Assassin’s Creed: Unity Review – Back to the Roots?

„Back to the roots?„ Mit dieser Frage im Hinterkopf möchte ich gerne das Review von „Assassins Creed Unity“ beginnen. Ubisoft präsentiert uns im Jahresrhythmus einen neuen Ableger zu seiner „Assassins Creed“ Franchise. Dieses Jahr allerdings brachte der französische Spielentwickler sogar zwei neue Teile auf den Markt: Zum ersten „Assassins Creed Rogue“, welcher exklusiv auf der alten Konsolengeneration erschienen ist und eben „Assassins Creed Unity“, ein Spiel, speziell für die Current-Gen Konsolen (PS4&Xbox One), sowie dem PC. Und eben genau mit diesem Ableger für die Playstation 4 wollen wir uns in diesem Review beschäftigen.Assassins_Creed_Unity_16_ArnoDorian

Grafik und Sound

Das erste, was einem bei einem neuen Spiel direkt ins Auge sticht, ist natürlich die grafische Darstellung des Titels, welchen man gerade in seinem Laufwerk liegen hat. Der erste Eindruck bei „Assassins Creed Unity“ lässt schon mal viel erhoffen: Das Spiel erscheint in einem schicken und pompösen Grafikgewand, welcher durchaus erahnen lässt, dass dieses Spiel extra und exklusiv für die im Jahr 2013 erschienene neue Konsolgeneration entwickelt wurde.Assassins_Creed_Unity_06

Paris, welches ja die Spielstätte des Ablegers ist, vermittelt dem Spieler ein unglaublich intensives Gefühl, besonders wenn man auf die Menschenmassen blicken kann, welche man so zuvor noch in keinem „Assassins Creed“ Teil bestaunen durfte. Und wir können nicht leugnen, dass dieser Anblick durchaus sehr beeindruckend ist und das Spiel insgesamt aufwertet. Auch die Gebäude, wie zum Beispiel Notre Dame, machen einen guten grafischen Eindruck; einziger Wermutstropfen ist die wenig abwechslungsreiche Gestaltung der Häuser im Spiel, was eine einfache Orientierung praktisch unmöglich macht.assassins_creed_unity_

Einen Punkt, welchen wir in diesem Review weder verleugnen noch unter den Tisch kehren wollen, sind allerdings die teilweise unzumutbaren Frameeinbrüche, mit denen das Spiel zu kämpfen hat. Mir ist schleierhaft, wie ein Spiel mit solchen Mängeln eine Qualitätskontrolle durchlaufen konnte. Ubisoft ist schon länger im Geschäft und müsste eigentlich wissen, zu welchen „Shitstorms“ ein technisch so desolater Zustand eines Spiels führen kann. Allerdings versprach der Publisher zugleich schnelle Abhilfe durch Patches welche die Frameeinbrüche und andere Grafikfehler beheben sollen. Schafft Ubisoft es, das Spiel in naher Zukunft mit einer konstanten Bildrate auf unsere Bildschirme zu bringen, würde es nicht mehr all zu viel zu meckern geben. Eine grafische Enttäuschung, wie sie Ubisoft beispielsweise mit „Watch Dogs“ ablieferte, (war) ist „Assassins Creed Unity“ in unseren Augen aber nicht.

Auch der Sound, welchen uns das virtuelle Paris erleben lässt, ist glaubhaft und es macht(e) Spaß, durch die Straßen von Paris zu gehen und den Sound auf sich wirken zu lassen. Manchmal allerdings waren es zu viele Geräusche, die auf einen einprasselten. So kam es vor, dass man den Ton der Charaktere, denen der vielen Menschen in Paris, Schussgeräusche und auch noch Musik auf einmal hörte. Das sorgt(e) ab und an für einen kleinen Stimmungsabbruch, weil man sich nicht mehr so gut konzentrieren kann, sondern eher etwas genervt von all den Eindrücken ist. Sonst macht(e) die Soundkulisse von „Assassins Creed Unity“ jedoch stets einen guten Eindruck, auch die Synchronsprecher der Charaktere wurden – typisch für Ubisoft – gut gewählt und integriert.Assassins Creed Unity

Gameplay

Fans der Reihe müssen an diesem Punkt (ein paar) starke Nerven mitbringen. Mit „Assassins Creed Unity“ änderte Ubisoft auch die von vielen geliebte Steuerung des Spiels. Ich für meinen Teil freue mich riesig über diese Änderung, so hatte ich in den vergangen Teilen sehr oft viele Frustmomente wegen der Steuerung, speziell beim Flüchten vor Gegnern kletterte mein Assassine zu oft irgendwelche Mauern hoch, die ich nicht erklimmen wollte. Dieser, für mich sehr frustrierende Punkt, ist dank der neuen Steuerung Geschichte. Aber man sollte sich auch nicht zu früh freuen, so hat Arno, der Hauptcharakter, massive Probleme damit, in Fenster einzusteigen, wenn er unter diesen hängt. Zu oft springt man links oder rechts am Fenster vorbei, die Folge: Frust!Assassins_Creed_Unity_03

Selbstverständlich stellt auch das Erklimmen eines jeden Hindernisses für Arno kein Problem dar und geht ziemlich gut von der Hand.

