Assassins Creed 3 Review – Lohnt sich die Reise nach Amerika?

Nachdem wir in drei Spielen in die Rolle des Italieners Ezio Auditore da Firenze schlüpfen durften, geht es nun weiter mit dem offiziellen dritten Teil der Serie. Ob es lohnt, sich wieder in die Assassinen-Kutte zu schmeißen und auf Meucheltour zu gehen, erfahrt ihr in unserer Review.

Neues Spiel, neuer Held

Der Engländer, Haytham Kenway.

Schauplatz des diesjährigen Assassins Creed-Teils, sind die NOCH nicht Vereinigten Staaten von Amerika im 18. Jahrhundert. Nach den ersten 15 Minuten Spielzeit müssen wir feststellen, dass wir weder in der Rolle des eigentlichen Protagonisten, noch in der Rolle von Desomd Miles stecken. Stattdessen übernehmen wir den zielstrebigen und direkten Engländer Haytham Kenway, der nach kurzer Zeit England mit Kurs auf Amerika verlässt. Die ersten zwei Spielstunden verbringen wir in der Haut von Haytham und lernen ihn und seine Absichten nach und nach kennen. Assassins Creed 3 lässt sich diesmal besonders viel Zeit und das ist auch gut so, denn nur so haben wir die Möglichkeit uns mit den Charakteren zu identifizieren.

Connor ist der neue Held in Assassins Creed 3.

Protagonist und Mittelpunkt von Assassins Creed 3, ist diesmal der Indianer Ratohnhaketon, den wir von der Kindheit an begleiten dürfen. Er lebt gemeinsam mit seiner Mutter in einem Dorf im Grenzland. Schon in jungen Jahren muss er mit ansehen, wie sein Dorf niedergebrannt wird. Der junge Indianer ist auf sich alleine gestellt und schnappt sich seinen Bogen, um die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Nach einer beschwerlichen Reise durch das zugeschneite Grenzland, trifft Ratohnhaketon auf den alten Achilles, der ihn zu einem Assassinen ausbildet. Achilles gibt dem entschlossenen Indianer schon nach kurzer Zeit einen neuen Namen. Ratohnhaketon heißt nun Connor. Mit besserer Ausrüstung und einem leichter zu merkenden Namen, beginnt das Abenteuer und die Suche nach Antworten. Der Barkeeper Desmond Miles, ist selbstverständlich auch wieder mit von der Partie und wird im dritten Teil eine größere Rolle spielen, als in den bisherigen Teilen der Serie. Zum ersten Mal dürfen wir den Sickereffekt im wahrsten Sinne des Wortes auf die Probe stellen.

Atmosphäre pur!

Die Umgebung ist sehr detailliert.

Die Spielwelt von Assassins Creed 3 ist um einiges größer als die der Vorgänger, das wird euch spätestens dann auffallen, wenn ihr zum ersten Mal das weitläufige Grenzland betretet. Denn alleine das Grenzland kann sich mit dem Rom aus Assassins Creed Brotherhood locker messen. Neben dem Grenzland dienen aber auch Bosten, New York und eine große Siedlung als Location. Wer Assassins Creed 3 ausführlich gespielt hat, kann im Geschichtsunterricht richtig glänzen und das ist keineswegs Übertreibung, denn auch im mittlerweile dritten Teil der Reihe sind wieder reichlich geschichtliche Informationen mit eingeflossen. Wichtige historische Ereignisse zur Zeit der amerikanischen Revolution wie die „Bosten Tea Party“ oder dem Beschluss der Unabhängigkeitserklärung sind mit von der Partie. In der Rolle von Connor, sind wir sogar live dabei, während die Vertreter die Unabhängigkeitserklärung unterschreiben. Aber auch historische Personen, müssen wir in Assassins Creed 3 nicht missen und so dürfen wir George Washington und Benjamin Franklin höchstpersönlich kennenlernen. Es ist einfach erstaunlich wie es Ubisoft immer wieder aufs Neue schafft, erfundene Story mit wahren Geschehnissen so zu verflechten, dass trotzdem eine spannende und Interessante Geschichte daraus wird.
Aber natürlich sind es nicht nur die Story und die Umgebung, die Assassins Creed 3 zu einem atmosphärischem Highlight machen, es ist vor allem die Liebe zum Detail, die das Spiel zu einem ganz besonderen macht. Selten haben wir so eine belebte Spielwelt gesehen wie in Assassins Creed 3. Die Einwohner und Wachen führen Gespräche unter einander, Kinder albern auf der Straße rum und Steuereintreiber stehen vor den Türen der Armen. Sehenswürdigkeiten wurden auch diesmal wieder originalgetreu nachgestellt. Noch mehr Abwechslung und Atmosphäre bekommen die verschiedenen Orte durch den Jahreszeiten- und Wetterwechsel. Der Wald von Mohawk bekommt einen ganz neuen Look wenn er mit Schnee überdeckt ist. Auch die Städte, bieten eine neue Atmosphäre, wenn die Dächer zugeschneit sind.

