007 Legends Review – Ein schönes Geschenk zum Jubiläum?

Zu Beginn des Spiels verliert Daniel Craig in der Rolle von James Bond durch einen schweren Sturz das Bewusstsein und erlebt frühere Missionen wieder. Wir wachen in einem gemütlichen Apartment wieder auf und wissen spätestens wenn wir das Schlafzimmer betreten, dass wir im Bond-Klassiker „Goldfinger“ gelandet sind. Die Einsätze „Im Geheimdienst ihrer Majestät“, „Lizenz zum Töten“, „Stirb an einem anderen Tag“, „Moonraker“ und auch Anfang November „Skyfall“, dürfen wir nacherleben. Leider haben die verschiedenen Missionen keinerlei Zusammenhänge und werden einfach nur stupide aneinander gekettet. Protagonist ist dabei immer Daniel Craig in der Rolle von James Bond. Wer also nach Sean Connery und CO. sucht, wird in 007 Legends nicht fündig werden.

Das Apartment aus dem Bond-Klassiker „Goldfinger“

Grafik – Potenzial verschenkt

Der virtuelle Bond sieht seinem Original extrem ähnlich.

Was uns sehr gut gefallen hat ist, dass die Charaktere einen hohen Wiedererkennungswert haben. Die Gesichter sind wirklich bis auf ein Paar Ausnahmen gut getroffen. Ansonsten hat das Spiel leider eine sehr unfertige Optik. Die Texturen sind größtenteils Matschig und auch die Effekte wirken unspektakulär. Die Umgebung verändert sich zwar in den verschiedenen Einsätzen, kann aber leider aufgrund mangelhafter Grafik nicht zur Geltung gebracht werden. Das ist sehr schade, da einige Orte viel Potenzial für stimmige Atmosphäre bieten. Bond-Stimmung kommt daher lediglich, während des Intros und einiger Zwischensequenzen auf.

Gameplay – In 5 Stunden durch 4 Filme

 Zu Beginn des Spiels werden wir vor die Wahl gestellt, ob sich unsere Gesundheit automatisch nach einiger Zeit regenerieren soll, oder ob wir 

Gegner stehen oft einfach in der Schussbahn.

Medikits einsammeln müssen um sie wieder aufzufüllen. Leider ist es eigentlich egal welches Gesundheitssystem ihr wählt, denn die Schießereien sind nicht sonderlich schwierig. Die KI-Gegner sind strohdumm. Oft laufen euch Gegner in die Schussbahn oder bleiben direkt in der Mitte eines Ganges stehen. Die Gegner suchen zwar auch gelegentlich Deckung, aber auch dort sind sie leichte Ziele für den Spieler. Dafür ist die Steuerung solide und die Waffen lassen sich angenehm handhaben. Während der Schießereien erhalten wir Erfahrungspunkte, die wir z.B. für Zielvorrichtungen und Magazinerweiterungen einsetzen können. Neben zahlreichen Waffen stehen uns aber selbstverständlich auch die typischen Bond-Gadgets zur Verfügung, mit der Laser-Uhr schalten wir beispielsweise Überwachungskameras aus. Über das Steuerkreuz kann man jederzeit einfach und schnell auf die Gadgets zugreifen, aber auch die Gadgets bieten spätestens nachdem man alle mal ausprobiert hat keine Abwechslung mehr. Da kann auch Bonds Smartphone nichts mehr reißen, mit dem wir Fingerabdrücke scannen und Fotos schießen können. Während der  gerade mal 5-6 Stunden langen Spielzeit, lässt uns das Spiel wenigstens an einigen Stellen die Wahl, ob wir mit der Waffe im Anschlag ins Gefecht gehen oder die Gegner langsam ausschalten wollen. Zu unserem Pech werden die ausgeschalteten Personen schon nach kurzer Zeit entdeckt und es ist somit beinahe

Von einem Endgegner hätten wir mehr erwartet.

unmöglich einem Gefecht aus dem Weg zu gehen. Durch die Fahrzeugpassagen bekommt das sonst sehr eintönige Spiel ein wenig Abwechslung und Dynamik. Die Verfolgungsjagten im Auto sind zwar actiongeladen und schön in Szene gesetzt, aber auch hier leidet die Atmosphäre unter den mangelhaften Effekten und der schwammigen Fahrzeugsteuerung. Am Ende jeder Mission wartet natürlich noch unser Ziel darauf von uns erledigt zu werden, wir haben hierbei auf einen spektakulären Endkampf gehofft, stattdessen müssen wir den Bösewicht mit einfachen  Joystick-Kombinationen bezwingen.

Sound – Bondstimmung?

Was die deutschen Sprecher angeht kann man dem Spiel nichts schlecht reden, denn die Hauptfiguren haben die originalstimmen erhalten. Das sorgt dafür, dass sich echte Bond-Fans sofort wohl fühlen. Die Bondstimmung wird allerdings spätestens im Gefecht, durch unrealistische Waffengeräusche wieder nieder gemacht. Selbst die eigentlich schöne Intro-Musik dürfte den meisten Spielern nach einiger Zeit auf die Nerven gehen.

Multiplayer – Nicht innovativ, aber solide!

Für ein Paar spaßige Stunden reicht es.

In 007 Legends habt ihr die Möglichkeit die Spielzeit im Multiplayer zu erweitern. Was uns gut gefallen hat ist, dass das Spielen auch im Split-Screen-Modus möglich ist. Besonderheiten und Innovationen bietet der Multiplayer zwar nicht, macht aber dank der soliden und handlichen Steuerung trotzdem Spaß. Natürlich schafft er es nicht den Spieler Tagelang vor den Bildschirm zu fesseln, aber um ein Paar spaßige Stunden im Multiplayer zu verbringen, reicht es allemal. Ähnlich wie im Singleplayer, habt ihr auch hier die Möglichkeit neue Waffen und Ausrüstungsgegenstände freizuschalten, um den Gegnern gegenüber im Vorteil zu sein.

Fazit – Einem Bond nicht würdig! Schade.

007 Legend wirkt an allen Ecken und Enden einfach unfertig. Grafik und Effekte sind unspektakulär und einfach gehalten und die einzelnen Abschnitte bilden keine zusammenhängende, spannende Story. Generell bietet das Spiel wenige Höhepunkte und Abwechslung, lediglich die Fahrzeugpassagen und Zwischensequenzen lockern den Spielverlauf ein wenig auf. Was wir allerdings sehr gut fanden ist, dass die Hauptfiguren ihrem Original extrem ähnlich sehen und die deutschen original Stimmen verwendet wurden. Auch der Multiplayer macht mehr Spaß als wir gedacht hätten. Alles in einem können wir keine Kaufempfehlung für 007 Legends aussprechen. Zum 50 Jährigen Jubiläum hätte Bond definitiv etwas besseres verdient.

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