Neu beim Gameplay ist auch, dass man Arno nun Stück für Stück in seinen Fähigkeiten verbessern kann. So schaltet man sich mit Verlauf des Spiels neue „Kombos“ oder Waffenfähigkeiten für seinen virtuellen Assassinen frei. Ein Punkt, der uns ziemlich gut gefallen hat.

Allerdings hat Ubisoft auch Stellen verändert, die unserer Meinung nach nicht nötig waren und das Spielerlebnis nachhaltig etwas schädigen. So ist es nicht möglich, alleine durch das bloße Spielen der PS4-Version alle Truhen im Spiel zu öffnen, bei einigen Truhen erscheint nämlich der Hinweis, man solle „Mission XXX“ in der „Assassins Creed Unity Companion App“ spielen, um diese Truhe zu öffnen. Wir finden, dass ein solcher Zwang nicht schön ist und würden uns wünschen, dass Ubisoft in Zukunft darauf verzichtet.Assassin-s-Creed-Unity-Animation-Trailer

Story (keine Spoiler)

Selbstverständlich wollen wir euch auch kurz etwas zur Story des Assassinen Abenteuers erzählen. Die Story erscheint uns in vielen Aspekten schlüssiger, als die des Vorgängers „Assassins Creed Black Flag“. Sie motiviert über die komplette Spielzeit hinweg, die Geschehnisse der Französischen Revolution mit Arno zu erleben und die Protagonisten zur Zeit König Ludwigs XVI. etwas näher kennenzulernen.

Das von Ubisoft erschaffene Paris ist zu jeder Zeit glaubwürdig und lässt uns in die Spielwelt von „Assassins Creed Unity“ eintauchen. Gegen Ende wurde das Spiel noch einmal knackiger im Schwierigkeitsgrad, was an der ein oder anderen Stelle zu leichtem Frust führen konnte. Generell gilt zu sagen, dass das Spiel insgesamt etwas schwerer ist, als der Vorgänger, welchen ich erst einige Tage vor Release von „Assassins Creed Unity“ beendet hatte.

Auch die Nebenmissionen, welche das Spiel zu bieten hat, sorgen fernab der Story für etwas Abwechslung im Assassinen Alltag. So ist es Arno möglich, „Mysteriöse Mordfälle“ zu klären und nicht stets nur mehr oder weniger eintönig denselben Handlungen nachzugehen, welche sich meist auf das Schleichen, Klettern, Finden und Töten beschränken.Assassins_Creed_Unity_TimeAnomaly_01

Alles in allem hat uns die Story sehr gut gefallen, allerdings hat die Motivation, die Nebenmissionen ebenso erfolgreich abzuschließen, nach Beendigung der Hauptmissionen relativ abrupt ein Ende gefunden, was wir etwas schade fanden.
Auch der Co-op Modus des Spiels konnte uns nicht so richtig überzeugen, wenngleich man diesen spielen muss, um alle Fähigkeiten für seinen Meister-Assassinen freizuschalten. Zu leicht und eintönig empfanden wir die Aufgaben, die Ubisoft sich für unsere Freunde und uns ausgedacht hatte.

Fazit

”Assassins Creed Unity“ kann grafisch durchaus überzeugen, zu Bestnoten kann es allerdings erst reichen, wenn die technischen Probleme, sprich die Frame-Einbrüche, aus der Welt geschafft werden. Es macht einfach Spaß, sich während der Story mit Arno durch Paris zu bewegen, wenngleich die Orientierungsschwierigkeiten und die Probleme, in Fenster zu steigen, etwas Spielspaß nehmen. Nach der Story ist allerdings relativ schnell die Luft raus. Den Zwang der „Begleit-App“ kann man aus Gamer Sicht leider genauso wenig nachvollziehen.

Spaß macht das Spiel zu großen Teilen allerdings trotzdem, so dass ich für diesen Teil guten Gewissens eine Kaufempfehlung aussprechen kann, denn „Assassins Creed Unity“ ist, was das Gameplay betrifft, ein Schritt „Back to the roots“!

ac unity bewertung

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5 thoughts on “Assassin’s Creed: Unity Review – Back to the Roots?”

    1. “Back to the roots” war auf die Schlüsselaspekte bezogen. AC Unity beschränkt sich wieder auf das was man aus älteren Ablegern der Serie kennt. Schade das dies so scheinbar nicht ganz rübergekommen ist 🙁

      Was das Spiel selbst angeht kann ich nur sagen, dass wenn man die technischen Fehler (welche ohne Frage ein Problem sind, dass habe ich aber auch erwähnt denke ich 🙂 ) außer Acht lässt, ist “Assassins Creed Unity” für mich ein durchaus gutes Spiel. Und nein ich lobe nichts in den Himmel, ich denke ich habe die Schwächen des Spiels ganz gut dargestellt 🙂

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