Um sich Geld zu erspielen, kann man ein Brettspiel beginnen.

Wie schon in den Vorgängern, gibt es auch in Assassins Creed 3 sammelbare Gegenstände, das wären in der Wildnis die Adlerfedern und in städtischem Umfeld die Artefaktseiten. Oft kommt es beim Sammeln der Artefaktseiten regelrecht zu einer nervenzerreibenden Verfolgungsjagd, weil die Seiten durch den Wind angetrieben, über die Dächer gefegt werden. Auch die Truhen sind wieder dabei, allerdings kann man nicht alle Truhen einfach mit einem Tastendruck öffnen. Stattdessen müssen wir nun ein kleines Mini-Spiel meistern um das Schloss zu knacken. In sämtlichen Gebäuden haben wir die Möglichkeit Brettspiele mit Einsatz zu spielen, das ist nicht nur eine nette Idee, sondern macht sogar zwischendurch richtig Spaß. Einige offenstehenden Gebäude können bei Verfolgungsjagden als Abkürzung dienen, da wird das Heimische Schlafzimmer schnell mal zur guten Fluchtmöglichkeit.

Connor auf der Jagd.

Allerdings bieten nicht nur die städtischen Umgebungen Abwechslung und pure Atmosphäre, auch im Grenzland gibt’s allerhand zu entdecken und zu sehen. In den Wäldern von Mohawk sehen wir beispielsweise die kleinen Bärenkinder im Gras toben, währenddessen die Bärenmutter Wache hält. Kommen wir den verspielten Bären zu nahe, laufen sie weg. Die Landschaft wird durch kleinere plätschernde Wasserfälle und zahlreichen Nadelbäumen geprägt. Neben Bären, gibt es auch Hasen, Hirsche und Füchse in den Wäldern, um nur einige zu nennen. Die meisten Tiere können von uns gejagt, getötet und enthäutet werden. Wertvolle Felle und Trophäen, wie zum Beispiel Bärenklauen, können bei Händlern verkauft werden. Mit dem verdienten Geld, können wir uns neue Monturen, Waffen, Munition und Fallen kaufen. Rüstung kann in Assassins Creed 3 leider nicht erworben werden, dafür gibt es zahlreiche schöne Monturen, die auf jeden Fall einen Kauf wert sind. Kleineres Getier lässt sich besser mit Fallen jagen, diese platzieren wir an geeigneten Stellen und kommen am Ende unserer Jagd zurück, um zu sehen ob etwas in die Falle gelaufen ist. Tiere, die in der Stadt rumlaufen, können wir je nach Bedarf Füttern und Streicheln. Was Ubisoft uns atmosphärisch hier liefert, ist einfach nur fantastisch.

Nicht schöner, aber besser

Die AnvilNext-Engine leistet gute Arbeit.

