Assassins Creed 3: Liberation Review – Der erhoffte PS Vita-Hit?

Neben dem offiziellen dritten Teil der Action-Adventure-Reihe „Assassins Creed 3“, ist auch der erste PS Vita-Ableger erschienen. Diesmal übernehmen wir eine weibliche Protagonistin und treiben uns mit ihr im New Orleans des 18. Jahrhunderts rum. Ob Assassins Creed 3: Liberation der erhoffte PS Vita-Hit geworden ist, erfahrt ihr in unserem Test.

Fragen über Fragen

In Liberation schlüpfen wir in die Rolle von Aveline de Grandpre.

Wie schon erwähnt, verschlägt es uns zwar wieder nach Amerika, allerdings diesmal nach New Orleans. Ebenfalls neu ist der Protagonist, besser gesagt die Protagonistin. In Assassins Creed 3: Liberation übernehmt ihr nämlich die junge Aveline de Grandpré. Aveline ist die Tochter eines wohlhabenden französischen Kaufmanns und dessen afrikanischen Geliebten namens Jeanne. Die Mutter verschwindet allerdings scheinbar grundlos im Jahre 1757. Die zu dem Zeitpunkt noch kleine Aveline, wird von ihrem Mentor Agaté in die Assassinen-Bruderschaft aufgenommen und ausgebildet. Leider wird auch dies nicht näher erläutert. Schade! Inzwischen erwachsen, macht sich Aveline auf, um ihre verschollene Mutter zu finden. Aveline wurde der Sklaverei entledigt und setzt sich nun für die Befreiung der Sklaven in New Orleans ein. Eigentlich bringt die Story von Liberation viel Potenzial mit, leider wird es nur zur Hälfte ausgeschöpft. Das wahrscheinlich größte Problem im Spiel sind die unbeantworteten Fragen. Oft hinterfragt man gewisse Dinge und wartet vergeblich auf eine Antwort. Grundsätzlich interessante Geschehnisse bleiben meistens unbegründet.

Umfang ist eben nicht alles

Auch die umliegenden Sumpfgebiete lassen sich erkunden.

Die Welt in Liberation ist hingegen sehr schön gestaltet, ein Spaziergang durch New Orleans lohnt sich daher allemal. Hin und wieder verschlägt es uns auch in die umliegenden Sumpfgebiete der Stadt, in denen wir uns wahlweise mit dem Kanu fortbewegen können. An Abwechslung mangelt es Liberation dank der vielseitigen Kulisse und den zahlreichen Nebenmissionen also nicht. Allerdings vermissen wir den Freiraum, den wir leider während der Missionen in Liberation nicht haben. Meistens gibt uns die Mission genau vor, wie wir was zu tun haben. Auch die eigentlich nette Idee, dass wir uns in 3 verschiedene Outfits schmeißen können, verliert dadurch den Reiz, da auch dies meistens vorgegeben wird. Outfits können gefunden, oder wie Waffen im Laden erworben werden. Was es mit den Outfits auf sich hat, könnt ihr weiter unten nachlesen.

Na ist denn schon Karneval?

Insgesamt stehen Aveline drei verschiedene Outfits zur Verfügung. Im klassischen Assassinen-Outfit, ist ihre Bewegung und ihr Waffenarsenal zwar uneingeschränkt, sie wird dafür aber deutlich schneller von Wachen entdeckt. Wenn sie als feine Dame umher läuft, kann sie zwar nicht klettern, dafür habt ihr die Möglichkeit Wachen zu bestechen, um so in neue Bereiche zu gelangen. Als letztes gibt es da noch das Sklaven-Outfit, indem ihr Aufstände anzetteln und euch in der Menschenmenge verstecken könnt. Insgesamt funktioniert das System ganz gut, allerdings haben wir wie schon gesagt nicht immer die freie Wahl, welches Outfit wir anziehen möchten.

Schöne Aussicht

Die Grafik kann sich sehen lassen.

Assassins Creed 3: Liberation sieht dank der AnvilNext-Engine verhältnismäßig richtig gut aus. Warum nur verhältnismäßig? Weil man natürlich immer bedenken muss, dass man auf einem Handheld spielt und deshalb oft keine hochauflösenden Texturen im Spiel möglich sind. Stattdessen beeindruckt uns das Spiel mit atmosphärischen Lichteffekten und einer detaillierten Umgebung. Charaktermodelle sehen ebenfalls nett aus. Das Design der Assassinen-Kutte von Aveline de Grandpré hat uns besonders zugesagt. Negativpunkte sind lediglich, die eben schon erwähnten matschigen Texturen und kantigen Schatten im Spiel.

Assassins Creed-Typisch

Auch auf der PS Vita nehmen wir es mit mehreren Gegnern auf.

Die Steuerung ist Assassins Creed-Typisch. Wir klettern geschmeidig von Fenster zu Fenster und erledigen unsere Widersacher mit verschiedenen Waffen. Das Kampfsystem funktioniert hierbei grundsätzlich wunderbar, aber wie auf der Konsole, fehlt auch hier die Herausforderung. Wenn man den Dreh raus hat, kann man problemlos mehrere Gegner platt machen, ohne dabei in ernsthafte Schwierigkeiten zu geraten. Der Touchscreen der PS Vita wird gut genutzt. Mit dem Streichen über den Bildschirm, rudern wir mit dem Kanu, oder bessern unser Taschengeld etwas auf, indem wir Zivilisten bestehlen.

Ein schlechter Witz

Assassins Creed 3: Liberation kommt auch mit einem Multiplayer-Modus daher. Allerdings ist dieser leider nicht mehr als ein schlechter Witz. Wir haben nicht die Möglichkeit einen Charakter zu steuern, stattdessen markieren wir einen Punkt auf der Weltkarte für unsere Heimatbasis. Von dort aus werden Einheiten entsendet, die dann ähnlich wie bei einem Echtzeit-Strategiespiel gegeneinander kämpfen. Zwischen den Kämpfen müssen mindestens 30 Minuten liegen und der Krieg zwischen Abstergo und den Assassinen endet nach 7 Tagen in Echtzeit. Es hört sich nicht nur langweilig an, es ist auch langweilig. Das hätten die Entwickler deutlich besser machen können.

Aus sicherer Entfernung beobachten wir unsere Ziele.

Hoffnung in den Sand gesetzt

Mit ca. 14-16 Stunden Spielzeit, zahlreichen Nebenmissionen und einer großen belebten Welt kann Liberation definitiv trumpfen. Allerdings überwiegen deutlich die Negativpunkte. Viel was eigentlich interessant ist, wird gar nicht erst erläutert und die vielen guten Ansätze wurden scheinbar nur zum Teil fertig ausgearbeitet. Ein Grund die PS Vita zu kaufen, ist Liberation nicht! Aber wer schon eine PS Vita besitzt und sich an der Assassins Creed-Reihe erfreut, kann sich das Action-Adventure ruhig zulegen.

*Die Steuerung ist Assassins Creed-Typisch. Wir klettern geschmeidig von Fenster zu Fenster und erledigen unsere Widersacher mit verschiedenen Waffen*

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