projekt ernst meint. Es beweist außerdem, dass hier nicht der Profit im Vordergrund steht, sondern vielmehr die Tiefe des Gameplays, die authentische Umsetzung sowie der Minimalismus bei der Ausstattung und somit unter dem Strich auch der Spielspaß. Für einen derartig kühnen und gleichzeitig auch gewagten Schritt haben sich die Entwickler unseren tiefsten Respekt verdient. Wir freuen uns zu sehen, dass dieses Studio den Mut hat, vom aktuellen Shooter-Kurs der Videospielindustrie abzuweichen und einen anderen Weg einzuschlagen. Nun ist das Setting natürlich auch nicht innovativ, denn trotz alledem ist ein Schauplatz im Zweiten Weltkrieg nichts von Grund auf Neues. Aber dafür hat „Battalion 1944“ das Potenzial, unsere inzwischen alt gewordenen Erlebnisse zur Zeit von „Call of Duty 2“ und Co. wieder aufleben zu lassen. Und genau das scheint auch das Ziel von Bulkhead Interactive zu sein, soweit wir das bisher beurteilen können.

Wir sind darüber hinaus gespannt, wie sich das Spiel innerhalb der Entstehung entwickeln wird. Denn wie bereits erwähnt, wolle man den Titel zusammen mit der Community realisieren. Man wird die interessierten Spieler also nach ihrer Meinung und ihren Wünschen fragen. Auf der offiziellen Seite findet man bislang recht wenig Informationen, doch wenn man einen Blick ins Forum wirft, spiegelt sich erneut die große Anteilnahme wider. Es sind bereits unzählige Posts zu finden, in denen stellenweise recht umfangreich über verschiedene Features diskutiert wird. Beispiele hierfür wären das Gesundheitssystem, einzelne Spielmodi aber auch die potenzielle Möglichkeit, sich im eSports-Bereich zu betätigen. Der größte Anteil der Diskussionen wurde zwar auch von den Usern ins Leben gerufen und Reaktionen seitens der Entwickler sind auch nur in einer überschaubaren Anzahl auffindbar, dennoch kaufen wir es den Verantwortlichen weiterhin ab, dass sie gezielt diesen hier stattfindenden Austausch von Gedanken berücksichtigen wollen.

Abschließend wollen wir ein weiteres Mal darauf hinweisen, dass man sich derzeit schlecht ein aussagekräftiges Bild über den kommenden Ego-Shooter machen kann, da es einfach zu wenig Material gibt. Und gerade deswegen sind wir trotz unser sicherlich spürbaren Begeisterung weiterhin skeptisch, was hier tatsächlich auf uns zukommt. Doch wir sind bereits gespannt, wie authentisch und natürlich auch unterhaltsam die Infanterie-Gefechte werden.

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