Die AnvilNext-Engine wurde bei Assassins Creed 3 eingesetzt und leistet gute Arbeit. Bis auf teilst Kantige Schatteneffekte und seltenen unscharfen Texturen, sind uns keinerlei Mängel aufgefallen. Der AnvilNext-Engine ist es möglich bis zu 2000 NPCs gleichzeitig auf einem Bildschirm flüssig darstellen zu können. Außerdem haben wir der Engine die schönen dichten und trotzdem detailreichen Wälder zu verdanken. Im gesamten Spiel ist es uns einmal passiert, dass wir mit der Schnellreisefunktion in das Grenzland gereist sind und es ungefähr 10 Sekunden gedauert hat, bis sich die Texturen der Bäume aufgebaut haben. Ein Augenmerk darf ebenfalls aus die Zwischensequenzen geworfen werden, denn diese sind qualitativ im Vergleich zum Vorgänger deutlich schöner geworden. Mimik und Gestik der Personen passen gut zur Situation und wirken nicht unnatürlich. Alles in einem ist Assassins Creed 3 grafisch nicht viel besser als sein Vorgänger, aber dank der vielen Details um einiges schöner.

Das hört sich doch gut an

Assassins Creed-Typisch, ist der Sound mal wieder eines der Highlights. Haupt- und sogar einige Nebencharaktere haben durchaus bekannte deutsche Synchronsprecher bekommen. Begleitet werden wir je nach Situation und Lage von passender Musik, welche die ohnehin schon tolle Atmosphäre nochmal unterstreicht. An Soundeffekten mangelt es ebenfalls nicht. Seien es Tiergeräusche und alttägliche Gespräche von Bewohnern wenn wir durch die Umgebung laufen, oder das Schleifen von Klingen die aufeinander treffen wenn wir uns im Kampf befinden. Uns sind nur sehr selten bis gar keine unrealistischen Geräusche aufgefallen. Gerade die sehr natürliche Soundkulisse in den Wäldern hat uns sehr gut gefallen. Die verschiedenen natürlichen Geräusche sind im Einklang und bilden eine schöne Atmosphäre.

Kleinere Änderungen

Auch Eckendeckung ist nun möglich.

Sowohl Singleplayer, als auch im Multiplayer gibt es einige Änderungen was die Steuerung angeht. Die Fernwaffen werden sowohl im Single- als auch im Multiplayer mit der DREIECK-Taste eingesetzt. Gekontert wird nun auf der KREIS-Taste und nicht mehr auf L1. Wer die Vorgänger allesamt gespielt hat, wird sich wohl erst mal in die etwas überarbeitete Steuerung reinfinden müssen. Wenn man den Dreh raus hat, ist die Steuerung aber nicht weniger Handlich als die der Vorgänger. Das Spiel steuert sich meistens solide und flüssig. In engen Gassen klettert der Protagonist zwar manchmal los obwohl wir dies gar nicht vorhatten und gerade beim Klettern durch die Wälder, kommt es oft zu Glitches. Allerdings sind das Dinge, über die man gut und gerne hinwegsehen kann.

Hobby Captain

 

Die Seeschlachten sind beeindruckend.

Das wohl innovativste neue Element in Assassins Creed 3 sind die Schifffahrten, oder besser gesagt die Seeschlachten. Diese kann man jederzeit bei den entsprechenden Personen starten. Wer schon mal mit einem richtigen Schiff gesegelt ist, wird schnell bemerken, dass das Schiff welches wir im Spiel steuern dürfen um einiges schneller ist als ein echtes Segelschiff. Mit verschiedenen Kommandos, können wir die Geschwindigkeit drosseln oder wahlweise erhöhen, indem wir auf volles Segel gehen. Bei Beschuss können wir unsere Crew dazu auffordern zu feuern, oder in Deckung zu gehen falls nötig. Das Handling der Kanonen ist wie erwartet sehr gut und man gewöhnt sich schnell an die allgemeine Steuerung. Bei bestimmten Händlern, können wir Brandgeschosse, zusätzliche Kanonen oder Schiffsverstärkung kaufen, um unser Schiff noch besser aufzurüsten.

 

Innovatives Mehrspielererlebnis

 

Der Mehrspieler-Modus kann über zahlreiche Spielstunden unterhalten.

Der Multiplayer-Modus von Assassins Creed 3 unterscheidet sich grundlegend nicht von denen der Vorgänger, allerdings wurde an Steuerung und HUD gefeilt. Wie im Singleplayer, sieht auch im Multiplayer, das Klettern deutlich flüssiger und dynamischer aus. Außerdem gibt es nun nicht mehr zwei Fähigkeiten, sondern neben den beiden üblichen Perks auch noch eine extra „Fernwaffen“-Kategorie, die mit der DREIECK-Taste eingesetzt werden kann. Charakter- und Mapdesign ist wie erwartet wieder auf einem hohen Niveau. Passend zum neuen Setting, sind die neuen Maps allesamt angepasst und spiegeln das Amerika zur Zeit der Revolution wieder. Insgesamt stehen euch 16 verschiedene Charaktere zur Verfügung. Von Indianern bis hin zu Offizieren ist für jeden etwas Passendes dabei. Wer seinem Charakter trotzdem noch einen neuen Look verpassen will, kann dies im Abstergo-Shop tun, denn hier gibt es zahlreiche Modifikations- und Anpassungsmöglichkeiten zu kaufen. Für den Kauf von Ausrüstungs- sowie Anpassungsobjekten, werden sogenannte Abstergo-Punkte benötigt, welche ihr für besondere Leistungen erhaltet. Ganz neu im Multiplayer, ist der sogenannte „Wolfsrudel“-Modus, indem ihr gemeinsam mit anderen Spielern kooperativ gegen KI-Gegner vorgehen müsst. Der Modus „Dominanz“ ist ebenfalls neu, in diesem habt ihr die Aufgabe Gebiete einzunehmen und diese anschließend zu verteidigen. Natürlich sind auch die klassischen Modi wie zum Beispiel „Gesucht“, „Kopfjagt“ oder „Eskorte“ mit von der Partie, dies sind allerdings nur einige der vielen verschiedenen Modi in Assassins Creed 3. Wer den Multiplayer der Vorgänger gespielt hat weiß, wer leise vorgeht der gewinnt, dies gilt auch für den dritten Teil. Für besondere Aktionen, wie zum Beispiel das Erledigen von Spielern aus dem Versteck heraus, oder dem beseitigen aus besonders akrobatischen Posen, rasselt es ordentlich Punkte in die Kasse, welche euch früher oder später auf das nächste Level bringen. Wie gut ihr euch in einem Spiel schlagt, ist aber nicht nur für den Levelaufstieg relevant sondern auch für Anpassungsobjekte und Profilmodifikationen. Wie im Vorgänger schon, erzählt auch der dritte Multiplayer, seitens Abstergo seine ganz eigene Geschichte. Alles in einem konnte der Multiplayer wirklich überzeugen, er macht Spaß, bietet Abwechslung, einige Neuerungen und schafft es wieder, dass man die Spielzeit von Assassins Creed 3 nochmal um einiges zu verlängert.

Ein würdiger Abgang!

Assassins Creed 3 ist durch und durch ein tolles Spiel. Mit ca. 15-20 Stunden Spielzeit für die Story, seit ihr gut beschäftigt. Mit dem Sammeln von Gegenständen und dem Erledigen von Nebenmissionen, könnt ihr die Spielzeit aber auch gut und gerne auf das Doppelte bringen. Die Story wird durchgehend spannend gehalten und glänzt durch viele Wendungen und emotionalen Momenten. Die Haupt- und Nebenaufgaben sind abwechslungsreich. Wer den Singleplayer-Modus abgeschlossen hat, sollte sich auf alle Fälle den Multiplayer von Assassins Creed 3 anschauen. Ob dies nun wirklich der letzte Teil der Serie war, ist unklar, da das Ende doch mehr oder weniger offen ist.  Fest steht: Assassins Creed 3 ist nicht mehr nur ein großes Update des 2. Teils, sondern ein mehr als vollwertiges Spiel geworden, welches gerade für Spieler der Vorgänger ein absolutes Muss ist.

„Was Ubisoft uns atmosphärisch hier liefert, ist einfach nur fantastisch.“

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8 thoughts on “Assassins Creed 3 Review – Lohnt sich die Reise nach Amerika?”

  1. Den Sicker-Effekt haben wir in diesem Teil nicht zum ersten Mal ausprobiert. Bei Brotherhood mussten wir auch damit flüchten etc.

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